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Hermann Hubacher

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Hermann Hubacher (* 1. August 1885 in Biel; † 18. November 1976 in Zürich) war ein Schweizer Bildhauer und Plastiker.

Datei:Karl Hofer Bildnis Hermann Hubacher 1918.jpg
Karl Hofer: Bildnis Hermann Hubacher, 1918

Leben und Werk

Datei:Alpenquai Zürich - Ganymed 2014-03-17 17-41-47.JPG
Ganymed auf der Bürkliterrasse beim Bürkliplatz in Zürich

Hermann Hubacher war ein Sohn eines Graveurs und ein Enkel des Graveurs, Fotografen, Landschaftszeichners und Zeichenlehrers Jakob Häuselmann<ref>Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaften: Jakob Häuselmann. Abgerufen am 16. April 2020.</ref><ref>Fotostiftung Schweiz: Jakob Häuselmann. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. November 2021; abgerufen am 16. April 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fotostiftung.ch</ref>.

Hubacher absolvierte von 1900 bis 1905 an der kunstgewerblichen Abteilung des Technikums in Biel eine Graveur-, Medailleur- und Goldschmiedeausbildung. Nach Studienaufenthalten in Genf, München und Wien entschied er sich für die Bildhauerei.

1912 heiratete er Anna, geborene Tscherter, aus Biel. Ihre Mutter war die Malerin Louise Tscherter-Kuhn<ref>Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaften: Louise Tscherter-Kuhn. Abgerufen am 16. April 2020.</ref>. Hubachers Sohn war der spätere Architekt Hans Hubacher. 1918 zog Hubacher mit der Familie nach Zürich, der Stadt mit einer lebhaften Kunstszene und zahlreichen Ausstellungsmöglichkeiten – im Gegensatz zu Bern, wo er zuerst wohnte und arbeitete.

In Zürich verkehrte Hubacher im Café Odeon, in der Kronenhalle und im Café Schneebeli am Limmatquai.<ref>Hermann Hubacher: Warum ich in Zürich lebe. In: Zürcher Illustrierte. 9. Jahrgang, Nr. 14, 1933, S. 437 (e-periodica.ch [abgerufen am 29. Oktober 2019]).</ref> Dort trafen sich bildende Künstler, Literaten und Musiker, Sammler und Händler. Zudem kamen dort emigrierte Franzosen, Deutsche und Italiener mit Schweizer Kunstschaffenden und Intellektuellen zusammen.<ref>Hermann Hubacher: Aus meiner Werkstatt. Zürich 1944, S. 12.</ref> Hubacher hatte u. a. Kontakt zu Karl Geiser, Germaine Richier, Otto Charles Bänninger, Carl Burckhardt, Hermann Haller, Cuno Amiet, Hans Sturzenegger, Karl Hofer, Theodor Bally, Louis Moilliet, Ernst Morgenthaler, Johann Wilhelm von Tscharner, Fritz Karl Zbinden, Fritz Brun, Felix Loeffel, Othmar Schoeck, Rudolf Jakob Humm und Robert Walser, den er seit der Jugendzeit kannte. Hermann Hubacher lernte die vermögende und kunstinteressierte Familie Reinhart aus Winterthur kennen, zum gleichaltrigen Oskar Reinhart entstand eine lebenslange Freundschaft. Zudem standen Hermann Hubacher und seine Frau mit Hermann Hesse ab den 1920er-Jahren bis zu Hesses Tod, im brieflichen wie im persönlichen Kontakt.

Hermann Hubacher besass zusammen mit seinem Bruder, dem Pfarrer und Schriftsteller Ernst Hubacher (1888–1963), ein Ferien- und Arbeitsdomizil in Faulensee. Er hielt sich regelmässig in Paris auf; drei grössere Reisen führten ihn, zusammen mit dem Winterthurer Sammler und Mäzen Georg Reinhart, 1922 nach Italien, 1927 nach England und 1929 nach Ägypten. In welcher Weise ihn diese Erfahrungen als Künstler prägten, zeugen seine Schriften, Tagebücher und Briefe. Sonderbarerweise bereiste er erst im hohen Alter Griechenland, war er doch seit jeher glühender Verehrer der griechischen Klassik. Über die Reiseerlebnisse und seine künstlerische Arbeit teilte sich Hubacher immer wieder auch publizistisch mit, sei es mit Beiträgen in der Neuen Zürcher Zeitung oder in Buchform.

Hermann Hubacher (1885–1976) Bildhauer Plastiker. Grab, Friedhof Enzenbühl, Zürich
Grab, Friedhof Enzenbühl in Zürich.

Hermann Hubacher nahm an der Weltfachausstellung Paris 1937 teil und 1939 an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich, wo er auch in der Jury des Plastikwettbewerbs sass.

Hubachers bevorzugtes Motiv war die menschliche Gestalt. Wie begehrt seine Porträts unter Zeitgenossen waren, belegen die gegen 100 verzeichneten Büsten. Ebenso erfolgreich war er als Plastiker mit zahlreichen Figuren im öffentlichen Raum.<ref>Ulrich Christoffel: Hermann Hubacher. In: Das Werk. 43. Jahrgang, Heft 8, 1956, S. 262–268 (e-periodica.ch [abgerufen am 29. Oktober 2019]).</ref> Sein Œuvre umfasst gemäss Werk-Verzeichnis<ref>Hans Hubacher: Der Bildhauer Hermann Hubacher. Werk-Verzeichnis. Zürich 2004.</ref> nahezu 400 Skulpturen, nebst Graphiken, Zeichnungen und Aquarellen.

Hubacher war Mitglied der Gleyre-Stiftung und der Gottfried Keller-Stiftung, von 1926 bis 1929 der Eidgenössischen Kunstkommission und zeitweilig deren Präsident, von 1951 bis 1969 Rat der Stiftung Oskar Reinhart in Winterthur sowie langjähriger Präsident der Stiftung Pro Arte.<ref>Schweizerische Eidgenossenschaft: Bundesamt für Kultur: Kulturfonds. Abgerufen am 15. April 2020.</ref> Die Stadt Zürich ehrte ihn 1944 mit dem ersten Kunstpreis, die Universität Zürich 1945 mit dem Ehrendoktor.

Hermann Hubacher fand auf dem Friedhof Enzenbühl seine letzte Ruhestätte. Sein Nachlass verwaltete sein Sohn Hans Hubacher; später dessen Sohn. Seit 2019 befindet sich der Nachlass in der Zentralbibliothek Zürich.<ref>Zentralbibliothek Zürich: ZBcollections: Nachlass Hermann Hubacher. Abgerufen am 15. April 2020.</ref>

Werke (Auswahl)

Datei:Büste Albert Einstein Ki 00012 02.tif
Büste von Albert Einstein, 1957, ETH Hönggerberg

Weitere Abbildungen siehe Weblink unten: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaften (Sikart).

Ausstellungen (Auswahl)

Schriften

  • Aus meiner Werkstatt. Zürich: Niehans 1944.
  • Rodin (Monographie). Zürich: Mühlemann 1949.

Preise und Ehrungen

  • 1938 XXI. Biennale di Venezia: Premio internazionale di sculptura.
  • 1944 Zürich: Kunstpreis der Stadt<ref>Zürich: Präsidialdepartement: Liste der Preisträger. Abgerufen am 15. April 2020.</ref>.
  • 1945 Ehrendoktor der Universität Zürich.
  • 1955 Biel: Kunstpreis der Stadt.
  • 1960 Galleria d’Arte Moderna, Firenze: Premio del Fiorino.
  • 1965 Ehrenmitglied der GSMBA.

Literatur (Auswahl)

  • Tapan Bhattacharya: Hermann Hubacher. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Paul Fierens: Hermann Hubacher. Éditions des Quatre Chemins, Paris 1932.
  • Stefan Haenni: Brahmsrösi. Gmeiner Verlag, Messkirch 2010, ISBN 978-3-8392-1036-9. (Der Titel bezieht sich auf Hermann Hubachers Bronzeplastik Die Lauschende am Brahmsquai in Thun.)
  • Hermann Hesse: Der Klang der Trommeln. Briefwechsel mit Hermann Hubacher. NZZ Libro, Zürich 2011, ISBN 978-3-03823-704-4.
  • Hans Hubacher: Der Bildhauer Hermann Hubacher: 1885–1976. Vollständiges Werkverzeichnis. Hans Hubacher, Zürich 2004.
  • Gotthard Jedlicka: Ganymed. Buchdruckerei Weinfelden, Weinfelden 1955.
  • Emil Schaeffer: Hermann Hubacher. Schwabe, Basel 1935.
  • Emil Staiger: Der Bildhauer Hermann Hubacher. Werke, Aufzeichnungen. Atlantis-Verlag, Zürich 1965.

Weblinks

Commons: Hermann Hubacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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