Zum Inhalt springen

Serpil Midyatli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 16:46 Uhr durch imported>Mipani (Eigenschreibweise zugefügt, siehe Disk.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Serpil midyatli.jpg
Serpil Midyatli (2021)

Serpil Midyatli (Eigenschreibweise: Midyatlı, geb. Alkan; * 8. August 1975 in Kiel) ist eine deutsch-türkische Politikerin (SPD). Sie ist seit 2009 Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags. Dort ist sie seit Dezember 2023 erneut Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführerin; ein Amt, das sie bereits von Juni 2021 bis Mai 2022 innehatte. Seit 2017 ist sie Mitglied im SPD-Parteivorstand, seit 2019 als eine der fünf stellvertretenden SPD-Vorsitzenden. Sie war von 2019 bis 2026 Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein.

Ausbildung, Beruf und Privates

Midyatli wurde als Tochter eines Kurden und einer Araberin aus Midyat<ref>Cordula Meyer, Ansgar Siemens: Serpil Midyatli (SPD) über Widerstände: »Die dachte tatsächlich, ich wäre die Putzfrau«. In: Der Spiegel. 28. Juni 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. Januar 2025]).</ref> in Kiel geboren und wuchs im Stadtteil Gaarden auf. Nach dem Realschulabschluss wechselte sie 1992 auf ein Wirtschaftsgymnasium. Sie verließ dieses 1994 vor dem Abitur und übernahm die Leitung eines von ihrer Familie betriebenen Restaurants. Sie gründete 2004 zusammen mit ihrem Ehemann einen Kultur- und Veranstaltungsservice und betrieb mit diesem eine Konzerthalle. Zudem führte sie von 2007 bis 2009 einen Catering-Service.

Midyatli ist islamischen Glaubens, verheiratet und hat zwei Kinder.<ref name="Hahn">Thomas Hahn: Nordisch by Nature. In: Süddeutsche Zeitung. 5. September 2018, abgerufen am 6. September 2018.</ref><ref>https://www.serpil-midyatli.de/mein-weg/, abgerufen am 9. September 2018.</ref><ref name="Bruhns">Annette Bruhns: Stegners politische Ziehtochter übernimmt. In: Der Spiegel, 9. September 2018 </ref> Sie hat neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.<ref>Landtag bekennt sich zur doppelten Staatsbürgerschaft fehmarn24.de vom 16. Dezember 2016, abgerufen am 3. Dezember 2021 </ref><ref>Diskussion „Identität zwischen zwei Nationen – Gespräch zur doppelten Staatsbürgerschaft.“ stark besucht › SPD Glückstadt. 1. Oktober 2020, abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>

2015 wurde sie in das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes aufgenommen,<ref name="Bruhns"/> dem sie als 3. Stellvertreterin des Präsidenten angehört.<ref>https://www.heimatbund.de/ueber-uns/praesidium.html</ref>

Politik

Midyatli trat im Jahr 2000 in die SPD ein und engagierte sich zunächst in der Kommunalpolitik. Von 2003 bis 2009 war sie Mitglied im Ortsbeirat Kiel-Gaarden und von 2008 bis 2009 Mitglied im Wirtschaftsausschuss der Stadt Kiel. Nachdem sie von 2003 bis 2007 im Kreisvorstand der AWO Kiel aktiv gewesen war, wurde sie 2011 Mitglied des Vorstandes der AWO Schleswig-Holstein.

Bei der Landtagswahl am 27. September 2009 kandidierte sie erstmals für den schleswig-holsteinischen Landtag. Sie kandidierte ohne Wahlkreis und zog über Platz 15 der SPD-Landesliste in den Landtag ein.<ref>Endgültiges Ergebnis der Wahl zum Schleswig-Holsteinischen Landtag vom 27. September 2009 - Bekanntmachung der Landeswahlleiterin vom 16. Oktober 2009 – s. hier: In den Wahlkreisen gewählte Bewerberinnen und Bewerber + Aus den Landeslisten gewählte Bewerberinnen und Bewerber</ref><ref>Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 27. September 2009. In: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 25. März 2010 (PDF, s hier 1.6: Aus den Landeslisten gewählte Bewerberinnen und Bewerber).</ref><ref>Siehe auch Liste der Mitglieder des Landtages Schleswig-Holstein (17. Wahlperiode).</ref> Sie gehörte dem Innen- und Rechtsausschuss an. Midyatli war die erste muslimische Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtages.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl am 6. Mai 2012 trat sie im Wahlkreis Eckernförde an und unterlag mit einem Erststimmenanteil von 33,3 % dem CDU-Mitbewerber Daniel Günther (35,7 %).<ref>Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein – Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012: Gebiet: 09 Eckernförde – Erststimmen</ref> Listenplatz 2 der SPD-Landesliste verhalf ihr zum erneuten Einzug in den Landtag. Sie wurde zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt und war Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Für ihre Fraktion übernahm sie das Amt der Sprecherin für Wohnungsbau, Integration, Migration, Familien, Gleichstellung und Kita der SPD-Landtagsfraktion.<ref>Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein. Abgerufen am 15. August 2021.</ref>

Auch bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 zog sie über Listenplatz 2 in den Landtag ein und fungiert dort als Fraktionssprecherin für Familienpolitik, Gleichstellung, Integration und Kinderbetreuung. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende wurde sie im Amt bestätigt.<ref>Personen. SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, abgerufen am 6. September 2018.</ref> Auf dem SPD-Bundesparteitag vom 7. bis 9. Dezember 2017 wurde sie erstmals in den SPD-Parteivorstand gewählt, nachdem die Arbeitsgemeinschaft für Migration und Vielfalt sie nominiert hatte.

Am 30. März 2019 wurde sie zur Landesvorsitzenden der SPD Schleswig-Holstein gewählt. Vor der Stichwahl des Mitgliederentscheids zur Wahl zum SPD-Vorsitz 2019 sprach Midyatli sich öffentlich für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans aus.<ref>SPD-Vorsitzende Midyatli für Walter-Borjans/Esken. Abgerufen am 6. Dezember 2019.</ref>

Auf dem Parteitag am 6. Dezember 2019 wurde der neue SPD-Parteivorstand gewählt. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wurden dort zu den neuen Vorsitzenden der SPD gewählt. Serpil Midyatli wurde von den beiden als stellvertretende Parteivorsitzende vorgeschlagen und dann von dem Parteitag in das Amt gewählt.

Am 25. April 2021 wurde sie als Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein wiedergewählt.<ref>NDR: SPD-Landesparteitag: Midyatli als Landeschefin wiedergewählt. Abgerufen am 26. April 2021.</ref> Midyatli gab zudem bekannt, sich im Juni 2021 als Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion zu bewerben.<ref>Midyatli übernimmt zur Sommerpause SPD-Fraktionsvorsitz. In: Die Zeit. 21. April 2021, abgerufen am 26. April 2021.</ref> Am 22. Juni 2021 wurde sie als Nachfolgerin von Ralf Stegner zur Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion gewählt.<ref>Midyatli zur SPD-Fraktionschefin gewählt. Abgerufen am 22. Juni 2021.</ref> Nach Ute Erdsiek-Rave war sie die zweite Frau, die dieses Amt in der SPD Schleswig-Holstein bekleidet.

Auf einer Mitgliederversammlung der Kieler SPD wurde Midyatli am 1. August 2021 als SPD-Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis Kiel-Ost gewählt. Somit trat sie bei der Landtagswahl im Mai 2022 nicht erneut im Wahlkreis Eckernförde an. Nach der Landtagswahl 2022, bei der sie erneut über die Landesliste in den Landtag gewählt wurde, kandidierte sie nicht erneut für den Fraktionsvorsitz. In diesem Amt folgte ihr Thomas Losse-Müller nach. Am 12. Dezember 2023 wurde sie erneut zur Fraktionsvorsitzenden gewählt.<ref>Serpil Midyatli zur neuen SPD-Fraktionschefin gewählt. In: ndr.de. 12. Dezember 2023, abgerufen am 13. Dezember 2023.</ref>

Midyatli bewarb sich um die SPD-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2027, unterlag jedoch im November 2025 bei einer parteiinternen Urwahl gegen den Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.<ref>Balthasar Hümbs: Landtagswahl in SH: Ulf Kämpfer wird Spitzenkandidat der SPD. In: ndr.de. 8. November 2025, abgerufen am 8. November 2025.</ref> Sie zog sich daraufhin im Februar 2026 vom Landesparteivorsitz zurück; ihr folgte Kämpfer nach.<ref>Kristian Blasel: Serpil Midyatli gibt SPD-Vorsitz in Schleswig-Holstein auf. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.</ref><ref>Anne Passow: „Daniel, zieh dich warm an“ - Kämpfer neuer SPD-Chef in SH. In: ndr.de. 14. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>

Positionen

Midyatli gilt als profilierte Familienpolitikerin. Unter anderem steht sie für beitragsfreie Kitas und mehr Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Im Jahr 2020 hat sie eine Diskussion über Arbeitszeitverkürzung angestoßen. Durch eine 30-Stunden-Woche ließe sich aus Sicht von Midyatli partnerschaftliche Erziehung besser mit Erwerbsarbeit kombinieren.<ref>NDR: SPD will "Humanisierung der Arbeitswelt". Abgerufen am 26. April 2021.</ref>

Ausdrücklich bekannte sie sich im Jahr 2021 zur Bildung von Wohneigentum. Die SPD würde zwar immer dafür kämpfen, dass Mieten bezahlbar blieben. Aber das gelte auch für die Möglichkeit, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Das Eigenheim sei ein Symbol für sozialen Aufstieg. Midyatli befürwortet Modelle, die weniger Eigenkapital erfordern. Dazu zählt Mietkauf.<ref>SPD-Landeschefin Midyatli will Landtagswahl gewinnen. Abgerufen am 26. April 2021.</ref>

Weblinks

Commons: Serpil Midyatli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Theodor Werner (1945–1946) | Wilhelm Kuklinski (1946–1947) | Heinrich Fischer (1947–1948) | Andreas Gayk (1948–1954) | Walter Damm (1955–1965) | Jochen Steffen (1965–1975) | Günther Jansen (1975–1987) | Gerd Walter (1987–1991) | Willi Piecyk (1991–1999) | Franz Thönnes (1999–2003) | Claus Möller (2003–2007) | Ralf Stegner (2007–2019) | Serpil Midyatli (2019–2026) | Ulf Kämpfer (seit 2026)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Andreas Gayk (1946–1950) | Bruno Diekmann (1950–1953) | Wilhelm Käber (1953–1966) | Jochen Steffen (1966–1973) | Klaus Matthiesen (1973–1983) | Björn Engholm (1983–1988) | Gert Börnsen (1988–1996) | Ute Erdsiek-Rave (1996–1998) | Lothar Hay (1998–2008) | Ralf Stegner (2008–2021) | Serpil Midyatli (2021–2022) | Thomas Losse-Müller (2022–2023) | Serpil Midyatli (seit 2023) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Bundestag: Matthias Miersch. Landtage: Baden-Württemberg: Sascha Binder. Bayern: Holger Grießhammer. Berlin: Raed Saleh. Brandenburg: Björn Lüttmann. Bremen: Mustafa Güngör. Hamburg: Dirk Kienscherf. Hessen: Tobias Eckert. Mecklenburg-Vorpommern: Julian Barlen. Niedersachsen: Stefan Politze. Nordrhein-Westfalen: Jochen Ott. Rheinland-Pfalz: Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Saarland: Ulrich Commerçon. Sachsen: Henning Homann. Sachsen-Anhalt: Katja Pähle. Schleswig-Holstein: Serpil Midyatli. Thüringen: Lutz Liebscher

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein