Zum Inhalt springen

Lykandos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. April 2025 um 05:57 Uhr durch imported>Hutch (Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Byzantine Empire Themata-950.png
Lage der Verwaltung Lykandus

Lykandos oder Lycandus ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war der Name einer byzantinischen Festung und zugleich der Name des Themas (Verwaltung) Lykandos im 10. und 11. Jahrhundert.

Geschichte

Die Festung Lykandos lag in der Ebene von Elbistan in der südöstlichen Türkei im Antitaurus-Gebirge und war vermutlich mit Hurman Kalesi identisch.<ref name="T.A. Sinclair">T.A. Sinclair: Eastern Turkey An Architectural & Archaeological Survey, Volume II. Pindar Press, 1989, ISBN 978-1-904597-75-9, S. 512 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Im Jahr 903 siedelte sich dort der Armenier Mleh (Melias in griechischen Quellen) an und gründete eine de facto autonome Herrschaft.<ref name="ODB">Kazhdan: The Oxford Dictionary of Byzantium. 1991, S. 1258.</ref> Die Gegend war von großer strategischer Wichtigkeit, da sie im Grenzgebiet zwischen dem byzantinischen Anatolien und den Muslimen Syriens und Mesopotamiens lag. Die Festung überwachte einen der wichtigsten Pässe zwischen den beiden Herrschaftsbereichen.<ref name="ODB" /> Im Jahr 905 wurde Melias von den Byzantinern (zusammen mit anderen Armeniern) nach der gescheiterten Rebellion des Andronikos Doukas gegen Kaiser Leo VI. (regierte 886–912) vertrieben.<ref name="Whittow316">Whittow: The Making of Byzantium, 600–1025. 1996, S. 316.</ref> 908 wurde er jedoch zurückgerufen und von Leo zum Kleisourarches von Lykandos ernannt. Melias wurde beauftragt, die Festung, die in Ruinen lag, wieder aufzubauen und den Distrikt wieder zu bevölkern.<ref name="ODB" /><ref name="Whittow316" /> Melias war mit seinen Bemühungen erfolgreich: das Gebiet, das Konstantin VII. zufolge "überreich war an Weideland", wurde mit Armeniern besiedelt.

Arabische Quellen zeigen, dass diese neue kraftvolle Provinz bald eine Gefahr darstellte, speziell für das Emirat von Melitene. Ein arabischer Großangriff auf Lykandos im Jahr 909 scheiterte, während 915 die Truppen des Melias arabisches Gebiet bis nach Germanikeia (heutiges Kahramanmaraş) plünderten.<ref name="Whittow316" /><ref>Kazhdan: The Oxford Dictionary of Byzantium. 1991, S. 1334.</ref> Die Bedeutung von Lykandos wurde von der Zentralregierung erkannt und 916 wurde es zu einem eigenen Thema erhoben.<ref name="ODB" /><ref>Treadgold: A History of the Byzantine State and Society. 1997, S. 474.</ref>

Die Truppen von Lykandos spielten eine große Rolle in den byzantinisch-arabischen Kriegen des 10. Jahrhunderts, besonders in den Feldzügen des Johannes Kourkouas, die die Grenze des Reiches bis zum Euphrat und nach Armenien und Syrien ausdehnten, aber auch in den Bürgerkriegen des späten 10. Jahrhunderts.<ref name="ODB" /><ref>Treadgold: A History of the Byzantine State and Society. 1997, S. 479–481.</ref> In administrativer Hinsicht wurde das Thema oft mit den anderen Themata von Melitene und Tzamandos gemeinsam verwaltet. Nach der Schlacht von Manzikert 1071 wurde es von den Seldschuken überrannt; trotzdem erscheint es in der Landvergabe des Alexios I. Komnenos (regierte 1081–1118) an Bohemund von Tarent im Jahr 1108.<ref name="ODB" />

Literatur

  • Alexander Kazhdan (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Byzantium. 3 Bände Oxford / New York 1991.
  • A. Pertusi: Constantino Porfirogenito: De Thematibus. Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom 1952.
  • Warren T. Treadgold: A History of the Byzantine State and Society. Stanford University Press, Stanford 1997.
  • Mark Whittow: The Making of Byzantium, 600–1025. Berkeley 1996.

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

nach De Thematibus von Konstantin VII. (um 950)
Östliche (asiatische) Themen

AnatolikonArmeniakonThrakesionOpsikionOptimatoiBukellarionPaphlagonienChaldiaMesopotamienKoloneiaSebasteiaLykandosSeleukeiaKibyrrhaiotaiZypernSamosÄgäis

Westliche (europäische) Themen

ThrakienMakedonienStrymonThessalonikeHellasPeloponnesKephalleniaNikopolisDyrrhachionSizilienLongobardiaCherson

Vorlage:Klappleiste/Ende