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Bernsburg

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Bernsburg
Gemeinde Antrifttal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(269)&title=Bernsburg 50° 50′ N, 9° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(269) 50° 49′ 31″ N, 9° 10′ 33″ O
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Höhe: 239 m ü. NHN
Fläche: 7,16 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 269 (31. Dez. 2017)<ref name="DF">Zahlen - Daten -Fakten. In: Internetauftritt. Gemeinde Antrifttal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 20. Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)</ref>
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36326
Vorwahl: 06692

Bernsburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Antrifttal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Der Ortsname Bernhardesburc wird in einem Kopiar 1248/1249 erstmals erwähnt.<ref>StAD, Hs. 76, p. 21.</ref> 1297 wird in einer Urkunde „Bernhardesborch“ genannt.<ref>Regesten der Erzbischöfe von Mainz. Abt. 1, Band 1, Nr. 505, S. 88.</ref> Dagegen beruht die Namensform „Bernhardesdorph“<ref>Valentin Ferdinand Gudenus: Codex diplomaticus 1 - 5. Göttingen, Ffm, Leipzig 1743 - 1768. Band 1, S. 987</ref> auf einem Lesefehler.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 50.</ref> In einem Salbuch findet sich 1574 ein „Waßer Henn zu Bernspurgk“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 99.</ref> Hier wird der Rufname Bernhard, der sich im Ortsnamen findet, in der Kurzform „Bern“ wiedergegeben. Ein kleines Gut ist 1578 erwähnt: „unßer gutgen daselbst vor Bernburgk gelegen.“<ref>StAd, Urkunden Oberhessen, Bernsburg.</ref>

Der Ortsname leitet sich von einem festen Haus eines Bernhards ab. Eine Burg ist nicht nachweisbar.

Im späten 14. Jahrhundert gehörte Bernsburg zum Eußergericht. Dieses war ein Kondominium der Landgrafschaft Hessen und der Schenck zu Schweinsberg.

„Eußer Gericht (L. Bez. Kirtorf) Landstrich; enthält die Orte Arnshain, Bernsburg, Erbenhausen, Lehrbach, Obergleen und Wahlen, welche nun zum Bez. Kirtorf gehören. Die Gerichtsbarkeit erster Instanz stehet dem Staate und den Freiherrn von Schenk, Ganerben zu Schweinsberg, gemeinschaftlich zu. Die streitige Gerichtsbarkeit wird zu Homberg auf bestimmte Amtstage von dem Landrichter und dem von Schenkischen Amtsverweser gemeinschaftlich, hingegen die polizeilichen und andere Administrativ-Geschäfte ausschließend von dem Landrath ausgeübt. – Das Nassauische Haus hatte einen Antheil an dem Eußer Gericht erworben, und belehnte nachmals die Schenke von Schweinsberg damit. Die oben genannten Orte gehörten zum Amte Kirtorf. Anderwärts wie in Alsfeld, Romrod etc. wurde das Gericht aus Schöffen der Stadt und der Dörfer zusammengesetzt; da aber Kirtorf ausschließend den Grafen von Ziegenhain gehörte und nachher an die Landgrafen kam, an den obigen Orten aber die Schenke Antheil hatten, so konnte hier ein Gericht in der Art nicht gebildet werden, daher man das Gericht in Kirtorf (inneres Gericht) von dem der Dörfer (äußeres Gericht) unterschied. Auf diese Weise ist die Benennung Eußer Gericht entstanden, welcher Sprachgebrauch sich jedoch in neuern Zeiten ziemlich verloren hatte, und nun durch die letzte Organisation sich ganz verlieren muß.“<ref name="GW2">Vorlage:BibOCLC</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Bernsburg:

„Bernsburg (L. Bez. Kirtorf) evangel. Pfarrdorf; liegt an der churhessischen Grenze in einem engen Thälchen an der Andreft, 2 St. von Kirtorf, hat 54 Häuser und 360 evangel. Einwohner. Der Ort gehört zum Eußer Patrimonialgericht der Freiherrn von Schenk zu Schweinsberg, und es stehet die Gerichtsbarkeit in erster Instanz dem Staat und der Freiherrl. Familie von Schenk gemeinschaftlich zu. In der Gemarkung lag Watzenrode, wo die Watzenröder Wiesen und auch einige Brunnen sich befinden. Bei Bernsburg liegen auch Haustädter Wiesen, und ein Acker heißt der Haustädter Kirchhof. Der Sage nach war hier ein Städtchen mit Namen Haustadt. Dieser Ort, 14 St. von Bernsburg gegen Wahlen gelegen, zeigt noch Unebenheiten; auch ist hier noch ein Brunnen, der Glockenbrunnen, der von einer daselbst gefundenen Glocke den Namen haben soll. – Dieses Dorf kommt 1297 unter dem Namen Bernhardesdorph vor. Die Kirche war wohl, da sie in keinem Archidiakonats-Verzeichnisse vorkommt, irgend einem Kloster einverleibt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zum 31. Dezember 1971 die fünf Gemeinden Bernsburg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod auf freiwilliger Basis zur neuen Großgemeinde Antrifttal zusammen.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Bernsburg angehört(e):<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="lagis" /><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Bernsburg das Eußergericht zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Bernsburg zuständig war. Die Freiherrn Schenck zu Schweinsberg verzichteten am 13. März 1822 auf ihre Polizei- und anderen administrativen Rechte zugunsten der Landesbehörden. Im Landgericht Homberg wurden die Rechtsprechung weiter gemeinschaftlich ausgeübt.<ref name="G15" /><ref name="RB1822-168" /> Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.<ref>Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: Großherzog von Hessen (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237–241 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 42,9 MB]).</ref> Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Gleichzeitig wurde Bernsburg dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeordnet.

In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

• 1791: 242 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 246 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 276 Einwohner, 50 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 360 Einwohner, 54 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 332 Einwohner, 56 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Bernsburg: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2014
Jahr  Einwohner
1791
  
242
1800
  
246
1806
  
276
1829
  
360
1834
  
369
1840
  
398
1846
  
382
1852
  
342
1858
  
319
1864
  
343
1871
  
309
1875
  
296
1885
  
284
1895
  
294
1905
  
295
1910
  
303
1925
  
296
1939
  
300
1946
  
459
1950
  
449
1956
  
321
1961
  
305
1967
  
295
1970
  
289
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2008
  
329
2011
  
312
2014
  
278
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref>

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 360 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 281 evangelische (= 92,13 %), 22 katholische (= 7,21 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Sehenswertes

Sehenswert ist die denkmalgeschützte Evangelische Kirche.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Bernsburg, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 181 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 191 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 232 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="G15"> Eva Haberkorn, Friedrich Boss: Kreis Alsfeld 1821 - 1945 (= Repertorien Hessisches Staatsarchiv Darmstadt) Abt. G15 Alsfeld (PDF; 172 kB). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1985Vorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1822-168" > Die Ausübung der gerichtlichen, polizeilichen und administrativen Gerichtsame im gemeinschaftlichen Eußergericht vom 13. März 1822. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Innern und der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1822 Nr. , S. 168 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 36,6 MB]). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Weblinks

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