Zum Inhalt springen

Frederik Obermaier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. Juli 2025 um 20:54 Uhr durch imported>Leyo (unerwünscht, siehe Wikipedia:Verlinken).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Frederik Obermaier at the Disruption Network Lab 2019-04-06 (CC Maria Silvano).jpg
Frederik Obermaier (2019)

Frederik Obermaier (* 1984 in Eggenfelden) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Er ist Mitglied des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ).<ref>ICIJ member Frederik Obermaier. Abgerufen am 7. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zusammen mit dem Journalisten Bastian Obermayer initiierte er 2016 die weltweiten Panama-Papers-Enthüllungen und wurde dafür 2017 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.<ref>Florian Klenk, Josef Redl: „Wir sind doch nicht der verlängerte Arm der Staatsanwaltschaft“. In: falter.at. Abgerufen am 12. Mai 2016.</ref><ref>Journalist Obermaier erhält Pulitzer-Preis. Abgerufen am 2. April 2024.</ref> Ebenfalls mit Obermayer war er 2019 an den Enthüllungen zur Ibiza-Affäre beteiligt, die zum Rücktritt der Regierung in Österreich führte. Seit 2022 ist er mit Obermayer gleichberechtigter Geschäftsführer der in München ansässigen Investigativfirma paper trail media.<ref name=":0">Tobias Singer: Obermayer und Obermaier gründen eigene Investigativ-Firma. In: MEEDIA. 13. April 2022, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref><ref name=":1">Daniel Häuser: "Filme und Serien": Was Papertrail Media noch vorhat. In: Clap-Club | Das People-Magazin der Kommunikationsbranche. 14. April 2022, abgerufen am 24. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="kress1">Henning Kornfeld: Jobs bei den "Gebrüdern Obermay(i)er": Deutschlands Top-Investigative stellen ein. In: KressNews. 13. April 2022, abgerufen am 24. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben und Arbeit

Obermaier wurde 1984 in Eggenfelden geboren und machte 2003 am Ruperti-Gymnasium in Mühldorf am Inn das Abitur. Er studierte an den Katholischen Universitäten Eichstätt und Bogotá Journalistik und Politikwissenschaft. Anschließend arbeitete er als Freier Journalist, bevor er ein Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung absolvierte. Ab 2012 arbeitete er für die Süddeutsche Zeitung im Ressort Investigative Recherche, zuletzt als stellvertretender Ressortleiter.<ref name="kress1" />

Obermaier ist Autor des Buches Land am Abgrund – Staatszerfall und Kriegsgefahr in der Republik Jemen.<ref>Land am Abgrund - Staatszerfall und Kriegsgefahr in der Republik Jemen von Obermaier, Frederik | Dissertationen, Diplomarbeiten oder Doktorarbeiten veröffentlichen Sie im Tectum - Wissenschaftsverlag, Marburg. 2. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Oktober 2010; abgerufen am 7. Januar 2023.</ref> 2009 berichtete er als erster deutscher Autor über den Fall der Jemenitin Nojoud Ali, die sich im Alter von zehn Jahren von ihrem 22 Jahre älteren Mann scheiden ließ.

Für die Süddeutsche Zeitung betreute Obermaier die Recherche in den Offshore-Leaks-Dateien, die im April 2013 weltweit für Schlagzeilen sorgten.<ref>Offshore Leaks – Steuerparadies in Bedrängnis, Serie der Süddeutschen Zeitung.</ref> Er schrieb unter anderem über die Offshore-Verwicklungen von Gunter Sachs, dem in der Folge zurückgetretenen österreichischen Banker Herbert Stepic, dem georgischen Premier Bidsina Iwanischwili und dem Sohn des DDR-Spionagechefs Markus Wolf.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Österreichs mächtigster Banker tritt zurück.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Bastian Obermayer, Frederik Obermaier, Titus Plattner: Das System Sachs. Süddeutsche Zeitung, 4. April 2013, abgerufen am 15. September 2019.</ref><ref>Süddeutsche Zeitung: Diskrete Geschäfte am Affenfelsen. Abgerufen am 7. Januar 2023.</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die Spur führt nach Österreich.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Zusammen mit Hans Leyendecker und John Goetz enthüllte Obermaier im Juni 2013, dass der britische Geheimdienst GCHQ das Unterseekabel TAT-14 angezapft hatte, das Deutschland mit Großbritannien und den USA verbindet.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Briten schöpfen deutsches Internet ab.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Das Kabel sei eines von mehr als 200 Glasfaser-Kabeln, die der britische Geheimdienst GCHQ im Rahmen des geheimen Programms Tempora anzapfe und abhöre. Dabei hat der Dienst offensichtlich direkt an Knotenpunkten des Kabels bei Kommunikationsunternehmen angesetzt und musste somit nicht von außen an das Kabel gelangen. Beim Ausspähen sollen dem britischen Abhördienst zwei Telefongesellschaften behilflich gewesen sein, Vodafone und British Telecommunications (BT).

Obermaier enthüllte zusammen mit Bastian Obermayer und Volkmar Kabisch, wie Deutschlands ältester Waffenhersteller, Sig Sauer, die deutschen Ausfuhrbehörden täuschte, um illegal Waffen nach Kolumbien zu liefern.<ref>Frederik Obermaier, Bastian Obermayer: Sig Sauer: Pistolenhersteller unter Verdacht. Abgerufen am 7. Januar 2023.</ref> Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen ein, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stoppte vorübergehend alle Exporte des Waffenherstellers.<ref>Süddeutsche Zeitung: Ausfuhrstopp für Waffenexporteur Sig Sauer.</ref> Er gehörte zum Team internationaler Rechercheprojekte wie den Offshore-Leaks-, Luxemburg-Leaks<ref>Bastian Brinkmann, Christoph Giesen, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Klaus Ott: Luxemburg-Leaks – Ärger im Steuer-Märchenland Luxemburg.</ref> und Swiss-Leaks-Enthüllungen,<ref>

Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Gerard Ryle: Im Tresor der Mächtigen. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Februar 2015, abgerufen am 15. September 2019.</ref> dem Projekt Der geheime Krieg über Deutschlands Rolle im US-Drohnenkrieg sowie dem sogenannten Pegasus Project<ref>Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Pegasus-Projekt: So lief die Recherche. Abgerufen am 24. März 2022.</ref> über die Überwachungssoftware Pegasus.

Im April 2022 gaben Obermaier und Obermayer die Gründung ihrer eigenen Investigativfirma paper trail media bekannt, welche eng mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel,<ref name=":0" /><ref name=":1" /><ref name="kress1" /><ref>Marc Bartl: Top-Neuzugänge von der SZ: Wie Steffen Klusmann mit Bastian Obermayer & Frederik Obermaier die Spiegel-Investigation verstärkt. 10. März 2022, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref><ref name=":2">PAPER TRAIL MEDIA. Abgerufen am 14. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> dem ZDF<ref name=":2" /><ref>Henning Kornfeld: Zweiter Partner nach dem "Spiegel": Obermaier & Obermayer recherchieren auch fürs ZDF. In: KressNews. 25. November 2022, abgerufen am 7. Januar 2023.</ref> und dem Standard<ref name=":2" /><ref>Rupert Sommer: Investigativ-Duo Bastian Obermayer und Frederik Obermaier schreibt für den Standard. KressNews, 12. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref> kooperiert.

Tätigkeit als investigativer Journalist

Frederik Obermaier beschäftigt sich in seiner Arbeit vor allem mit Korruption und Steueroasen sowie mit Geheimdiensten, illegalen Waffengeschäften und Extremismus von rechtsextremen bis zu islamistischen Gruppen.<ref>Frederik Obermaier. In: spiegel.de. Abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref><ref>SZ international. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref><ref>Ibiza-Aufdecker Bastian Obermayer und Frederik Obermaier schreiben künftig für den "Spiegel". In: derstandard.at. 10. März 2022, abgerufen am 23. Dezember 2022.</ref>

Panama Papers

Obermaier initiierte und koordinierte zusammen mit Bastian Obermayer die sogenannten Panama-Papers-Enthüllungen. Eine anonyme Quelle, die sich John Doe nannte, hatte den Journalisten 2,6 Terabyte interner Daten des Offshore-Dienstleister Mossack Fonseca zugespielt. Obermaier und Obermayer teilten diese mit dem International Consortium of Investigative Journalists – am Ende arbeiten rund 400 Journalisten weltweit an den Recherchen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Pulitzer-Preis für die „PanamaPapers“.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Sie zeigen nach Einschätzung der beteiligten Medien legale Strategien der Steuervermeidung, aber auch Steuer- und Geldwäschedelikte, den Bruch von UN-Sanktionen sowie andere Straftaten durch Kunden von Mossack Fonseca.<ref name="sued-2016-04-03-panama-papers">Süddeutsche Zeitung: Die Panama Papers – das bisher größte Datenleak. In: Süddeutsche.de. Abgerufen am 4. April 2016.</ref> Nach mehr als einem Jahr der Analyse wurden die ersten Nachrichten am 3. April 2016 veröffentlicht. Obermaier und Obermayer veröffentlichten im April 2016 auch den Bestseller „Panama Papers“ über ihre Erfahrungen mit John Doe und die folgenden weltweiten Enthüllungen. Es wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt.<ref>Panama Papers – Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung. In: kiwi-verlag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2019; abgerufen am 4. Januar 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kiwi-verlag.de</ref> 2016 erwarb Netflix die exklusiven Filmrechte an dem Buch.<ref>Netflix Unfolds The Panama Papers. In: about.netflix.com. 26. Juli 2016, abgerufen am 4. Januar 2023.</ref>

Bahamas-Leaks

Eine unbekannte Quelle spielte Frederik Obermaier und Bastian Obermayer 38 Gigabyte an vertraulichen Unterlagen des bahamaischen Unternehmensregister zu, die am 21. September 2016 als Bahamas-Leaks veröffentlicht wurden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig What We Know So Far About the Bahamas Leaks.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Enthüllungen deckten u. a. auf, dass Neelie Kroes, Amber Rudd, William Francis Morneau, Carlos Caballero Argáez, Manuel Domingos Vicente, Hamad ibn Dschasim ibn Dschabir Al Thani, Süchbaataryn Batbold und Georg Freiherr von Waldenfels Direktoren, Präsidenten oder Sekretäre von Briefkastenfirmen auf den Bahamas waren beziehungsweise sind.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Diese Politiker tauchen in den Bahamas-Leaks auf.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Paradise Papers

Nach den Panama Papers initiierte und koordinierte Frederik Obermaier zusammen mit seinem Kollegen Bastian Obermayer ein weiteres internationales Rechercheprojekt: die im November 2017 veröffentlichten Paradise Papers.<ref></ref> Die Paradise Papers enthüllten die Offshore-Geschäfte von Konzernen wie Nike, Apple und Sixt sowie von Prominenten wie US-Handelsminister Wilbur Ross, Queen Elisabeth II., Bono und dem FC Arsenal-Besitzer Alischer Usmanow.<ref>Süddeutsche Zeitung: Paradise Papers. Abgerufen am 16. November 2017.</ref> Die Recherchen basierten auf vertraulichen Dokumenten der Finanzdienstleister Appleby und Asiaciti Trust sowie den Unternehmensregistern von 19 Steueroasen, die der Süddeutschen Zeitung von unbekannter Seite zugespielt worden waren.<ref>Frederik Obermaier, Bastian Obermayer: Paradise Papers: Fragen und Antworten zur SZ-Recherche. In: Süddeutsche.de. 5. November 2017 (Online [abgerufen am 16. November 2017]).</ref>

Ibiza-Affäre

Im Mai 2019 löste Frederik Obermaier mit Bastian Obermayer, Leila Al-Serori, Oliver Das Gupta und Peter Münch die sogenannte Ibiza-Affäre aus,<ref name="SZ 17052019">Leila Al-Serori, Oliver Das Gupta, Peter Münch, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer: Heimliche Aufnahmen belasten Österreichs Vizekanzler schwer. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2019 (Online [abgerufen am 28. Mai 2019]).</ref> und damit eine Staatskrise in Österreich. Das SZ-Team veröffentlichte gemeinsam mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Recherche über ein heimlich aufgenommenes Video, das den damaligen österreichischen Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache innerhalb von nicht einmal 24 Stunden zum Rücktritt zwang.<ref>Video-Skandal: Österreichs Vizekanzler tritt zurück. Abgerufen am 28. Mai 2019.</ref> Strache war in eine Falle getappt: Er hatte in einer Villa auf Ibiza einer vermeintlichen Nichte eines russischen Oligarchen Staatsaufträge gegen Wahlkampfunterstützung in Aussicht gestellt sowie ein offenbar illegales Parteispendensystem erläutert.<ref name="SZ 17052019" /> Im Laufe der Ibiza-Affäre zerbrach innerhalb von wenigen Tagen die damalige österreichische Regierung von Kanzler Sebastian Kurz. Am 29. September 2019 erfolgten Neuwahlen.

Pegasus-Projekt

Obermaier war Teil eines internationalen Rechercheteams, das 2021 eine geleakte Liste von Telefonnummern auswertete, bei denen es sich um Ziele handelt, die von Kunden der israelischen Cyberwaffenfirma NSO Group zur Ausforschung ausgewählt worden waren.<ref>Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Pegasus-Projekt: So lief die Recherche. Abgerufen am 7. Januar 2023.</ref> Das Rechercheteam fand heraus, dass zu den Staaten, die Pegasus zur Überwachung verwendeten, Mexiko, Indien, Marokko, Indonesien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kasachstan, Aserbaidschan, Togo, Ruanda sowie das EU-Mitgliedsland Ungarn gehören. Unter den überwachten Telefonadressen befinden sich mehrere Nummern von Politikern in den höchsten Ämtern: Emmanuel Macron (Präsident Frankreichs), Barham Salih (Präsident des Irak), Cyril Ramaphosa (Präsident Südafrikas), König Mohammed VI. von Marokko, Ahmed Obeid bin Daghr (Premierminister des Jemen), Saad Hariri (Premierminister des Libanon), Ruhakana Rugunda (Premierminister von Uganda), Edouard Philippe (Premierminister von Frankreich), Noureddine Bedoui(Premierminister von Algerien), Charles Michel (Präsident des Europäischen Rates), Imran Khan (Premierminister von Pakistan), Mustafa Madbuli (Ministerpräsident Ägyptens), Baqytschan Saghyntajew (Premierminister von Kasachstan), Romano Prodi.<ref>Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Ralf Wiegand: Pegasus-Project:. Abgerufen am 7. Januar 2023.</ref><ref>Emmanuel Macron identified in leaked Pegasus project data. Guardian, 20. Juli 2021, abgerufen am 7. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Suisse Secrets

Nachdem eine anonyme Quelle Frederik Obermaier und seinem Kollegen Bastian Obermayer interne Daten der Schweizer Großbank Credit Suisse zugespielt hatten, initiierten die beiden Journalisten zusammen mit dem Organized Crime and Corruption Reporting Project die sogenannten Suisse-Secrets-Enthüllungen.<ref>What is the Suisse secrets leak and why are we publishing it? 20. Februar 2022, abgerufen am 24. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Recherchen belegten, dass die Schweizer Großbank korrupte Autokraten, mutmaßliche Kriegsverbrecher sowie Menschenhändler, Drogendealer und andere Kriminelle als Kunden akzeptiert hat.<ref>Hannes Munzinger, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Ralf Wiegand: "Suisse Secrets" enthüllen fragwürdige Konten bei Credit Suisse. Abgerufen am 24. März 2022.</ref> Mehrere Konten wurden von den Leitern von Geheimdiensten oder ihren Verwandten geführt, darunter Personen, die eng mit der Central Intelligence Agency zusammenarbeiteten, und einige, die beschuldigt wurden, Folter und andere Menschenrechtsverletzungen beaufsichtigt zu haben.<ref>Arab Rulers and Spy Chiefs Stashed Millions in Swiss Bank. In: nytimes.com. 21. Februar 2021, abgerufen am 4. Januar 2023.</ref>

Cyprus Confidential

Nachdem Frederik Obermaier und seinen Kollegen und Kolleginnen bei paper trail media vertrauliche Daten mehrerer zyprischer Finanzdienstleister zugespielt worden waren, initiierten sie mit dem ICIJ eine internationale Recherche, die im November 2023 unter dem Titel „Cyprus Confidential“ weltweit veröffentlicht wurde.<ref>Cyprus Confidential - ICIJ. 14. November 2023, abgerufen am 2. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie enthüllten unter anderem, wie der ARD-Journalist, Putin-Biograph und Buchautor Hubert Seipel von einem russischen Oligarchen Hunderttausende Euro erhalten und dies verheimlicht hatte.<ref>Susanne Amann, Sophia Baumann, Sven Becker, Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Anton Rainer, Timo Schober: (S+) Hubert Seipel: Wie der Filmemacher und Putin-Biograf jahrelang Geld aus Russland bekam. In: Der Spiegel. 17. November 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. April 2024]).</ref>

Publikationen

  • mit Bastian Obermayer: Panama Papers. Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, ISBN 978-3-462-05002-8.
  • mit Christoph Giesen, Bastian Obermayer und Philipp Grüll: Die Jagd auf das chinesische Phantom. Der gefährlichste Waffenhändler der Welt oder: Die Ohnmacht des Westens. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2023, ISBN 978-3-462-00139-6.
  • mit Bastian Obermayer und Hannes Munzinger: Schweizer Geheimnisse. Wie Banker das Geld von Steuerhinterziehern, Foltergenerälen, Diktatoren und der katholischen Kirche versteckt haben – mit Hilfe der Politik. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2022, ISBN 978-3-462-00383-3.
  • mit Tanjev Schultz: Kapuzenmänner. Der Ku-Klux-Klan in Deutschland. Dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-26137-1.
  • mit Katrin Langhans und Vivien Timmler: Gefahr im Körper. Das riskante Geschäft mit der Gesundheit. SZ-Edition, München 2018, ISBN 978-3-86497-503-5.
  • mit Bastian Obermayer: Die Ibiza-Affäre. Innenansichten eines Skandals. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019, ISBN 978-3-462-05407-1.

Filmografie

Auszeichnungen

Datei:1. Preis für Sebastian Obermayer und Frederik Obermaier – Otto Brenner Preis 2016.webm
Otto Brenner Preis 2016

Weblinks

Commons: Frederik Obermaier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein