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NRhZ-Online

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Die NRhZ-Online – Neue Rheinische Zeitung ist ein im August 2005 gegründeter Blog<ref name="absage">Erik Peter: Kein Raum für Jebsen. Querfront-Preisverleihung abgesagt. taz.de, 14. November 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref><ref>LINKE beschließt »klare Kante« gegen Querfront und Jebsen, Neues Deutschland vom 4. Dezember 2017.</ref><ref>Keine Preisverleihung - Kino Babylon sagt Ken Jebsen ab., Berliner Zeitung vom 16. November 2017.</ref> aus Köln. Redakteur und Herausgeber war Peter Kleinert. Nach dessen Tod im Jahr 2016 übernahmen Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann die Herausgeberschaft und machten es zu einem verschwörungs-ideologischen und antisemitischen Querfront-Medium.

Anspruch und Ausrichtung

Mit der Wahl des Titels soll an die von 1848 bis 1849 durch Karl Marx in Köln redigierte kommunistisch-sozialistische Neue Rheinische Zeitung angeknüpft werden. Die Autoren erhalten nach Angaben Kleinerts aus dem Jahr 2010 kein Honorar.<ref>Peter Kleinert: Kölner Karls-Preis – Wolfgang Bittner wird für seine Schriftsteller- und Autorenarbeit ausgezeichnet. Online-Flyer Nr. 254 vom 16. Juni 2010.</ref>

Der Blog gilt als antiamerikanisch und antizionistisch geprägt.<ref>Daniel Frick: Berliner Senator kritisiert Preisvergabe an Radiomoderator Jebsen, Medienmagazin pro vom 24. November 2017</ref><ref name="haga" /> Im jüdischen Online-Magazin haGalil wird er als „Mischung aus veritablem Antisemitismus, verstaubtem Antikapitalismus und Verschwörungstheorien“ charakterisiert.<ref name="haga">Silke Müller: Ein antizionistisches Familientreffen in haGalil.com, 29. September 2014</ref> Die Grundausrichtung der NRhZ weist Grundzüge des Querfront-Ansatz auf.<ref>Erik Peter: Querfront-Preisverleihung abgesagt: Kein Raum für Jebsen. In: Die Tageszeitung: taz. 14. November 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Februar 2021]).</ref><ref>Martin Niewendick: Preis für Ken Jebsen in Berlin: In der Linken tobt der Antisemitismus-Streit. In: Die Welt. 8. Dezember 2017 (welt.de [abgerufen am 12. Februar 2021]).</ref>

Kölner Karls-Preis

Die NRhZ-Online vergibt seit 2008 den Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik. Dieser werde laut Anna Lehmann (taz) „vor allem [an] Personen aus dem antiisraelischen und antiamerikanischen Spektrum“ vergeben.<ref>Anna Lehmann: Querfront-Debatte bei der Linken Linke kämpft mit Verschwörern, Die Tageszeitung vom 5. Dezember 2017</ref> Dieser „Karlspreis“ ist laut NRhZ-Online nach Karl Marx benannt und mit knapp 200 Euro dotiert. Der Name des Preises kann mit dem deutlich höher dotierten und renommierten Aachener Karlspreis verwechselt werden. Der Journalist Matthias Meisner ordnet diese Verwechslungsgefahr als „durchaus beabsichtigt“ ein.<ref>Matthias Meisner: Unter Putin-Verstehern und Aluhüten., Der Tagesspiegel vom 22. November 2017.</ref>

Preisträger waren:

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Kontroversen

Verschwörungstheorien um NSU-Morde

Im Oktober 2012 veröffentlichten die heutigen Herausgeber Fikentscher und Neumann einen Text, in dem die Täterschaft des Nationalsozialistischen Untergrunds an der NSU-Mordserie in Frage gestellt wurde, zuerst in der NRhZ-Online und dann in leicht gekürzter Fassung im April 2014 auf ihrer Website arbeiterfotografie.com. Später reichten die beiden den Text in leicht veränderter Form zur Veröffentlichung bei der Zeitschrift Ossietzky, die nur Erstveröffentlichungen abdruckt, mit der Versicherung, dass es sich um eine Erstveröffentlichung handele, ein. Der Text wurde daraufhin in Ausgabe 13/2013 abgedruckt. Nach eigener Aussage merkte der Ossietzky-Herausgeber Otto Köhler erst nach Publikation des Textes, dass es sich nicht um eine Erstveröffentlichung handelte und welchen Inhalt der Text habe. Nach Köhler habe der Text bei Neonazis in Forenbeiträgen deutlichen Zuspruch gefunden und propagiere die dort beliebte Verschwörungstheorie, dass es sich bei der Mordserie um „Auftragsmorde, eine Mischung aus Türken/Kurden-Clanstreitigkeiten, Schutzgelderpressung, Rauschgift usw.“ handele. Köhler warf Fikentscher und Neumann daher vor, eine „national-sozialistische Querfront eröffnet“ zu haben. Dabei wies er auch darauf hin, dass die beiden bereits seit 2009 auf arbeiterfotografie.com eine Urheberschaft Israels am Unfalltod von Jörg Haider suggeriert hätten.<ref>Otto Köhler: „Reingelegt“, Ossietzky Nr. 14/2013</ref>

Preisverleihung an Ken Jebsen

Die im Berliner Kino Babylon geplante Verleihung des 2017er „Kölner Karls-Preises“ an Jebsen wurde vom Kinobetreiber zunächst abgesagt. Dies entsprach der Haltung des Berliner Kultursenators Klaus Lederer (Linke), der nicht wollte, dass das öffentlich geförderte Kino einem „Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne“ biete.<ref name="absage">Erik Peter: Kein Raum für Jebsen. Querfront-Preisverleihung abgesagt. taz.de, 14. November 2017, abgerufen am 6. Dezember 2017.</ref> Die NRhZ-Online ging vor Gericht mit Erfolg gegen die Kündigung des Mietvertrages vor.<ref>Jebsen soll im Babylon geehrt werden Die Tageszeitung vom 8. Dezember 2017</ref> In der Gerichtsverhandlung gab das Kino Babylon an, dass die Absage „aufgrund des Drucks aus dem Berliner Senat“ und wegen Sicherheitsbedenken erfolgte.<ref>Gerichtsurteil: Ehrung für Jebsen darf doch im Babylon stattfinden. Neues Deutschland, 8. Dezember 2017, abgerufen am 17. Januar 2018.</ref> Die Verleihung fand in Abwesenheit von Jebsen statt, der seine Teilnahme absagte.<ref name="preisverleihung">Erik Peter: Großes Kino des Abwesenden. Preisverleihung für Ken Jebsen. taz, 15. Dezember 2017, abgerufen am 1. Februar 2018.</ref> Zur Verleihung traten als musikalische Begleitung auch Die Bandbreite und Gilad Atzmon auf. Atzmon, dem vorgeworfen wird, er bediene antisemitische Stereotype, erhielt vom Kinobetreiber Hausverbot,<ref>Johannes C. Bockenheimer und Matthias Meisner: Querfront: Preisverleihung an Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen geplatzt, Der Tagesspiegel vom 14. Dezember 2017</ref> trat aber dennoch auf.<ref name="preisverleihung" />

Weblinks

Einzelnachweise

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