Wiewohl
Wiewohl Gemeinde Dähre
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(22)&title=Wiewohl 52° 50′ N, 10° 50′ O
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| Höhe: | 75 m | |||||
| Fläche: | 3,84 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 22 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 6 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Holzhausen | |||||
| Postleitzahl: | 29413 | |||||
| Vorwahl: | 039039 | |||||
Lage von Wiewohl in Sachsen-Anhalt
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Wiewohl ist ein Ortsteil der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Das Straßendorf Wiewohl liegt im nordwestlichen Teil der Altmark sieben Kilometer nordwestlich von Dähre und rund 25 Kilometer westlich der Kreisstadt Salzwedel am Grabower Graben, der in die Salzwedeler Dumme mündet.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>. Die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ist rund einen Kilometer entfernt.
Nachbarorte sind das niedersächsische Müssingen im Norden, Dahrendorf im Osten, Lagendorf im Südosten und Holzhausen im Südwesten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Der Ort war ursprünglich ein hufeisenförmiges Rundplatzdorf.<ref name="HOB-12"/> Im Jahre 1242 wird das Dorf Wiewohl erstmals als villa Wiewelle erwähnt, als das Kloster Diesdorf Einkünfte davon erhielt.<ref name="UB Verden 1" /> Im Jahre 1395 gab Olrik Buckmasten seinen Töchtern im Kloster Diesdorf auf Lebenszeit den Schulzenhof in Wynwal.<ref name="Riedel-22 S. 226" /> Die Brüder Bocmasten verkauften 1404 das Dorf Winwale an das Kloster.<ref name="Riedel-22 S. 229" /> Es folgen weitere Stiftungen an das Kloster. 1427 verlieh Markgraf Johann das Dorf an den rechten Lehnserben, da der Verkauf durch die Brüder ohne lehnsherrlichen Konsens erfolgt war.<ref name="Riedel-16 S.471" />
Im Jahre 1428 kam der restliche Teil des Dorfes von der Familie Buchmast (Bukmast) an das Kloster Diesdorf, nachdem das Kloster es von der Familie gekauft hatte.<ref name="Riedel-16 S.473" /><ref name="HOB-12" /> Weitere Nennungen sind 1458 Wiwale,<ref name="Zahn-1928" /> 1527 wiwal, 1585 Dorf Wiwoll, 1687 Wiewoll<ref name="HOB-12" /> und schließlich 1804 Wiewohl.<ref name="Bratring-1" />
Durch seine Lage nahe der innerdeutschen Grenze befand sich der Ort innerhalb der ab 1954 eingerichteten 5-km-Sperrzone. Im Zuge der Wende erhielten die rechtmäßigen Eigentümer ihre Liegenschaften zurück.
Ein markantes Bauwerk ist der 1911 erbaute Trafoturm in der Ortsmitte, der seit dem Jahr 2019 nicht mehr in Betrieb ist. Bei Dorffesten soll der Turm als Ausstellungsareal für die Ortschronik genutzt werden.<ref name="AZ" />
Herkunft des Ortsnamens
Heinrich Sültmann erkennt in der ersten Silbe das althochdeutsche Wort „wih“ für „geweiht“, „Heiligtum“ und in der zweiten Silbe die sprachlich verwandten Worte „welle“ oder „wallen“ aus althochdeutsch „wallan“ für „hervorquellen“. Das Dorf liegt an der Quelle eines Dummearmes.<ref name="Sültmann 1931" />
Archäologie
1986 wurden als geschützte Bodendenkmale genannt: Ein Hügelgrab nordwestlich des Dorfes, zwei Gräber westlich, drei nördlich und im Wald drei Hügelgräber und zerstörte Megalithgräber.<ref name="Schneider-1986" /> In der Dorfchronik heißt es dazu: „Auf dem Küster-Acker oben auf dem Hügel befand sich ein kleines Großsteingrab. Der größte Teil der Steine wurde von Dorfleuten für verschiedene Bauvorhaben entfernt, wahrscheinlich ohne gleich zu wissen, dass hier ein Bodendenkmal zerstört wurde.“<ref name="Schröder 2019" />
Außerdem wurde von steinzeitlichen Steinbeilfunden berichtet.<ref name="Schröder 2019" />
In der Nähe des Kirchhofes wurden 15 Scherben geborgen, die auf 10. bis 11. Jahrhundert datiert wurden. Sie werden Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) aufbewahrt.<ref name="Corpus 1" /> Der Kirchhof ist der Ortsfriedhof nördlich des Dorfes.
Schenkenburg
1,5 Kilometer westlich von Wiewohl, unmittelbar nördlich der Flurgrenze befindet sich eine ganz flache, mit Wald bestandene Erhebung im Wiesengelände, Schenkenburg
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}} genannt. Auf dem Flurstück, das bereits zur Zeit der Separation eine rechteckige Begrenzung ohne Unterteilung besaß, sind keine Befestigungsreste zu erkennen.<ref name="Grimm-Burgwälle" /><ref name="Zahn-Wüstungen" />
Eingemeindungen
Wiewohl gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Diesdorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurden die Gemeinden Wiewohl und Markhausen (mit dem Ortsteil Holzhausen) aus dem Landkreis Salzwedel zur Gemeinde Holzhausen zusammengeschlossen.<ref name="2VO-LSA-1950" /> 1973 wurde der Ortsteil Wiewohl nach Lagendorf umgemeindet.<ref name="HOB-12" />
Der Gemeinderat Lagendorf beschloss am 8. Mai 2008 die Auflösung der Gemeinde und die Vereinigung mit den Gemeinden Bonese und Dähre zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dähre. Dieser Vertrag trat am 1. Januar 2009 in Kraft.<ref>StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009</ref> So kam Wiewohl am 1. Januar 2009 als Ortsteil zu Dähre.
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelischen Christen aus Wiewohl gehören zur Kirchengemeinde Lagendorf, die zur Pfarrei Lagendorf gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde Lagendorf zum Kirchspiel Dähre-Lagendorf und heute auch zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Wirtschaft und Infrastruktur
Dominierend ist die Landwirtschaft. Im Jahre 1963 entstand die LPG Typ I „Heimatland“ in Wiewohl, die 1968 an LPG „Neues Leben“ Lagendorf angeschlossen wurde.<ref name="HOB-12 S. 891" /> Zu DDR-Zeiten gab es in dem Ort eine Schweinezucht und -mast der Rasse Leicoma in einer Schweinemastanlage.<ref name="Leicoma" /> Im Jahre 2021 war die SMA Wiewohl als Futtermittelunternehmer registriert.<ref name="Bundesanzeiger" />
Verkehr
Durch das Dorf führen die Kreisstraße 1409 und der Radwanderweg „Am Grünen Band“. Das Grüne Band beginnt nördlich des Dorfes.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.<ref>PVGS Altmarkkreis Salzwedel. In: pvgs-salzwedel.de. Abgerufen am 15. Mai 2023.</ref>
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Manfred Schröder: Aus der Ortschronik Wiewohl, Gemeinde Dähre. In: gemeinde-daehre.de. 20. Juli 2019, abgerufen am 19. September 2021.
- Wiewohl im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="AZ">Kai Zuber: Ein Turm für einen Euro. In: Altmark Zeitung. 14. Dezember 2014 (az-online.de).</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 389 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Bundesanzeiger">Bundesanzeiger. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Bekanntmachung Nr. 21/01/004über die zugelassenen und/oder registrierten Futtermittelunternehmer. 24. April 2021, abgerufen am 19. Februar 2021.</ref>
<ref name="Corpus 1">Joachim Herrmann und Peter Donat (Hrsg.): Bezirke Rostock (Westteil), Schwerin und Magdeburg. Textteil. (= Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte auf dem Gebiet der DDR. Lieferung 1). Berlin 1973, DNB 740209957, S. 167, 18/20 Wiewohl.</ref>
<ref name="Grimm-Burgwälle">Paul Grimm: Handbuch der vor- und frühgeschichtlichen Wall- und Wehranlagen. Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (= Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 6). 1958, ZDB-ID 1410760-0, S. 377, Nr. 1001.</ref>
<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HOB-12 S. 891">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Leicoma">Leicoma. (PDF, 68 KB) Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. September 2010. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. In: ekmd.de. Abgerufen am 18. Mai 2023.</ref>
<ref name="Riedel-16 S.471">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-16 S.473">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-22 S. 226">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-22 S. 229">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Schneider-1986">Johannes Schneider: Die geschützten Bodendenkmale des Bezirkes Magdeburg. In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 69, 1986, S. 119(Online)</ref>
<ref name="Schröder 2019">Manfred Schröder: Aus der Ortschronik Wiewohl, Gemeinde Dähre. In: gemeinde-daehre.de. 20. Juli 2019, abgerufen am 19. September 2021.</ref>
<ref name="Sültmann 1931">Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Salzwedel (= Wochenblatt-Schriften. Folge IX.). 1931, DNB 362852693, S. 28.</ref>
<ref name="UB Verden 1">Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden. Von den Anfängen bis 1300. Hrsg.: Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Band 1. Stade 2001, S. 421.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 440, Nr. 587 Wüstung (Schenkenburg) bei Wiewohl (uni-jena.de).</ref> </references>
Vorlage:Klappleiste/Anfang Bonese | Dähre | Dahrendorf | Eickhorst | Fahrendorf | Hohendolsleben | Holzhausen | Kleistau | Kortenbeck | Lagendorf | Markau | Rustenbeck | Schmölau | Siedendolsleben | Wendischhorst | Wiewohl | Winkelstedt Vorlage:Klappleiste/Ende