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Lungerersee

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Lungerersee
Datei:Aerial image of Lake Lungern (view from the southwest).jpg
Der Lungerersee von Südwesten aus der Luft gesehen
Geographische Lage Obwalden, Schweiz
Zuflüsse Lauibach, Eibach, (Melchaa)
Abfluss Sarner Aa
Orte am Ufer Lungern
Daten
Koordinaten 655320 / 183737Koordinaten: 46° 48′ 9″ N, 8° 9′ 48″ O; CH1903: 655320 / 183737
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Höhe über Meeresspiegel 689 m ü. M.<ref name="bafu" />
Fläche Vorlage:Mass<ref name="bafu">Seen (Bundesamt für Umwelt BAFU). Abgerufen am 18. Januar 2020.</ref>
Umfang 10,317 km<ref name="bafu" />
Maximale Tiefe 68 m<ref name="bafu" />

Besonderheiten

Naturstausee

Datei:Karte Lungerersee.png

Der Lungerersee, auch Lungernsee, seltener Lungerensee geschrieben, ist ein Naturstausee im Schweizer Kanton Obwalden. Der See kann vom Brünigpass oder von Luzern her durch das Sarneraatal erreicht werden. An dem See liegen der Ort Lungern sowie dessen Ortsteile Kaiserstuhl-Bürglen und Obsee.

Geschichte

Um Neuland für die über wenig Kulturland verfügende Gemeinde zu erhalten, wurde bereits um 1700 die Idee diskutiert, den See abzusenken. Im 18. Jahrhundert wurde dann die Tieferlegung des Sees in Angriff genommen. Das Dorf war gespalten in die Ablehner und Befürworter der Absenkung, die «Nassen» und die «Trockenen». Es dauerte von 1790 bis 1836, bis nach mühevoller Arbeit ein 420 Meter langer Stollen fertiggestellt war.<ref>Die «Nassen» und die «Trockenen», Zusatz zu dem Artikel <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stabiler Lungerersee-Spiegel ist möglich (Memento vom 18. März 2012 auf WebCite), Artikel der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung vom 2. Mai 2011. Archiviert von der originalen Online-Version am 18. März 2012.</ref> Mit dessen Hilfe wurde der See von seinem ursprünglichen Niveau von 675 m ü. M. auf 657 m ü. M. gesenkt. Damit konnten 170 ha Land gewonnen werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lungerer feiern ihren See, Erinnerung an Tieferlegung vor 175 Jahren (Memento vom 18. März 2012 auf WebCite), Artikel der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung vom 10. Januar 2011. Archiviert von der originalen Online-Version am 18. März 2012.</ref> Zum 175-jährigen Jubiläum dieses Ereignisses drehten Luke Gasser und Riodi Gasser den Dokumentarfilm «Härdepfel im See».<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mit dem Härdepfel Kinotüren öffnen, Lungern feierte 175 Jahre Seeabsenkung (Memento vom 18. März 2012 auf WebCite), Artikel der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung vom 13. September 2011. Archiviert von der originalen Online-Version am 18. März 2012.</ref>

Im Jahr 1921, also nur 85 Jahre später, wurde der See für den Betrieb eines Elektrizitätswerkes erneut gestaut, und das zusätzliche Land ging wieder verloren, siehe auch den Abschnitt Tieferlegung des Lungernsees im Artikel über Lungern. Der Bau des Stauwerks erfolgte in zwei Etappen. Baubeginn war 1921, erster Aufstau im Herbst 1921 und die Betriebsaufnahme 1922. 1926 erfolgte in der zweiten Etappe der Aufstau auf das heutige Niveau.

Im März 1999 wurden zwei in Ölfässern einzementierte Leichen bei Niedrigwasser am Ufer gefunden. Der Mörder aus der Westschweiz wusste nicht, dass im Winter der Seepegel tiefer ist und damit ein breiter Uferstreifen nicht mehr unter Wasser steht.

Tourismus

Der See wird als «Fischerparadies» vermarktet.<ref>Website Fischerparadies Lungern der Lungerersee AG</ref> In Lungern gibt es ein Seebad und eine Segelschule. Am Südende des Sees liegt direkt am See ein Campingplatz. 2004 gab es Pläne, im See eine Wasserskilift-Anlage für Wakeboarder zu erstellen, um den Tourismus in der Region zu beleben. Die Pläne wurden jedoch nicht verwirklicht. Nachteilig für die touristische Nutzung des Sees ist, dass wegen der Stromproduktion der Wasserpegel im Winter um einiges tiefer liegt. An der Kantonsstrasse zum Brünigpass befindet sich beim Chälrütirank eine Aussichtsstelle, von der aus der See und weite Teile des Sarneraatals bis zum Pilatus und Lopper zu sehen sind.

Nutzung zur Elektrizitätsgewinnung

Der Lungerersee wird seit der Aufstauung 1921 zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Nach 190 Metern Nettogefälle treibt das Wasser des Stausees im Kraftwerk Unteraa (ehemals Lungererseewerk) in Giswil drei Turbinen an, die Strom für das öffentliche Stromnetz und zum Betrieb der Zentralbahn erzeugen. Eine vierte Turbine turbiniert das Wasser der Melchtäler im sogenannten Gegendruckbetrieb resp. Siphonbetrieb in den Lungerersee. Aufgrund des geringeren Zuflusses im Winter sinkt der Wasserstand im Lungerersee bis zu 40 Meter ab und steigt im Frühjahr mit der Schneeschmelze wieder an. In den Wintermonaten wird das Nutzgefälle in der Maschinengruppe 4 entsprechend dem tieferen Seestand sogar erhöht und damit mit dem gleichen Betriebswasser wertvolle Mehrenergie erzeugt. In dem Konzessionsvertrag<ref>GDB 752.51 – Konzession zur Ausnützung der Wasserkräfte des Lungerersees sowie der Kleinen und Grossen Melchaa (PDF; 248 kB) vom 12. Juli 1983</ref> für das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) ist festgelegt, dass der Seepegel zwischen 648,74 und 688,74 Meter liegen muss, wobei in den Sommermonaten ein Pegel zwischen 687,50 und 688,50 Meter einzuhalten ist. Bei einer Verletzung der Pegel muss das Elektrizitätswerk Obwalden eine Busse bezahlen.

Bilder

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Schweizer Seen mit einer Fläche von über 1 km² (ohne künstliche Speicherseen):

Ägerisee | Baldeggersee | Bielersee | Bodensee | Brienzersee | Genfersee | Greifensee | Hallwilersee | Lac de Joux | Lago di Poschiavo | Lago Maggiore | Lauerzersee | Luganersee | Lungerersee | Murtensee | Neuenburgersee | Oeschinensee | Pfäffikersee | Sarnersee | Sempachersee | Silsersee | Silvaplanersee | Thunersee | Vierwaldstättersee | Walensee | Zugersee | Zürichsee Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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