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Kim Bui

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Kim Bui Vorlage:SportPicto
Datei:2022-08-21 European Championships 2022 – Closing Press Conference by Sandro Halank–033.jpg

Kim Bui, kurz vor ihrem Rücktritt vom Leistungssport im August 2022

Persönliche Informationen
Nationalität: DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Disziplin Gerätturnen
Spezialgerät/e: Datei:Gymnastique au sol.svg Boden Datei:Barres asymétriques.svg Stufenbarren
Verein: MTV Stuttgart
Trainer: Marie-Luise Mai<ref>Ex-Turnerin Kim Bui: „Es ist nicht in Ordnung gewesen, wie mit mir umgegangen wurde“. In: Redaktionsnetzwerk Deutschland. 1. März 2023, abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref> und Robert Mai<ref name="dtb.de">Kim Bui. In: dtb.de.</ref>
Geburtstag: 20. Januar 1989
Geburtsort: Tübingen
Größe: 156<ref name="RIO"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kim Bui. (Memento vom 16. August 2016 im Internet Archive) In: rio2016.com.</ref> cm
Gewicht: 49<ref name="RIO" /> kg
Medaillen
 Europameisterschaften
Bronze 2011 Berlin Stufenbarren
Bronze 2022 München Mehrkampf-Teamwettbewerb
 Universiade
Bronze 2013 Kazan Mehrkampf-Einzelwettbewerb
Bronze 2013 Kazan Mehrkampf-Teamwettbewerb
Silber 2017 Taipeh Stufenbarren

Kim Bui (* 20. Januar 1989 in Tübingen) ist eine ehemalige deutsche Leistungsturnerin.

Leben

Datei:Kim Bui 073.jpg
Kim Bui, 2010

Kim Bui ist die Tochter einer Vietnamesin und eines Laoten.<ref>Kim Bui peilt Olympia an. In: swr.de. 1. Juni 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juni 2018; abgerufen am 20. März 2021.</ref> Sie begann im Alter von vier Jahren in Tübingen mit dem Turnen.<ref>Christoph Becker: Turnerin Kim Bui im Gespräch : „Wir stehen ganz am Anfang“. In: faz.net. 4. April 2021, abgerufen am 2. August 2021.</ref> Ihr Heimatverein ist die TSG Tübingen. Bui trainierte im Kunst-Turn-Forum Stuttgart, einem Bundesstützpunkt für Kunstturnen. Ihre Trainerin war Tamara Khokhlova. In der Bundesliga turnte sie für das Turn-Team Stuttgart, seit 2011 für den MTV Stuttgart.

Die Bodenspezialistin machte 2004 erstmals mit Platz fünf in einem Weltcup (DTB-Pokal) auf sich aufmerksam. 2005 nahm Bui zum ersten Mal an Weltmeisterschaften teil. Bei den Deutschen Meisterschaften im selben Jahr belegte sie an den Geräten Stufenbarren, Sprung und Boden jeweils Platz drei, im Mehrkampf wurde sie Vierte.

2006 wurde Kim Bui erstmals Deutsche Meisterin am Boden. Außerdem wurde sie Zweite im Sprung, auf dem Schwebebalken und im Mehrkampf. Im folgenden Jahr belegte sie bei den Deutschen Meisterschaften die Plätze drei (Sprung), vier (Mehrkampf), fünf (Boden und Stufenbarren) und sechs (Schwebebalken).

Nach ihrer ersten Teilnahme 2005 konnte sich Bui auch 2006, 2007, 2009 und 2011 für die Weltmeisterschaften qualifizieren. 2006 wurde sie dabei mit der Mannschaft 16., ein Jahr später belegten die deutschen Turnerinnen Platz zehn. Wie schon bei den Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart, durfte Kim Bui auch an den Olympischen Spielen 2008 in Peking nur als Ersatzturnerin teilnehmen, obwohl sie Deutsche Meisterin im Sprung und am Boden, sowie Vize-Meisterin am Stufenbarren war.<ref>Kim Bui nimmt Kurs auf London. In: Stuttgarter-nachrichten.de. 28. Juli 2010, abgerufen am 20. März 2021.</ref>

2009 war Buis bis dato erfolgreichstes Jahr: Bei den Deutschen Meisterschaften landete sie in allen fünf Wettbewerben auf dem Podest. Sie wurde Deutsche Meisterin im Mehrkampf, am Boden und im Sprung, belegte Platz zwei am Stufenbarren und wurde Dritte auf dem Balken. Außerdem beendete sie die Weltmeisterschaften 2009 als beste Deutsche (Platz 23 im Mehrkampf) und holte beim DTB-Pokal in der Stuttgarter Porsche-Arena am Stufenbarren ihren ersten Weltcup-Sieg.<ref name="Steckbrief Kim Bui beim DTB">DTB-Steckbrief und Erfolge von Kim Bui, www.dtb-online.de, 2021.</ref> Von 2009 bis 2011 war sie Aktivensprecherin des DTB.<ref>Kim Bui neue Sprecherin der Turnerinnen, dtb.de, 15. Juni 2009.</ref>

Am 16. Februar 2010 zog sich Kim Bui einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu. Bei den Europameisterschaften 2011 in Berlin<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Turn-EM Berlin 2011 in Berlin (Memento vom 24. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 245 kB), abgerufen am 14. Oktober 2011.</ref> gewann Bui Bronze am Stufenbarren. Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Tokio erturnte sie mit der deutschen Nationalmannschaft den sechsten Platz, die sich damit für die Olympischen Spiele 2012 qualifizierte. Bei den Europameisterschaften 2012 wurde Bui Vierte am Stufenbarren und Achte mit der Mannschaft. In London wurde die Mannschaft bei den Olympischen Spielen Neunte.

2013 gewann sie bei der Universiade in Kasan jeweils eine Bronzemedaille im Mehrkampf-Einzelwettbewerb und -Teamwettbewerb.<ref>Kim Bui: Sportlerin des Jahres 2013. In: adh.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2021; abgerufen am 2. August 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.adh.de</ref> 2014 trug Bui zum vierten Platz der deutschen Mannschaft bei den Europameisterschaften in Sofia bei. Im gleichen Jahr belegte sie bei den Weltmeisterschaften in Nanning mit dem Team Rang neun und wurde im Mehrkampf 31.<ref name="Steckbrief Kim Bui beim DTB" /> Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Mehrkampf sowie am Boden wurde sie 2014 vom Turnmagazin Leon zur „Turnerin des Jahres 2014“ gewählt.<ref>Kim Bui und Fabian Hambüchen sind „Turner des Jahres 2014“. In: deutsche-turnliga.de. 18. Februar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 21. März 2021.</ref> Im Mai 2015 zog sich Bui erneut einen Kreuzbandriss sowie eine Verletzung des Innenbandes zu, diesmal im rechten Knie.<ref>Kim Bui mit erneutem Kreuzbandriss. In: deutsche-turnliga.de. 28. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 21. März 2021.</ref>

2017 gewann sie bei der Universiade in Taipeh die Silbermedaille am Stufenbarren.<ref>Kim Bui – Studentin und Spitzensportlerin. In: student.uni-stuttgart.de. 27. Oktober 2017, abgerufen am 20. März 2021.</ref> Bei den Europameisterschaften 2018 erreichte sie den vierten Platz im Stufenbarren-Finale.<ref>Turn-EM: Schäfer scheitert am Schäfer-Salto. In: faz.net. 5. August 2018, abgerufen am 22. April 2021.</ref> Bei den Weltmeisterschaften 2018 in Doha in Katar erreichte mit der Mannschaft den achten Platz im Mehrkampf.<ref>Turn-WM 2018: Team-Finale der Frauen – Bodenübung von Kim Bui. In: sportdeutschland.tv. 30. Oktober 2018, abgerufen am 22. April 2021.</ref><ref>Team Gerätturnen: DTB-Girls erreichen Teamfinale der WM. In: dtb.de. 27. Oktober 2018, abgerufen am 22. April 2021.</ref><ref>39. Turm-WM der Frauen 2018: Mannschaftsfinale, Frauen. In: gymmedia.de. 3. November 2018, abgerufen am 22. April 2021.</ref> 2019 nahm sie an den Weltmeisterschaften in Stuttgart teil<ref>Sabrina Knoll: Turn-Veteranin Kim Bui Das Ziel im Blick. In: spiegel.de. 3. Oktober 2019, abgerufen am 22. April 2021.</ref> und erreichte mit der Mannschaft den neunten Platz im Mehrkampf, wodurch die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele geschafft wurde.<ref>Turn-WM in Stuttgart 2019 Ergebnisse: Simone Biles gewinnt 25. Medaille bei Weltmeisterschaft. In: news.de. 13. Oktober 2019, abgerufen am 22. April 2021.</ref>

2020 trat sie zusammen mit ihrer Teamkollegin Elisabeth Seitz im ARD-Tigerenten Club auf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hoch hinaus mit den Olympia-Turnerinnen Elisabeth Seitz und Kim Bui. (Memento vom 1. August 2021 im Internet Archive) In: kindernetz.de, 9. September 2020.</ref>

Bei den Europameisterschaften 2021 erreichte sie den siebten Platz im Mehrkampf.<ref>Turn-EM: Turnerinnen tragen lang. In: faz.net. 23. April 2021, abgerufen am 23. April 2021.</ref> Im Einzelfinale beim Bodenturnen erreichte sie Platz sechs.<ref>Kunstturn-EM in Basel: Sechster Platz für Kim Bui am Boden. In: sport1.de. 25. April 2021, abgerufen am 25. April 2021.</ref> 2021 gewann sie ihren ersten Titel am Stufenbarren bei den Deutschen Turnmeisterschaften.<ref>Kim Bui schnappt Elisabeth Seitz den Titel weg. In: swr.de. 5. Juni 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juni 2021; abgerufen am 5. Juni 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swr.de</ref> Sie wurde Mitte Juni 2021 für die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio nominiert, nachdem sie bei der zweiten Olympiaqualifikation im Mehrkampf den vierten Platz belegt hatte.<ref>Michael Schwartz: Turnen: Kim Bui aus Ehningen vom DTB für Olympische Spiele nominiert. In: Kreiszeitung Böblinger Bote. 13. Juni 2021, abgerufen am 27. Juni 2021.</ref> Im Mehrkampffinale der Olympischen Spiele schaffte sie den 17. Platz.<ref>Michael Stierle und Holger Schmidt: Olympische Spiele 2021: Turnerin Kim Bui glänzt auf großer Bühne, Franziska Brauße im Wartestand, Punktlandung für Constantin Preis. In: krzbb.de. 30. Juli 2021, abgerufen am 1. August 2021.</ref>

Anfang August 2022 erklärte Bui, dass sie nach den Europameisterschaften 2022 im selben Monat vom Leistungssport zurücktreten werde.<ref name="taz 2022-08-11">Sandra Schmidt: Turnerin Kim Bui – Letzter Abgang nach fast 30 Jahren. In: taz.de, 11. August 2022.</ref> Bei diesen gewann sie mit der Mannschaft die Bronzemedaille.<ref>Bronze für Kim Bui und Elisabeth Seitz mit dem Team. In: sportschau.de. 13. August 2022.</ref> Im EM-Einzelwettbewerb am Stufenbarren erreichte sie Platz fünf.<ref>dpa: Turnen: Große Bühne und Tränen: Kim Bui geht in Turn-Rente. In: zeit.de, 15. August 2022.</ref>

Seitdem engagiert sie sich für die Aufklärung über Essstörungen, von denen sie zu ihrer aktiven Zeit als Athletin selbst betroffen war. Sie thematisierte ihre frühere Bulimie unter anderem in ihrem Buch Kim Bui. 45 Sekunden. und in dem Fernseh-Dokumentarfilm Hungern für Gold des Bayerischen Rundfunks.<ref>Barbara Klimke: ARD-Doku über Essstörungen im Sport: Hinschauen hilft. In: Süddeutsche Zeitung. 2. März 2023, abgerufen am 2. März 2023.</ref><ref>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 5. März 2023: Interview („Ich habe ein Doppelleben geführt“)</ref><ref>Hungern für Gold – Essstörungen im Spitzensport | Langlauf | Turnen | DokThema | BR. In: Youtube.com. Bayerischer Rundfunk, 11. März 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. März 2023; abgerufen am 24. Februar 2025.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.youtube.com</ref>

Im September 2023 wurde Bui vom DOSB für die Wahl zur IOC-Athletenkommission im Jahr 2024 nominiert;<ref>sportschau.de: Kim Bui für Wahl zur IOC-Athletenkommission nominiert. Abgerufen am 12. September 2023.</ref> im August 2024 wurde sie in diese Kommission gewählt.<ref>www.dosb.de, Kim Bui in IOC-Athletenkommission gewählt. In: dosb.de, 8. August 2024, abgerufen am 9. August 2024.</ref>

2024/2025 war Bui Teilnehmerin bei "Exatlon Germany". Das Reality-Show-Format verbindet Hochleistungssport und Unterhaltung.<ref>Stuttgarter Zeitung: Kim Bui: Ex-Turnerin des MTV Stuttgart nimmt an Sport-Reality-Format teil. Abgerufen am 24. Januar 2025.</ref>

Privates

Im Herbst 2009 nahm Kim Bui neben ihrer Karriere als Turnerin ein Studium der technischen Biologie an der Universität Stuttgart auf.<ref>Kim Bui – Studentin und Spitzensportlerin. In: uni-stuttgart.de. Abgerufen am 14. August 2022.</ref> Im Jahr 2015 absolvierte sie ein Praktikum bei Fresenius Medical Care im Bereich International Marketing and Medicine.<ref>Vorbereitung auf eine Karriere nach dem Sport. In: fresenius.com. August 2015, abgerufen am 14. August 2022.</ref>

Ab 2020 erstellte sie ihre Masterarbeit in technischer Biologie über Zellbiologie an neuen Formen der Krebstherapie,<ref>Kim Bui: Die turnende Krebsforscherin. In: SWR Sport. 5. August 2020, abgerufen am 23. April 2021.</ref> die im Herbst 2021 abgeschlossen war.<ref name="taz 2022-08-11" /><ref>Norbert Joa: Masterarbeit über Krebsimmuntherapie: Kim Bui, Leistungssportlerin. In: Bayern 2, Eins zu Eins. Der Talk. 7. März 2023, abgerufen am 11. März 2023.</ref>

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

<ref>Ein perfekter Abgang. In: Frankfurter Rundschau. 3. März 2023, abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Kim Bui – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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