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Philipp Gut

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Datei:Ph. Gut.JPG
Philipp Gut (2013)

Philipp Gut (* 21. November 1971 in Bangkok) ist ein Schweizer Journalist und Buchautor. Er war bis Dezember 2019 Inlandchef und stellvertretender Chefredaktor der Weltwoche. Er ist Verleger und Redaktor der Umwelt Zeitung,<ref>Impressum, Umweltzeitung</ref> schreibt Artikel für die Weltwoche und betreibt eine Agentur für Kommunikationsberatung.<ref>Website Philipp Gut. Abgerufen am 4. August 2020.</ref>

Leben

Ausbildung

Gut studierte in Zürich und Berlin Geschichte, neuere deutsche Literaturwissenschaft und Philosophie und war fünf Jahre Assistent am Historischen Seminar der Universität Zürich. Dort war er auch als Dozent mit Lehraufträgen tätig. 2005 wurde Gut in Zürich bei Peter von Matt und Jörg Fisch mit einer Arbeit unter dem Titel Thomas Manns Idee einer deutschen Kultur promoviert.<ref>Philipp Gut: Thomas Manns Idee einer deutschen Kultur. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2008 (zugleich: Dissertation, Zürich 2005).</ref> «Das vorliegende Buch […] ist als die wohl anregendste Studie zum politischen Thomas Mann anzusehen seit Kurt Sontheimers bahnbrechender Arbeit von 1961: Thomas Mann und die Deutschen», urteilte Hans Rudolf Vaget (Smith College).<ref>Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur. Vol. 101, Nr. 1, Spring 2009, S. 130.</ref> Für seine Dissertation erhielt Gut im Jahr 2007 den wissenschaftlichen Förderpreis der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auszeichnungen. Wissenschaftlicher Förderpreis der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft. (Memento vom 8. Januar 2011 im Internet Archive) In: Website der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft.</ref>

Journalismus

Seine journalistische Laufbahn begann Gut beim Zürcher Tages-Anzeiger zunächst als freier Autor, dann als Kulturredaktor. 2006 wechselte er ins Inlandressort der Weltwoche, wo er 2008 die Leitung des Kultur- und Gesellschaftsressorts übernahm. Ab 2009 war Gut Inlandchef und seit 2010 stellvertretender Chefredaktor. Er schrieb über ein breites Themenspektrum. Seine Artikel wurden teil breit diskutiert, zweimal wurde er wegen übler Nachrede gerichtlich verurteilt.<ref name=":0">Fabian Baumgartner: Zivilklage gegen «Weltwoche»-Journalist mehrheitlich gutgeheissen In: NZZ vom 13. Juli 2017.</ref>

Das Bezirksgericht Zürich sah mit Guts Artikeln in dieser Sache den Tatbestand der mehrfachen üblen Nachrede und des unlauteren Wettbewerbs erfüllt und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 130 Franken und zu einer zahlbaren Busse von 5000 Franken.<ref>Thomas Hasler: Strafrecht gilt auch für Chefredaktoren. In: Tages-Anzeiger. 2. Oktober 2016.</ref> Das Urteil ist rechtskräftig. Im Zivilverfahren wurde Gut wegen wahrheitswidriger Verletzung von Persönlichkeitsrechten zu einer Zahlung von 10'000 Franken verurteilt.<ref name=":0" />

2019 wurde Gut bei der Weltwoche als stellvertretender Chefredaktor entlassen.<ref name=":1">https://www.tagesanzeiger.ch/er-macht-gern-krawall-847492410582</ref> Er schreibt auch 2024 als Gastautor in der Weltwoche.<ref>Autor: Philipp Gut, die Weltwoche</ref>

Politik

Während der COVID-19-Pandemie betätigte sich Gut als Massnahmenkritiker und Impfgegner.<ref name=":1" /> 2021 lancierte er zusammen mit Verleger Bruno Hug das Referendum gegen das Mediengesetz, dieses wurde am 13. Februar 2022 mit 54,56 % Nein-Stimmen verworfen.<ref>Othmar von Matt: Referendum gegen Mediengesetz: Bürgerliche greifen Verlage an. In: aargauerzeitung.ch. 11. Juni 2021, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref> Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 kandidierte er im Kanton Aargau erfolglos auf der Nationalratsliste der Schweizerischen Volkspartei.<ref>Eva Wanner: SVP-Nationalratskandidat Philipp Gut im Porträt. In: aargauerzeitung.ch. 9. September 2023, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Publikationen

Bücher

  • Thomas Manns Idee einer deutschen Kultur. Fischer, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-10-027821-0.<ref>Philipp Gut: Thomas Manns Idee einer deutschen Kultur. In: perlentaucher.de.</ref>
  • als Hrsg.: Hermann Hesse: «Der Klang der Trommeln». Briefwechsel mit Hermann Hubacher. NZZ Libro, Zürich 2011, ISBN 978-3-03823-704-4.
  • Champagner mit Churchill: Der Zürcher Farbenfabrikant Willy Sax und der malende Premierminister. Stämpfli, Bern 2015, ISBN 978-3-7272-1455-4.
  • Philipp Gut (Hrsg.): Ich war eine Bank. Und Schlimmeres. Offizin, Zürich 2017, ISBN 978-3-906276-61-8.
  • Gipfelikönig Fredy Hiestand. Vom Bauernbub zum Grossbäcker und Gesundheitspionier. Stämpli, Bern 2017. ISBN 978-3-7272-7918-8
  • Jahrhundertzeuge Ben Ferencz. Chefankläger der Nürnberger Prozesse und leidenschaftlicher Kämpfer für Gerechtigkeit. Piper Verlag, München 2020, ISBN 978-3-492-05985-5.<ref>Buchtipps aus Franken. BR. 11. März 2020, abgerufen am 4. August 2020.</ref><ref>Jahrhundertzeuge Ben Ferencz von Philipp Gut. PIPER, abgerufen am 2. November 2021.</ref>

Aufsätze

  • «Ein Geruch von Blut und Schande». Die Kontroverse um Thomas Mann und die «innere Emigration». In: Walter Delabar, Bodo Plachta (Hrsg.): Thomas Mann (1875–1955). Weidler Buchverlag, Berlin 2005, 203–228.
  • «One World, das muss nicht boredom heissen». Thomas Manns politisches Denken zwischen «Nationalkultur» und «Weltzivilisation». In: Silvia Marosi u. a. (Hrsg.): Globales Denken: Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Globalisierungsprozesse. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, S. 139–154.
  • «Späte Frühe». Das Ägyptenbild in Thomas Manns Josephroman als Spiegel der Zeitgeschichte. In: Thomas Glück, Ludwig Morenz (Hrsg.): Exotisch, weisheitlich und uralt. Europäische Konstruktionen Altägyptens. Lit Verlag, Hamburg 2007, S. 183–197.
  • Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Der Grossschriftsteller in Little Big City. In: Martin Ebel (Hrsg.): Nackt gebadet, gejauchzt bis zwölf. Weltliteratur in Zürich – 50 Porträts. Nagel & Kimche, München 2007, S. 150–152.
  • Thomas Mann als literarischer Chronist seines Zeitalters. In: Tim Lörke, Christian Müller (Hrsg.): Thomas Manns literarische Zeitgenossenschaft. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009, S. 59–66.
  • Thomas Manns Idee einer deutschen Kultur. In: Willi Jasper (Hrsg.): Wieviel Transnationalismus verträgt die Kultur? Verlag Dr. Köster, Berlin 2009, S. 253–270.
  • Das «Binom Weimar-Buchenwald» im Werk Thomas Manns. In: Thomas Sprecher, Ruprecht Wimmer (Hrsg.): Thomas Mann Jahrbuch. Bd. 22, Vittorio Klostermann, Frankfurt 2010, S. 117–127.
  • «Aus den Logen und Parterreplätzen des Auslandes». Die Diskussion um Exil und Remigration nach 1945 am Beispiel Thomas Manns. In: Michael Grisko, Henrike Walter (Hrsg.): Verfolgt und umstritten! Remigrierte Künstler im Nachkriegsdeutschland. Peter Lang, Frankfurt am Main 2011, S. 49–62.

Weblinks

Einzelnachweise

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