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Olivier Giroud

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Olivier Giroud
Datei:Olivier Giroud.jpg
Olivier Giroud (2018)
Personalia
Voller Name Olivier Jonathan Giroud
Geburtstag 30. September 1986
Geburtsort ChambéryFrankreich
Größe 193 cm
Position Mittelstürmer
Junioren
Jahre Station
1992–1999 OCF Froges
1999–2005 Grenoble Foot
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2005–2008 Grenoble Foot 23 0(6)
2007–2008 → FC Istres (Leihe) 34 (14)
2008–2010 FC Tours 61 (30)
2010–2012 HSC Montpellier 73 (33)
2012–2018 FC Arsenal 180 (73)
2018–2021 FC Chelsea 75 (17)
2021–2024 AC Mailand 97 (39)
2024–2025 Los Angeles FC 24 0(3)
2025– OSC Lille 27 0(7)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2011–2024 Frankreich 137 (57)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 21. April 2026

Olivier Jonathan Giroud (* 30. September 1986 in Chambéry) ist ein französischer Fußballspieler. Der Mittelstürmer steht in der Ligue 1 beim OSC Lille unter Vertrag und ist ehemaliger Nationalspieler. Dabei war in seinen Anfangsjahren, die er lediglich bei unterklassigen Vereinen absolvierte, nicht absehbar, dass der Torjäger später bei einigen der renommiertesten Klubs in England und Italien eine wichtige Rolle spielen und sich in Frankreichs Nationalelf zu einer der erfolgreichsten Persönlichkeiten – sowohl hinsichtlich der Zahl seiner Einsätze als auch seiner Treffer – entwickeln würde. Giroud ist der Rekordtorschütze der französischen Nationalmannschaft.

Karriere

In seinen Vereinen

Anfänge in Frankreich

Der groß gewachsene, als Spätentwickler geltende Stürmer wuchs in einer wohlhabenden Familie auf.<ref>Artikel „Giroud – Au-delà du miroir“ in France Football vom 7. November 2011, S. 5 f.</ref> Auch sein älterer Bruder spielte Fußball und gehörte dem Nachwuchszentrum der AJ Auxerre an.<ref name="Interv17">Interview mit Olivier Giroud in France Football vom 28. März 2017, S. 22–27, hier S. 24</ref> Erster Fußballverein in Girouds Kindheit war der OCF Froges, wenige Kilometer nördlich von Grenoble zuhause.<ref>Artikel „Les Bleus au tout debut“ in France Football vom 31. Mai 2016, S. 34</ref> 2001 gewann er mit der U-16-Regionalauswahl der Rhône-Alpes die Coupe des Régions und erzielte im Endspiel auch einen Treffer.<ref name="FF8">„Au-delà du miroir“, S. 8</ref> Im Erwachsenenbereich begann seine Karriere 2005 beim Zweitligisten Grenoble Foot, bei dem er auch schon als Jugendlicher ausgebildet worden war. Nachdem er in zwei Jahren zu 23 Einsätzen gekommen war und sein Trainer Mehmed Baždarević ihm prophezeit hatte, dass er kein Erstliga-Niveau besäße und es selbst in der zweiten Liga schwer haben werde,<ref>„Au-delà du miroir“, S. 6</ref> wechselte er 2007 auf Leihbasis zum FC Istres in die dritte Spielklasse, in der er sich mit 14 Saisontreffern erstmals bestätigte. 2008 unterschrieb Giroud beim FC Tours und kehrte somit in die zweite Liga zurück. Dort gelang dem Angreifer der Durchbruch; in der Saison 2009/10 wurde er mit 21 Treffern Torschützenkönig der Ligue 2 und Ende 2009 von France Football zum besten Spieler der Liga ausgezeichnet. Von seinem dortigen Trainer Daniel Sanchez, selbst früher ein torgefährlicher Angreifer, habe er besonders viel über das Verhalten im Sturmzentrum gelernt.<ref name="Interv17" />

Anschließend erhielt Giroud ein Angebot von Celtic Glasgow und war schon bereit, es anzunehmen, doch Louis Nicollin, der Präsident von Erstligist HSC Montpellier, überzeugte ihn mit den Worten „Willst du dich damit langweilen, gegen Kilmarnoche [sic!] zu spielen? Komm' lieber zu uns, da hast du mehr zu lachen.“ davon, in Frankreich zu bleiben.<ref name="FF8" /> In Montpellier entwickelte Giroud sich auf Anhieb zum Stammspieler und Leistungsträger (zwölf Punktspieltreffer in seiner ersten Saison). Zwölf Monate später hatte er es auf 21 Tore gebracht und war damit der erfolgreichste Torjäger der Ligue 1. Im selben Jahr gewann er mit Montpellier zudem den französischen Meistertitel.

Giroud in der Premier League

Zur Saison 2012/13 verpflichtete der FC Arsenal Giroud.<ref>https://web.archive.org/web/20120627181513/http://www.arsenal.com/news/news-archive/olivier-giroud-agrees-deal-to-join-arsenal</ref> Am ersten Spieltag gab er sein Debüt für Arsenal, als er gegen den FC Sunderland für Lukas Podolski eingewechselt wurde. Sechs Wochen später erzielte er mit dem 1:1-Ausgleich im Stadtderby gegen West Ham United sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber und gab auch noch die Vorlage zur 2:1-Führung durch Theo Walcott. Im Sommer 2017 bekam er in Alexandre Lacazette einen französischen Konkurrenten auf seiner Position als Sturmspitze; Giroud war bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Doch als Arsenal Ende Januar 2018 mit Pierre-Emerick Aubameyang einen weiteren Angreifer verpflichtete, wechselte er zum Lokalrivalen FC Chelsea.

Datei:Olivier Giroud 2012.JPG
Giroud beim FC Arsenal (2012)

Das von Arsenal und Borussia Dortmund favorisierte „Koppelgeschäft“ des Aubameyang-Transfers, wonach Giroud an die Dortmunder hätte ausgeliehen werden sollen, lehnte dieser trotz eines eigener Aussage zufolge erstklassigen finanziellen Angebots aufgrund der kurzen Vertragslaufzeit und der Tatsache, dass er und seine Familie sich in England sehr wohl fühlen, ab.<ref>Interview „Je voulais redevenir heureux“ in France Football vom 20. Februar 2018, S. 36–41, hier insbesondere S. 37/38</ref> Von den Blues wurde er mit den Worten angekündigt, er sei „tödlich mit dem Kopf und chirurgisch mit seinen Füßen“.<ref>Zitat nach „Giroud unterschreibt bei Chelsea“ vom 31. Januar 2018 bei chelseafc.com</ref> Der Vertrag wurde später bis 2020 verlängert.<ref>Chelsea FC (Hrsg.): Olivier Giroud signs contract extension with Chelsea. In: FC Chelsea (Internetseite des englischen Klubs). 21. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ende Mai 2019 gewann er mit den Londonern das Europa-League-Finale gegen seinen Ex-Klub; in diesem Wettbewerb wurde er mit elf Treffern – einer davon im Endspiel – bei 14 Einsätzen zudem Torschützenkönig.<ref>Torschützenliste der Europa-League-Saison 2018/19 bei uefa.com</ref> In der Wechselperiode (Januar 2020) verdichteten sich dennoch die Anzeichen dafür, dass Giroud die Stamford Bridge vorzeitig verlässt; mit Inter Mailand gab es bereits konkrete Verhandlungen, ehe Manager Frank Lampard einen Schlussstrich zog und eine vorzeitige Vertragsauflösung kategorisch ausschloss.<ref>Artikel „Eine vertane Wechselperiode und ein Nationalelfplatz in Gefahr – oder auch nicht“ vom 31. Januar 2020 bei francefootball.fr</ref> Und da der Sturmführer Anfang 2020 vor der Ligaunterbrechung aufgrund der Coronavirus-Pandemie auch weiter wichtige Treffer für die Blues erzielte – so gegen Tottenham Hotspur und, im FA Cup, den FC Liverpool –, zog der Verein die Option für eine Vertragsverlängerung bis zum Sommer 2021, obgleich er mit Hakim Ziyech und Timo Werner auch zwei neue, jüngere Angreifer verpflichtete. Lampard begründete dies mit den Worten „Seit ich wieder bei Chelsea bin, war Olivier als Profi und als Mensch brillant. Er hilft der Mannschaft sowohl auf dem Platz wie außerhalb des Spielfelds“.<ref>Artikel „Giroud: Vertragsoption gezogen“ vom 20. Mai 2020 bei chelseafc.com</ref>

Im Dezember 2020 erzielte Giroud bei dem mit 4:0 gewonnenen Champions-League-Spiel beim FC Sevilla alle vier Treffer, was zuvor noch keinem anderen Chelsea-Spieler in einem europäischen Vereinswettbewerb gelungen war.<ref>Der Spiegel: Champions League: Plötzlich trifft Griezmann für Barça - Olivier Giroud mit vier Toren - Der Spiegel - Sport. Abgerufen am 3. Dezember 2020.</ref> Gut zwei Monate später und dann unter dem Lampard-Nachfolger Thomas Tuchel bedeutete sein per Fallrückzieher erzieltes Tor im Achtelfinal-Hinspiel bei Atlético Madrid zugleich den Endstand der Begegnung.<ref>Artikel „Ein Tor vom Himmel“ vom 24. Februar 2021 bei spiegel.de</ref> Chelsea zog ins Finale ein, in dem die Londoner Manchester City mit 1:0 besiegten. Giroud kam im Finale nicht zum Einsatz, war jedoch mit sechs Treffern erfolgreichster Schütze von Chelsea des Turniers.

Giroud ist von Haus aus ein Linksfuß, der aber auch etliche seiner Tore mit rechts erzielt hat. Für seine Körperlänge gilt er als technisch überdurchschnittlich stark; zudem gewann er beispielsweise in der Saison 2011/12 71 % seiner Kopfballduelle – die allermeisten davon im Mittelfeld bei der Annahme beziehungsweise Weiterleitung von langen Pässen aus der eigenen Abwehr –, während er in der Nähe des gegnerischen Tores den Ball bevorzugt mit den Füßen spielt (2011/12 lediglich ein Punktspieltreffer per Kopf).<ref>Siehe die detaillierten Statistiken im Artikel „Giroud, Monsieur Plus“ in France Football vom 22. Mai 2012, S. 14/15</ref> Ende 2017 hat France Football seine Stärken und Schwächen im Vergleich mit dem fünf Jahre jüngeren Lacazette analysiert. Demnach zeichnet ihn neben seinen Torjägerqualitäten insbesondere aus, dass er aufgrund seiner körperlichen Präsenz (1,93 m, 92 kg) eine gegnerische Abwehr über 90 Minuten beschäftigen und ermüden kann, im Strafraum ein nahezu blindes Wissen um die Laufwege seiner Mitspieler – und die technischen Fähigkeiten, diese zu bedienen – hat sowie seine Bereitschaft, bei gegnerischen ruhenden Bällen nahe dem eigenen Tor auch regelmäßig defensiv auszuhelfen.<ref>Artikel „Womit Giroud und Lacazette der Nationalmannschaft jeweils von Nutzen sein können“ vom 13. November 2017 bei francefootball.fr</ref>

Datei:Bournemouth 2 Chelsea 2 (49617102473).jpg
Giroud im Trikot des FC Chelsea (2020)

Dass Giroud auch schon während des Jahres 2019 bei Chelsea immer weniger Einsatzzeiten bekam, in der Nationalmannschaft hingegen nahezu unverzichtbar ist, erklärte Robert Pires, der ihn beim FC Arsenal kennengelernt hat:<ref name="Unsinkbar">Artikel „Olivier Giroud, der Unversenkbare“ vom 13. November 2019 bei francefootball.fr</ref>

„Er widersteht allen Stürmen, selbst einem Hurrikan der Stärke 5, [denn] er ist fest im Boden verwurzelt. Er kennt seine Stärken, seine Schwächen und hat kein Problem damit, nicht von jedermann geschätzt zu werden. … Er spielt leistungsstark und effizient, hat seine Ziele fest im Blick, [und selbst wenn er] kritisiert wird, akzeptiert er dies, allerdings auch immer mit einem feinen Lächeln.“

Diese Einstellung begründet der Trainer Guy Stéphan damit, dass der Stürmer an Kritik wachse, weil er „schon immer kämpfen musste. Das ist ein Bestandteil seiner Geschichte. Wer hätte 2010 an eine solche Karriere geglaubt?“<ref name="Unsinkbar" />

AC Mailand

Nach neun Jahren in England wechselte Giroud zur Saison 2021/22 in die italienische Serie A zur AC Mailand, bei der er sich bis 2023 verpflichtete<ref>OFFICIAL STATEMENT: OLIVIER GIROUD The French striker has signed a contract with the Rossoneri, acmilan.com, 17. Juli 2021, abgerufen am 17. Juli 2021.</ref> und in einem Aufgebot unter anderem mit Zlatan Ibrahimović steht. Im April 2023 verlängerte er seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis Sommer 2024.<ref>"Milan war in meiner Jugend mein Lieblingsverein": Giroud bleibt ein Rossonero. Abgerufen am 20. April 2023.</ref> In seinem ersten Heimspiel für seinen neuen Verein erzielte Giroud gegen Cagliari Calcio gleich zwei Tore.<ref>Giroud feiert erstes Tor und Doppelpack vom 29. August 2021 bei kicker.de</ref> Als der Angreifer im Februar 2022 mit zwei Treffern das prestigeträchtige Derby della Madonnina gegen Inter Mailand entschied, machte der Altinternationale Bixente Lizarazu sich öffentlich dafür stark, ihn wieder in die Nationalelf zu berufen.<ref>Artikel Lizarazus starke Forderung nach Giroud vom 6. Februar 2022 bei football365.fr</ref> Am letzten Spieltag im Mai 2022 sicherte der Stürmer seiner Mannschaft mit zwei weiteren Treffern den Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem Lokalrivalen und damit den italienischen Meistertitel.<ref>Artikel Mit Nachdruck Meister! Milan rast zum ersten Scudetto nach elf langen Jahren vom 22. Mai 2022 bei kicker.de</ref> Die folgende Spielzeit schloss Milan als Tabellenvierter ab, wozu Giroud an der Seite von Rafael Leão 13 Tore beigetragen hatte. In den ersten drei Punktspielen der Saison 2023/24 stand er jeweils in der Startelf und traf darin viermal, dreimal davon per Strafstoß.<ref>Zu gut und nach Gelb-Rot standhaft: Milan schlägt auch bei der Roma zu vom 1. September 2023 bei kicker.de</ref>

Los Angeles FC

Zum 1. Juli 2024 wechselte Giroud in die Major League Soccer zum Los Angeles FC. Der 37-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2025 mit der Option auf ein weiteres Jahr.<ref>LAFC Signs France Football Legend Oliver Giroud, lafc.com, 14. Mai 2024, abgerufen am 8. Juni 2024.</ref> Mit dem Gewinn des Lamar Hunt U.S. Open Cup im September 2024 gelang es ihm, auch in Nordamerika einen Titel zu erringen. Im Finale gegen Sporting Kansas City gelang ihm mit dem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 sein zweiter Pflichtspieltreffer für seinen neuen Arbeitgeber.<ref>Champions! LAFC win US Open Cup over Sporting Kansas City. In: mlssoccer.com. 26. September 2024, abgerufen am 17. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seinen ersten Treffer für den LAFC erzielte Giroud zuvor im Finale des Leagues Cup gegen die Columbus Crew, welches allerdings mit 1:3 verloren wurde. Im Sommer 2025 wurde sein Vertrag in Los Angeles aufgelöst.<ref>LAFC And Olivier Giroud Mutually Agree To Part Ways | Los Angeles Football Club. Abgerufen am 1. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

OSC Lille

Im Juli 2025 wechselte er zurück nach Frankreich, wo er sich dem OSC Lille anschloss.<ref>Meilleur buteur de l’Histoire des Bleus, Olivier Giroud est un Dogue ! | LOSC. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juli 2025; abgerufen am 2. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der Nationalmannschaft

Als B-Jugendlicher nahm Olivier Giroud an mehreren Sichtungslehrgängen für die Jahrgangsnationalauswahl teil, fand aber keine Berücksichtigung.<ref>„Au-delà du miroir“, S. 10</ref> Anfang November 2011 wurde er erstmals vom Nationaltrainer Laurent Blanc für die A-Nationalmannschaft Frankreichs nominiert, der den bereits 25-Jährigen in den beiden Begegnungen gegen die USA und Belgien auch einwechselte. Seinen ersten Treffer im Nationaldress erzielte er am 29. Februar 2012 beim 2:1-Sieg in Bremen gegen Deutschland. Blanc berief den Angreifer, der auch ein uneigennütziger Torvorbereiter ist, in das französische Europameisterschaftsaufgebot 2012 und wechselte ihn dort in drei der vier Spiele Frankreichs ein. Dabei gelang Giroud, dessen Mannschaft im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger und späteren Europameister Spanien ausschied, kein Tor.

Unter Blancs Nachfolger Didier Deschamps wurde der Angreifer im Herbst 2013 wiederholt anstelle von Karim Benzema als Sturmspitze in der Startelf nominiert; dabei erzielte er in den beiden Matches im Oktober prompt drei Tore für die Bleus. Im Mai 2014 wurde er von Deschamps in den französischen Kader für die Weltmeisterschaftsendrunde in Brasilien berufen und kam dort in sämtlichen fünf Begegnungen der Franzosen zum Einsatz, dreimal allerdings nur als Einwechselspieler. Er stand 2016 auch im französischen Aufgebot für die Europameisterschaft im eigenen Land; im Eröffnungsspiel des Turniers erzielte er Frankreichs ersten Treffer beim 2:1 über Rumänien. Seine drei Tore plus zwei Assists bei dieser EM bescherten ihm die Auszeichnung mit dem Bronzenen Schuh der UEFA.

Auch bei der WM 2018 stand Giroud in Deschamps’ Kader, wurde in sämtlichen französischen Spielen eingesetzt und gewann mit Frankreich den Weltmeistertitel. Wenngleich er bei diesem Turnier keinen Treffer erzielte, betonte der Nationaltrainer während und nach dem Wettbewerb die Bedeutung des Angreifers:<ref>Artikel „Didier Deschamps vor Frankreich gegen die Niederlande“ vom 8. September 2018 bei francefootball.fr</ref> „Er weist ein anderes Spielverständnis auf. Er öffnet anderen den Raum, Tore zu schießen. Wenn er nicht dabei ist, merkt man umso mehr, wie nützlich er ist.“ Und nach den ersten EM-Qualifikationsspielen im März 2019, in denen Giroud auch wieder als Torschütze in Erscheinung getreten war, erklärte France Football ihn zu einem der großen Gewinner im blauen Trikot, der „seine Kritiker einmal mehr zum Schweigen gebracht“ habe.<ref>„Gewinner und Verlierer der französischen Elf“ vom 26. März 2019 bei francefootball.fr</ref> Das Fachblatt wies zudem darauf hin, dass unter seinen sechs Toren in neun dieser Begegnungen drei spielentscheidende Treffer gegen Island, die Türken und Moldawien gewesen sind.<ref>„Die Noten für Frankreich gegen Moldawien“ vom 15. November 2019 bei francefootball.fr</ref>

Datei:Olivier Giroud 2018.jpg
Giroud als Nationalspieler (2018)

Das Konkurrenzverhältnis auf der Mittelstürmerposition zwischen Giroud und Benzema, den Deschamps zwischen 2015 und 2021 nicht mehr berücksichtigt hatte, beschäftigte in dieser Zeit wiederholt die Öffentlichkeit. So machte France Football sich bereits 2017 für Benzemas Rückkehr zu den Bleus stark; das Fachblatt argumentierte, er sei im Verein immer noch der eindeutig beste und erfolgreichste aktive Stürmer Frankreichs, trüge gerne wieder den blauen Dress, die Justiz habe ihn mittlerweile „sozusagen weißgewaschen“ und auch Verbandspräsident Noël Le Graët halte seine Berücksichtigung nunmehr wieder für akzeptabel – alleine der Nationaltrainer sei nicht bereit, in dieser Frage über seinen Schatten zu springen.<ref>Artikel „Deschamps: Achtung, Baustellen voraus!“ in France Football vom 3. Oktober 2017, hier Seite 22/23</ref> Der Madrilene fachte die Diskussion im März 2020 mit seiner über Instagram verbreiteten Erklärung, was er von seinem Nachfolger halte, erneut an: Zwar erkenne er an, dass Giroud „von einem gewissen Nutzen [sei], weil er sich nicht scheut, im Kohlenkeller zu arbeiten“. Aber er stelle sich die Frage, ob die Zuschauer diese Spielweise liebten; und ohnehin sei der Vergleich Girouds mit ihm so, als ob man „die Formel 1 mit einem Gokart vergleiche, um anzufügen „Ich weiß, dass ich die Formel 1 bin“.<ref>Artikel „Karim Benzema über Olivier Giroud“ vom 29. März 2020 bei lequipe.fr</ref> Giroud widmet diesem Thema in seiner Autobiographie einen längeren Abschnitt; darin verliert er kein schlechtes Wort über den Kontrahenten, den er „als Mensch und als Spieler mit unleugbaren Qualitäten respektiert“.<ref>Olivier Giroud, Toujours y croire (2023), S. 150–154, Zitat auf S. 153 f.</ref>

Bei der Europameisterschaft 2021 standen beide Sturmspitzen im französischen Aufgebot. Giroud kam nur noch zu zwei Kurzeinsätzen und erzielte dabei aus dem Spiel heraus keinen Treffer; allerdings verwandelte er im entscheidenden Elfmeterschießen des Achtelfinals gegen die Schweiz sicher. Neun Monate später berief Deschamps Giroud wieder in sein Aufgebot, wenn auch erst, nachdem Benzema verletzungsbedingt abgesagt hatte;<ref>Meldung „Giroud anstelle von Benzema“ vom 19. März 2022 bei lequipe.fr</ref> gegen die Elfenbeinküste in der Startelf, wies der Angreifer mit dem Ausgleichstor umgehend seinen Wert nach und erzielte auch vier Tage später gegen Südafrika einen Treffer. In der Folge zählte der inzwischen 36-Jährige Ende 2022 auch zum Aufgebot bei der Weltmeisterschaft in Katar, wo er mit den Franzosen Vizeweltmeister und zudem drittbester Torschütze des Turniers wurde. Benzema hatte zu diesem Zeitpunkt seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalelf erklärt. Ebenso gehörte Giroud im November 2023 zu Deschamps’ 23er-Kader für zwei EM-Qualifikationsspiele, in denen er zwei weitere Tore schoss.

Aufnahme in den „Hunderterklub“ fand Giroud exakt eine Woche nach seinem 34. Geburtstag. In diesem Spiel gegen die Ukraine übertrug Trainer Deschamps ihm die Rolle des Mannschaftskapitäns, der Jubilar erzielte zudem zwei Tore; damit überholte er Michel Platini als zweiterfolgreichsten Torjäger der französischen Länderspielgeschichte. Beim ersten Weltmeisterschaftsspiel 2022 schoss er wiederum zwei Treffer und zog dadurch mit Thierry Henry, dem bis dahin erfolgreichsten Schützen in der Geschichte der Bleus, gleich; mit einem weiteren Tor im WM-Achtelfinale setzte er sich alleine an die Spitze dieser Wertung. Außerdem ist Giroud hinter Hugo Lloris und Lilian Thuram der Franzose mit den drittmeisten Länderspieleinsätzen (Stand: 25. Juni 2024).

Nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Europameisterschaft 2024 gegen Spanien beendete Olivier Giroud seine Nationalmannschaftskarriere, während der er in 137 Spielen 57 Tore für Frankreich geschossen hat;<ref>Keystone-SDA: Olivier Giroud (37) will Länderspiel-Karriere nach EM beenden. Abgerufen am 11. Juli 2024.</ref> darunter waren elf Doubles und (2017) ein Triple.<ref>Siehe die Auflistung von Girouds Toren vom 8. Oktober 2020 bei francefootball.fr</ref>

Persönliches

Im Mai 2012 ließ sich Giroud für die Titelseite der Homophilen-Zeitschrift Têtu fotografieren und begründete dies damit, er wolle so „dazu beitragen …, etwas an der Sichtweise und an den Mentalitäten [zu] ändern“.<ref>Der Spiegel vom 26. Mai 2012, S. 148; dazu die <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ankündigung des Juni-2012-Hefts (Memento vom 17. Juni 2012 im Internet Archive) auf der Seite tetu.com</ref> Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.<ref>Interview mit Olivier Giroud in France Football vom 28. März 2017, S. 22–27, hier S. 27; Olivier Giroud, Toujours y croire (2023), S. 88.</ref> 2020 veröffentlichte er eine Autobiografie, deren Titel „Toujours y croire“ („[Man muss] Immer daran glauben“) kennzeichnend für seinen sportlichen Werdegang ist, über den er rückblickend feststellt:<ref>Zitat aus der Verlagsankündigung seines Buches bei lisez.com</ref>

„Ich musste mich gegen Widerstände behaupten. Meine Karriere war davon gezeichnet, dass ich immer etwas beweisen musste. Dass ich meine Stellung verdient habe. Dass ich zurecht auf meiner Position oder in einer Mannschaft stehe. Manchmal hatte ich das Gefühl, das Leben sei ungerecht, aber ich habe nie aufgegeben.“

Einen nicht unerheblichen Teil dieser Kraft bezieht er aus seinem Glauben.<ref>Olivier Giroud, Toujours y croire (2023), S. 47–57 und 179</ref>

Palmarès

Datei:France champion of the Football World Cup Russia 2018.jpg
Giroud mit dem WM-Pokal (2018)

Nationalmannschaft

Vereine

International
Frankreich
England
Italien
USA

Persönliche Auszeichnungen

Rekorde

  • Erfolgreichster Torschütze in der französischen Länderspielgeschichte

Literatur

  • Olivier Giroud (u. M. v. Dominique Rouch): Toujours y croire. Plon, Paris 2023 (zuerst 2020), ISBN 978-2-259-28328-1

Weblinks

Commons: Olivier Giroud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

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Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Weltmeister-Kader Frankreichs 2018<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

UEFA-Cup

1972: Ludwig Bründl | 1973: Jupp Heynckes / Jan Jeuring | 1974: Lex Schoenmaker | 1975: Jupp Heynckes | 1976: Ruud Geels | 1977: Stan Bowles | 1978: Raimondo Ponte / Gerrie Deijkers | 1979: Allan Simonsen | 1980: Dieter Hoeneß / Harald Nickel | 1981: John Wark | 1982: Torbjörn Nilsson | 1983: Alain Giresse / Erwin Vandenbergh | 1984: Tibor Nyilasi | 1985: József Szabó / Edin Bahtić | 1986: Klaus Allofs | 1987: Peter Houtman / Wim Kieft / Paulinho Cascavel / Jari Rantanen | 1988: Kenneth Brylle / Dimitrios Saravakos / Kálmán Kovács | 1989: Torsten Gütschow | 1990: Falko Götz / Karl-Heinz Riedle | 1991: Rudi Völler | 1992: Dean Saunders | 1993: Gérald Baticle | 1994: Dennis Bergkamp / Edgar Schmitt | 1995: Ulf Kirsten | 1996: Jürgen Klinsmann | 1997: Maurizio Ganz | 1998: Stéphane Guivarc’h | 1999: Enrico Chiesa | 2000: Darko Kovačević | 2001: Goran Drulić / Javi Moreno / Marcin Kuźba / Demis Nikolaidis | 2002: Pierre van Hooijdonk | 2003: Derlei | 2004: Sonny Anderson / Didier Drogba / Mateja Kežman / Alan Shearer | 2005: Alan Shearer | 2006: Matías Delgado | 2007: Walter Pandiani | 2008: Luca Toni / Pawel Pogrebnjak | 2009: Vágner Love

Europa League

2010: Óscar Cardozo / Claudio Pizarro | 2011, 2012: Falcao | 2013: Libor Kozák | 2014: Jonatan Soriano | 2015: Alan / Romelu Lukaku | 2016: Aritz Aduriz | 2017: Edin Džeko / Giuliano | 2018: Aritz Aduriz / Ciro Immobile | 2019: Olivier Giroud | 2020: Bruno Fernandes | 2021: Borja Mayoral / Gerard Moreno / Pizzi / Yusuf Yazıcı | 2022: James Tavernier | 2023: Victor Boniface / Marcus Rashford | 2024: Pierre-Emerick Aubameyang | 2025: Bruno Fernandes / Kasper Høgh / Ayoub El Kaabi

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1933: Walter Kaiser / Robert Mercier | 1934: István Lukács | 1935: André Abegglen | 1936: Roger Courtois | 1937: Oskar Rohr | 1938: Jean Nicolas | 1939: Roger Courtois / Désiré Koranyi | 1939–1945 keine offizielle Meisterschaft | 1946: René Bihel | 1947: Pierre Sinibaldi | 1948: Jean Baratte | 1949: Jean Baratte / Josef Humpál | 1950: Jean Grumellon | 1951: Roger Piantoni | 1952, 1953: Gunnar Andersson | 1954: Édouard Kargulewicz | 1955: René Bliard | 1956, 1957: Thadée Cisowski | 1958: Just Fontaine | 1959: Thadée Cisowski | 1960: Just Fontaine | 1961: Roger Piantoni | 1962: Sékou Touré | 1963: Serge Masnaghetti | 1964: Ahmed Oudjani | 1965: Jacques Simon | 1966: Philippe Gondet | 1967: Hervé Revelli | 1968: Étienne Sansonetti | 1969: André Guy | 1970: Hervé Revelli | 1971, 1972, 1973: Josip Skoblar | 1974: Carlos Bianchi | 1975: Delio Onnis | 1976, 1977, 1978, 1979: Carlos Bianchi | 1980: Delio Onnis / Erwin Kostedde | 1981, 1982: Delio Onnis | 1983: Vahid Halilhodžić | 1984: Delio Onnis / Patrice Garande | 1985: Vahid Halilhodžić | 1986: Jules Bocandé | 1987: Bernard Zénier | 1988, 1989, 1990, 1991, 1992: Jean-Pierre Papin | 1993: Alen Bokšić | 1994: Roger Boli / Youri Djorkaeff / Nicolas Ouédec | 1995: Patrice Loko | 1996: Sonny Anderson | 1997, 1998: Stéphane Guivarc’h | 1999: Sylvain Wiltord | 2000, 2001: Sonny Anderson | 2002: Djibril Cissé / Pauleta | 2003: Shabani Nonda | 2004: Djibril Cissé | 2005: Alexander Frei | 2006, 2007: Pauleta | 2008: Karim Benzema | 2009: André-Pierre Gignac | 2010: Mamadou Niang | 2011: Moussa Sow | 2012: Olivier Giroud / Nenê | 2013, 2014: Zlatan Ibrahimović | 2015: Alexandre Lacazette | 2016: Zlatan Ibrahimović | 2017, 2018: Edinson Cavani | 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024: Kylian Mbappé | 2025: Ousmane Dembélé / Mason Greenwood Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1934J. Nicolas | 1935J. Nicolas | 1936J. Nicolas | 1937Spechtl | 1938Lamanna | 1939Newell / Planquès | 1939–1945 keine offizielle Meisterschaft | 1946Campiglia | 1947Humpál | 1948Arnaudeau | 1949Libar | 1950Haan | 1951Cisowski | 1952Jönsson | 1953Mellberg | 1954Courteaux | 1955Van Rhijn | 1956Van Rhijn | 1957Devlaminck | 1958Jönsson | 1959Van Rhijn | 1960Corbel | 1961Koza | 1962Masnaghetti | 1963Gianella | 1964Soukhane | 1965Grochulski | 1966Ferrazzi | 1967Sansonetti | 1968Bonnet | 1969Grizzetti | 1970R. Blanc | 1971Triantafilos / R. Blanc / Koum | 1972Pleimelding / Yegba Maya / Molitor | 1973Faber / Tonnel | 1974Wilczek / Combin | 1975Tripp / Martínez | 1976Antić / Berdoll | 1977Onnis / Gemmrich | 1978Giudicelli / Garnier / Dossevi | 1979Trivino / Martet | 1980Polaniok / Ferrigno / Vergnes / Pintenat | 1981Pintenat / Campagnac | 1982Pascal / Olarević / Ouattara | 1983Lubański / Dalger | 1984Relmy / Da Fonseca | 1985Eriksen / Domínguez | 1986Valadier / Kabongo | 1987Kurbos / N’Gouete | 1988Orts / Paille/Martet | 1989Cabañas / Langers | 1990Monczuk / Orts | 1991Monczuk / Lagrange | 1992Orts / Monczuk | 1993Priou / Orts | 1994Le Saux | 1995Cascarino | 1996Cascarino | 1997S. Michel | 1998Ray | 1999H. Diallo | 2000A. Traoré | 2001dos Santos | 2002H. Diallo | 2003Fauré | 2004Suarez | 2005Koné | 2006Lesage / Savidan | 2007Lesage / K. Traoré | 2008Hoarau | 2009Thil | 2010Giroud | 2011Ribas | 2012Fauré | 2013Yatabaré | 2014Delort / Duhamel | 2015Le Bihan | 2016Diédhiou | 2017Niane | 2018Bozok | 2019Charbonnier | 2020Kadewere | 2021Bayo | 2022Healey | 2023Mikautadze | 2024Mendy | 2025Kroupi

Von 1971 bis 1993 sind die erfolgreichsten Schützen der jeweiligen Zweitliga-Staffeln angegeben.

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