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Butowo-Poligon

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Datei:Бутовский полигон. Храм.jpg
Gedenkkapelle bei Butowo

Butowo ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein südlicher Vorort von Moskau. Er erlangte als Hinrichtungsstätte während der Zeit der „Großen Säuberung“ in der Sowjetunion traurige Berühmtheit.

NKWD-Schießplatz

Während der „Großen Säuberung“ der Jahre 1937 und 1938 wurden auf dem dortigen Schießplatz Butowski poligon über 20.761 Menschen vom NKWD erschossen. An manchen Tagen verloren über 500 Menschen ihr Leben. Die Hinzurichtenden wurden mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet und anschließend auf dem Gelände in Massengräbern anonym verscharrt.<ref name="gedenkmuster153">gedenkmuster.uni-jena.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Butovo damals und heute (Memento vom 24. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref> In Butowo wurden über 1000 Kleriker der Russisch-Orthodoxen Kirche umgebracht.<ref>Alexander Annin: Mass Grave in Moscow Suburbs is Among Russia's Holiest Sites. 6. Mai 2014, abgerufen am 8. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Datei:Butovo-DSC 0085.JPG
Massengrab in Butowo-Poligon

Das zwei Quadratkilometer große Gelände gehörte ursprünglich zum Landsitz der Moskauer Familie Zimin. Er wurde Mitte der 1930er Jahre dem NKWD übergeben, der dort den Schießplatz gründete und 1935 erste Exekutionen durchführte.<ref name="gedenkmuster153" /> Für die Tötungen verantwortlich war die sogenannte Kommandantura der Oblast Moskau unter NKWD-Generalmajor Wassili Michailowitsch Blochin.<ref>gedenkmuster.uni-jena.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Neue Friedhof (Memento vom 24. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref> In den 1930er Jahren gehörte die Suchanowka zum Gelände, ein berüchtigtes Gefängnis, sowie die Kommunarka, ein Spezialobjekt des NKWD.<ref>Zimmermann: Die Russische Orthodoxe Kirche als erinnerungspolitischer Akteur, S. 59.</ref>

Ob im Zweiten Weltkrieg auf dem Schießplatz Exekutionen durchgeführt wurden, ist unklar: Dokumente dazu existieren nicht, Erschießungen sind jedoch auch für diesen Zeitraum nicht auszuschließen.<ref>Zimmermann: Die Russische Orthodoxe Kirche als erinnerungspolitischer Akteur, S. 60.</ref> Der Friedhof von Butowo wurde jedoch weiter für Begräbnisse von Gefangenen der Moskauer Gefängnisse genutzt. Er blieb bis 1995 Sperrgebiet und wurde vom KGB, später dem FSB bewacht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich auf dem Gelände des Schieß- und Erschießungsplatzes eine Schule, die der Ausbildung von Leitungskadern der Polizei und der Staatssicherheitsorgane der Volksdemokratien diente.<ref>Vatlin: Der Schießplatz von Butovo – Ort des Gedenkens an den Großen Terror 1937/38, S. 255.</ref>

Am 8. März 1994 wurde ein Kreuz auf dem Gelände aufgestellt und geweiht.<ref>Zimmermann: Die Russische Orthodoxe Kirche als erinnerungspolitischer Akteur, S. 62.</ref> Seit 1996 ist das Gelände im Besitz des Moskauer Patriarchats der Russisch-Orthodoxen Kirche, welche das Gedenken an diesem Erinnerungsort stark prägt<ref>Siehe dazu die Beiträge von Alexander Vatlin und Margarete Zimmermann.</ref>. Es trägt heute den Namen Butowo-Poligon<ref name="gedenkmuster153" /> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); Poligon steht im Russischen unter anderem für (militärischer) Übungsplatz).

Literatur

  • Alexander Vatlin: Der Schießplatz von Butovo – Ort des Gedenkens an den Großen Terror 1937/38. In: Andreas Wirsching, Jürgen Zarusky, Alexander Tschubarjan, Viktor Ischtschenko (Hrsg.): Erinnerung an Diktatur und Krieg. Brennpunkte des kulturellen Gedächtnisses zwischen Russland und Deutschland seit 1945 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 107), De Gruyter Oldenbourg, Berlin, Boston, Mass. 2015, S. 249–257, ISBN 978-3-11-040476-0.
  • Margarete Zimmermann: Die Russische Orthodoxe Kirche als erinnerungspolitischer Akteur (1995–2009). Der Schießplatz Butovo als Fallbeispiel für die postsowjetische Gedenkkultur, in: Jörg Ganzenmüller, Raphael Utz: Sowjetische Verbrechen und russische Erinnerung. Orte – Akteure – Deutungen (Europas Osten im 20. Jahrhundert. Schriften des Imre-Kertész-Kollegs Jena, 4), de Gruyter Oldenbourg, München 2014, S. 59–90.
  • Arseni Borissowitsch Roginski, Larissa Semjonowna Eromina; Расстрельные списки. Москва 1937–1941. „Коммунарка“, Бутово. Memorial, Moskau 2000.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Butovo firing range – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 55° 32′ N, 37° 36′ O

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