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Tapo (Bobonaro)

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Tapo
Datei:2016-11-10 Tapo (Bobonaro).jpg
Kinder begrüßen Gäste in traditioneller Tracht (2016)
Daten
Fläche 9,44 km²<ref name="Cen2015">Direcção-Geral de Estatística: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).</ref>
Einwohnerzahl 738 (2022)<ref name="Cen2022">Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.</ref>
Chefe de Suco Xavier Cardoso Barreto
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)<ref name="Cen2015" />
Oe-po 469
Tapo Tas 155
Koordinaten: 9° 3′ S, 125° 16′ O
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Tapo (Bunak für heilige Axt)<ref name=ASI173>Antoinette Schapper: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor (Memento vom 24. Oktober 2013 im Internet Archive), S. 173, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011</ref> ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Bobonaro (Gemeinde Bobonaro).

Geographie

Tapo
Orte Position<ref name="Statistik"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Atlanten der zwölf Gemeinden und der Sonderverwaltungsregion Osttimors, Stand 2019 (Memento vom 17. Januar 2021 im Internet Archive) (Direcção-Geral de Estatística DGE).</ref> Höhe
Oe-po 9° 3′ 55″ S, 125° 15′ 38″ O
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1468 m
Tapo 9° 3′ 10″ S, 125° 16′ 19″ O
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1236 m
Datei:2016-08-18 suco Tapo 1.jpg
Frauen…
Datei:2016-08-18 suco Tapo 2.jpg
…und Männer in traditioneller Tracht (2016)

Der Suco Tapo liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Bobonaro. Nördlich liegt der Suco Oeleo, nordöstlich der Suco Ai-Assa und südlich der Suco Leber. Im Westen liegt das Verwaltungsamt Maliana mit seinen Sucos Saburai und Tapo/Memo.<ref name="Atlas Bobonaro">Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Bobonaro, abgerufen am 25. September 2022.</ref> Im Süden von Tapo entspringt der Fluss Ilsa, der quer durch den Suco nach Osten fließt. Der Fluss gehört zum System des Loumea.<ref name="GIS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)</ref> Im Osten steigt das Land über 1500 m an. An der Grenze zu Leber liegt hier der Lakus (1765 m, !490.9320315625.2488695Lage

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  }}), nördlich davon der Oe-po (1734 m. !490.9371445625.2516175Lage
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  }}) und im Südosten der Tasgolo (1240 m, !490.9281945625.2751395Lage
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  }}).<ref>Peak Visor: Lakus, abgerufen am 2. Oktober 2024.</ref>

Tapo hat eine Fläche von 9,44 km²<ref name="Cen2015" /> und teilt sich die zwei Aldeias Oe-po (Oepo) und Tapo Tas.<ref name=JdR><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)</ref>

Der Ort Tapo liegt im Norden des Sucos. Hier befinden sich die Grundschule Cristo Liurai Tapo B, eine Kapelle und ein Friedhof sowie der Sitz des Sucos. Westlich des Ortes steht eine Sendeantenne der Timor Telecom. Der einzige größere Ort im Suco neben Tapo ist Oe-po im Südwesten des Sucos. Durch beide Dörfer führt die Überlandstraße, die Lolotoe mit dem Norden Osttimors verbindet.<ref name="Atlas Bobonaro" /><ref name="GIS" />

Einwohner

Datei:2016-08-18 Tapo 3.jpg
Eine Frau in Tapo (2016)

Im Suco leben 738 Einwohner (2022), davon sind 350 Männer und 388 Frauen. Im Suco gibt es 168 Haushalte.<ref name="Cen2022" /> Über 95 % der Einwohner geben Bunak als ihre Muttersprache an. Eine kleine Minderheit spricht Kemak.<ref>Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tapo (tetum; PDF; 8,5 MB)</ref>

Geschichte

Datei:2016-08-18 Tapo, zwei Frauen mit dem Ordem Funu Nain.jpg
Zwei Frauen mit dem Ordem Funu Nain, der posthum an Märtyrer des Unabhängigkeitskrieges verliehen wird

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Ehemalige Einwohner Tapos gründeten erst vor einigen Generationen den tiefergelegenen Nachbar-Suco Tapo/Memo. Zwischen den beiden Sucos bestehen noch heute rituelle Beziehungen.<ref name=ASI173/>

Die Nachbarn Tapo, Oeleo und Leber haben eine langwährenden Konflikt hinter sich. Über Jahrzehnte kämpften die Männer der Gemeinden gegeneinander um Land und Grenzverläufe. Auch im Bürgerkrieg 1975 kam es zu Gewaltausbrüche zwischen ihnen. Tapo und Oeleo galten als Hochburgen der UDT und waren loyal zur portugiesischen Kolonialverwaltung. Leber galt als Zentrum der pro-indonesischen APODETI. Einwohner aus Tapo beschuldigen FRETILIN-Anhänger, sie hätten 1975 hunderte UDT-Anhänger nach Cova Lima und Westtimor vertrieben. Auch in Leber wurden im August 1975 von der FRETILIN, unterstützt von Einwohnern aus Tapo und Oeleo, hunderte Häuser niedergebrannt und die Bewohner mussten in die Berge fliehen.<ref name="CAVR10"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CAVR report: Part 10: Acolhimento and victim support (Memento vom 5. September 2014 im Internet Archive) (PDF; 518 kB)</ref>

Am 3. November 1975 starb Maria Tapó bei der Verteidigung ihres Heimatdorfes im Kampf gegen die Indonesier. Sie gilt als erste weibliche Kämpferin, die in dem Konflikt ums Leben kam. Ihr zu Ehren wird der Nationale Tag der Frau an ihrem Todestag begangen.<ref name="pres">Präsident Osttimors: MENSAJEN HUSI S.E. PREZIDENTE REPÚBLIKA DR. FRANCISCO GUTERRES LÚ OLO BA LORON NASIONÁL FETO TIMOR-LESTE, 3. November 2021, abgerufen am 3. November 2021.</ref>

Datei:2016-11-10 Veneranda Lemos Martins in Tapo.jpg
Gedenkveranstaltung für Maria in Tapo (2016)

Auch während der indonesischen Besatzungszeit (1975–1999) teilten sich die Dörfer zunächst in Unterstützer und Gegner der Indonesier. In Leber war eine Spezialeinheit der Streitkräfte Indonesiens stationiert, während in Tapo und Oeleo die FRETILIN Unterstützung fand. 1976/77 griff die indonesische Armee immer wieder in den bewaffneten Konflikt ein. In Tapo und Oeleo wurden von den Indonesiern Zivilisten getötet und in Tapo hunderte Häuser zerstört.<ref name="CAVR10" />

Im Mai 1981 wurden Männer aus Tapo gezwungen, sich an der Operation Zaun aus Beinen zu beteiligen, bei der Tausende Zivilisten die Insel durchstreiften, um Guerillakämpfer der FALINTIL aufzuspüren. 1999 wurden Jugendliche aus dem Ort von den indonesischen Besatzern gefangen genommen und im Militärposten in Maliana gefoltert. Danach zwang man sie zum Dienst in der Wanra Dadarus Merah Putih. Andere Rekruten sollen sich freiwillig der pro-indonesischen Miliz angeschlossen haben. Infolge der indonesischen Operation Donner nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999 wurden viele Einwohner nach Westtimor deportiert, wo sie in Camps unterkamen, bis sie zurückkehren konnten.<ref name="Chega1087">Chega! – Abschlussbericht der Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission von Osttimor (CAVR) (vollständiger Bericht, englisch), S. 1087–1089.</ref>

2003 wurde ein Treffen von Vertretern aus den drei Sucos organisiert. Das Zusammentragen der Geschehnisse machte ihnen klar, dass die politischen Bündnisse quer durch die Gemeinden gingen und alle drei unter den Konflikten litten. Durch das rituelle Treffen sollte eine friedliche Zukunft ermöglicht werden.<ref name="CAVR10" />

Politik

Datei:2016-08-18 Tapo, CdS Xavier Cardoso Barreto.jpg
Xavier Cardoso Barreto (2016)

Damião da Cruz, ehemaliger Chef von Tapo, gehört zu den Opfern des Massakers in der Polizeistation von Maliana am 8. September 1999.<ref>Chega! – Abschlussbericht der Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission von Osttimor (CAVR) (vollständiger Bericht, englisch), S. 1089 & 2841.</ref>

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Justino Viegas Amaral zum Chefe de Suco gewählt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)</ref> Bei den Wahlen 2009 gewann Xavier Cardoso Barreto<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)</ref> und wurde 2016<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016. (Memento vom 14. August 2021 im Internet Archive)</ref> und 2023 in seinem Amt bestätigt.<ref name="PMB">Portal Municipal Bobonaro: Posto Administrativo Bobonaro, abgerufen am 1. März 2025.</ref>

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Tapo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

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