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Phosphite

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. September 2025 um 10:02 Uhr durch imported>Heinte (Mineralisches Phosphit in der Natur).
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Datei:PhosphorigeSäure.png
Tautomerie der Phosphonsäure und Phosphorigsäure

Als Phosphite werden die Ester (Phosphorigsäureester) und die Salze der in freier Form nicht vorkommenden Phosphorigsäure (veraltet phosphorige Säure) P(OH)3 bezeichnet.<ref name="Römpp" /><ref name="Holleman" /> Als Phosphorigsäureester gelten Verbindungen der Form P(OR)3 mit (R = Alkyl-Rest oder Aryl-Rest), wie beispielsweise Trimethylphosphit. Phosphite mit drei Alkylgruppen werden als Trialkylphosphite bezeichnet.

Abgrenzung Phosphite / Phosphonate

Die Phosphorigsäure ist eine tautomere Form der Phosphonsäure H-P(O)(OH)2, wobei das Gleichgewicht auf der Seite der Phosphonsäure liegt (in der Abbildung auf der linken Seite).<ref name="Römpp" /><ref name="Holleman1" /> Die Ester der Phosphonsäure, HP(O)(OR)2 (z. B. Dimethylphosphit), werden allgemein zu den Phosphonaten gezählt. Sie stehen zwar ebenfalls im Gleichgewicht zu den entsprechenden Phosphitverbindungen vom Typ P(OH)(OR)2, aber auch in diesem Fall überwiegt in der Regel die Phosphonatform bei Weitem.<ref>G. O. Doak, Leon D. Freedman: The Structure and Properties of the Dialkyl Phosphonates. In: Chemical Reviews. Band 61, Nr. 1, 1. Februar 1961, S. 31–44, doi:10.1021/cr60209a002.</ref>

Herstellung

Organische Phosphite werden durch Umsetzung von Phosphortrichlorid mit den entsprechenden Alkoholen oder Phenolen hergestellt:<ref name="Römpp" />

<math>\mathrm{ PCl_3 + 3 \ CH_3OH \rightarrow P(OCH_3)_3 + 3 \ HCl} </math>

Mineralisches Phosphit in der Natur

Mineralisches Phosphit (-HPO3) konnte in einem durch Blitzschlag in den Boden entstandenen Fulgurit nachgewiesen werden.<ref name=":0">Luca Bindi, Tian Feng, Matthew A. Pasek: Routes to reduction of phosphate by high-energy events. In: Communications Earth & Environment. Band 4, Nr. 1, 14. März 2023, S. 70, doi:10.1038/s43247-023-00736-2.</ref><ref name=":1">Nadja Podbregar: Blitz schuf neues Mineral. 7. Mai 2023, abgerufen am 8. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Fulgurit enthielt neben dem üblichen Blitzglas aus geschmolzenem Sand auch graumetallisch schimmernde Kügelchen, die größtenteils aus Eisendisilizid (FeSi2) und Calciummonophosphid (CaP) bestanden.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> In dem CaP wurden winzige Körnchen aus Calciumphosphit (CaHPO3) entdeckt, einem Material mit der Oxidationsstufe +3 des Phosphors.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Die Entstehung des Phosphits durch einen Blitzschlag hängt mit den im Boden vorhandenen Pflanzenwurzeln zusammen, die oft von einer krustigen Schicht aus Eisenoxiden, Phosphaten und Calcium umgeben sind.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Bei einem Blitzeinschlag wird diese Schicht kurzzeitig auf etwa 1.200° Celsius erhitzt, wodurch Calciumhydrogenphosphat (CaHPO4) in Anwesenheit von Eisensilizid chemisch reduziert und stellenweise zu Calciumphosphit (CaHPO3) reagiert.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Römpp">Eintrag zu Phosphonate und Phosphite. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Holleman">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 2027.</ref> <ref name="Holleman1">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 795.</ref> </references>