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Outdoor-Bekleidung

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Datei:Jack Wolfskin, OutDoor 2018, Friedrichshafen (1X7A0402).jpg
Outdoor-Bekleidung im Zwiebelschalenprinzip: T-Shirt, Kapuzenpullover, Funktionsjacke

Outdoor-Bekleidung (auch: Outdoor-Kleidung,<ref>Der Spiegel. Spiegel-Verlag, 1983, S. 102 (google.de [abgerufen am 25. Juli 2021]).</ref> von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚draußen‘, ‚im Freien‘<ref>Boris Paraschkewow: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur: Lexikon etymologischer Dubletten im Deutschen. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 978-3-11-017470-0, S. 359 (google.de [abgerufen am 21. Juli 2021]).</ref>) ist ein seit den 1980er Jahren verwendeter Begriff<ref>Rudolf Augstein: Der Spiegel. R. Augstein, 1982, S. 182 (google.de [abgerufen am 25. Juli 2021]).</ref><ref>Dieter Herberg, Michael Kinne, Doris Steffens: Neuer Wortschatz: Neologismen der 90er Jahre im Deutschen. De Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-090227-3, S. 242 f. (google.de [abgerufen am 4. Juni 2021]).</ref> für Bekleidung, die bei sportlichen Aktivitäten im Freien getragen wird. Der Begriff wird auch allgemein für Freizeitmode verwendet. Outdoor-Bekleidung, einschließlich Thermo-Bekleidung, ist häufig aus Funktionstextilien und für einen bestimmten Anwendungszweck hergestellt, in der Regel auf eine spezielle Sportart bezogen.

Einsatzgebiete und Funktionen

Outdoor-Bekleidung wird insbesondere nach den Sportarten wie Wandern, Trekking, Klettern, Fahrradfahren, Laufsport, Skifahren oder Snowboarden unterschieden. Sie wird aber auch für Freizeitaktivitäten wie Camping, Geocaching, Angeln oder die Jagd eingesetzt.

Outdoor-Bekleidung wird entsprechend dem Zwiebelschalenprinzip in verschiedenen Bekleidungsschichten unterteilt, denen spezielle Funktionen zukommen – Unterbekleidung, Oberbekleidung, Wärmebekleidung, Wind-Nässeschutzbekleidung. Die unterste Bekleidungsschicht soll das Körperklima regulieren und den Feuchtigkeitsabtransport sicherstellen. Die zweite Schicht dient der Isolation und Wärmespeicherung und die vierte äußere Bekleidungsschicht schützt vor Witterungseinflüssen wie Wind oder Regen.

In der Regel weist Outdoor-Bekleidung eine hohe Atmungsaktivität, kurze Trockenzeiten und eine gute Strapazierfähigkeit auf. Zudem bietet sie, jeweils an die Situation angepasst, ein hohes Maß an Komfort und Bewegungsfreiheit. Bei Bekleidungsstücken, die beispielsweise beim Wandern ihren Einsatz finden, wird auf ein kleines Packmaß und geringes Gewicht geachtet. Bei Textilien für warme Gegenden oder für sportliche Aktivitäten werden teilweise Fasern mit Silberionen eingearbeitet, um Schweißgeruch zu verhindern. Andere Textilien bieten einen integrierten Sonnenschutz.

Materialien

Häufig verwendete Materialien sind Polyester, Polyamid, Polypropylen und Wolle.

Outdoor-Kleidungsstücke

Klassische Bestandteile der Outdoor-Bekleidung sind sportliche oder freizeitgemäße Jacken, Hosen, Schuhe und Kopfbedeckungen:

Jacken

Hosen

Schuhe

Kombinationen für bestimmte Sportarten

Weitere Kleidungsstücke

Rezeption in der Populärkultur

Medien und Politik

Seit den 2010er Jahren wird Outdoor-Kleidung in Feuilletons als modisches Stereotyp bestimmter Milieus thematisiert. 2010 veröffentlichte Moritz Honert auf Zeit Online eine Analyse des Phänomens, dass Outdoor-Kleidung insbesondere von Stadtbewohnern getragen wird, obwohl sie für den Einsatz in der Natur vermarktet werde.<ref>Moritz Honert: Der edle Wilde in der Stadt. In: Die Zeit. 23. November 2010, abgerufen am 24. Juni 2020.</ref> Nachdem der Journalist Ulf Poschardt im Zuge der Stuttgart-21-Demonstrationen in der Welt das Milieu der Demonstranten als „Öko-Spießer“ beschrieben hatte,<ref name="Welt">Ulf Poschardt: Grünen-Chef: Nerven Sie die Ökospießer, Herr Özdemir? In: Die Welt. 3. Juli 2011 (welt.de [abgerufen am 23. Mai 2020]).</ref> kritisierte Michael Angele im Freitag seine Darstellung als Feindbild und hob dabei die Outdoor-Bekleidung als Kennzeichen der Demonstranten hervor.<ref name="der Freitag">Michael Angele: Die Rückkehr des Spießers. Kulturkommentar. In: der Freitag. 29. April 2011, abgerufen am 23. Juli 2020.</ref> 2013 veröffentlichte Poschardt unter der Überschrift „Hurra, wir funktionieren noch!“ einen Artikel über die Ästhetik deutscher Funktions- und Outdoorbekleidung, die maßgeblich von der Marke Jack Wolfskin geprägt sei. Er thematisierte darin auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in ihrem Wanderurlaub mit Funktionskleidung fotografiert wurde.<ref name="Welt 2013">Ulf Poschardt: Hurra, wir funktionieren noch! In: Die Welt. 1. Juni 2013, abgerufen am 23. Juli 2020.</ref> Jan Böhmermann und Olli Schulz thematisierten ihre Kleidung in der Radiosendung Sanft & Sorgfältig.<ref>Eine Halskette und die Weisheit von Jan Böhmermann und Olli Schulz. 2. September 2013, abgerufen am 8. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Lars Weisbrod veröffentlichte im Intro-Magazin eine Verteidigung der Jack-Wolfskin-Jacke.<ref>Offene Türen. In: Intro. Abgerufen am 23. Mai 2020.</ref> Die Modetheoretikerin Barbara Vinken deutete Funktionsjacken in einem Interview mit der taz als Symptom von gesellschaftlichem Eskapismus.<ref>ALEM GRABOVAC: „George Clooney in weißen Seidenstrümpfen“. In: Die Tageszeitung: taz. 3. Mai 2014, ISSN 0931-9085, S. 32–33 (taz.de [abgerufen am 10. Juni 2020]).</ref>

Bei einem Auftritt in Rostock im Jahr 2016 trug der damalige SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine rote Outdoorjacke. In einer Stilkritik im Spiegel schrieb Philipp Löwe, die Jacke in Signalfarbe biete „mehr Identifikationspotenzial für geneigte SPD-Wähler als die Ralph-Lauren-Hemden“, die Gabriel sonst gerne trage.<ref>Der Spiegel: Sigmar Gabriel trägt Funktionsjacke - die Stilkritik – Der Spiegel – Stil. Abgerufen am 10. Juni 2020.</ref>

Nach den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg 2017 wurde darüber berichtet, dass Mitglieder des Schwarzen Blocks häufig Outdoorkleidung bestimmter Marken trugen.<ref>Fulya Çayir: The North Face: Hoodies für den Schwarzen Block. Abgerufen am 16. Juni 2021.</ref><ref>Marc Röhlig, Katharina Hölter, Der Spiegel: North Face, True Rebel, Mob Action: Was trägt die Linke Szene? Abgerufen am 16. Juni 2021.</ref><ref>Rick Paulas: Why Antifa Dresses Like Antifa. In: The New York Times. 29. November 2017, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 18. August 2021]).</ref> Der Spiegel beschriftete ein Foto zweier Demonstranten mit Herstellern und Preisen ihrer Kleidung und warf ihnen hinsichtlich ihrer Kapitalismuskritik Doppelmoral vor.<ref>Kann man in Markenkleidung gegen den Kapitalismus kämpfen? Abgerufen am 16. Juni 2021.</ref>

2021 erhielten Bilder des amerikanischen Politikers Bernie Sanders bei der Amtseinführung von Joe Biden Aufmerksamkeit. Er trug dabei einen Parka einer Firma aus seinem Bundesstaat Vermont.<ref>Avidan Grossman: Bernie Sanders' Meme-Famous Inauguration Jacket Is Proof You Only Need One Good Coat. 20. Januar 2021, abgerufen am 1. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Stil wurde als „grumpy chic“ bezeichnet.<ref>„Grumpy chic“-Look: Bernie Sanders bringt Geld für guten Zweck ein. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 1. Juni 2021]).</ref>

Künstlerische Rezeption

Stil „Gorpcore“

Seit den 2010er Jahren wurde verstärkt über Outdoor-Kleidungsstücke im Bereich der Mode berichtet. Der Trend wurde als „gorpcore“<ref>Alice Cary: You May Be Guilty Of ‘Gorpcore’ And Frankly, We Don’t Blame You. Abgerufen am 9. Mai 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder nur „gorp“<ref>Gorp is the new norm at the core of men’s fashion. Abgerufen am 1. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Anspielung auf die Stilrichtung Normcore bezeichnet.<ref>Elisabeth Wagner: Gorpcore-Trend: Mal schnell ein Abenteuer erleben. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. Mai 2021]).</ref><ref>Julia Hackober: Regenjacken und Trekkingschuhe: Plötzlich cool? Der unerwartete Hype um Funktionsmode. In: Die Welt. 9. Mai 2021 (welt.de [abgerufen am 9. Mai 2021]).</ref> Das Wort „gorp“ („herunterschlingen“) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Studentenfutter und wird als Backronym good ol’ raisins and peanuts gedeutet.<ref>World Wide Words: Gorp. Abgerufen am 17. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Normcore wird ebenfalls mit Marken für Outdoor-Bekleidung in Verbindung gebracht.<ref>Your Dad’s Favorite Anti-Fashion Outdoor Brands Are Now Cool. 20. November 2019, abgerufen am 1. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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