Zum Inhalt springen

Ruhlkirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. März 2026 um 18:12 Uhr durch imported>Crazy1880 (Vorlagen-fix (Commonscat)).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ruhlkirchen
Gemeinde Antrifttal
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(576)&title=Ruhlkirchen 50° 48′ N, 9° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(576) 50° 47′ 38″ N, 9° 11′ 8″ O
 {{#coordinates:50,793888888889|9,1855555555556|primary
dim=10000 globe= name=Ruhlkirchen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 250 m
Fläche: 6,95 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 576 (31. Dez. 2017)<ref name="DF">Zahlen - Daten -Fakten. (PDF) In: Internetauftritt. Gemeinde Antrifttal, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)</ref>
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36326
Vorwahl: 06631
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Ruhlkirchen ist der größte Ortsteil der Gemeinde Antrifttal im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie

Ruhlkirchen liegt in Oberhessen im Tal der Antrift. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3070 und 3344.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Der Ort gehörte vom 12. bis ins 19. Jahrhundert zum Gericht Katzenberg. Seit dem 13. Jahrhundert lässt sich eine ortsansässige niederadlige Familie urkundlich belegen. 1267 wird ein „Gerlacus de Rulenkirchen“<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Nr. 9, S. 4.</ref> urkundlich genannt. Eine zeitgleiche Erwähnung befindet sich in einem Kopiar: „... Gerlaci militis ... de Rulinkirchen ...“<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1, Nr. 237, S. 182.</ref> Hier wird Gerlach von Ruhlkirchen als Ritter bezeichnet. „Herdanus de Rolekirchen“ war ein weiterer Vertreter dieser Familie von Ruhlkirchen. Er wird 1278 erwähnt.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 357, S. 267.</ref> Dieser besaß in Seibelsdorf den Zehnten, den er an den dortigen Hof der Deutschordensritter aus Marburg am 28. Januar 1280 vertragsgemäß abtrat.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 373. Vgl. Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 316 Fußnote.</ref>

Sehr wahrscheinlich war der Stammsitz der Ritter die Wasserburg Ruhlkirchen. Die Burg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut.

Der Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung bei der Eigenkirche des Ruodilo“ erklärt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 316 f, S. 317.</ref> Eine Nennung des Ortes von 1303 lautet: „... in Rulkirchen ...“<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 2. Nr. 46, S. 34.</ref> Ein Salbucheintrag aus dem Jahre 1574 kennt Ruelkirchen.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 130.</ref>

Neuzeit

Anfang des 19. Jahrhunderts ging das Dorf mit dem gesamten Gericht Katzenberg als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses aus Kurmainzer Besitz an Kurhessen über. Mit dem Friedensvertrag zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Hessen vom 3. September 1866 im Anschluss an den Krieg von 1866 fielen die Dörfer des „Distrikts Katzenberg“ an das Großherzogtum.<ref>Schmidt, S. 45.</ref> In Ruhlkirchen galt damals kurhessisches Recht. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen ab 1866.<ref>Schmidt, S. 104, 46 und beiliegende Karte.</ref> Es wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.

Gebietsreform

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die fünf Gemeinden Bernsburg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod zur neuen Großgemeinde Antrifttal zusammen.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.</ref>

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

  • 1961: 31 evangelische (= 4,80 %), 615 katholische (= 95,20 %) Einwohner
Ruhlkirchen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014
Jahr  Einwohner
1834
  
775
1840
  
784
1846
  
818
1852
  
846
1858
  
768
1864
  
777
1871
  
611
1875
  
581
1885
  
573
1895
  
559
1905
  
545
1910
  
537
1925
  
508
1939
  
568
1946
  
760
1950
  
724
1956
  
661
1961
  
646
1967
  
684
1970
  
682
2008
  
622
2011
  
621
2014
  
582
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />

Sehenswürdigkeiten

Wappen

Datei:DEU Antrifttal COA.svg

Blasonierung: „In rotem Schild zwei aufrechtstehende abgekehrte silberne Streitäxte.“

Das Recht zur Führung eines Wappens wurde der Gemeinde Ruhlkirchen, im damaligen Landkreis Alsfeld am 2. März 1951 durch den Hessischen Innenminister verliehen.<ref>Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Ruhlkirchen im Landkreis Alsfeld, Reg.-Bezirk Darmstadt vom 2. März 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951 Nr. 11, S. 123, Punkt 218 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,0 MB]).</ref> Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.

Es basiert auf dem Siegel des Ritters Gerhard von Ruhlkirchen.<ref>Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 142.</ref> Das Wappen wird von der Gemeinde Antrifttal weitergeführt.

Infrastruktur

Persönlichkeiten

  • Zwischen 1926 und 1929 unterrichtete der Kirchenmusiker Heinrich Rohr (1902–1997) in Ruhlkirchen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis"> Ruhlkirchen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein