Zum Inhalt springen

Araber in der Türkei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Araber in der Türkei (arabisch العرب في تركيا, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) stellen mit etwa 1,5 Millionen Menschen knapp zwei Prozent der türkischen Gesamtbevölkerung und sind damit (nach den Kurden) die zweitgrößte ethnische Minderheit in der Türkei.<ref>KONDA: Türkiye 100 Kişi Olsaydı. Abgerufen am 27. Dezember 2025.</ref><ref>The Impact of Syrian Refugees on Turkey. Abgerufen am 23. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dazu kamen durch die vom syrischen Bürgerkrieg ausgelöste Flüchtlingswelle zeitweise weitere 4 Millionen Syrer, deren Zahl sich aber seit 2023 wieder verringert.

Geschichte

Die Araber leben schon seit Jahrhunderten in Südostanatolien. Mitte des 7. Jahrhunderts eroberten die Araber Südostanatolien und Nordmesopotamien. Der letzte Umayyaden-Kalif Marwan II. erhob sogar Harran um 745 zu seiner Residenz. Nach der Expansion wurden viele arabische Familien von der arabischen Halbinsel nach Südostanatolien und Nordmesopotamien um Harran (حران / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Cizre (جزيرة ابن عمر / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Siirt (سعرد / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Mardin<ref name="books-03UAAwAAQBAJ-29">Fahd Al-Semmari: A History of the Arabian Peninsula. I.B.Tauris, 2009, ISBN 978-0-857-71323-0, S. 29 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> (ماردين / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) und Şanlıurfa (الرها / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) umgesiedelt.<ref>Orhan Koloğlu: Bedevi, Lavrens, Arap, Türk. Arba, 1993, S. 88–90. (Türkisch)</ref>

Seit dem Bürgerkrieg in Syrien stieg die Anzahl ethnischer Araber stark an. Mit der Zeit kam es jedoch immer mehr zur Feindlichkeit gegen sie. Anfang Juli 2024 kam es gegen Syrer zu schweren und pogromartigen Ausschreitungen u. a. in der Stadt Kayseri, gefolgt von einem Datenleck über sozialen Medien mit privaten Informationen von mehr als 3 Millionen von ihnen.<ref>Schwere Ausschreitungen gegen syrische Flüchtlinge in der Türkei. In: tagesschau. 2. Juli 2024, abgerufen am 2. Juli 2024.</ref><ref>Turkey launches investigation over leaked Syrian migrant data. In: Rudaw. 5. Juli 2024, abgerufen am 7. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Syrische Geflüchtete: Angst wegen geleakter Daten. In: nd-aktuell. 5. Juli 2024, abgerufen am 7. Juli 2024.</ref>

Siedlungsgebiet

Araber leben hauptsächlich im Süden und Südosten der Türkei an der Grenze zu Syrien und Irak, in den Provinzen Adana, Gaziantep, Hatay, Mardin, Mersin, Siirt, Şanlıurfa, Adiyaman usw. Dazu kommt die Diaspora-Gemeinde in der Metropole Istanbul. Weitere Diaspora-Gemeinden bestehen in den Großstädten Adana Hatay und Mersin.

Religionen

Die Araber in der Türkei gliedern sich in drei Religionsgruppen, d. h. in Muslime, Nusairier und Christen. Die muslimischen Araber bilden die größte Gruppe innerhalb dieser Ethnie. Sie leben vornehmlich in Batman, Bitlis, Gaziantep, Hatay, Mardin, Muş, Siirt, Şanlıurfa und Şırnak. Der Großteil der 300.000 bis 350.000 Nusairier<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Nusairier weltweit und in der Türkei (Memento vom 15. Mai 2013 im Internet Archive) (türkisch)</ref> lebt in den Provinzen Adana, Hatay und Mersin. Religionsgeschichtlich stellen die Nusairier eine ultra-schiitische Sekte dar, die vermutlich aus der Fünfer-Schia hervorging und nicht etwa eine Abspaltung der Zwölfer-Schia darstellen. Der Glauben ist unter anderem auch von gnostischen Elementen und Messianismus geprägt. Ali werden göttliche Eigenschaften zugeschrieben bzw. als Imanation Gottes aufgefasst. Die ca. 18.000 christlichen Araber<ref>Christen in der islamischen Welt – Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 26/2008)</ref> leben in der Mehrzahl in der Provinz Hatay, in den Städten Antakya und Iskenderun sowie im Dorf Tokaçlı. Sie gehören der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochien und der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien an, eine Gemeinschaft mit eigenem Patriarchat und mit Arabisch als Liturgiesprache.

Liste der Arabischen Stämme im Viyalet Diyarbakır um 1870

Name des Stammes Anzahl Siedlungsgebiet
Schammar +10.000 Zelte Die Schammar sind der größte Stamm und werden in drei Gruppen aufgeteilt: die al-Jerbe, az-Zeydan, und al-Omar. Die Schammar leben über einem großen Gebiet zerstreut. In der Türkei sind das die Städte Siverek, Urfa, Akçakale, Harran und Mardin. Diese Siedlungsgebiete setzen sich nach Syrien (Der Cebel-i Abdulaziz bei al-Hasaka, ar-Raqqa) und den Irak (Tal Afar und Dschabal Sindschar) fort. Der Stamm ist auch im nördlichen Saudi-Arabien weit verbreitet.
Banu Tayy 300–400 Zelte (um 1870), 3000 Zelte um 1900 Entlang des Çağçağ-Flusses, zwischen Midyat und Hasakah. Auch verbreitet in Ha'il
Şerabi 500 Zelte leben westlich vom Berg Karacadağ
Cubur 600 Zelte leben um Nusaybin
`Anizzah<ref name="books-uVcfJRbu38kC-49">Janet Klein: The Margins of Empire. Stanford University Press, 2011, ISBN 978-0-804-77570-0, S. 49 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> unbekannt leben südlich von Mardin
Bekari 1000 Zelte Die Bekari hüteten Kamele und Schafe entlang des Serkan Flusses (fließt vom Südwesten Mardins nach Kızıltepe).

Sprache

Die große Mehrheit der Araber in der Türkei spricht Arabisch in einem levantischen oder mesopotamischen Dialekt. Da die Araber in der Türkei sich der mehrheitlich türkischen Bevölkerung anpassten, nimmt die Rolle der arabischen Sprache seit der Gründung der Türkei immer weiter ab. Gesprochen wird die Sprache meistens nur noch von den älteren Arabern, und die Mehrheit der jungen arabischen Bevölkerung in der Türkei hat nur wenige Sprachkenntnisse. Inzwischen haben sich jedoch durch den Bürgerkrieg in Syrien viele neue arabischsprachige Flüchtlinge angesiedelt.

Bekannte Araber

Aus dem Gebiet der heutigen Republik Türkei

Aus der Republik Türkei

Siehe auch

Literatur

  • Dalal Arsuzi-Elamir: Arabischer Nationalismus in Syrien. Zaki al-Arsuzi und die arabisch-nationale Bewegung an der Peripherie Alexandretta/Antakya 1930–1938. Lit, Münster 2002, ISBN 3-8258-5917-7.
  • Otto Jastrow: Die mesopotamisch-arabischen qeltu-Dialekte II. Volkskundliche Texte in elf Dialekten. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-03389-0.

Weblinks

Commons: Araber in der Türkei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />