Lanxess
| LANXESS Aktiengesellschaft
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | LanXess-Logo.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0005470405 |
| Gründung | 1. Juli 2004 |
| Sitz | Köln, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 11.709 (2025) |
| Umsatz | 5.673 Mio. Euro (2025)<ref name="gb2025">Geschäftsbericht 2025. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> |
| Branche | Chemische Industrie |
| Website | www.lanxess.de |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Die Lanxess Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise LANXESS) mit Sitz in Köln ist ein Spezialchemie-Konzern.<ref>Impressum von lanxess.de</ref> Der Konzern entstand 2004 durch Ausgliederung der Chemie- und von Teilen der Polymersparte der Bayer AG. Das Kerngeschäft von Lanxess bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten, Additiven, Spezialchemikalien und Kunststoffen. Lanxess wird in den Nachhaltigkeitsindizes Dow Jones Sustainability Index und FTSE4Good geführt.<ref name="Lanxess auf einen Blick">Internetauftritt Lanxess: Auf einen Blick. Abgerufen Januar 2018.</ref> Am Umsatz gemessen war Lanxess im Jahr 2017 der fünftgrößte Chemiekonzern in Deutschland. Die Aktien des Unternehmens notieren an der Frankfurter Wertpapierbörse und sind Bestandteil des MDAX.
Geschichte
Die Wurzeln des Unternehmens reichen letztlich bis ins Jahr 1863 zurück, dem Gründungsjahr der Bayer AG. Im November 2003 entschied der Bayer-Konzern im Rahmen einer großen Umstrukturierung weite Teile seiner Chemieaktivitäten und etwa ein Drittel des Polymergeschäfts in ein selbständiges Unternehmen auszugliedern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetauftritt Lanxess: Historie ( vom 13. April 2019 im Internet Archive)</ref> Am 1. Juli 2004 stellte sich Lanxess intern in den neuen Strukturen auf. Im November 2004 fand die außerordentliche Hauptversammlung der Bayer AG in Essen statt. Über 99 Prozent der anwesenden Vertreter des Kapitals stimmten für eine Abspaltung von Lanxess von Bayer.
Bei der Ausgliederung erhielten alle Bayer-Aktionäre pro zehn Bayer-Aktien kostenfrei eine neue Lanxess-Aktie. Vorstandsvorsitzender wurde Axel Heitmann.
Name
Der Kunstname Lanxess setzt sich aus dem französischen Wort „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ (in Gang bringen, lancieren) und dem englischen Wort „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ (Erfolg) zusammen.<ref name=":0">Lanxess gliedert Sparte aus. Welt am Sonntag, 19. Februar 2006, abgerufen am 8. April 2022.</ref>
Börsengang
Am 31. Januar 2005 ging Lanxess an die Börse. Die Erstnotiz der Aktie im Handel der Frankfurter Börse erfolgte im Prime Standard. Um den Aktienindex DAX korrekt berechnen zu können, notierte das Unternehmen dabei für einen einzigen Tag im DAX, der damit zum ersten Mal in seiner Geschichte 31 Werte umfasste. Am nächsten Tag wurde dann die Gewichtung des Bayer-Konzerns mit Hilfe des Schlusskurses von Lanxess neu berechnet. Lanxess wurde im Juni 2005 in den MDAX aufgenommen. Von September 2012 bis September 2015 notierte die Aktie der Lanxess AG im DAX, dann stieg sie wieder in den MDAX ab.<ref>LANXESS steigt in den deutschen Leitindex DAX auf., Lanxess News, abgerufen am 24. September 2012.</ref>
Restrukturierung und Neugestaltung
2006 wurde das Geschäft mit Feinchemikalien in die Saltigo GmbH ausgegliedert.<ref name=":0" /> Das Dorlastan-Geschäft wurde 2006 an das japanische Unternehmen Asahi Kasei Fibers verkauft.<ref>Dorlastan vor Verkauf nach Japan. RP Online, 17. November 2005, abgerufen am 8. April 2022.</ref> Die ISL-Chemie aus Kürten, die Pigmentpräparationen und Speziallacke herstellt, wurde für 20 Millionen Euro an die Schweizer Berlac AG aus Sissach veräußert.<ref>Lanxess verkauft ISL-Chemie. Kölnische Rundschau, 2. Dezember 2005, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. April 2022. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Der Geschäftsbereich Paper wurde im Jahr 2006 für 88 Millionen Euro vom finnischen Chemiekonzern Kemira aus Helsinki übernommen.<ref>Lanxess verkauft Business Unit Paper an Kemira. In: chemietechnik.de. 11. Januar 2006, abgerufen am 8. April 2022.</ref> Ebenfalls 2006 verkaufte Lanxess für 54 Millionen Euro die Business Unit Textile Processing Chemicals (ohne Nordamerika) an den niederländischen Investor Egeria.<ref>Lanxess verkauft Textilchemiegeschäft. Deutsche Welle, 10. November 2006, abgerufen am 8. April 2022.</ref> Das Nordamerika-Geschäft wurde an das Unternehmen StarChem abgegeben.<ref>StarChem to acquire TPC business from Lanxess. In: rubbernews.com. 14. Dezember 2006, abgerufen am 8. April 2022.</ref> 2007 ging aus dem ehemaligen Bereich der technischen Dienste die 100-prozentige Tochter Aliseca GmbH hervor.<ref name=":1">Geschäftsbericht 2007. (PDF) S. 8–10, abgerufen am 9. April 2022.</ref> Das Tochterunternehmen Borchers GmbH, das Additive für Lacke, Dispersions- und Druckfarben herstellt, wurde an die amerikanische OM Group verkauft. Im Juni brachte Lanxess seine Kunststoff-Tochtergesellschaft Lustran in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemiekonzern Ineos Ltd. ein.<ref name=":1" /> Im September 2009 übernahm Ineos den Lanxess-Anteil vollständig.<ref>Lanxess verkauft Kunstoff-Tochter an Briten. Handelsblatt, 29. Juni 2007, abgerufen am 9. April 2022. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2026. Suche im Internet Archive )</ref> Im Jahr 2014 veräußerte der Konzern sein 100-prozentiges Tochterunternehmen Perlon-Monofil an die Serafin Unternehmensgruppe mit Sitz in München.<ref>Lanxess verkauft Perlon-Monofil an die Serafin-Unternehmensgruppe. In: CHEManager. 20. März 2014, abgerufen am 9. April 2022.</ref>
2016 schloss Lanxess den Standort Marl, wo seit den 1970er Jahren EPDM-Kautschuk hergestellt wurde;<ref>Lanxess in Marl: Standort schließt 2016. In: chemietechnik.de. 10. September 2015, abgerufen am 5. März 2023.</ref><ref>Bayer Polymers stellt CoBR-Produktion in Marl ein. In: kunststoffe.de. 7. August 2003, abgerufen am 5. März 2023.</ref> seine Anfänge lagen in den 1930er Jahren,<ref>Marl. In: history.evonik.com. 22. Dezember 2020, abgerufen am 5. März 2023.</ref> bis zur Installation einer zweiten Linie 1979 lag die Kautschuk-Jahresproduktion bei 18.000 Tonnen.<ref>Lanxess will Produktion in Marl schließen – 119 Jobs gefährdet. In: chemietechnik.de. 20. März 2015, abgerufen am 5. März 2023.</ref>
Anfang des Jahres 2020 schloss Lanxess den Verkauf seines Geschäfts mit Chromchemikalien an Brother Enterprises, einem chinesischen Hersteller für Lederchemikalien, ab.<ref>Lanxess schließt Verkauf von Chromchemikalien-Geschäft an Brother Enterprises ab. In: Chemanager. 10. Januar 2020, abgerufen am 12. März 2021.</ref> Zu Beginn des Jahres 2021 trennt sich der Konzern vom Geschäft mit Umkehrosmose-Membranen. Käufer ist das französische Unternehmen Suez.<ref>Wasseraufbereitung: Lanxess trennt sich von Geschäft mit Umkehrosmose-Membranen. In: process.vogel.de. 17. Juli 2020, abgerufen am 12. März 2021.</ref>
Zum 1. Juni 2021 verkaufte Lanxess den Geschäftsbereich der organischen Lederchemikalien an die TFL Ledertechnik GmbH.<ref>Lanxess verkauft Geschäft mit organischen Lederchemikalien an TFL. Abgerufen am 24. November 2023.</ref>
Zum 1. April 2023 wurde der Geschäftsbereich High Performance Materials in ein Joint Venture für Hochleistungskunststoffe mit dem Private-Equity-Unternehmen Advent eingebracht, das unter dem Namen Envalior firmiert und an dem Lanxess rund 40 % halten wird.<ref>Envalior geht an den Start. CHEManager, 3. April 2023, abgerufen am 5. April 2023.</ref>
Akquisitionen
Im Laufe seiner Geschichte übernahm Lanxess verschiedene Unternehmen. 2008 wurden das brasilianische Kautschukunternehmen Petroflex übernommen,<ref>Lanxess kauft Petroflex. In: CHEManager. 16. Dezember 2011, abgerufen am 9. April 2022.</ref> welches später in Lanxess Elastomeros do Brasil umbenannt wurde.<ref>Geschäftsbericht 2009. (PDF) S. 21, abgerufen am 9. April 2022.</ref> Für 82,4 Millionen Euro kaufte Lanxess am 8. Juni 2009 das indische Unternehmen Gwalior Chemical Industries Ltd<ref>Lanxess acquires Gwalior Chemical for Rs 536cr. In: Business Standard. 20. Januar 2013, abgerufen am 9. April 2022.</ref> und erwarb außerdem die Produktionsanlagen und Geschäfte der Jiangsu Polyols Chemical Co Ltd (China).<ref>Lanxess – Liyang. Abgerufen am 9. April 2022.</ref> Mitte Dezember 2010 kaufte Lanxess von der niederländischen DSM das Geschäftsfeld DSM Elastomers für 310 Millionen Euro. Die Übernahme wurde am 1. Mai 2011 abgeschlossen.<ref>Andreas Born www.leverkusen.com/born: Leverkusen: LANXESS weiter auf Wachstumskurs: Umsatz 2010 plus 41 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro (Veröffentlicht am: 18. März 2011). Abgerufen am 9. April 2022.</ref> 2011 wurden die argentinische Darmex S. A.,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />LANXESS: Erste Akquisition in Argentinien (Pressemitteilung) ( vom 19. September 2016 im Internet Archive)</ref> das Reifentrennmittelgeschäft der Wacker Chemie AG,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rhein Chemie übernimmt von Wacker Geschäft für Reifentrennmittel (Pressemitteilung) ( vom 19. September 2016 im Internet Archive)</ref> das amerikanische Unternehmen Verichem<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />LANXESS kauft US-Biozid-Spezialisten Verichem ( vom 19. September 2016 im Internet Archive)</ref> und Unitex Chemical Corporation übernommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />LANXESS stärkt globales Portfolio für phthalatfreie Weichmacher ( vom 6. Januar 2018 im Internet Archive)</ref> 2016 wurde zusammen mit Saudi Aramco das Gemeinschaftsunternehmen ARLANXEO für synthetischen Kautschuk gegründet,<ref>LANXESS und Saudi Aramco schließen Gründung ihres Gemeinschaftsunternehmens ab. In: chemie.de. 5. April 2016, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref> das 2018 vollständig an Saudi Aramco verkauft wurde.<ref>Lanxess schließt Verkauf von Arlanxeo ab. In: Kölnische Rundschau. 2. Januar 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.</ref><ref>Saudi Aramco übernimmt Kautschukgeschäft von Lanxess Wirtschaftswoche wiwo.de vom 8. August 2018, abgerufen am 14. August 2018</ref> Zum 31. August 2016 schloss Lanxess die Akquisition des „Clean and Disinfect“-Geschäfts vom US-amerikanischen Chemiekonzern Chemours ab.<ref>Lanxess: Kauf der Desinfektionssparte von Chemours abgeschlossen. In: chemietechnik.de. 1. September 2016, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref>
Am 21. April 2017 schloss Lanxess die Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Chemtura ab.<ref>Lanxess schließt Übernahme von Chemtura ab. In: chemietechnik.de. 24. April 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.</ref> Er wurde dem Geschäftsbereich Rhein Chemie (Kautschuk und Farbmittel) zugeordnet.<ref>Lanxess bündelt Kautschuk und Farbmittel im Geschäftsbereich Rhein Chemie. In: chemietechnik.de. 3. Juli 2017, abgerufen am 5. März 2023.</ref> Die 100-%-Tochter Rhein Chemie mit Sitz in Mannheim, die vor Lanxess zu Bayer gehört hatte, hatte 2014 ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Sie ist seit den 1950er Jahren im Bereich von Kautschuk bekannt, im Kunststoff-Sektor entwickelte sie Anfang der 1970er Jahre die ersten Hydrolyseschutzmittel für Polyurethane (Stabaxol).<ref>125 Jahre Rhein Chemie. In: chemanager-online.com. 16. Juni 2014, abgerufen am 5. März 2023.</ref>
Anfang 2018 kauft Lanxess das Phosphoradditiv-Geschäft vom belgischen Chemiekonzern Solvay.<ref>Lanxess schließt Akquisition des Phosphoradditiv-Geschäfts von Solvay erfolgreich ab. In: Chemanager. 8. Februar 2018, abgerufen am 12. März 2021.</ref> Der brasilianische Biozidhersteller IPEL wurde 2020 übernommen.<ref>Lanxess schließt Akquisition von brasilianischem Biozidhersteller IPEL ab. In: Chemanager. 5. Februar 2020, abgerufen am 12. März 2021.</ref> Im Februar 2021 übernimmt Lanxess den Biozid-Spezialisten Intace mit Sitz in Paris. Es handelt sich um einen Hersteller von Spezial-Fungiziden für die Verpackungsindustrie.<ref>Lanxess übernimmt Biozid-Spezialisten Intace. In: chemieproduktion-online.de. 18. Januar 2021, abgerufen am 12. März 2021.</ref> Im August 2021 fand die Übernahme des amerikanischen Spezialchemikalien-Herstellers Emerald Kalama Chemical statt.<ref>Lanxess übernimmt Emerald Kalama Chemical. In: chemietechnik.de. 5. August 2021, abgerufen am 29. August 2021.</ref>
Unternehmen
Das Kerngeschäft bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Zwischenprodukten, Additiven, Spezialchemikalien und Kunststoffen.<ref name="Lanxess auf einen Blick" />
Das Unternehmen ist in vier Geschäftsbereiche gegliedert. Mit seinem Geschäftsbereich Advanced Intermediates vertreibt Lanxess industrielle Zwischenprodukte wie Benzolderivate oder Amine sowie anorganische Pigmente. Der Geschäftsbereich Engineering Materials vertreibt Kunststoffe, während der Bereich Specialty Additives sich mit Additiven für die Kunst- und Schmierstoffindustrie befasst. Der Bereich Consumer Protection vertreibt verbrauchernahe Stoffe, zum Beispiel Duftstoffe, Konservierungsmittel, Desinfektionsmittel, Ionenaustauscherharze oder Pestizide.<ref>Organisation. Abgerufen am 8. April 2022.</ref>
Das Unternehmen ist in 33 Ländern vertreten und unterhält 12 Standorte in Deutschland.<ref>Standorte. Abgerufen am 8. April 2022.</ref> 2013 verlegte Lanxess seinen Hauptsitz aus Leverkusen nach Köln, in den angemieteten<ref name="dbz-832923" /><ref>Stefan Kaufmann: Chef-Büro kommt in den 18. Stock. In: welt.de. 3. Mai 2012, abgerufen am 4. März 2023.</ref> Hochhausteil des MaxCologne, der inzwischen auch als Lanxess Tower bezeichnet wird.<ref>Lanxess verlegt seine Zentrale nach Köln. RP Online, 14. Juli 2013, abgerufen am 8. April 2022.</ref> Außerdem ist Lanxess Namenssponsor der Lanxess Arena.<ref>Wettkampf am Rande Kölns. Handelsblatt, 1. Juli 2008, abgerufen am 8. April 2022.</ref>
Kritik
Lanxess führte über Jahre Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht ab. Lanxess griff dabei auf ein sogenanntes Scheibenpachtmodell zurück, das eine Gesetzeslücke ausnutzt, um die EEG-Umlage zu umgehen.<ref>Frank Dohmen: Bayer, Evonik und Daimler: Die Milliarden-Abzocke beim Strom (S+). In: Der Spiegel. 29. Oktober 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 1. November 2021]).</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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