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Epikanthus medialis

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Epikanthus medialis

Als Epikanthus medialis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „zur Mitte hin“), auch Epikanthus-Falte oder einfache Oberlidfalte sowie veraltet, da ethnologisch problematisch, „Mongolenfalte“<ref>Detlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden. Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 17–18.</ref> genannt, wird eine oftmals genetisch bedingte sichelförmige Hautfalte am inneren Randwinkel des Auges bezeichnet. Diese Lidfalte bleibt auch bei geschlossenem Augenlid bestehen.<ref name=":0">Hirohiko Kakizaki, Akihiro Ichinose, Takashi Nakano, Ken Asamoto, Hiroshi Ikeda: Anatomy of the epicanthal fold. In: Plastic and Reconstructive Surgery. Band 130, Nr. 3, September 2012, ISSN 1529-4242, S. 494e–495e, doi:10.1097/PRS.0b013e31825dc611, PMID 22929288 (nih.gov [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref>

Der Epikanthus medialis ist charakteristisch für viele Angehörige der ost- und südostasiatischen Völker von der Mongolei bis Thailand. Zum Beispiel haben die meisten Mongolen, Han-Chinesen, Hui-Chinesen, Tibeter, Koreaner, Japaner, Vietnamesen und Thais Epikanthus-Falten, aber auch Angehörige sibirischer und einige Turkvölker, wie etwa die Tungusen, Tuwiner, Selkupen, Jakuten, Altaier, Kirgisen, Kasachen, Dolganen und Uiguren. Des Weiteren kommt die einfache Oberlidfalte bei indigenen Völkern Amerikas, ⁣Grönlands und Skandinaviens sowie bei Khoikhoi-Völkern im südlichen Afrika vor.

Ätiologie

Die Ätiologie des medialen Epikanthus beruht auf entwicklungsbedingten und anatomischen Faktoren im Bereich des medialen Augenwinkels. Ursächlich ist meist eine unvollständige Ausbildung der Nasenwurzel in Kombination mit vermehrtem Haut-, Binde- oder Fettgewebe im medialen Lidbereich. Dadurch kommt es zur Persistenz einer embryonalen Hautfalte, die sich normalerweise im frühen Kindesalter zurückbildet.<ref name=":0" />

Embryologisch wird der Epikanthus medialis auf eine veränderte Entwicklung mesenchymaler Strukturen des Gesichtsschädels zurückgeführt, insbesondere auf Störungen der Migration und Differenzierung neuralleistenderivierter Zellen. Zusätzlich spielen anatomische Variationen der Lidmuskulatur, der Faszien sowie der Fixierung der Lidhaut am medialen Kanthus eine Rolle.<ref name=":2" />

Der mediale Epikanthus kann physiologisch auftreten, etwa bei Neugeborenen oder als ethnische Normvariante. Darüber hinaus findet sich der mediale Epikanthus im Rahmen verschiedener genetischer Syndrome, unter anderem bei Trisomie 21, dem Turner-Syndrom oder dem Blepharophimosis-Ptosis-Epicanthus-inversus-Syndrom, was auf eine genetische Mitbeteiligung der kraniofazialen Entwicklung hinweist.

Je nach Position unterscheidet man die seltene Form eines Epikanthus lateralis.<ref>Elschnig, A.: Zur Kenntnis der Anomalien der Lidspaltenform (1. Blepharophimosis, Epikanthus lateralis und Entropium). Klin. Monatsbl. Augenheilkd. 50, 17 (1912)</ref>

Wahrnehmung

Vorlage:Hinweisbaustein Für viele Europäer scheint bei Ostasiaten das Auge als Ganzes verengt. So ist der heute als diskriminierend erachtete Ausdruck Schlitzauge entstanden.<ref name=":2">Shimeng Wang, Tian Li, Haipeng Liu, Duo Zhang: The Medial Canthus Fibrous Band's Impact on Epicanthal Fold Severity and Classification in Asians: Implications for Epicanthoplasty. In: Aesthetic Surgery Journal. Band 44, Nr. 6, 15. Mai 2024, ISSN 1527-330X, S. 580–587, doi:10.1093/asj/sjae004, PMID 38198214 (nih.gov [abgerufen am 7. Februar 2026]).</ref> Allerdings haben auch Menschen aus Europa diese Falte.

Ostasiaten nehmen oft einen anderen Unterschied wahr; die Epikanthus-Falte im Innenwinkel des Auges spielt keine so große Rolle. Vielmehr unterscheiden Ostasiaten zwischen Augen mit „einer Oberlidfalte“ (chinesisch 單眼皮, dān yǎn pí; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), hitoe mabuta) und Augen mit „doppelter Oberlidfalte“ (雙眼皮,shuān yǎn pí; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), futae mabuta).

Die doppelte Lidfalte soll optisch ein größeres Auge erzeugen, der Besitzer „freundlicher“ und „wacher“ wirken. Es existieren Schminkutensilien, mit der man eine doppelte Lidfalte erzeugen kann. Diese ist dann aber nicht von Dauer. Zunehmend werden sie auch durch eine ästhetische Augenoperation verwirklicht.<ref name=":1">Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. Unter Mitarbeit von Wilfried de Decker u. a. Enke, Stuttgart 1986, ISBN 3-432-95391-7, S. 292.</ref> Diese Operation ist heute einer der häufigsten schönheitschirurgischen Eingriffe in Ost- und Südostasien.<ref>Die doppelte Lidfalte: das asiatische Schönheitsideal. klinikerfahrungen.de, 12. November 2020, abgerufen am 14. August 2023.</ref>

Pseudostrabismus

Ein Epikanthus täuscht von der Physiognomie her oft ein Innenschielen vor, insbesondere bei Kleinkindern, bei denen ein Epikanthus die Regel ist. Der Eindruck eines Schielens verstärkt sich noch bei horizontalen Blickbewegungen. Im Normalfall verschwindet dieser Eindruck mit dem Wachstum und der Ausbildung des Nasenrückens.<ref name=":1" />

Differentialdiagnose

Der Epikanthus ist von anderen Lid- und Augenfehlstellungen abzugrenzen. Hierzu zählen insbesondere der Pseudoepikanthus, bei dem keine echte Hautfalte vorliegt, sowie der Telekanthus mit vergrößertem Abstand der medialen Augenwinkel. Auch das Epiblepharon, bei dem eine zusätzliche Hautfalte zu einer Einwärtsstellung der Wimpern führt, kann insbesondere im Kindesalter ein ähnliches Erscheinungsbild verursachen.

Weblinks

Literatur

  • Theodor Axenfeld (Begr.), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Unter Mitarbeit von Rudolf Sachsenweger u. a. Gustav Fischer, Stuttgart u. a. 1980, ISBN 3-437-00255-4.
  • Pschyrembel klinisches Wörterbuch. Mit klinischen Syndromen und Nomina Anatomica. = Klinisches Wörterbuch. Bearbeitet von der Wörterbuchredaktion des Verlages unter der Leitung von Christoph Zink. 256., neu bearbeitete Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 1990, ISBN 3-11-010881-X.

Einzelnachweise

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