Dipikrylamin
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Struktur von Dipikrylamin | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Dipikrylamin | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| ||||||||||||||||||
| Summenformel | C12H5N7O12 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelbe, explosionsfähige Prismen<ref name="roempp">Eintrag zu Dipikrylamin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 439,21 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,64 g·cm−3<ref name="Explosivstoffe">J. Köhler, R. Meyer, A. Homburg: Explosivstoffe. 10., vollständig überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7, S. 161.</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
244 °C Zersetzung<ref name="ChemIDplus" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
| ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten |
> 500 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Dipikrylamin (auch Aurantia oder Kaisergelb) ist ein Teerfarbstoff, der früher zum Färben von Wolle und Seide und vor allem von Leder eingesetzt wurde. Das ziegelrote Pulver färbt prachtvoll gelb. Emil Kopp entdeckte 1873 den Farbstoff.<ref>Abschnitt und Bilder von Aurantia bei Picture Library (englisch).</ref> Manchmal wird das Ammonium- oder Natriumsalz des Dipikrylamins als Aurantia bezeichnet. Der Stoff fällt in den Geltungsbereich des Sprengstoffgesetzes und wird in der Anlage II in die Stoffgruppe A eingeteilt.<ref>Sprengstoffgesetz - SprengG, abgerufen am 5. November 2018</ref>
Gewinnung und Darstellung
Durch eine Kondensation von 2,4-Dinitrochlorbenzol und Anilin gewinnt man zunächst das 2,4-Dinitrodiphenylamin, welches in einer Mischung aus konzentrierter Schwefelsäure und Salpetersäure zum Dipikrylamin nitriert wird.<ref name="Explosivstoffe" />
Eigenschaften
Die Verbindung ist im trockenen Zustand durch Schlag, Reibung, Wärme und andere Zündquellen besonders explosionsgefährlich<ref name="Roth-Weller">L. Roth, U. Weller: Gefährliche Chemische Reaktionen. 65. Ergänzungslieferung, ecomed-Verlag 2011.</ref> und fällt im Umgang unter das Sprengstoffgesetz.<ref name="SprengG">Sprengstoffgesetz, Anhang I, Liste der explosionsgefährlichen Stoffe (BGBl. 1975 I S. 853), auf die das Gesetz in vollem Umfang anzuwenden ist.</ref>
Tabelle mit wichtigen explosionsrelevanten Eigenschaften: Sauerstoffbilanz −52,8 %<ref name="Explosivstoffe" /> Stickstoffgehalt 22,33 %<ref name="Explosivstoffe" /> Normalgasvolumen 913 l·kg−1<ref name="Explosivstoffe" /> Explosionswärme 4042 kJ·kg−1 (H2O (l))
3975 kJ·kg−1 (H2O (g))<ref name="Explosivstoffe" />Spezifische Energie 1098 kJ·kg−1 (112 mt/kg)<ref name="Explosivstoffe" /> Bleiblockausbauchung 32,5 cm3·g−1<ref name="Explosivstoffe" /> Detonationsgeschwindigkeit 7200 m·s−1<ref name="Explosivstoffe" /> Stahlhülsentest Grenzdurchmesser 5 mm<ref name="Explosivstoffe" /> Schlagempfindlichkeit 12 Nm<ref name="Explosivstoffe" /> Reibempfindlichkeit bis 353 N Stiftbelastung keine Reaktion<ref name="Explosivstoffe" />
Verwendung
Die Verbindung wurde in Mischungen mit Trinitrotoluol und Aluminium als Unterwassersprengstoff (→ Schießwolle 36) verwendet.<ref name="Explosivstoffe" />
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Aurantia. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 2, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 105.
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Explosionsgefährlicher Stoff
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:P-Sätze fehlen
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Diphenylamin
- Polynitrobenzol
- Farbstoff
- Nitroanilin