Julius Dehne
Julius Dehne (* 13. Januar 1873 in Löbau; † 14. August 1950 in Radebeul) war ein deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (DDP, DStP, LDP).
Leben
Julius Dehne wurde als Sohn des Löbauer Kaufmanns Julius Eduard Dehne geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig auf, das er mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen abschloss. Er absolvierte von 1896 bis 1900 das Referendariat am Amtsgericht Eibenstock und am Landgericht Bautzen, bestand das Zweite Juristische Staatsexamen und promovierte später zum Doktor der Rechte. Des Weiteren praktizierte er kurzzeitig als Rechtsanwalt in mehreren Kanzleien und arbeitete ab 1900 als Hilfsrichter am Amtsgericht Dresden. Ein Jahr später trat er in die sächsische Kommunalverwaltung ein, wurde Stadtrat und war seit 1902 Bürgermeister der Stadt Riesa. 1908 wurde er besoldeter Stadtrat in Dresden und von 1912 bis 1916 amtierte er als Oberbürgermeister der Stadt Plauen. Darüber hinaus gehörte er von 1913 bis 1916 als Abgeordneter der I. Kammer des Sächsischen Landtags an. Danach nahm Dehne eine Tätigkeit im sächsischen Staatsdienst auf; er war von 1916 bis 1919 stellvertretender Bevollmächtigter Sachsens zum Bundesrat und wirkte gleichzeitig als Vertreter der sächsischen Industrie- und Handelsinteressen in Berlin. Außerdem war er seit 1916 Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamtes.
Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Dehne von 1918 bis 1924 als Ministerialdirektor die Leitung der Abteilung für Industrie, Handel und Gewerbe im sächsischen Innenministerium. Er trat in die Deutsche Demokratische Partei (DDP) ein und wurde 1920 in den Sächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1930 angehörte.<ref>Verhandlungen des Sächsischen Landtages. 5. Wahlperiode, 8. Sitzung vom 9. Oktober 1930, S. 226(B).</ref> Von 1919 bis 1924 war er zunächst stellvertretender Bevollmächtigter und von 1926 bis 1927 dann Bevollmächtigter Sachsens zum Reichsrat. Von August 1924 bis Januar 1926 übernahm er als Direktor die Leitung der Sächsischen Bank zu Dresden. In der von Ministerpräsident Max Heldt geführten Regierung des Freistaates Sachsen amtierte Dehne vom 27. Januar 1926 bis zum 13. Januar 1927 als Finanzminister und vom 13. Januar 1927 bis zum 5. März 1927 als Innenminister. Wenige Wochen nach seiner Ernennung zum Innenminister übernahm Dehne erneut die Leitung der Sächsischen Bank in Dresden und schied deshalb aus der Landesregierung aus.<ref>Erich Reichelt: Das Staatsleben unter der Sächsischen Verfassung vom 1. November 1920 (= Leipziger rechtswissenschaftliche Studien Heft 32). Theodor Weicher, Leipzig 1928 (Nachdruck Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1970), S. 76.</ref> Nach der Übernahme der Sächsischen Bank durch die Sächsische Staatsbank zum 1. Januar 1937 trat Dehne in den Ruhestand.<ref>Frankfurter Zeitung vom 30. Dezember 1936. (Die Behauptung in Andreas Thüsing (Hrsg.): Das Präsidium der Landesverwaltung Sachsen. Die Protokolle der Sitzungen vom 9. Juli 1945 bis 10. Dezember 1946. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, S. 506, Dehne sei 1933 bei der Sächsischen Bank entlassen worden, ist unzutreffend.)</ref>
Von 1946 bis 1949 war Dehne Präsident des Landesrechnungshofes Sachsen. Zugleich war er Vorsitzender der LDP-Ortsgruppe Radebeul und des LDP-Kreisverbandes Dresden sowie Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Sachsen der LDP.<ref>Andreas Thüsing (Hrsg.): Das Präsidium der Landesverwaltung Sachsen. Die Protokolle der Sitzungen vom 9. Juli 1945 bis 10. Dezember 1946. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, S. 506.</ref>
Dehne heiratete 1903 in Blasewitz, heute Dresden, Elsa Sophia Seurig. Spätestens ab 1939 wohnte er als Staatsminister a. D. im Dresdner Villenvorort Radebeul-Niederlößnitz in der heute denkmalgeschützten Villa Körnerweg 3, die ihm auch gehörte.<ref>Adressbuch Radebeul, 1939, S. 90.</ref> Dehnes letzter Wohnort nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wasastraße 60 in Radebeul-Serkowitz.<ref>Letzter Wohnort und Todesdatum ergänzt nach schriftlicher Auskunft des Stadtarchivs Radebeul.</ref> Er wurde auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch bestattet.<ref>Akten des Waldfriedhofs, Pfarramt.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Herrmann A. L. Degener: Wer ist’s?, Band 9/1928, Leipzig 1928, S. 279
Weblinks
- Julius Dehne in der Online-Version der Edition Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik
- Literatur von und über Julius Dehne in der Sächsischen Bibliografie
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kurzer Lebenslauf von Julius Dehne ( vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive) beim Sächsischen Staatsministerium des Innern (mit einem Foto)
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Königreich Sachsen: Heinrich Anton von Zeschau | Robert Georgi | Karl Wolf von Ehrenstein | Johann Heinrich August Behr | Richard von Friesen | Leonce von Könneritz | Hans von Thümmel | Werner von Watzdorf | Konrad Wilhelm von Rüger | Ernst von Seydewitz | Max Otto Schröder.
Freistaat Sachsen: Friedrich Geyer | August Emil Nitzsche | Emil Nitzschke | Peter Reinhold | Max Heldt | Paul Böttcher | Max Heldt | Peter Reinhold | Julius Dehne | Hugo Weber | Hans R. Hedrich.
Sachsen in der NS-Zeit: Friedrich Johannes Kluge | Rudolf Kamps.
Sachsen in der SBZ/DDR: Gerhard Rohner | Carl Ulbricht | Wilhelm Adam.
Freistaat Sachsen: Georg Milbradt | Thomas de Maizière | Horst Metz | Stanislaw Tillich | Georg Unland | Matthias Haß | Hartmut Vorjohann | Christian Piwarz. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Königreich Sachsen: Bernhard von Lindenau | Hans Georg von Carlowitz | Eduard von Nostitz und Jänckendorf | Johann Paul von Falkenstein | Ferdinand Zschinsky | Martin Gotthard Oberländer | Albert Christian Weinlig | Richard von Friesen | Friedrich Ferdinand von Beust | Hermann von Nostitz-Wallwitz | Georg von Metzsch-Reichenbach | Wilhelm von Hohenthal | Christoph Johann Friedrich Vitzthum von Eckstädt | Walter Koch
Freistaat Sachsen: Richard Lipinski | Georg Gradnauer | Karl Otto Uhlig | Otto Kühn | Richard Lipinski | Hermann Liebmann | Hermann Schmitt | Max Müller | Julius Dehne | Willibalt Apelt | Friedrich Wilhelm Richter
Sachsen in der NS-Zeit: Manfred von Killinger | Karl Fritsch
Sachsen in der SBZ/DDR: Kurt Fischer | Wilhelm Zaisser | Artur Hofmann
Freistaat Sachsen: Rudolf Krause | Heinz Eggert | Klaus Hardraht | Horst Rasch | Thomas de Maizière | Albrecht Buttolo | Markus Ulbig | Roland Wöller | Armin Schuster Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dehne, Julius |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker (DDP, DStP), MdL, Minister |
| GEBURTSDATUM | 13. Januar 1873 |
| GEBURTSORT | Löbau |
| STERBEDATUM | 14. August 1950 |
| STERBEORT | Radebeul |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen
- Mitglied des Sächsischen Landtags (Weimarer Republik)
- Landesminister (Sachsen)
- Finanzminister (Sachsen)
- Innenminister (Sachsen)
- Bürgermeister (Plauen)
- Politiker (Dresden)
- Richter (Landgericht)
- Richter (Amtsgericht)
- DDP-Mitglied
- LDPD-Mitglied
- Verwaltungsjurist
- Stellvertretender Bevollmächtigter zum Reichsrat
- Ministerialdirektor (Sachsen)
- Bevollmächtigter zum Reichsrat
- Stellvertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat (Deutsches Reich)
- Leiter einer Finanzkontrollbehörde
- Deutscher
- Geboren 1873
- Gestorben 1950
- Mann