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Elina Duni

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Datei:Elina Duni & Rob Luft 11.jpg
Elina Duni auf dem INNtöne Jazzfestival 2020

Elina Duni (* 10. März 1981 in Tirana) ist eine albanisch-schweizerische Jazzsängerin. Mit ihrem Quartett interpretiert sie Volkslieder vom Balkan mit den Stilmitteln des modernen Jazz.<ref name="bio" />

Leben

Als Tochter von zwei Künstlern – der Schriftstellerin Bessa Myftiu und des aus dem südalbanischen Dorf Dhërmi stammenden Regisseurs Spiro Duni – stand Elina im kommunistischen Albanien bereits mit fünf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Das Kind lernte Geige und hatte Auftritte in Rundfunk und Fernsehen. Die Eltern liessen sich scheiden, und 1991 übersiedelte Elina mit ihrer Mutter in die Schweiz. Sie lebte für zehn Monate in Luzern, danach in Genf, wo sie im Klavierspiel am Conservatoire de musique de Genève ausgebildet wurde; am Collège de Saussure entdeckte sie den Jazz. Nach dem Schulabschluss im Jahr 2000 beteiligte sie sich an mehreren Film-, Theater- und Jazzprojekten in Albanien und in der Schweiz.<ref name="bio" /><ref name="ta" /><ref name="sz" /><ref name="sf" />

Von 2004 bis 2008 studierte Duni Gesang und Komposition an der Hochschule der Künste Bern. In dieser Zeit gründete sich auch das Elina Duni Quartet bestehend aus Colin Vallon (Klavier), Bänz Oester (Bass) und Norbert Pfammatter (Schlagzeug). Vallon hatte sie dazu bewegt, Lieder aus ihrer Heimat zu spielen – die ihr aber aus der Kindheit kaum vertraut waren, da die Eltern die vom kommunistischen System propagierte Volksmusik verachteten.<ref name="bio" /><ref name="ta" /><ref name="sf" />

Geprägt wird die Musik des Quartetts – bei dem seit 2012 Patrice Moret Bass spielt – von Dunis Gesang.<ref name="nzz" /> Im Jahr 2008 veröffentlichte die Band die erste CD und tourte durch halb Europa. Sie spielten auch beim Jazz Festival Willisau sowie beim Grenoble Jazz Festival.<ref name="bio" /> Die dritte CD des Quartetts Matanë Malit, die 2012 erschien, wurde vom Plattenlabel ECM produziert, ebenso die 2015 erschienene CD Dallëndyshe.<ref>Elina Duni. In: ECM Records. Abgerufen am 1. Februar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2014 erschien im Kosovo und in Albanien Dunis Soloalbum Muza e Zezë („die schwarze Muse“), auf dem sie sich als Singer-Songwriter vorstellte.

Daneben beteiligt sich Duni auch bei anderen Bands. Mit der albanischen Elektro-Avantgarde-Pop-Band Retrovizorja entstand die CD Lakuriq, und Duni ist als Gast auf André Manoukians Melanchology zu hören. Weiter realisiert sie verschiedene Soloprojekte.<ref name="nzz2" /> Auf ihrem Soloalbum Partir aus 2018 singt sie in neun verschiedenen Sprachen, darunter Schwyzerdütsch, Italienisch und Albanisch.

Mit dem Bandprojekt Aksham verwirklichte sie seit 2018 in Quintettbesetzung eine Konvergenz von temperiertem Jazz und Dichtung. Gesungen wird auf Englisch und Französisch. Die dichterischen Texte stammen von James Joyce, Paul Verlaine und ihr selbst. Ein erstes gleichnamig getiteltes Album kam 2019 auf Nome heraus. Die Kompositionen sind teils von der ganzen Band erarbeitet, stammen meist von Duni, Pianist Marc Perrenoud oder Trompeter David Enhco.<ref>Aksham Projekt, abgerufen am 2. September 2019.</ref> Ein Auftritt mit dem Albummaterial wurde auf dem Cully Jazz Festival mitgeschnitten und vom Deutschlandfunk Kultur am 2. September 2019 gesendet.

Duni lebte lange in Zürich.<ref name="nzz2" /> Heute wohnt sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten, dem britischen Jazzgitarristen Rob Luft, in London. Sie tritt mit ihm im Duo oder in grösseren Besetzungen (etwa mit Corrie Dick) auf. Das Paar begegnete sich 2017 beim Montreux Jazz Festival, wo Luft 2016 den Gitarren-Wettbewerb gewonnen hatte und Duni für die verhinderte Patti Austin einsprang.<ref>Vgl. Lieder von Melancholie und Lebenslust. In: Deutschlandfunk. 9. März 2021, abgerufen am 14. März 2021.</ref>

Auszeichnungen

Datei:Elina Duni live.jpg
Konzert in Wil mit Patrice Moret im Hintergrund (2011)

Duni erhielt 2005 den Sonderpreis der Jury in Tirana für die CD Lakuriq mit der Gruppe Retrovizorja. 2007 war sie Trägerin des Friedl Wald-Stipendiums. Im Folgejahr wurde sie von der Musikkommission des Kantons Bern mit dem Coup de cœur ausgezeichnet; auch erhielt sie ein Stipendium der Hochschule der Künste Bern für den Best-Berufseinstieg (2008). Ihr Quartett wurde für die prioritäre Jazzförderung der Pro Helvetia 2010–2012 ausgewählt.<ref name="bio" /> 2012 war sie die Preisträgerin des 15. Essener Jazz Pott.<ref>Elina Duni erhält den 15. Essener „Jazz Pott“ – Preisverleihung und Konzert am 18. Oktober im Grillo-Theater. In: NMZ Kulturinformationszentrum. 17. September 2012, abgerufen am 11. Februar 2014.</ref> Das Album Partir gewann in Brüssel den Klara Award in der Kategorie «Bestes internationales Album 2018».<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beste internationale CD World: Partir - Elina Duni (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. Mai 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/klara.be, klara.be, abgerufen am 28. Mai 2019.</ref> Das Album Lost Ships wurde im NDR als «Album der Woche» ausgezeichnet.<ref name="ndr">Sarah Seidel: Lost Ships (Album der Woche). NDR, 27. November 2020, abgerufen am 28. November 2020.</ref>

2025 erhielt Duni den Swiss Jazz Award. Sie wurde geehrt für «{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)» (<templatestyles src="Person/styles.css" />Swiss Jazz Award). Damit habe sie die «{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)» und viele junge Musiker inspiriert.<ref>Der Swiss Jazz Award 2025 geht an Elina Duni. In: Associazione JazzAscona. April 2025, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>

Zitate

„Doch selten berührt das Ohr eine Musik wie Baresha, wie die Lieder der unbekannten Elina Duni, die auf ihrem ersten Album albanische, griechische und bulgarische Songs in Jazz verwandelt, ohne sie und sich unter Wert zu verkaufen.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Die Zeit<ref name="zeit" />

„Überhaupt ist es frappierend, wie selbstverständlich hier zwei Welten zueinander finden, weitab von klischeehaftem Balkanjazz.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Klaus von Seckendorff: Jazzthetik<ref name="je" />

„Ein Statement für kulturellen Reichtum und gegen Nationalismus.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Martina Läubli: NZZ<ref name="nzz2" />

Diskographie

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  • Lakuriq (2004 mit Retrovizroja)
  • Baresha (2008, Meta Records)
  • Lume Lume (2010, Meta Records)
  • I kaltër (2010 mit Retrovizroja)
  • Matanë Malit (2012, ECM)<ref>Besprechung (AllAboutJazz)</ref>
  • Muza e Zezë (2014)
  • Dallëndyshe (2015, ECM)
  • Partir (ECM, 2018)
  • Aksham (Nome, 2019; mit David Enhco - tp, Marc Perrenoud - p, Florent Nisse - b, Fred Pasqua - dr)
  • Lost Ships (2020, ECM; mit Rob Luft, Fred Thomas, Matthieu Michel)<ref name="ndr" />
  • A Time to Remember (2023, ECM; mit Rob Luft, Fred Thomas, Matthieu Michel)<ref>Jan Paersch: Elina Duni A Time to Remember (ECM). In: Jazz thing 149. 2023, abgerufen am 3. Juli 2023.</ref>
  • Reaching for the Moon (2026, ECM; mit Rob Luft)

Weblinks

Commons: Elina Duni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="bio"> Bio. In: elinaduni.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Februar 2014; abgerufen am 27. Februar 2011. </ref> <ref name="nzz"> Ueli Bernays: Die fröhliche Traurigkeit. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 50, 2. März 2010, S. 19. </ref> <ref name="nzz2"> Martina Läubli: Jazzsängerin Elina Duni: Lieder aus dem Dazwischen. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 72, 27. März 2017, S. 29 (nzz.ch [abgerufen am 27. März 2017]). </ref> <ref name="ta"> Ane Hebeisen: Sie bringt Folklore vom Balkan richtig zum Grooven. In: Tages-Anzeiger. 19. Februar 2010, S. 33. </ref> <ref name="sz"> Christian Hubschmid: Schwarzer Humor und paradoxe Poesie. In: SonntagsZeitung. 7. Februar 2010, S. 41. </ref> <ref name="sf"> Pai Seiler: Lieder aus der Heimat und dem Herzen. In: Schweizer Familie. Nr. 11, 2010, S. 16–17. </ref> <ref name="zeit">Poesie ohne Heimat. In: Die Zeit. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. April 2015; abgerufen am 27. Februar 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeit.de</ref> <ref name="je"> Klaus von Seckendorff: Tonspuren März + April 2010. Elina Duni Quartet. In: Jazzthetik. 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2016; abgerufen am 1. Februar 2016. </ref> </references>

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