Bismarckviertel Steglitz
Das Bismarckviertel ist eine Ortslage des Berliner Ortsteils Steglitz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am nordöstlichen Rand an der Grenze zum Ortsteil Schöneberg. Die Namen der 15 Straßen in diesem Bereich haben alle einen Bezug zu Otto von Bismarck.
Geographie
Begrenzt wird das Bismarckviertel
- im Süden von der Bergstraße,
- im Nordwesten von der Körnerstraße,
- im Norden von der Feuerbachstraße,
- im Nordosten von der Thorwaldsenstraße.
Die genannten Straßen gehören selbst nicht zum Bismarckviertel.
Geschichte
Im Jahr 1899 war das gesamte Gelände noch unbebaut.<ref>Steglitz um 1899. Abgerufen am 16. September 2018.</ref> 1905 entstand die Radrennbahn Steglitz in der Körnerstraße.<ref>Auf den Trümmern der Steglitzer Radrennbahn, zitiert nach Steglitzer Plauderecke (um 1954). In: Steglitzer Anzeiger. 1927, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. November 2013; abgerufen am 16. September 2018.</ref> Ein Plan von 1907 zeigt die Lage der Radrennbahn als Sportpark Steglitz im heutigen Bismarckviertel. Die Anlage der Straßen zwischen der Lauenburger Straße und der Körnerstraße lässt die Form noch erahnen.
Zwischen den Jahren 1908 und 1910 wurden die Straßen benannt (siehe Straßenliste), das Gelände erschlossen und die ersten Häuser gebaut. Der Erste Weltkrieg verhinderte die vollständige Bebauung. In der Nähe der Stammbahn waren die Gebäudeverluste durch Bombentreffer des Zweiten Weltkriegs hoch. Das Aufbauprogramm der 1950er Jahre schloss die ersten Lücken. Eines der letzten freien Grundstücke an der Feuerbach-/Ecke Lauenburger Straße wurde 2013 mit einer Seniorenresidenz bebaut.
Übersicht der Straßen und Plätze mit deren Ursprung
| Straßenname | Name seit<ref>Im Bebauungsplan vom 28. Mai 1907 sind die Straßennamen bereits aufgeführt; ausgenommen: Friedrichsruher und Lauenburger Platz (vgl. Seidlitz 2010, S. 53).</ref> | Ursprung |
|---|---|---|
| Altmarkstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Altmarkstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref> | Bismarck stammt aus Schönhausen/Altmark |
| Bismarckstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Bismarckstraße bei Luise</ref> | Hauptstraße des Bismarckviertels |
| Friedrichsruher Platz | Vorlage:DatumZelle <ref>Friedrichsruher Platz bei Luise</ref> | Gut Friedrichsruh seit 1871 im Besitz Bismarcks, Standort der Lukas-Kirche |
| Friedrichsruher Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Friedrichsruher Straße bei Luise</ref> | Bismarck-Mausoleum und -Museum in Friedrichsruh |
| Göttinger Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Göttinger Straße bei Luise</ref> | Bismarck studierte 1832–1835 in Göttingen |
| Horst-Kohl-Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Horst-Kohl-Straße bei Luise</ref> | Horst Kohl publizierte Bismarcks Schriften und Reden |
| Jeverstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Jeverstraße bei Luise</ref> | Bismarck-Museum der „Getreuen von Jever“<ref>Bismarck-Museum der Getreuen in Jever | Startseite. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Juni 2013; abgerufen am 16. September 2018.</ref> |
| Kissinger Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Kissinger Straße bei Luise</ref> | Bad Kissingen war Bismarcks Kurort, er schrieb 1877 dort das Kissinger Diktat |
| Kniephofstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Kniephofstraße bei Luise</ref> | Kniephof, Dorf in Hinterpommern, zeitweise im Besitz von Otto von Bismarck |
| Külzer Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Külzer Straße bei Luise</ref> | Külz, Rittergut der Familie von Bismarck in Hinterpommern |
| Lauenburger Platz | Vorlage:DatumZelle <ref>Lauenburger Platz bei Luise</ref> | Otto von Bismarck war ab 1890 Herzog zu Lauenburg |
| Lauenburger Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Lauenburger Straße bei Luise</ref> | |
| Lothar-Bucher-Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Lothar-Bucher-Straße bei Luise</ref> | Lothar Bucher schrieb Bismarcks Memoiren |
| Menckenstraße<ref>Der südliche Straßenverlauf bis zur Bergstraße wird seit 1971 von der Auffahrt zur Joachim-Tiburtius-Brücke unterbrochen.</ref> | Vorlage:DatumZelle <ref>Menckenstraße bei Luise</ref> | Luise Wilhelmine, geb. Mencken (1790–1839), Mutter Otto von Bismarcks |
| Poschingerstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Poschingerstraße bei Luise</ref> | Heinrich von Poschinger schrieb über Bismarck |
| Sachsenwaldstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Sachsenwaldstraße bei Luise</ref> | Schloss Friedrichsruh im Sachsenwald |
| Schönhauser Straße | Vorlage:DatumZelle <ref>Schönhauser Straße bei Luise</ref> | Schönhausen, Bismarcks Geburtsort |
| Lenbachstraße | Vorlage:DatumZelle <ref>Lenbachstraße bei Luise</ref> | Franz von Lenbach malte Bismarck (Übergang vom Bismarckviertel zum „Malerviertel“ in Schöneberg) |
Verkehrsanbindungen
Zwischen 1912 und 1914 verkehrte ein Oberleitungsbus zwischen dem Bahnhof Steglitz (heute: Bahnhof Rathaus Steglitz), der Bergstraße, Bismarckstraße bzw. später Altmarkstraße und Thorvaldsenstraße bis Knausplatz. Die Bismarckstraße wurde von 1914 bis März 1961<ref>Wolfgang Kramer: Linienchronik der Berliner Straßenbahn 1945–1993. Hrsg.: Arbeitskreis Berliner Nahverkehr e. V. Berlin 2001, S. 193.</ref> in voller Länge von den Straßenbahnlinie 87 (bis 1923) beziehungsweise 88 (ab 1923) befahren, die dann durch die Autobuslinie A75 ersetzt wurde. Durch die Feuerbach- und Bismarckstraße fuhren jahrzehntelang die Buslinien A2 und A2E bzw. A81. Aktuell fährt dort die Linie 181. Durch die Bergstraße fuhr seit Oktober 1959 die Buslinie A68 – aktuell ist es die Linie 170. Durch die Feuerbach- und Thorwaldsenstraße fährt derzeit die Linie M76 – früher 76 bzw. 176 –, von 1995 bis 2020 die Schnellbuslinie X76, deren Vorläufer von 1957 bis 1966 die Schnellbuslinie AS2 war.<ref>Schnellbuslinie AS2 auf berliner-verkehrsseiten.de</ref> Seit 2021 bindet die Buslinie 143 das Viertel im äußersten Osten direkt an die Ringbahn am Innsbrucker Platz an.<ref>Pressemitteilung der BVG: Drei auf einen Streich, neue Linie 143</ref>
Die S-Bahn-Züge der Linie S1 halten am S-Bahnhof Feuerbachstraße an der Nordwestecke des Bismarckviertels.
Einrichtungen
- Sachsenwald-Grundschule, Sachsenwaldstraße 20/21<ref>Sachsenwald-Grundschule Sachsenwaldstraße 20/21</ref>
- Jugend- und Familienzentrum, Jeverstraße 9<ref>Jugend- und Familienzentrum Jeverstraße 9</ref>
- Lukaskirche am Friedrichsruher Platz
- Lauenburger Teich<ref>Lauenburger Platz. 25. Juli 2018, abgerufen am 16. September 2018.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Max Philipp: Heimathefte Berlin – Der Bezirk Steglitz in Vergangenheit und Gegenwart. Pädagogische Verlagsgemeinschaft, Berlin 1953.
- Dietrich Seidlitz: Der Lauenburger Platz und Kleine Straßenkunde zum Bismarckviertel. In: Heimatverein Steglitz e. V. (Hrsg.): Steglitzer Heimat. Mitteilungsblatt des Heimatvereins Steglitz e. V. Heft 2/2010, 55. Jg., Berlin.
- Andreas Jüttemann: Berlin-Steglitz und Lichterfelde-West. Pharus Plan, Berlin 2017.
Einzelnachweise und Anmerkungen
<references />
Koordinaten: 52° 27′ 40″ N, 13° 20′ 10″ O
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