Johann Heinrich August von Behr
Johann Heinrich August Behr, ab 1860 von Behr, (* 13. November 1793 in Freiberg; † 20. Februar 1871 in Dresden) war ein Politiker im Königreich Sachsen.
Leben
Der dritte Sohn von Johann Bernhard Behr (1754–1827), Pfarrer an der Jakobikirche in Freiberg und in Schwarzenberg, war der jüngere Bruder von Hermann Behr. Nach dem Besuch des Freiberger Gymnasiums von 1804 bis 1811 studierte er von 1811 bis 1813 Theologie an der Universität Leipzig und schloss bis 1815 ein Studium der Rechtswissenschaften an. Dieses schloss er mit Promotion zum Dr. jur. ab. Nach einer ersten Tätigkeit als Amts-Vizeaktuar und Akzessist in Schwarzenberg trat Behr am 7. Dezember 1816 das Amt des Gerichtsdirektors der Herrschaft Purschenstein an, wo er auch als prädicierter Generalakzise-Inspektor tätig war.<ref name="Hering">Carl Wilhelm Hering: Geschichte des sächsischen Hochlandes mit besonderer Beziehung auf das Amt Lauterstein. S. 253 (Digitalisat).</ref> 1833 wurde er zum königlich sächsischen Hofrat ernannt und zum Amtmann von Dresden berufen.
Seit 1838 gehörte Behr auf Veranlassung von Heinrich Anton von Zeschau als Geheimer Finanzrat dem sächsischen Finanzministerium an und war als solches an der Erarbeitung der neuen Strafgerichtsordnung beteiligt. Am 1. April trat er, durch Albert Christian Weinlig veranlasst, mitten in der Revolution von 1848/49 als Geheimer Rat und Vorstand der 1. Abteilung in das Sächsische Innenministerium ein. Am 14. Mai 1849 übernahm Behr die Führung des Sächsischen Finanzministeriums, obwohl er nach dem Dresdner Maiaufstand zunächst gezögert hatte, dieses Amt zu übernehmen.<ref name="Adelsprobe">Josef Matzerath: Adelsprobe an der Moderne, Stuttgart 2006, S. 320.</ref> Nach dem Tod von Ferdinand von Zschinsky wechselte er 1858 an die Spitze des Justizministeriums, dem er bis 1866 vorstand. Als Vertreter des Hochstifts Meißen, wo er Dompropst war, gehörte er 1866/67 der I. Kammer des Sächsischen Landtags an.<ref>Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, Sächsischer Landtag 2001, S. 38.</ref>
Behr gehörte die 1832 gebaute spätklassizistische Villa an der Wigardstraße in Dresden-Neustadt, genannt Behrsches Haus. Sie steht unter Denkmalschutz und wurde bis 2020 rekonstruiert. Es wird ein Architekturbüro einziehen.<ref>Sächsische Zeitung, 12. September 2019 S. 14 und 4. August 2020, S. 13.</ref>
Ehrungen
1859 wurde ihm von der Universität Leipzig der Ehrendoktortitel verliehen.<ref>Verzeichnis der Ehrenpromotionen. Archiv der Universität Leipzig, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2021; abgerufen am 23. Oktober 2020.</ref> Von König Johann wurde er 1860 in den sächsischen Adelsstand erhoben.<ref name="Adelsprobe" />
Literatur
- Heinrich Theodor Flathe: Behr, Johann August Heinrich von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 285.
- Hermann Julius Meyer: Neues Conversations-Lexikon für alle Stände, Band 3 Bayeux – Buchhaltung. 1858, S. 84 (Digitalisat).
Einzelnachweise
<references />
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Königreich Sachsen: Julius Traugott von Könneritz | Albert von Carlowitz | Karl Braun | Gustav Friedrich Held | Ferdinand von Zschinsky | Johann Heinrich August von Behr | Robert Schneider | Christian Wilhelm Ludwig von Abeken | Rudolf Schurig | Konrad Wilhelm von Rüger | Victor Alexander von Otto | Paul Arthur Nagel | Rudolf Heinze
Freistaat Sachsen: Georg Gradnauer | Rudolf Harnisch | Erich Zeigner | Alfred Neu | Wilhelm Bünger | Arthur von Fumetti | Karl Emil Mannsfeld
Sachsen in der NS-Zeit: Otto Georg Thierack
Sachsen in der SBZ/DDR: Reinhard Uhle | Hermann Kastner | Johannes Dieckmann
Freistaat Sachsen: Steffen Heitmann | Manfred Kolbe | Thomas de Maizière | Geert Mackenroth | Jürgen Martens | Sebastian Gemkow | Katja Meier | Constanze Geiert
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Königreich Sachsen: Heinrich Anton von Zeschau | Robert Georgi | Karl Wolf von Ehrenstein | Johann Heinrich August Behr | Richard von Friesen | Leonce von Könneritz | Hans von Thümmel | Werner von Watzdorf | Konrad Wilhelm von Rüger | Ernst von Seydewitz | Max Otto Schröder.
Freistaat Sachsen: Friedrich Geyer | August Emil Nitzsche | Emil Nitzschke | Peter Reinhold | Max Heldt | Paul Böttcher | Max Heldt | Peter Reinhold | Julius Dehne | Hugo Weber | Hans R. Hedrich.
Sachsen in der NS-Zeit: Friedrich Johannes Kluge | Rudolf Kamps.
Sachsen in der SBZ/DDR: Gerhard Rohner | Carl Ulbricht | Wilhelm Adam.
Freistaat Sachsen: Georg Milbradt | Thomas de Maizière | Horst Metz | Stanislaw Tillich | Georg Unland | Matthias Haß | Hartmut Vorjohann | Christian Piwarz. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Behr, Johann Heinrich August von |
| ALTERNATIVNAMEN | Behr, Johann Heinrich August |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker, sächsischer Landesminister |
| GEBURTSDATUM | 13. November 1793 |
| GEBURTSORT | Freiberg |
| STERBEDATUM | 20. Februar 1871 |
| STERBEORT | Dresden |
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- Gestorben 1871
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