Zum Inhalt springen

Drei (2010)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. April 2026 um 13:18 Uhr durch imported>APPERbot (Bot: Umstellung FSK-Vorlage, Infobox formatiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 119 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Stab
Regie Tom Tykwer
Drehbuch Tom Tykwer
Produktion Stefan Arndt
Musik Tom Tykwer
Johnny Klimek
Reinhold Heil
Gabriel Mounsey
Kamera Frank Griebe
Schnitt Mathilde Bonnefoy
Besetzung

Drei ist ein deutsches Filmdrama des Regisseurs Tom Tykwer aus dem Jahr 2010. Die weltweite Erstaufführung fand am 10. September 2010 auf der Biennale von Venedig statt; Start in den deutschen Kinos war am 23. Dezember 2010.

Handlung

Die Kulturmoderatorin Hanna und der Kunsttechniker Simon sind seit 20 Jahren ein Paar. Sie haben schon vieles (z. B. mehrere Fehlgeburten) miteinander erlebt und nun einen Zustand erreicht, in dem sie beide immer mehr nebeneinander als miteinander leben. In dieser Situation wird Simon auf zweifache Weise mit dem Tod konfrontiert: Er selbst erfährt, dass er an Hodenkrebs leidet, und gleichzeitig ist seine Mutter Hildegard unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Vor Hanna verheimlicht Simon seine Krankheit zunächst, während Hildegard einige Vorkehrungen trifft und dann einen Selbstmordversuch unternimmt. Sie wird aber noch lebend gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Hildegards Gehirn ist jedoch schon unheilbar geschädigt. Simon holt sie nach Hause und begleitet seine Mutter einige Zeit bei ihrem Sterben, bevor er die Geräte abstellt, die sie versorgen. Hildegard stirbt.

Gleichzeitig hat Hanna auf einer Sitzung des Ethikrats den Stammzellenforscher Adam kennengelernt, der dort über Chimären berichtet. Durch verschiedene Zufälle treffen sich die beiden immer wieder, und Hanna ist zunehmend von diesem Mann fasziniert. Schließlich verbringt Hanna die Nacht mit ihm. Doch genau an diesem Abend muss Simon wegen seiner Hoden-Krebserkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert und noch in der Nacht operiert werden. Verzweifelt versucht er Hanna telefonisch zu erreichen, doch sie erfährt erst am nächsten Morgen von seiner Operation. Fortan ist sie stets an seinem Krankenbett, erzählt ihm aber nichts von ihrem Seitensprung. Anlässlich der Beerdigung seiner Mutter verlässt Simon das Krankenhaus und bittet im Anschluss an die Beerdigung Hanna, seine Frau zu werden. Sie stimmt zu, und kurz darauf heiraten sie.

Doch Hanna kann Adam nicht vergessen. Sie sucht ihn schließlich in seinem Institut auf und beginnt eine Affäre mit ihm. Kurz darauf begegnet Simon in einem öffentlichen Bad Adam. Sie kommen ins Gespräch, und vollkommen überraschend befriedigt Adam Simon in der Umkleidekabine. Simon ist verwirrt, will Adam aber unbedingt wiedersehen. Nach kurzer Zeit beginnen die beiden Männer ebenfalls eine leidenschaftliche Affäre, in deren Verlauf sich Simon fragt, ob er homosexuell ist oder nicht. Darauf fordert Adam ihn auf, sich von „seinem deterministischen Biologie Verständnis“ zu trennen. Diese nicht offengelegte Dreiecksbeziehung setzt sich einige Zeit fort, wobei es allen Beteiligten sehr gut geht. Bei einer Ausstellungseröffnung, die Hanna und Simon gemeinsam besuchen, sehen sie Adam (der dort einen Chor-Auftritt hat), was bei Hanna und Simon zu leicht panischen Reaktionen, nicht jedoch zur Erkenntnis der jeweiligen Beziehung zu Adam führt.

Schließlich wird Hanna schwanger, ohne zu wissen, von welchem der beiden Männer. Sie sucht Adam unangekündigt zuhause auf und erzählt ihm von ihrer Schwangerschaft. Simon (der gerade mit Adam im Bett war) und Hanna entdecken hierdurch das Verhältnis des jeweils Anderen mit Adam. Adam erkennt, dass Simon und Hanna sich kennen, aber auch auf Nachfrage erklärt ihm keiner der beiden, woher. Wütend und fassungslos verlässt Hanna Berlin und zieht für mehrere Wochen zu einer Freundin nach London. Im Gespräch mit Simone (Ex-Partnerin und Mutter seines Sohnes) zeigt sich, dass Adam verliebt ist, und "nicht weiß, was er will", sich aber keine Hoffnungen mehr macht, da es "bei uns Beiden" "noch einen Anderen" gibt.

Bei einer Ultraschalluntersuchung Wochen später stellt sich heraus, dass Hanna Zwillinge erwartet. Später erhält sie eine Einladung von Simon zu den Körperwelten von Gunther von Hagens, da Hildegard ihren Körper für eine Plastination zur Verfügung gestellt hat. Hanna kehrt nach Berlin zurück, und es kommt zu einer Aussprache zwischen dem Ehepaar. Dabei stellen Hanna und Simon fest, dass sie beide zwar einander, aber auch Adam vermissen. So suchen sie ihn in seiner Wohnung auf. Der Film endet damit, dass alle drei nackt miteinander im Bett liegen.

Trivia

Als Adam am Morgen nach dem Aufeinandertreffen aller drei Protagonisten aufwacht, liegt auf dem Bett die Erzählungssammlung Simultan von Ingeborg Bachmann.

Drehorte

Datei:Berlin-alt-treptow badeschiff 20060128 096.jpg
Winterbadeschiff in Treptow

Der Film wurde hauptsächlich in Berlin gedreht. Im Oktober und November 2009 fanden Filmaufnahmen an über 100 Drehorten statt. Unter anderem waren es: das Winterbadeschiff, die bbk-Bildhauerwerkstatt in der ehemaligen Arnheimschen Tresorfabrik in der Osloer Straße, die DDR-Gaststätte „Zum Schusterjungen“ in der Danziger Straße, das Stadion An der Alten Försterei, der Martin-Gropius-Bau, das „Café Cinema“ in der Rosenthaler Straße, der Mauerpark, das Berliner Ensemble, die Neue Nationalgalerie, das zum Imbiss „Burgermeister“ umgebaute ehemalige Toilettenhäuschen am U-Bahnhof Schlesisches Tor.<ref>X-Verleih: DREI. Stadtführer Berlin. 16-seitiger Werbeflyer</ref>

Schauplatz für die Szene, in der sich Simon spazieren gehend vom Engel seiner Mutter verabschiedet, war eine Straße im Berliner Westend. Die Szenen in Adams Wohnung wurden in einer Penthousewohnung im Komplex Leipziger Straße (Nordseite) gedreht. Die Aufnahmen in der Körperwelten-Ausstellung fanden im Sommer 2009 im Postbahnhof am Ostbahnhof statt.

Auszeichnungen

Bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2011 erhielt Drei die meisten Nennungen. Der Film konnte sich Chancen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Hauptdarstellerin (Sophie Rois), Schnitt, Filmmusik und Tongestaltung ausrechnen. Regisseur Tykwer, Rois und Filmeditorin Mathilde Bonnefoy gewannen den Preis.<ref>vgl. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutscher Filmpreis für „Vincent will Meer“ (Memento vom 5. März 2012 im Internet Archive) bei rbb-online.de, 8. April 2011 (aufgerufen am 8. April 2011).</ref> Bonnefoy wurde auch für den Europäischen Filmpreis 2011 nominiert.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Die tödliche Maria | Winterschläfer | Lola rennt | Der Krieger und die Kaiserin | Heaven | Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders | Paris, je t’aime | The International | Deutschland 09 | Drei | Cloud Atlas | Ein Hologramm für den König | Das Licht Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein