Colmdorf
Colmdorf Kreisfreie Stadt Bayreuth
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Colmdorf 49° 56′ N, 11° 36′ O
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| Höhe: | 365 m ü. NHN | |||||
| Eingemeindung: | 1. April 1939 | |||||
| Postleitzahl: | 95444 | |||||
| Vorwahl: | 0921 | |||||
Colmdorf ist ein am östlichen Stadtrand gelegener Stadtteil von Bayreuth.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Colmdorf hat eine Fläche von 1,232 km². Sie ist in 617 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 1996,88 m² haben.<ref>Gemarkung Colmdorf (092434). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 8. Januar 2025.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Ortsteile Monplaisir, Obere Röth, Rollwenzelei und Untere Röth.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. Januar 2025.</ref>
Lage
Colmdorf liegt erhöht über der Stadt am Nordwesthang des Eichelbergs. Seit ihrem Bau im Jahr 1937 trennt die Autobahn Berlin–München (heutige A 9) den Ortsteil von der Innenstadt. Diese Trennung wurde durch die Errichtung von Schallschutzwänden nach dem sechsspurigen Ausbau um die Jahrtausendwende noch unterstrichen.
Durch Colmdorf verläuft seit 1863 die Bahnstrecke Weiden–Bayreuth, eine Bahnstation existierte im Ort jedoch nie.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Oktober 2023.</ref>
Geschichte
Colmdorf, damals „Kolbendorf“ genannt, wurde erstmals im Landbuch A des Amtes Bayreuth von 1386 erwähnt. Bereits ab 1421 wurde es nur noch als Colmdorf bezeichnet. Der nördlich der heutigen Königsallee gelegene Ort war überwiegend landwirtschaftlich geprägt, mit Bauernhöfen, einer Gastwirtschaft und einem kleinen Schloss.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Colmdorf 9 Anwesen (1 Schlösslein, 4 Sölden, 1 Wirtshaus, 2 Tropfhäuser, 1 Häuslein). Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Amt St. Johannis.<ref name="W348">Richard Winkler: Bayreuth. Bayerische Akademie der Wissenschaften, München 1999, ISBN 978-3-7696-9696-7, S. 348.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Colmdorf bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Colmdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Colmdorf, zu der Monplaisir, Obere Röth, Rollwenzelei und Untere Röth gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Colmdorf zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).<ref name="W467">Richard Winkler: Bayreuth, S. 462 ff.</ref> Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 6,243 km².<ref name="OV 1925"/> Am 1. April 1939 wurde Colmdorf nach Bayreuth eingemeindet.<ref></ref>
Umstritten war die Führung der Reichsautobahn an der Stelle bei Colmdorf. Der Gauleiter Karl Schlumprecht und der Architekt Hans Reissinger wandten sich diesbezüglich an Adolf Hitler, als dieser im März 1935 anlässlich der Trauerfeier für Hans Schemm in Bayreuth weilte. Hitler sagte zu, noch Korrekturen vornehmen zu lassen, „auch wenn die Brücken in die Luft gesprengt werden“ müssten. Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Fritz Todt erhielt eine entsprechende Weisung, worauf die bereits fertiggestellte Brücke über die Königsallee tatsächlich wieder gesprengt wurde. Wegen des Zeitdrucks wurde jedoch von einer Trassenverlegung nach Westen hin abgesehen und lediglich eine breitere und gefälligere Brücke aus Sandstein errichtet.<ref>Bernd Mayer: Von der „Hitlerbahn“ zur Katastrophenstrecke in: Heimatkurier 4/1996 des Nordbayerischen Kuriers, S. 6 f.</ref>
Baudenkmäler
- Colmdorf 8: Schloss Colmdorf
- Königsallee 55: Denkmalgeschütztes ehemaliges Gardehaus<ref>Das Gardehäuschen ist gerettet in: Nordbayerischer Kurier vom 8. Januar 2025, S. 10.</ref>
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Einwohnerentwicklung
Gemeinde Colmdorf
| Jahr | 1822 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 89 | 111 | 113 | 120 | 132 | 150 | 150 | 136 | 139 | 190 | 199 | 184 | 187 | 194 | 232 | 216 | 200 | 216 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 16 | 17 | 20 | 20 | 21 | 27 | ||||||||||||
| Quelle | <ref name="W467"/> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 138, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 843, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 129 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1012–1013, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 959 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1004 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1026 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> |
Ort Colmdorf
| Jahr | 1819 | 1822 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 111 | 82<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 103 | 117 | 159 | 164 | 182 | 94 | 53 | 48 | <templatestyles src="FN/styles.css" /> † |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 15<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 17 | 18 | 24 | 13 | 8 | <templatestyles src="FN/styles.css" /> † | ||||
| Quelle | <ref>Vorlage:Ober-Mainkreis 1820</ref> | <ref name="W467"/> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 865 (Digitalisat).</ref> | <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 636 (Digitalisat).</ref> | <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 145 (Digitalisat).</ref> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 287 (Digitalisat).</ref> |
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Aktuelle Situation
Der Stadtteil ist zum reinen Wohngebiet geworden, es gibt nur noch einen einzigen landwirtschaftlichen Betrieb<ref>Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 304.</ref>. Der historische Ortskern besteht weitgehend aus nur einer Häuserzeile gegenüber dem großen Park mit dem Schloss. Mitte der 1950er Jahre entstanden südlich der Königsallee die ersten einzeln stehenden Siedlungshäuser. Zwanzig Jahre später begann dort der Bau einer Reihenhaussiedlung.
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Straße aus Sankt Johannis
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Blick über die Bahn zum Schloss
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Schloss Colmdorf
Rollwenzelei
Am Knick der Königsallee in Richtung Eremitage steht das ehemalige Gasthaus Rollwenzelei. Berühmtheit erlangte es durch den Dichter Jean Paul, der dort in seiner „Dichterstube“, die ihm die Wirtin eingerichtet hatte, seine bedeutendsten Werke verfasste.<ref>Kurt Herterich: Im östlichen Bayreuth, S. 182.</ref>
Religion
Colmdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Sankt Johannis gepfarrt.<ref name="W348"/><ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Colmdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 538 (Digitalisat).
- Vorlage:Gebessler Stadt und Landkreis Bayreuth
- Kurt Herterich: Im östlichen Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2002, ISBN 978-3-925361-42-5.
- Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt. Ellwanger, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-60-9.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3769696964 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Verein zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e. V.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Colmdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Colmdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Aichig | Altstadt* | Bauerngrün | Bauernhöfen | Bayreuth (Historische Innenstadt) | Birken* | Bodenmühle | Burg* | Bürgerreuth* (Grüner Hügel) | Colmdorf | Destuben | Dörnhof | Dürschnitz* | Eichelberg | Eremitage | Eremitenhof | Frankengut | Friedrichsthal | Fürsetz | Gartenstadt* | Geiersnest | Geigenreuth | Glocke* | Grunau | Grunauermühle | Grüner Baum* | Hammerstatt* | Heinersberg | Hermannshof | Hohlmühle | Hölzleinsmühle | Hornsröth | Hussengut | Juchhöh | Karolinenhöhe | Karolinenreuth | Kasernenviertel* | Kreuz* | Kreuzstein | Krodelsberg | Krugshof | Laimbach | Laineck | Letten | Lohe | Meyernberg | Meyernreuth | Mooshügel | Moritzhöfen* | Mosing* | Neue Heimat* | Neuer Weg* | Obere Röth | Oberkonnersreuth | Oberobsang | Oberpreuschwitz | Oberthiergarten | Opelsgut | Oschenberg | Pfaffenfleck | Plantage | Pudermühle | Püttelshof | Riedelsgut | Rödensdorf | Rodersberg | Rollwenzelei | Römerleithen | Römersberg | Roter Hügel* | Saas | St. Georgen* | Sankt Johannis | Schießhaus | Schlehenberg | Schlehenmühle | Schupfenschlag | Seulbitz | Sorgenflieh | Spinnerei | Südwestliche Innenstadt* | Teufelsgraben | Thiergarten | Untere Röth | Unterpreuschwitz | Walkmühle | Weiherhaus | Wendelhöfen | Wiesen | Wolfsbach | Wunau | Wundersgut
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- Ort in der kreisfreien Stadt Bayreuth
- Ehemalige Gemeinde (Bayreuth)
- Gemeindegründung 1812
- Gemeindeauflösung 1939
- Ersterwähnung 1386
- Gemarkung in der kreisfreien Stadt Bayreuth