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FG-Syndrom

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Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11 Das FG-Syndrom (FGS) ist ein seltenes Krankheitsbild, welches ausgelöst wird durch eine strukturelle Chromosomenanomalie des X-Chromosoms und verbunden ist mit körperlichen Anomalien und Entwicklungsverzögerungen. Die wichtigsten klinischen Merkmale sind Retardierung, hyperaktives Verhalten, schwere Obstipation, Hypotonie (niedriger Muskeltonus) und charakteristische Gesichtszüge.<ref name="Leiber"></ref><ref name="Orpha">Eintrag zu FG-Syndrom Type 1. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Synonyme sind: Opitz-Kaveggia-Syndrom; OKS; Keller-Syndrom; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Das Syndrom ist nicht zu verwechseln mit dem Kaveggia-Syndrom (BD-Syndrom).

Erstmals beschrieben wurde es 1974 von John Marius Opitz und der US-amerikanischen Kinderärztin Elisabeth G. Kaveggia.<ref name="PMID4365204">J. M. Opitz, E. G. Kaveggia: Studies of malformation syndromes of man 33: the FG syndrome. An X-linked recessive syndrome of multiple congenital anomalies and mental retardation. In: Zeitschrift für Kinderheilkunde. Band 117, Nummer 1, April 1974, S. 1–18, ISSN 0044-2917. PMID 4365204.</ref>

Eine Namensbezeichnung bezieht sich auf eine Beschreibung aus dem Jahre 1976 durch die US-amerikanische Kinderärztin Margaret A. Keller und Mitarbeiter.<ref>M. A. Keller, K. L. Jones, W. L. Nyhan, U. Francke, B. Dixson: A new syndrome of mental deficiency with craniofacial, limb, and anal abnormalities. In: The Journal of pediatrics. Band 88, Nummer 4 Pt 1, April 1976, S. 589–591, doi:10.1016/s0022-3476(76)80012-1, PMID 1255317.</ref>

Vorkommen

Die Häufigkeit ist nicht bekannt, bislang wurde über mehrere Hundert Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt X-chromosomal rezessiv.<ref name="Orpha" />

Genetik

Je nach zugrunde liegender Mutation können folgende Typen unterschieden werden:

  • FGS1 mit Mutationen im MED12-Gen auf dem X-Chromosom Genort q13, welches für eine mediator complex subunit 12 kodiert.<ref>Opitz-Kaveggia syndrome. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref><ref name="PMID17369503">C. E. Schwartz, P. S. Tarpey u. a.: The original Lujan syndrome family has a novel missense mutation (p.N1007S) in the MED12 gene. In: Journal of medical genetics. Band 44, Nummer 7, Juli 2007, S. 472–477, ISSN 1468-6244. doi:10.1136/jmg.2006.048637. PMID 17369503. PMC 2597996 (freier Volltext).</ref>

Das betroffene Gen befindet sich auf dem X-Chromosom, Genlocus 13.1.. Es ist 25 kB groß und besteht aus 44 Exons. Das Genprodukt ist eine Untereinheit des Mediatorkomplexes (mediator, auch thyroid hormone receptor-associated protein (TRAP, Schilddrüsenhormonrezeptor-assoziiertes Protein) oder vitamin D receptor interacting protein (DRIP, Vitamin-D-Rezeptor-interagierendes Protein) genannt), der aus 28 Untereinheiten aufgebaut ist und 1,2 MDa schwer ist. Der Typ 1 ist allelisch mit dem Lujan-Fryns-Syndrom<ref name="PMID17369503" />, Mutationen in diesem Gen finden sich auch beim X-chromosomalen OHDO-Syndrom<ref>Eintrag zu Blepharophimose-Intelligenzminderung-Syndrom Typ MKB. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref> und dem Hardikar-Syndrom<ref>Eintrag zu Hardikar-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>

  • FGS2 mit Mutationen im FLNA-Gen auf dem X-Chromosom an q28<ref>FG syndrome 2. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Mutationen in diesem Gen liegen auch folgenden Erkrankungen zugrunde: FLNA-assoziierte X-chromosomale myxomatose Herzklappendysplasie<ref>Eintrag zu FLNA-assoziierte X-chromosomale myxomatose Herzklappendysplasie. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>, Kongenitales Kurzdarmsyndrom, Frontometaphysäre Dysplasie Typ 1, Melnick-Needles-Syndrom, Oto-palato-digitales Syndrom Typ 1, Oto-palato-digitales Syndrom Typ 2, periventrikuläre Neuronale Heterotopie und Terminale Knochendysplasie – Pigmentstörungen<ref>Eintrag zu Terminale Knochendysplasie - Pigmentstörungen. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>

  • FGS3 mit Mutationen auf dem X-Chromosom an p22.3<ref>FG syndrome 3. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>
  • FGS4 mit Mutationen im CASK-Gen auf dem X-Chromosom an p11.4<ref>FG syndrome 4. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>
  • FGS5 mit Mutationen auf dem X-Chromosom an q22.3<ref>FG syndrome 5. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Merkmale

Das FG-Syndrom ist insbesondere gekennzeichnet durch geistige Retardierung, meist einhergehend mit schwerem, hyperaktiven Verhalten und einer Persönlichkeitsstörung. Ferner treten schwere Verstopfung auf, mit oder ohne strukturelle Anomalien im After wie etwa Analatresie, schwere Muskelhypotonie und charakteristische Gesichtszüge durch Hypotonie, was den Betroffenen einen hängenden Gesichtsausdruck wie mit offenem Mund verleiht. Zusätzlich bestehen folgende Auffälligkeiten:<ref name="Leiber" /><ref name="Orpha" />

In 50 % kann ein Leistenbruch und in 20 % ein angeborener Herzfehler auftreten. Häufig finden sich auch Foramina parietalia permagna.<ref>OPITZ-KAVEGGIA SYNDROME. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>

Prognose

In mehr als einem Drittel der bekannten Fälle sterben die Betroffenen noch während der Kindheit, in der Regel durch Infektionen der Atemwege. Im Erwachsenenalter sind Todesfälle, die durch das Opitz-Kaveggia-Syndrom verursacht werden eher selten.<ref name="PMID3572995">E. Thompson, M. Baraitser: FG syndrome. In: Journal of Medical Genetics. Band 24, Nummer 3, März 1987, S. 139–143, ISSN 0022-2593. PMID 3572995. PMC 1049945 (freier Volltext).</ref>

Geschichte

Der Name FG-Syndrom stammt von den Anfangsbuchstaben der Nachnamen von zwei Schwestern, die insgesamt fünf Söhne mit dem Syndrom zur Welt brachten. Die erste Studie dazu aus dem Jahre 1974 kam zu dem Ergebnis, dass eine Anomalie des X-Chromosoms die Ursache ist. Eine Studie im Jahre 2008 ergab, dass der inselbegabte Kim Peek wahrscheinlich an dem FG-Syndrom litt.<ref name="PMID19048730">J. M. Opitz, J. F. Smith, L. Santoro: The FG syndromes (Online Mendelian Inheritance in Man 305450): perspective in 2008. In: Advances in pediatrics. Band 55, 2008, S. 123–170, ISSN 0065-3101. PMID 19048730.</ref>

Literatur

  • Michael J. Lyons: MED12-Related Disorders. In: M. P. Adam, G. M. Mirzaa, R. A. Pagon et al. (Herausgeber): GeneReviews®, 2021

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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