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Staitz

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Staitz
Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(272)&title=Staitz 50° 43′ N, 12° 0′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(272) 50° 43′ 3″ N, 11° 59′ 33″ O
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Höhe: 365 m ü. NN
Fläche: 6,77 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Staitz, Landstadt Auma-Weidatal. In: GEOindex. Abgerufen im Januar 2026.</ref>
Einwohner: 272 (31. Dez. 2012)<ref>Bewertung Erschließungsqualität Stadt Gera. (PDF: 2,2 MB) S. Anlage 6.2 (3/12), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2022; abgerufen am 29. September 2022.</ref>
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 07955
Vorwahl: 036622
Datei:Staitz in GRZ.png
Karte
Lage von Staitz in Auma-Weidatal
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Staitz war eine kreisangehörige Gemeinde im Landkreis Greiz in Thüringen. Am 1. Dezember 2011 wurde sie ein Ortsteil der Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal. Heute hat Staitz den Status einer Ortschaft nach der Thüringer Kommunalordnung und damit eine Ortschaftsverfassung mit Ortschaftsrat und Ortschaftsbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 181 kB) § 3. In: Webauftritt. Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal, abgerufen im Januar 2026.</ref>

Der Name „Staitz“ kommt wahrscheinlich aus dem Sorbischen und ist wohl an das Wort „Stav“ (= Teich) angelehnt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 22. Juli 1283, als Heinrich der Ältere, Vogt von Weida, dem Kloster Cronschwitz einen von Heinrich von Lohma gekauften Zins in Staitz bestätigte. Auch Wolfgang Kahl bestätigt diese urkundliche Ersterwähnung des Dorfes Staitz.<ref>Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 271</ref> In alten Unterlagen wurde Staitz auch als ein „Dorf mit vielen Fuhrleuten“ bezeichnet.

Geografie

Staitz liegt im Thüringer Schiefergebirge unweit der Weidatalsperre. Am Ostrand des bebauten Gebiets verläuft der 12. Längengrad. Staitz liegt in einer leichten Hanglage.

Geschichte

In Staitz gab es drei Mühlen:

  • Die Franzenmühle. Der erste Müller wurde 1609 erwähnt
  • Die Bermichsmühle bei Staitz. Der erste Müller wurde 1533 erwähnt
  • Die Erzmühle Staitz. Der erste Müller wurde 1556 erwähnt<ref>Günter Steiniger: Mühlen im Weidatal. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-934748-59-0, S. 140–169</ref>

Der Bau der ersten Kirche erfolgte vermutlich 1521. Noch heute ist an der Südseite des Turmes das „Vorhangbogenfenster“ mit der Inschrift „Anno Domin – m§v und XXI“ erhalten. Im Jahre 1812 brannte ein Teil des Dorfes einschließlich der Kirche und der Schule ab, wobei auch drei Kirchenglocken zerstört wurden. Bereits 1813 konnte aus dem teils wieder gesammelten Metall eine neue Kirchenglocke von den Gebrüdern Ulrich zu Laucha und Apolda hergestellt werden. Sie trägt noch heute die Inschrift: „Gott segne und erhalte Staitz“. Im Jahre 1816 wurde die neu erbaute Kirche eingeweiht.

Am 10. April 1852 erhielt der Ort ein neues Siegel. Das Wappen zeigt die „Drei Linden“, die auf Beschluss des Gemeinderates gepflanzt wurden. 1975 wurden erneut drei Linden am Parkplatz (ehemals Scheunenteich) als Ersatz gepflanzt. Unweit des Ortes befindet sich die Weidatalsperre (erbaut 1951 bis 1956).

Das Ortszentrum befindet sich im Dorfzentrum am Dorfplatz. Es diente früher als Schule, anschließend als Kindergarten und wird heute zum Teil bewohnt.

Vor dem Bau der Talsperre wurden Ausgrabungen zur Sicherung und Dokumentation der Burganlage, die sogenannte Fliehburg, die als Bodendenkmal anerkannt ist, durchgeführt. Bis zum 3. Januar 1996 war Staitz ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Weidatal, danach gehörte die Gemeinde zur Verwaltungsgemeinschaft Auma-Weidatal. Am 1. Dezember 2011 schlossen sich die Stadt Auma und die Gemeinden Braunsdorf, Göhren-Döhlen, Staitz und Wiebelsdorf zur Landgemeinde Stadt Auma-Weidatal zusammen.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011</ref>

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):<ref name="EW">Bevölkerung Gemeinde Staitz. In: statistik.thueringen.de. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen im November 2025.</ref>

  • 1994: 305
  • 1995: 293
  • 1996: 302
  • 1997: 296
  • 1998: 308
  • 1999: 309
  • 2000: 322
  • 2001: 314
  • 2002: 319
  • 2003: 328
  • 2004: 331
  • 2005: 324
  • 2006: 327
  • 2007: 315
  • 2008: 299
  • 2009: 293
  • 2010: 278
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Osterkrone Staitz (4).jpg
Osterkrone Staitz

Sehenswürdigkeiten sind die historische Kirche, die Weidatalsperre, die Bermichsmühle und das Denkmal der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Im Ort bestehen die Gastwirtschaft „Zum Taubenschlag“ sowie der örtliche Kegelverein und der Feuerwehrverein. Jährliches Maibaumstellen (inkl. Maifeuer), sowie ein Fest des in Staitz befindlichen landwirtschaftlichen Großbetriebs sind Höhepunkte des Ortslebens. Häufig finden auch Fußballspiele auf dem Fußballplatz statt. Ganz in der Nähe, in Döhlen, findet das alljährliche Weidatalfest statt.

Sport

In Staitz befindet sich ein Fußballplatz an der Einfahrt zum Neubaugebiet. Zudem durchfährt die alljährliche Thüringenrundfahrt der Frauen die Ortschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen, die das Bild der Gemeinde Staitz prägen, sind die ERVEMA agrar GmbH, die Agrarhandelsgesellschaft „Aumatal“ und weitere kleinere landwirtschaftliche Betriebe von Wiedereinrichtern sowie Handwerksbetriebe. Im Gewerbegebiet „In der Muschke“ ist seit 1998 die Firma TRIBOTEC GmbH ansässig. Dies ist ein Spezialbetrieb für Verschleiß- und Korrosionsschutz, besonders für Förderschnecken und Pressanlagen der Papier-, Ziegel- und Keramikindustrie. Dienstleistungsunternehmen finden sich in Staitz nicht. Es befinden sich zwei Bushaltestellen in Staitz mit Anbindung nach Auma und Triebes.

Persönlichkeiten

Finanzielle Situation

Verschuldung der ehemaligen Gemeinde Staitz in EUR (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 2004: 954.000
  • 2005: 916.000
  • 2006: 871.000
  • 2007: 818.000
  • 2008: 784.000
  • 2009: 748.000
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Literatur

  • Werner Radig: "Die Ausgrabung der Burgstätte von Staitz im Kreis Greiz", in: Festschrift zur 125-Jahrfeier des Kreismuseums des Landkreises Greiz in Hohenleuben-Reichenfels. Heft 1. Hrsg.: Der Kreisrat des Kreises Greiz, Abteilung für Kunstangelegenheiten. Hohenleuben-Reichenfels 1951, S. 20–45 (mit Bildern, Lageplänen, Literaturquellen und Anmerkungen zu Funden anderer Burgställe der Region; verfügbar im Stadtarchiv der Stadt Auma-Weidatal)
  • W. Taut: "Eine frühgeschichtliche Ringwall- und Wasserfestung im Weidatal.", In: Heimatblätter, Beilage zum Reußischen Anzeiger Zeulenroda, Jg. 17, 1928, Nr. 23/24 mit Plan. (Artikel zur mittelalterlichen Spornburg Staitz, fälschlich als "Wasserfestung" und "frühgeschichtlich" betitelt)

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Staitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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