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Elpenrod

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Elpenrod
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(261)&title=Elpenrod 50° 40′ N, 9° 5′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(261) 50° 39′ 58″ N, 9° 4′ 57″ O
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Höhe: 271 (272–293) m ü. NHN
Fläche: 9,74 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 261 (31. Dez. 2022)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35329
Vorwahl: 06634

Elpenrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda) im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Das Dorf liegt in Oberhessen im Mündungsbereich zweier Bäche, dem Eisenbach und dem Elpbach. Durch Elpenrod verläuft die Landesstraße 3073.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort in einem Kopiar um das Jahr 1300 als „Elpenrade“.<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. Band 3. S. 285.</ref> Das Kopiar wurde zwischen 1400 und 1425 erstellt. 1350 heißt es in einer Urkunde des Klosters Arnsburg in der Wetterau „bi Elperodde“.<ref>Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 767, S. 477.</ref> Bereits im Mittelalter wurden große Waldflächen gerodet, worauf die Ortsnamenendung -rod hinweist. Das Bestimmungswort im Ortsnamen ist der Rufname Albin, ebenso wie im Ortsnamen von Alsfeld-Elbenrod.<ref> Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 104, 106 f.</ref>

Im Mittelalter gehörte der Ort zu Grafschaft Ziegenhain. 1450 starb der letzte Graf von Ziegenhain und Nidda kinderlos. Nach einer Vereinbarung mit den Landgrafen von Hessen fiel das Erbe an die Landgrafschaft Hessen, aber erst 1495 konnte ein Erbstreit mit den Grafen von Hohenlohe beigelegt werden, indem die hessischen Landgrafen die Hohenloher mit 9000 Gulden für die beiden Grafschaften abfanden.<ref name="Nidda" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Elpenrod:

„Elpenrod (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt 3 St. von Kirtorf in einem engen tiefen Thale, hat 82 Häuser und 484 Einw., die bis auf 1 Kath. evangelisch sind. Der Ort gehörte zum Oberofleidener Kirchengebiete.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burg-Gemünden, Ehringshausen, Elpenrod, Hainbach, Nieder-Gemünden, Otterbach und Rülfenrod freiwillig zur neuen Gemeinde Gemünden.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 28 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Elpenrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Elpenrod das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Elpenrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref>, aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation und Gerichtsverfassung vom 17. November 1953. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1953 Nr. 30, S. 189–191, Anlagen 1. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,3 MB]).)</ref>. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Elpenrod wurde dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeteilt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 4 a) und Artikel 2, Abs. 7 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elpenrod 270 Einwohner. Darunter waren 6 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 93 zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 81 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 389 Einwohner, 74 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 484 Einwohner, 82 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 458 Einwohner, 82 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 454 Einwohner, 82 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Elpenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
388
1800
  
396
1806
  
389
1829
  
484
1834
  
494
1840
  
464
1846
  
480
1852
  
486
1858
  
476
1864
  
475
1871
  
464
1875
  
454
1885
  
456
1895
  
457
1905
  
420
1910
  
423
1925
  
393
1939
  
379
1946
  
502
1950
  
499
1956
  
421
1961
  
425
1967
  
387
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
270
2015
  
258
2020
  
260
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde (Felda): Webarchiv (2015,2020)

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 483 evangelische, ein katholischer Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 391 evangelische (= 92,00 %), 30 römisch-katholische (= 7,06 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Elpenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Elpenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57,66 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Elpenrod“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Elpenrod. In: Votemanager. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Petra Henkel zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Elpenrod. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref>

Persönlichkeiten

  • Eduard Lutz (1856–1915), hessischer Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Elpenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 115. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 191 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 205 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 248 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

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