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Air-France-Flug 8969

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. Januar 2026 um 10:07 Uhr durch imported>Bultianer (Verlauf: Nicht der Kapitän erlitt Schussverletzungen, sondern der Co-Pilot Knochenbrüche.).
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Air-France-Flug 8969
Datei:Airbus A300B2-1C, Air France AN0701688.jpg

Das entführte Flugzeug im Jahr 1982

Unfallzusammenfassung
Unfallart Flugzeugentführung
Ort Marseille
Datum 24. Dezember 1994
Todesopfer 7 (4 Entführer, 3 Passagiere vor Abflug)
Überlebende 229
Verletzte 25 (darunter 9 Agenten der GIGN)
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Airbus A300B2-1C
Betreiber Air France
Kennzeichen F-GBEC
Passagiere 220
Besatzung 12
Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen

Air-France-Flug 8969 war ein Flug der Air France, den die Groupe Islamique Armé (Bewaffnete Islamische Gruppe, GIA) am 24. Dezember 1994 in ihre Gewalt brachte.

Geplant war, das Flugzeug über Paris abstürzen zu lassen.<ref name="Mayday" />

Verlauf

Vier Männer in Uniformen der algerischen Präsidialpolizei betraten am Flughafen Algier das Flugzeug, das um 11:15 Uhr nach Orly abheben sollte, und kontrollierten die Reisedokumente der Passagiere.<ref name="Mayday"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Folge „The Killing Machine“ (Memento vom 15. Februar 2015 im Internet Archive) in der Serie Mayday – Alarm im Cockpit</ref> Wegen der ungenehmigten Verzögerung des Abflugs wurde das algerische Militär misstrauisch und umstellte die Maschine. Daraufhin gaben sich die vermeintlichen Polizisten an Bord als Entführer zu erkennen; sie waren mit Kalaschnikows, Uzis, Handgranaten und Dynamit bewaffnet.

Im Funkverkehr mit dem algerischen Innenminister forderten die Geiselnehmer, zwei Politiker der seit 1992 verbotenen Islamischen Heilsfront aus dem Hausarrest zu entlassen. Sie erschossen einen der Passagiere, den sie als Beamten der algerischen Polizei identifiziert hatten, sowie den vietnamesischen Diplomaten Bui Giang To.<ref>Julian Nundy: Algerian Hijack: Firefight in cockpit `hell' ended nightmare. In: independent.co.uk. 27. Dezember 1994, abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref>

Mittlerweile hatte Frankreichs Außenminister Alain Juppé einen Krisenstab eingerichtet.<ref name="time" /> Weil die algerische Regierung es ablehnte, französisches Militär ins Land zu lassen, flogen Mitglieder der Spezialeinheit GIGN stattdessen zum spanischen Flughafen Palma de Mallorca.

Im Laufe des folgenden Tages ließen die Geiselnehmer etliche Passagiere frei, zumeist Mütter mit kleinen Kindern sowie Schwerkranke. Sie forderten eine Startfreigabe des Flugzeugs. Nachdem die algerischen Behörden dies verweigerten, erschossen die Entführer einen weiteren Passagier, einen Koch der Französischen Botschaft.<ref>Jet hijackers die as 170 are freed</ref>

Auf Druck von Frankreichs Premierminister Édouard Balladur gestattete Algeriens Präsident Liamine Zéroual 39 Stunden nach Beginn der Geiselnahme schließlich den Abflug der Maschine. Da während der gesamten Zeit das Hilfstriebwerk gelaufen war, hatte der Airbus nicht mehr genügend Treibstoff, um das ursprüngliche Flugziel Paris zu erreichen. Stattdessen steuerte die Maschine den Flughafen Marseille an, wo sie aufgetankt werden sollte. Die nach Mallorca beorderte GIGN-Einheit war inzwischen ebenfalls nach Marseille geflogen und probte die Erstürmung des entführten Flugzeugs. Nach dessen Landung um 3:33 Uhr früh dirigierten die französischen Behörden es zu einem abgelegenen Bereich des Flughafens. Die Entführer verlangten 27 Tonnen Treibstoff, obwohl für die Strecke nach Paris zehn Tonnen ausreichten.

Die französischen Behörden hatten mittlerweile Hinweise erhalten, dass die Maschine als fliegende Bombe auf Paris stürzen sollte.<ref>The Paris Plot – Age of Terror – Part Three</ref> Sie verzögerten den Weiterflug und ließen das Flugzeug am Abend durch 30 Mitglieder der GIGN stürmen. Diese töteten im Laufe eines 20-minütigen Feuergefechtes die vier Entführer. Acht GIGN-Gendarmen wurden zum Teil schwer verletzt, einige Passagiere erlitten leichte Blessuren. Der Co-Pilot erlitt Frakturen an Ellbogen und Oberschenkel, als er sich aus dem Cockpitfenster fallen ließ. Das Flugzeug wurde so schwer beschädigt, dass es außer Dienst gestellt werden musste.<ref>Hijacking description</ref>

Sonstiges

Eine Folge der 3. Staffel in der Serie Zero Hour, der französische Film The Assault von 2010<ref>The Assault in der IMDb</ref> und die kanadische Serie Mayday – Alarm im Cockpit (2. Staffel, Folge 3) erzählen die Ereignisse nach.

Einzelnachweise

<references> <ref name="time"> Thomas, Sancton: Anatomy of a Hijack. In: TIME. 24. Juni 2001 (time.com). </ref> </references>