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Ristedt (Klötze)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ristedt
Stadt Klötze
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(136)&title=Ristedt 52° 39′ N, 11° 4′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(136) 52° 38′ 48″ N, 11° 4′ 24″ O
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Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 8,83 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 136 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 03909
Lage von Ristedt in Sachsen-Anhalt
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Ristedt ist Ortschaft und Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Lage

Ristedt, ein Haufendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt sechs Kilometer nordwestlich von Klötze in der Altmark. In westlicher Richtung liegen der 62 Meter hohe Springelsberg und der 92 Meter hohe Hüttenberg. Durch Ristedt fließt die Riete, die über den Hilgengraben in die Jeetze strömt.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft gehören die Ortsteile Ristedt und Neu-Ristedt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste urkundliche Erwähnung als ristede mit fünf Höfen stammt aus dem Jahre 1112,<ref name="Leuckfeld" /><ref name="Riedel-16" /> als der Bischof Reinhard von Halberstadt die Übertragung des von ihm in Osterwieck gegründeten Klosters nach Hamersleben genehmigte. Im Jahre 1465 wurde Bernhard von der Schulenburg durch den Kurfürsten Friedrich mit Einnahmen aus dem Dorf Ristedte belehnt.<ref name="Riedel-25" /> 1526 wurden Deutzschen Rytstede und eine wüste Feldmark wendischen Rytstede genannt.<ref name="Riedel-6" />

Ristedt 1626 wurde im Dreißigjährigen Krieg von den Dänen geplündert,<ref name="Beckmann-2" /> 1627 von Tillys Landsknechten geplündert und 1630 zerstörten Wallensteins Truppen Ristedt vollständig und plünderten die Kirche restlos aus, einschließlich der Glocke. Jodocus Temme berichtet über den Dieb, einen Offizier, in der Sage Die gestohlene Glocke in Ristedt: Dafür ist es ihm denn auch in seinen letzten Tagen schlecht ergangen, indem ihn das Ungeziefer aufgefressen hat.<ref>Jodocus Donatus, Hubertus Temme: Die gestohlene Glocke in Ristedt. In: Die Volkssagen der Altmark. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1839 (Wikisource) </ref>

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens schlägt mehrere Sprachen als Herkunft für den Namen vor: althochdeutsch recrise, mittelniederdeutsch risch oder hannöversch rische, übersetzt als die Binse. Der Ort hieße also Binsenstätte,<ref name="Mertens-Gardelegen" /> also eine Stätte, wo diese Art von Gräsern wächst. Andere übersetzen den Ortsnamen als Stelle am Ried.

Eingemeindungen

Bis 1807 gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark.<ref name="Bratring-1" /> Danach lag es ab 1807 im Kanton Klötze und ab 1808 bis 1816 im Kanton Jübar auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Ristedt in den Kreis Klötze umgegliedert. Am 1. Juli 1994 wurde Ristedt dem Altmarkkreis Salzwedel zugeordnet.<ref name="Metzler-Poeschel" />

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Ristedt am 5. Januar 2009, dass die Gemeinde Ristedt in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.<ref name="AB-SAW 2009-02" /><ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref>

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Ristedt wurden Neu Ristedt und Ristedt Ortsteile der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Ristedt und künftigen Ortsteile Neu Ristedt und Ristedt wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Klötze. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Ristedt wurde ein Ortschaftsrat mit drei Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 102
1774 171
1789 173
1798 135
1801 136
1818 156
1840 337
1864 400
1871 435
1885 356
Jahr Einwohner
1892 [00]376<ref name="Zahn-1928" />
1895 398
1900 [00]282<ref name="Zahn-1928" />
1905 401
1910 [00]412<ref name="Zahn-1928" />
1925 403
1939 351
1946 504
1964 338
1971 331
Jahr Einwohner
1981 275
1985 [00]263<ref name="EW-1964-2007" />
1990 [00]264<ref name="EW-1964-2007" />
1993 258
1995 [00]264<ref name="EW-1964-2007" />
2000 [00]259<ref name="EW-1964-2007" />
2002 [00]260<ref name="EW-1964-2007" />
2006 [00]241<ref name="EW-1964-2007" />
2008 [00]242<ref name="EW-LSA" />
2009 [00]244<ref name="EW-LSA" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:<ref name="HOB-12" />

Ortsteil

Jahr Einwohner
2017 128
2018 [00]141<ref name="EW-2018" />
2020 [00]122<ref name="EW-2021" />
2021 [00]128<ref name="EW-2021" />
2022 [0]137<ref name="EW-2023" />
2023 [0]136<ref name="EW-2023" />

Religion

  • Die evangelischen Christen der Kirchengemeinde Ristedt, die früher zur Pfarrei Ristedt gehörte,<ref name="Almanach1903" /> werden heute betreut vom Pfarrbereich Beetzendorf im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
  • Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Ristedt stammen aus dem Jahre 1645<ref name="Pfarrerbuch" /> oder 1652.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen aus Ristedt gehören zur katholischen Filialkirchengemeinde Beetzendorf<ref name="Joppen-19" /> mit der Kirche Mariä Himmelfahrt (Beetzendorf). Sie gehört zur Gardelegener Pfarrei „St. Hildegard“ im Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister der Ortschaft Ristedt ist seit Juli 2024 Enrico Liebert.<ref name="OR" />

Sein Vorgänger Hans-Jürgen Beckmann<ref name="OR" /> war auch der letzte Bürgermeister der Gemeinde Ristedt.<ref name="AB-SAW 2009-02" />

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 errang die „Unabhängige Wählergruppe Ristedt“ alle 3 Sitze. Gewählt wurden eine Ortschaftsrätin und zwei Räte. Die Wahlbeteiligung betrug 78,98 Prozent.<ref name="Wahl-2024" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Ristedt ist ein neuromanischer Feldsteinbau aus dem Jahr 1888. Von dem spätromanischen Ursprungsbau ist nur der Westquerturm erhalten.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • In Ristedt steht ein fünfteiliges Denkmal aus rotem Sandstein an der Hauptstraße für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.<ref name="Denkmalprojekt" />


Vereine

  • Reitgemeinschaft Ristedt e. V.
  • Schützenverein Ristedt e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Ristedt e. V.
  • Junge Gemeinschaft Altmark e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schützenfest des Schützenvereins Ristedt im April
  • OPEN YEAH! Festival der Jungen Gemeinschaft Altmark Anfang August

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die in sechs Kilometern Entfernung westlich verlaufende Bundesstraße 248 führt von Salzwedel nach Wolfsburg.

Literatur

Weblinks

Commons: Ristedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-SAW 2009-02"> Gebietsänderungsvertrag zur Eingemeindung von Gemeinden in die Stadt Klötze mit Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 26. Januar 2009. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2, 18. Februar 2009, S. 36–38 (altmarkkreis-salzwedel.de [PDF; 388 kB; abgerufen am 20. August 2021]). </ref>

<ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref>

<ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="Beckmann-2"> Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Hrsg.: Berlin. Band 2, 5. Teil, 1. Buch, 1753, S. 91, IX. Kapitel, Spalte 91 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10936702~SZ%3D00497~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 20. August 2021. </ref>

<ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 383 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D405~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="Denkmalprojekt"> Ristedt, Stadt Klötze, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022. </ref>

<ref name="EW-1964-2007"> Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Bevölkerung der Gemeinden nach Kreisen 1964 – 2007 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / -/ 07). Halle (Saale) Februar 2009 (sachsen-anhalt.de [PDF]). </ref>

<ref name="EW-2018"> Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019. </ref>

<ref name="EW-2021"> Markus Schulze: Weiterhin mehr Frauen als Männer. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau. 21. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 18. </ref>

<ref name="EW-2023"> Henning Lehrmann: 21 Einwohner weniger. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 22. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 7. </ref>

<ref name="EW-LSA"> Bevölkerung der Gemeinden (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). Halle (Saale) – (statistischebibliothek.de). (Jahr anklicken) </ref>

<ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="Hauptsatzung"> Stadt Klötze: Hauptsatzung der Stadt Klötze, § 15 Ortschaftsverfassung vom 3. Mai 2023. 3. Mai 2023, abgerufen am 24. April 2024. </ref>

<ref name="Joppen-19"> Rudolf Joppen: Die kirchliche Entwicklung im Kommissariat Magdeburg vom Ende des Kulturkampfes bis zum Sturz der Monarchie 1887–1918. In: Franz Schrader (Hrsg.): Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg in der Reihe Studien zur katholischen Bistums- und Klostergeschichte. Band 19 – Teil 9. St. Benno Verlag, Leipzig 1978, S. 246. </ref>

<ref name="Leuckfeld"> Johann Georg Leuckfeld: Antiquitates Michaelsteinenses et Amelunxbornenses, das ist historische Beschreibung derer vormahls berühmten Cistercienser-Abteyen Michaelstein und Amelunxborn … Freytag, Wolffenbüttel 1710, S. 37 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10006631~SZ%3D00053~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref>

<ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref>

<ref name="Mertens-Gardelegen"> Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 209. </ref>

<ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>

<ref name="OR"> Henning Lehmann: Eine Ära geht zu Ende. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 9. August 2024, DNB 1047268213, S. 16. </ref>

<ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Beetzendorf. In: ekmd.de. Abgerufen am 29. März 2019. </ref>

<ref name="Pfarrerbuch"> Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 564. </ref>

<ref name="Riedel-6"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Riedel-16"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Riedel-25"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref>

<ref name="Wahl-2024"> SCM: Ergebnisse für die Wahl der Ortschaftsräte im Bereich der Einheitsgemeinde Klötze. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 12. Juni 2024, DNB 1047268213, S. 16. </ref>

<ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>

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