Ales Bjaljazki
Ales Bjaljazki (gebürtig Alexander Beljazki; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 25. September 1962 in Wjartsilja, Russische SFSR, Sowjetunion) ist ein Literaturwissenschaftler, belarussischer Dissident und Menschenrechtler, der die Menschenrechtsorganisation Wjasna gründete und leitet. Im Jahr 2022 wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt. Am 3. März 2023 wurde er in Minsk zu zehn Jahren Haft verurteilt und im Dezember 2025 nach einer von den USA vermittelten Begnadigung freigelassen.<ref name="BBC2025">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Belarus frees 123 prisoners as US lifts sanctions.] In: BBC News. BBC, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Leben
Als Ales Bjaljazki zwei Jahre alt war, zog die Familie innerhalb der Sowjetunion von Russland nach Belarus. Bjaljazki wurde an der Belarussischen Akademie der Wissenschaften in Literaturwissenschaft promoviert.
1988 organisierte er in der damaligen Sowjetunion mit anderen zusammen öffentliche Aktionen zum Gedenken an die Opfer des Stalinismus. Es folgten mehrere Festnahmen und Geldbußen. Bjaljazki war Mitbegründer der Belarussischen Volksfront Adraschenje (Wiedergeburt), die sich ab 1991 für die Demokratisierung einsetzt.
1990 war er einer der Organisatoren der Gesellschaft „Belarussische Katholische Gemeinde“.<ref>Artjom Tkatschuk (Арцём Ткачук): Er belebte wieder und belarusifizierte die römisch-katholische Kirche, bereitete polnische Priester auf die Arbeit in Belarus vor. Ales Bjaljazki und sein katholischer Aktivismus in den 90er-Jahren. In: churchby.info. 13. Oktober 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> 1996 gründete er ungeachtet der Gefahr und Diskriminierungen die Menschenrechtsorganisation Wjasna, die politische Gefangene und ihre Familien unterstützt. Hierfür wurde er mit dem Homo-Homini-Preis 2005<ref>Homo Homini Award. In: Člověk v tísni. 19. März 2020, abgerufen am 14. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 2006 mit dem Per-Anger-Preis<ref>2006: Aljaksandr (Ales) Bialiatski. In: levandehistoria.se. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> geehrt.
Am 4. August 2011 wurde Bjaljazki festgenommen<ref>Gregory Feifer: Poland Apologizes For Information Leak On Belarusian Activist. In: Radio Free Europe/Radio Liberty. 12. August 2011, abgerufen am 14. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und dreieinhalb Monate später, am 24. November 2011, wegen Steuerhinterziehung zu viereinhalb Jahren Straflager verurteilt. Die Europäische Union und die USA kritisierten das Verfahren als „politische Inszenierung“.<ref>Regime steckt Menschenrechtler vier Jahre ins Straflager. In: derStandard.at. 24. November 2011, abgerufen am 14. Oktober 2022.
Dissident verurteilt: Warschau lieferte Minsk Bankdaten. In: derStandard.at. 25. November 2011, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Freilassung von Bjaljazki.<ref>„Ich wurde von einer Lawine von Briefen überrascht“. In: amnesty.de. 6. Februar 2013, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Am 21. Juni 2014 wurde Bjaljazki überraschend vorzeitig aus der Haft entlassen.<ref>Menschenrechtler Beljazki wieder in Freiheit. In: nzz.ch. 21. Juni 2014, abgerufen am 14. Oktober 2022.</ref> Im Jahr 2020 wurde er während der Proteste in Belarus Mitglied im Koordinierungsrat der einstigen Präsidentschaftskandidatin Swjatlana Zichanouskaja<ref>Состав Совета: Члены Совета. In: rada.vision. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. August 2020; abgerufen am 14. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und erhielt im gleichen Jahr den Right Livelihood Award.<ref>Amnesty Journal, Heft 01 (2021), S. 22.</ref>
Am 14. Juli 2021 wurde Bjaljazki festgenommen<ref name="держат">Беларусь: Руководителей Правозащитного центра “Весна” держат в СИЗО. Потребуйте от властей освободить их! In: amnesty.org. 22. Juli 2021, abgerufen am 14. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und am Tag darauf in einer gemeinsamen Erklärung von neun Organisationen (Wjasna, der Belarussische Journalistenverband, das Belarussische Helsinki-Komitee u. a.) als politischer Gefangener anerkannt.<ref name="держат" /><ref>Затрыманых праваабаронцаў і актывістаў прызналі палівязнямі. In: Eurapejskaje Radyjo dlja Belarussi. 15. Juli 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Juli 2021; abgerufen am 28. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 6. Oktober 2021 wurde er erneut wegen angeblicher Steuerhinterziehung in Belarus angeklagt.<ref>Anastasiia Kruope: Belarus Authorities ‘Purge’ Human Rights Defenders. In: hrw.org. 7. Oktober 2021, abgerufen am 7. Oktober 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 10. Dezember 2022 erhielt Bjaljazki zusammen mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und der ukrainischen Organisation Center for Civil Liberties in Abwesenheit den Friedensnobelpreis.<ref>The Nobel Peace Prize 2022. In: nobelprize.org. 7. Oktober 2022, abgerufen am 10. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 3. März 2023 wurde Bjaljazki mit zweien seiner Mitstreiter in der Menschenrechtsorganisation Wjasna wegen des Vorwurfs „Schmuggel“ sowie der „Organisation und Vorbereitung von Handlungen, die die öffentliche Ordnung grob verletzen“ zu 10 Jahren Haft sowie hohen Geldstrafen verurteilt.<ref name="FAZ20230303">Friedennobelpreisträger zu zehn Jahren Haft verurteilt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. März 2023, abgerufen am 3. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Menschenrechtler beschrieben die Anschuldigungen als fingiert, um Bjaljazki und seine Bewegung nach der Verleihung des Friedensnobelpreises zum Schweigen zu bringen.<ref>Ein Prozess, der „Angst einjagen“ soll, Tagesschau, 5. Januar 2023.</ref> Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bezeichnete die Anklage und das Verfahren als „Farce“.<ref name="FAZ20230303" />
Im Dezember 2025 begnadigte Präsident Lukaschenka nach Verhandlungen mit einem US-Gesandten 123 Oppositionelle, darunter Bjaljazki, womit im Gegenzug die Aufhebung US-amerikanischer Handelssperren gegenüber Belarus erreicht werden sollen.<ref>Konstantin Zimmermann, Sven Crefeld, Reuters, dpa, AFP: Belarussische Oppositionelle: Maria Kolesnikowa und 122 weitere Gefangene in Belarus kommen frei. In: Die Zeit. 13. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 13. Dezember 2025]).</ref> Die Freilassung stand im Zusammenhang mit Gesprächen Lukaschenkas mit dem US-Sondergesandten John Coale, in deren Folge die USA Sanktionen gegen den belarussischen Kalidüngersektor aufhoben.<ref name="bbc2025">Sarah Rainsford, Dearbail Jordan: Belarus frees 123 prisoners as US lifts sanctions. In: BBC News. 13. Dezember 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Während der Großteil der Gefangenen in die Ukraine überstellt wurde, gehörte Bjaljazki zu einer kleineren Gruppe von Freigelassenen, die nach Vilnius in Litauen ausgeflogen wurden.<ref name="bbc2025" /> Dort wurde er vor der US-Botschaft von der im Exil lebenden Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja empfangen.<ref name="bbc2025" /> In seinen ersten öffentlichen Äußerungen nach der Haft unterstrich Bjaljazki, dass weiterhin Tausende Menschen in Belarus inhaftiert seien und der Kampf der Demokratiebewegung daher fortgesetzt werden müsse.<ref name="bbc2025" />
Veröffentlichungen
- “Literatur und Nation” ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Art Geyser Minsk 1991, keine ISBN
- (dt. etwa) „Joggen am Ufer des Genfersees“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), PRYMAT Minsk 2006, ISBN 83-88852-53-8.
- (dt. etwa) „Aufgeklärte Belarussen“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Minsk 2013, keine ISBN
- (dt. etwa) „Das Quecksilber des Lebens“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Minsk 2014, keine ISBN
Ehrungen
- 2005: Homo-Homini-Preis
- 2012: Petra-Kelly-Preis
- 2013: Václav-Havel-Menschenrechtspreis des Europarates
- 2014: Paweł-Włodkowic-Preis des polnischen Senats
- 2020: Right Livelihood Award<ref>Sofie Donges: Right Livelihood Awards: Vier Auszeichnungen für eine bessere Welt. In: tagesschau.de. 29. September 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.
Sofie Donges: Right Livelihood Awards: Vier Auszeichnungen für eine bessere Welt. (mp3-Audio; 2,6 MB; 2:47 Minuten) In: Tagesschau. 29. September 2022, abgerufen am 13. Oktober 2022.</ref> - 2020: Sacharow-Preis (unter den genannten Vertretern der demokratischen Opposition in Belarus)<ref>The democratic opposition in Belarus – 2020, Belarus. Europäisches Parlament, abgerufen am 22. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2022: Friedensnobelpreis
Weblinks
- Michaela Baginová (Hrsg.): Aliaksandr Bialiatski, Belarus. (PDF; 1,5 MB) In: Eastern Partnership: Towards Civil Society Forum EU2009.CZ. Association for International Affairs (AMO), 11. Mai 2009, S. 13, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Kurzbiografie).
- Robert Baag: Prozessauftakt gegen Menschenrechtler Bialiatski in Minsk: Regimekritiker sprechen von Farce. In: Deutschlandfunk-Sendung „Informationen am Morgen“. 2. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. November 2011.
- Christina Hebel: Umstrittenes Urteil: Weißrussland schickt Bürgerrechtler ins Straflager. In: Spiegel Online. 24. November 2011.
Einzelnachweise
<references />
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bjaljazki, Ales |
| ALTERNATIVNAMEN | Бяляцкі, Алесь (belarussisch); Bialiatski, Aliaksandr (englisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | belarussischer Menschenrechtler |
| GEBURTSDATUM | 25. September 1962 |
| GEBURTSORT | Wjartsilja, Sowjetunion |
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