Zum Inhalt springen

Nesenitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 10. Februar 2024 um 20:40 Uhr durch imported>Ortssucher (Einwohner 2023, Bischofssprengel Magdeburg).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Nesenitz
Stadt Klötze
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(59)&title=Nesenitz 52° 39′ N, 11° 7′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(59) 52° 38′ 33″ N, 11° 7′ 0″ O
 {{#coordinates:52,6425|11,116666666667|primary
dim=10000 globe= name=Nesenitz region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 59 m
Fläche: 5,04 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 59 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 03909
Lage von Nesenitz in Sachsen-Anhalt
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Nesenitz ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie

Nesenitz, ursprünglich ein Sackgassendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt 3,5 Kilometer nordwestlich von Klötze und hat heute die Form eines Straßendorfes. Es untergliedert sich in einen nördlichen Teil, das Unterdorf und einen südlichen Teil, das Oberdorf. Die Bauweisen unterscheiden sich in den Dorfteilen. Während im Oberdorf die Gehöfte einzeln stehen, grenzen die Gehöfte im Unterdorf direkt aneinander.

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte am 7. August 1348 als Nesenitz.<ref name="Riedel-5, S. 325" /> Nach dieser Urkunde überlässt Markgraf Ludwig von Wittelsbach Abgaben, unter anderem auch von Neselitz, der Familie von der Schulenburg aus Beetzendorf. Später tritt der Markgraf sämtliche Rechte an Nesenitz der Familie von der Schulenburg ab. Aus einer Teilung der schulenburgschen Güter im Jahr 1444 ergibt sich, dass zu diesem Zeitpunkt der Ort je zur Hälfte an die Familien von Kracke und von Flügge verpachtet war. Die Familie von Kracke war zumindest bis 1688 im Ort aktiv. Die Familie von Flügge gab ihr Afterlehen während des Dreißigjährigen Kriegs an die von der Schulenburgs zurück. Die Einweihung der Dorfkirche Nesenitz erfolgte 1489<ref name="Dehio-I Kreis Klötze" />. Die zur Einweihung gepflanzte Linde stürzte im August 1956 bei einem Sturm um.

Das Schicksal des Ortes während des Dreißigjährigen Kriegs ist nicht geklärt. Es gibt Berichte über eine Zerstörung im Jahr 1637. Andere Berichte sprechen davon, dass der damals von Mooren umgebene Ort nicht betroffen war.

1806 hielten sich im Ort napoleonische Truppen auf. 1850 soll in der Gemarkung des Ortes der vorerst letzte Wolf der Region gesehen worden sein.<ref name="Schulze-Chronik-Klötze" /> Er soll bis Wolfsburg gejagt und dort erlegt worden sein.

Die Anlage des Dorfes hat sich im Laufe des 19. Jahrhunderts deutlich verändert. Ursprünglich erstreckte sich Nesenitz nur nördlich der Kirche in Form eines Hufeisens als slawisches Rundlingsdorf. Aufgrund der dort ungünstigen feuchten Bodenverhältnisse verlagerten die Bauern im 19. Jahrhundert nach und nach ihre Höfe in den Bereich südlich der Kirche. Es entstand das noch heute bestehende Erscheinungsbild eines Straßendorfs.

Herkunft des Ortsnamens

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und könnte übertragen Dorf in der Niederung oder im Wiesengrund bedeuten. Franz Mertens führt als Wortstamm neiz oder nez auf, für Niederung oder Niederdorf.<ref name="Mertens-Gardelegen" />

Eingemeindungen

Bis 1807 gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 im Kanton Klötze und ab 1808 bis 1813 im Kanton Jübar auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />

Am 15. Juni 1950 wurde die Gemeinde Nesenitz in den Landkreis Gardelegen umgegliedert.<ref name="GuABl-LSA-15" /> Am 25. Juli 1952 kam sie dann zum Kreis Klötze. Bis 1972 blieb Nesenitz dann eine selbständige Gemeinde und wurde schließlich am 1. Januar 1973 nach Klötze eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 065
1774 095
1789 092
1798 073
1801 074
1818 125
1840 120
1864 091
Jahr Einwohner
1871 102
1885 094
1892 [0]100<ref name="Zahn-1928" />
1895 088
1900 [0]092<ref name="Zahn-1928" />
1905 081
1910 [0]111<ref name="Zahn-1928" />
1925 108
Jahr Einwohner
1933 099
1939 097
1946 157
1964 096
1971 090
2017 [00]043<ref name="EW-2018" />
2018 [00]050<ref name="EW-2018" />
2020 [00]048<ref name="EW-2021" />
Jahr Einwohner
2021 [00]55<ref name="EW-2021" />
2022 [0]64<ref name="EW-2023" />
2023 [0]59<ref name="EW-2023" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Nesenitz, die früher zur Pfarrei Ristedt gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Klötze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Bauwerke und Denkmäler

Datei:Großsteingrab Nesenitz Lage.JPG
Großsteingrab östlich des Dorfes
  • Östlich des Dorfes befindet sich mit dem Großsteingrab Nesenitz eine prähistorische Grabanlage.
  • Die evangelische Dorfkirche Nesenitz, gehört zu den sogenannten verkehrten Kirchen der Altmark, da sich der Kirchturm auf der falschen, nämlich östlichen Seite befindet.


Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Dehio-I Kreis Klötze">Folkhard Cremer in: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a.: Regierungsbezirk Magdeburg. Neubearbeitung. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 653.</ref>

<ref name="EW-2018">Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt: Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019.</ref>

<ref name="EW-2021">Markus Schulze: Weiterhin mehr Frauen als Männer. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 21. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 18.</ref>

<ref name="EW-2023">Henning Lehrmann: 21 Einwohner weniger. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 22. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 7.</ref>

<ref name="GuABl-LSA-15">Erste Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 15. Halle (Saale), S. 226 (PDF).</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 208.</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Klötze. In: ekmd.de. Abgerufen am 10. Februar 2024.</ref>

<ref name="Riedel-5, S. 325">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Schulze-Chronik-Klötze">Ernst Schulze: Chronik der Stadt Cloetze. Nachrichten aus der Umgegend von Cloetze und dem Drömling nebst einer Geschichte des ehemaligen hannoverschen Amtes Cloetze. Klötze 1900, S. 463 (Digitalisat).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein