Ober-Ohmen
Ober-Ohmen Gemeinde Mücke
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(706)&title=Ober-Ohmen 50° 37′ N, 9° 7′ O
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| Höhe: | 318 (312–334) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 9,09 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 706 (30. Juni 2022)<ref name="DF">„Daten und Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Mücke, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2024. (Daten aus Web-Archiv)</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 78 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35325 | |||||
| Vorwahl: | 06400 | |||||
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Ober-Ohmen ist ein Ortsteil der Gemeinde Mücke im mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Geographie
Der Ort liegt am Fuße des Vogelsbergs an der Ohm. Durch den Ort führt die Landesstraße 3073.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste schriftliche Erwähnung erfolgte in den Jahren zwischen 750 und 779 als Amana im Codex Eberhardi<ref>Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda I. Marburg 1995. Hrsg. von Heinrich Meyer zu Ermgassen. Nr. 12, S. 264.</ref>: "super ripam fluminis Amana in pago Logenecgewe" (oberhald des Ufers des Flusses Amena im Lahngau). Damit lässt sich der spätere Ortsname auf einen Gewässernamen zurückführen, den kleinen Fluss Amana, der heute Ohm genannt wird. Im 9. Jahrhundert heißt es im Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld: "In pago Laganinse: ... in Lundorf et in Amana" (Im Lahngau in Londorf und in Ohmen.).<ref>Hans Weirich, Karl Hörgeers: Urkundenbuch der Reichsabtei Hersfeld. Marburg 1936, Nr. 38, S. 73.</ref>
Die Erwähnung im Jahre 1008 weist den Ort als Reichsgut des späteren Kaisers (seit 1014) Heinrichs II. aus: „omne predium, quod quod habuimus in loco Amena“<ref>Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins. Hrsg. von Harry Bresslau. ND 2001 = Monumenta Germaniae Historica. Diplomatica 4. 3 Nr. 178, S. 213.</ref> (allen Besitz, den wir haben im Ort, den man Ohmen nennt).
Erst 1241 bzw. 1308 findet eine Differenzierung zwischen Ober- und Nieder-Ohmen statt. Die erste Erwähnung des Dorfes Ober-Ohmen erfolgte 1241 als sita in superiori Amene (gelegen in Ober-Ohmen) im Urkundenbuch des Klosters Arnsburg.<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt. Nr. 31, S. 20.</ref> 1308 lautet es in einer Urkunde: "sita in inferiori Amena" (gelegen in Nieder-Ohmen).<ref>Ludwig Baur: Heesische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. 1860-73. Bd. 1: Darmstadt 1851. Nr. 450, S. 318.</ref> 1457 wird bezüglich des Kirchsatzes zu "Obernhohmen" und "Kirchhomen" (Nieder-Ohmen) unterschieden.
Im 15. Jahrhundert verfügte der Ort über die Blutgerichtsbarkeit. Man konnte also sogar Todesurteile fällen und vollstrecken lassen. Im 16. Jahrhundert lebten die meisten Einwohner vom Messerschmiedehandwerk.
Während des Interims war Georg Rupel Pfarrer in Ober-Ohmen. 1552 musste er in einem Täuferprozess aussagen. Damals sagte er, dass er ungefähr 29 Jahre alt sei und seit vier Jahren "zu Ohm" Pfarrer sei.<ref>Wilhelm Diehl, Reformationsbuch der evangelischen Pfarreien des Großherzogthums Hessen. = Hessische Volksbücher 31–36. Friedberg 1917, S. 355 f.</ref> In der Reformation wurden Kirchengüter zur Besoldung von Lehrern umgewandelt. 1570 wird eine Schule im Dorf genannt.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ober-Ohmen:
„Oberohmen (L. Bez. Grünberg) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg an der Ohm, 2 1⁄2 St. von Grünberg, und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Der Ort hat 153 Häuser und 810 Einwohner, die außer 1 Katholiken evangelisch sind, so wie 1 Kirche, 4 Mahl- und Oelmühlen. Die Einwohner treiben eine starke Gänsezucht, so wie nicht unbedeutenden Handel mit selbst gesponnenem Garn, und unter den Handwerkern sind besonders die Schnallenmacher und die Brandweinbrenner zu bemerken. – Die Kirche wird zuerst durch einen Streit bekannt, der 1224 zwischen Adelheid von Münzenberg und Conrad Schenk von Klingenberg, wegen des Kirchsatzes obwaltete, und der von dem Archidiakon zum Vortheil der erstern entschieden wurde. Dieser Kirchsatz wurde 1291 von Werner von Münzenberg (von Falkenstein) dem Antoniter Hause zu Grünberg überlassen, und zwar unter der Bedingung, daß zwei Priester desselben in der Kapelle des Schlosses Münzenberg den Gottesdienst besorgen und in der Stadt (Oppidum) wohnen sollten.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1971 fusionierten Nieder-Ohmen und Ober-Ohmen mit der Gemeinde Mücke zur neuen Großgemeinde Mücke.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 2. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Ober-Ohmen wurde, wie für die übrigen Ortsteile von Mücke, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 147 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ober-Ohmen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- um 750–779: Frankenreich, in pago Logenecgewe
- 9. Jahrhundert: Ostfrankenreich, In pago Loganinse
- 1008: Ostfrankenreich, in pago Oberenlogenahe
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Gericht Ober-Ohmen der Freiherren Riedesel zu Eisenbach<ref name="Amt">
Die Zugehörigkeit des Gerichts Ober-Ohmen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Gericht Ober-Ohmen der Freiherren Riedesel zu Eisenbach
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Grünberg, Gericht Ober-Ohmen der Freiherren Riedesel zu Eisenbach
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Grünberg, Gericht Ober-Ohmen der Freiherren Riedesel zu Eisenbach<ref name="PR" /><ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref>, Provinz Oberhessen, Amt Grünberg, Gericht Ober-Ohmen
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Grünberg<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Grünberg; 1821 ging die Patrimonialgerichtsbarkeit der Freiherren Riedesel zu Eisenbach an das Landgericht über) und Verwaltung.</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1867: Norddeutscher Bund<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref>, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
- ab 1938: Deutsches Reich, Landkreis Alsfeld<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Mücke<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Mücke.</ref>
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Mücke
Gerichte seit 1803
In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz verblieb zunächst bei den Ämtern. Das Amt Ober-Ohmen der Herrschaft Riedesel war somit für Ober-Ohmen als Patrimonialgericht der Freiherren von Riedesel zu Eisenbach zuständig.
Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.
Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. 1821 traten die Freiherren Riedesel zu Eisenbach ihre Rechte am Gericht Ober-Ohmen an das Großherzogtum Hessen ab. „Landgericht Grünberg“ war daher von 1822 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Ober-Ohmen zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>
Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Grünberg, Ober-Ohmen wurde dem Amtsgericht Alsfeld zugelegt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 a) und Artikel 2, Abs. 4 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| • 1800: | 650 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" /> |
| • 1806: | 707 Einwohner, 141 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 810 Einwohner, 153 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 784 Einwohner, 148 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| • 1875: | 816 Einwohner, 157 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Ober-Ohmen: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1800 | 650 | |||
| 1806 | 707 | |||
| 1829 | 810 | |||
| 1834 | 821 | |||
| 1840 | 900 | |||
| 1846 | 978 | |||
| 1852 | 1.013 | |||
| 1858 | 908 | |||
| 1864 | 840 | |||
| 1871 | 801 | |||
| 1875 | 816 | |||
| 1885 | 771 | |||
| 1895 | 750 | |||
| 1905 | 685 | |||
| 1910 | 717 | |||
| 1925 | 678 | |||
| 1939 | 692 | |||
| 1946 | 953 | |||
| 1950 | 926 | |||
| 1956 | 814 | |||
| 1961 | 781 | |||
| 1967 | 803 | |||
| 1970 | 797 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 720 | |||
| 2015 | 675 | |||
| 2022 | 706 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Mücke<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ober-Ohmen 720 Einwohner. Darunter waren 12 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 132 Einwohner unter 18 Jahren, 288 zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 64 und 138 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 294 Haushalten. Davon waren 87 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 195 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 801 evangelische, ein katholischer Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 624 evangelische (= 79,90 %), 93 katholische (= 11,91 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Kirche
Das Schiff der Kirche zu Ober-Ohmen wurde wegen Baufälligkeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts abgerissen und erneuert. Der in seinen Anfängen aus romanischer Zeit stammende wuchtige ehemalige Chorturm ist seitdem von der neuen Saalkirche getrennt – man ließ ihn als Glockenturm stehen.
Die Orgel von 1808/09, die in mainfränkisch- barocker Bauweise von Orgelbauer Johann Hartmann Bernhard aus Romrod gebaut wurde, errang im Rahmen des von der Stiftung Orgelklang jährlich durchgeführten Publikumswettbewerbs Platz eins und erhielt das Prädikat Orgel des Jahres 2025<ref>Orgel des Jahres, auf stiftung-orgelklang.de, abgerufen am 29. Juni 2025.</ref>. Dieses aktuell stark sanierungsbedürftige Instrument weist zwei Manuale, 23 Register, Pedal und eine mechanische Schleiflade auf.<ref>Musikalisches Juwel: Ober-Ohmen hofft auf den Titel "Orgel des Jahres", auf osthessen-news.de, abgerufen am 7. Mai 2025.</ref>
Im Turm der Kirche befinden sich Reste von Wandmalereien, die wohl im 14. Jahrhundert, also in gotischer Zeit, entstanden sind. Sie gehören zu den ältesten ihrer Art im Vogelsberg, sind aber nur teilweise freigelegt. An der Nordwand erkennt man die hl. Elisabeth bei der Speisung eines Bettlers, mitten im Bild ein Apostelkreuz und oberhalb eine stilisierte Lilie.
Politik
- Ortsbeirat
Für Ober-Ohmen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Ober-Ohmen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 59,85 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Ober-Ohmen“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Ober-Ohmen. In: Votemanager. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jörg Irzinger zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Ober-Ohmen. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke, abgerufen im Januar 2024.</ref>
Verkehr
Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Buslinie VB-75 der Verkehrsgesellschaft Oberhessen her.
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Ober-Ohmen. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteil Ober-Ohmen. In: Webauftritt. Gemeinde Mücke
- Webauftritt zum Ort. des Ortsbeirates Ober-Ohmen.
- Ober-Ohmen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ober-Ohmen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. Mai 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 214 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 259 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
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