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Mario Voigt

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Mario Voigt (2024)

Mario Voigt (* 8. Februar 1977 in Jena) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit dem 12. Dezember 2024 der siebte Ministerpräsident des Freistaates Thüringen.

Von 1999 bis 2000 war er der erste ostdeutsche Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Von 2014 bis 2020 war er einer von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU Thüringen. Außerdem ist er seit 2009 Mitglied im Thüringer Landtag, wo er von 2020 bis 2024 Fraktionsvorsitzender und von 2021 bis 2024 Oppositionsführer war. Seit 2022 ist er Landesvorsitzender der CDU Thüringen.

Leben

Voigt erwarb 1995 sein Abitur am Ernst-Abbe-Gymnasium Jena. Danach absolvierte er von 1995 bis 1996 seinen Zivildienst am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Anschließend studierte er von 1997 bis 2003 Politikwissenschaften, Öffentliches Recht und Neuere Geschichte an den Universitäten Jena, Bonn und Charlottesville (USA). Er promovierte 2008 zum Dr. phil. im Fach Politikwissenschaft an der TU Chemnitz bei Eckhard Jesse.

Voigt war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung<ref>Mario Voigt im Munzinger-Archiv, abgerufen am 7. April 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> und arbeitete in deren Auslandsbüro in Washington. 2004 war er für die Stiftung mehrere Monate als Wahlbeobachter in den USA tätig.

Er arbeitete für die politische Repräsentanz von Siemens in Brüssel und die politische Planungsabteilung der CDU in Berlin. Ende 2007 übernahm Voigt als Leiter die Unternehmenskommunikation und Investor Relations des Jenaer Konzerns Analytik Jena AG. Diese Tätigkeit beendete er Ende 2009. Als Strategieberater der Werbeagentur McCann-Erickson nahm Voigt 2005 an der Bundestagswahlkampagne von Angela Merkel teil. Seitdem engagiert er sich für Public-Affairs-Kampagnen von der lokalen bis zur internationalen Ebene in den Themen Mobilisierung und digitaler Wahlkampf. Im Bundestagswahlkampf 2017 war er für die CDU Strategieberater für Mobilisierung. Im Januar 2017 wurde Voigt auf die Professur für Digitale Transformation und Politik an der privaten Quadriga Hochschule Berlin berufen.<ref>Tino Zippel: Abgeordneter zum Professor berufen: Mario Voigt lehrt an Berliner Hochschule. In: Thüringer Allgemeine. 17. Januar 2017 (thueringer-allgemeine.de [abgerufen am 6. April 2026]).</ref>

Seit der Übernahme der Position als Ministerpräsident des Freistaates Thüringen im Dezember 2024 ist Voigt als Professor beurlaubt.<ref name="dpa-th">Deutsche Presse-Agentur: Vorwürfe gegen Regierungschef - MP gegen Uni: Warum Mario Voigt um seinen Doktortitel kämpft. In: Die Zeit. 29. Januar 2026, abgerufen am 6. April 2026.</ref> Im Zuge der Aberkennung von Voigts Doktorgrad durch die Technische Universität Chemnitz im Januar 2026 erklärte die Quadriga Hochschule auf Voigts Mitarbeiterseite weiterhin, dass er in Abstimmung mit der Hochschule „seine Titel vorerst nicht trägt“.<ref>Mario Voigt: Digitale Transformation und Politik, Quadriga Hochschule Berlin. Abgerufen am 29. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Er hat mit uns abgestimmt, dass er seine Titel vorerst nicht trägt.“</ref><ref name="dpa-th"/>

Voigt spielt Schach beim SV Blau-Weiß Bürgel.<ref>Conrad Schormann, Jeden Tag eine Schachpartie: Ministerpräsident Mario Voigt (DWZ 1981), perlenvombodensee.de vom 24. August 2025.</ref> Er ist evangelischer Konfession, verheiratet und Vater zweier Söhne.<ref>Über mich, auf mario-voigt.com</ref>

Partei

Voigt wurde 1994 Mitglied der Jungen Union und der CDU. Er ist seit 2000 Mitglied im Kreisvorstand und seit 2015 Kreisvorsitzender der CDU Saale-Holzland-Kreis. Dem Kreistag des Saale-Holzland-Kreises gehörte er von 2004 bis 2013 an. Von 2009 bis Juni 2011 war er dort Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 2002 bis 2009 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP). 2004 war er Kandidat für die Europawahlen in Thüringen. Von 2005 bis 2010 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Thüringen. Er ist seit 2009 Mitglied im Thüringer Landtag. In der Legislatur 2009–2014 war er Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss. In der Legislatur 2014–2019 war Voigt Fraktionssprecher für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie Mitglied im Energie und Umweltausschuss.

Voigt wurde am 20. Mai 2010 vom Landesvorstand seiner Partei zum Generalsekretär der CDU Thüringen nominiert und auf Landesparteitagen am 13. November 2010 mit 79,0 % gewählt sowie am 10. November 2012 mit 65,5 % im Amt bestätigt. Im Zusammenhang mit dieser Ernennung trat er im Juli 2010 als JU-Landesvorsitzender zurück; zu seinem Nachfolger in diesem Amt wurde im September 2010 Stefan Gruhner gewählt. Auf dem CDU-Landesparteitag am 13. Dezember 2014 wurde Voigt zu einem von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der Thüringer CDU gewählt. Das Amt des Generalsekretärs, das er bisher bekleidet hatte, blieb zunächst unbesetzt. Erst 2017 wurde mit Raymond Walk wieder ein Generalsekretär gewählt. Nach seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion im März 2020 stellte Voigt sein Amt des stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden auf dem CDU-Landesparteitag im September 2020 zur Verfügung. Am 17. November 2020 schlug der CDU-Landesvorstand um den neuen CDU-Landesvorsitzenden Christian Hirte einstimmig Voigt als Spitzenkandidat für die ursprünglich 2021 geplante Wahl zum achten Thüringer Landtag vor.

Am 7. Februar 2022 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Programm- und Grundsatzkommission der CDU Deutschlands gewählt. Er soll dabei auch die Interessen der ostdeutschen Länder vertreten.<ref>CDU-Kommission wird breit geführt. In: Die Tageszeitung: taz. 8. Februar 2022, ISSN 0931-9085, S. 6 (taz.de [abgerufen am 26. Februar 2022]).</ref> Als Nachfolger Hirtes wurde Voigt am 17. September 2022 mit 85,2 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden der CDU Thüringen gewählt.<ref>Voigt ist Vorsitzender der CDU Thüringen – politik&kommunikation. In: politik-kommunikation.de. 19. September 2022, abgerufen am 20. September 2022.</ref><ref>CDU Landesverband Thüringen - Startseite - CDU Thüringen. Abgerufen am 12. Dezember 2024.</ref> Am 24. Februar 2024 wurde Voigt zum Spitzenkandidaten der CDU Thüringen für die Landtagswahl 2024 gewählt.<ref name=":0">Thüringen: CDU Thüringen wählt Mario Voigt zum Spitzenkandidaten für Landtagswahl. In: tagesschau.de. 24. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Beim CDU-Bundesparteitag am 6. Mai 2024 wurde Voigt mit 91 Prozent mit dem besten Ergebnis aller Kandidaten in das Präsidium der Partei gewählt. Am 14. Dezember wurde er auf dem Landesparteitag in Ilmenau mit 88 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender bestätigt.<ref>Landesparteitag: Ministerpräsident Voigt bleibt CDU-Chef. In: mdr.de. 14. Dezember 2024, abgerufen am 15. Dezember 2024.</ref>

Politische Ämter

Datei:2014-09-14-Landtagswahl Thüringen by-Olaf Kosinsky -138.jpg
Mike Mohring, Christine Lieber­knecht, Mario Voigt und Christian Carius (v. l. n. r.) beim Wahlabend der Landtagswahl in Thüringen am 14. September 2014 in Erfurt
Datei:2020-03-04 Thüringer Landtag, erneute Wahl des Ministerpräsidenten 1DX 3067 by Stepro.jpg
Mario Voigt als CDU-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag (2020)

Thüringer Landtag

Voigt kandidierte bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 erstmals als Direktbewerber der CDU im Wahlkreis Saale-Holzland-Kreis II. Er gewann das Direktmandat mit 36,9 % der Stimmen und zog erstmals in den Thüringer Landtag ein. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 behauptete er das Mandat mit 41,2 %, ebenfalls 2019 mit 34,1 %.

Mike Mohring gab aufgrund der Regierungskrise in Thüringen 2020 seinen Fraktionsvorsitz ab. Daraufhin wurde Voigt am 2. März 2020 von den Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen mit 15 von 21 Stimmen zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.<ref>Mario Voigt neuer Vorsitzender der CDU-Fraktion, Pressemitteilung der Thüringer CDU-Landtagsfraktion vom 2. März 2020</ref> Nach den Partei- und Fraktionsaustritten von zwei Abgeordneten der thüringischen AfD-Fraktion, war die thüringische CDU-Fraktion ab dem 6. Dezember 2021 die stärkste Oppositionsfraktion.<ref>AfD-Abgeordnete flieht vor Höcke. Bild.de, abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Voigt wurde somit Oppositionsführer. Aufgrund der Wahl zum Ministerpräsidenten wurde am 13. Dezember 2024 Andreas Bühl als Nachfolger für den Fraktionsvorsitz gewählt.<ref>BSW und CDU mit neuen Fraktionsvorsitzenden. MDR, 13. Dezember 2024, abgerufen am 13. Dezember 2024.</ref>

Bei der Landtagswahl in Thüringen 2024 konnte sich Voigt, der vor der Wahl zum Spitzenkandidat seiner Partei ernannt worden war,<ref name=":0" /> in seinem Wahlkreis nicht gegen seine Konkurrentin Wiebke Muhsal (AfD) durchsetzen und verpasste somit ein Direktmandat. Er zog jedoch über die Landesliste in den Landtag ein.<ref>Wahl: AfD-Kandidatin Muhsal schlägt CDU-Spitzenkandidat Voigt in Ostthüringen | MDR.DE. In: mdr.de. 12. September 2024, abgerufen am 25. September 2024.</ref>

Wahl zum Ministerpräsidenten

Datei:2024-12-12 Landtag Thüringen – Wahl des Ministerpräsidenten by Sandro Halank–008.jpg
Voigt bei der Vereidigung als Ministerpräsident von Thüringen (2024)

Er wurde am 12. Dezember 2024 mit 51 Stimmen zum siebten Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen gewählt. Er war damit bis zur Wahl von Sven Schulze zum Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts im Januar 2026 der jüngste amtierende Ministerpräsident Deutschlands.<ref>tagesschau.de: CDU-Politiker Voigt mit 51 Stimmen zum Regierungschef von Thüringen gewählt. Abgerufen am 12. Dezember 2024.</ref> Seine Koalition aus CDU, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und SPD hält nur 44 der 88 Mandate im Landtag. Er löste seinen Amtsvorgänger Bodo Ramelow (Die Linke) ab und führt das erste Kabinett Voigt.

Mitgliedschaften und Ehrenämter

Voigt ist Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen. Er sitzt der Suchthilfestiftung Wendepunkt Alternative vor. Er ist weiterhin Mitglied im Bundesvorstand des Rings Christlich-Demokratischer Akademiker. Er ist Herausgeber und Mitglied im Beirat des politischen Magazins Civis mit Sonde.

Politische Positionen

Im September 2023 setzte die CDU unter Voigt im Thüringer Landtag mit der FDP und mit den Stimmen der AfD ein Gesetz zur Senkung der Grunderwerbssteuer gegen die rot-rot-grüne Minderheitsregierung durch.<ref>Iris Mayer: Thüringer Zwickmühle. In: Süddeutsche.de. 19. September 2023, abgerufen am 24. September 2023.</ref> Voigt stritt ab, dass es hierbei Absprachen oder eine Zusammenarbeit mit der AfD gegeben habe.<ref>AfD hilft CDU bei Steuersenkung in Thüringen. In: Handelsblatt. 15. September 2023, abgerufen am 3. März 2024.</ref> Auf der Landesvertreterversammlung der CDU am 24. Februar 2024 schloss Voigt unter seiner Führung eine Koalition mit der AfD oder Die Linke nach der Landtagswahl 2024 aus.<ref>CDU-Chef Voigt: Keine Koalition mit AfD und Linken. Süddeutsche Zeitung, 25. Februar 2024, abgerufen am 14. April 2024.</ref> In der Fernsehsendung Markus Lanz am 2. April 2024 bekräftigte er diese Position und stellte sich inhaltlich hinter den CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss zu AfD und Linken von 2018. Am Wahlabend der Landtagswahl vom 1. September 2024 wiederholte er diese Position im Interview mit Phoenix erneut, obwohl sich keine Regierungsmehrheit ohne Zusammenarbeit mit den Linken abzeichnete. Dabei verwies er auf seine persönliche Glaubwürdigkeit: „Da gilt das, was wir vor der Wahl gesagt haben auch hinterher. Es gibt keine Koalition und Zusammenarbeit mit der AfD und logischerweise auch bei den Linken.“<ref>CDU-Chef Mario Voigt zur Landtagswahl in Thüringen. ARD, 1. September 2024, abgerufen am 1. September 2024.</ref> Er warb für eine Deutschland-Koalition, hielt sich aber auch eine Koalition mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht und Bündnis 90/Die Grünen offen.<ref>Voigt reicht Wagenknecht-Partei die Hand. ZDF, 3. April 2024, abgerufen am 14. April 2024.</ref> Noch 2023 hatte er die Grünen als den Hauptgegner der CDU bezeichnet und diese unter dem Begriff „Angstpartei“ mit der AfD gleichgesetzt.<ref>Thüringer CDU-Chef setzt AfD und Grüne als »Angstparteien« gleich. In: Spiegel.de. 31. Juli 2023, abgerufen am 24. September 2023.</ref> Am 11. April 2024 stellte sich Voigt einem Fernsehduell des Senders Welt mit dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke. Dies war das erste Mal, dass ein Vertreter der etablierten Parteien mit Höcke eine solche Sendung bestritt. Das Duell stieß auf großes Medienecho.<ref>mdr.de: TV-Duell von Höcke und Voigt: Kritik und Lob von Presse und Politikern | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref>

Kontroversen

Kampagnen zur Landtagswahl 2009

Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf zur Landtagswahl 2009 geriet er als JU-Landesvorsitzender wegen seiner „Stoppt-Ramelow“-Kampagne in die Kritik. Die Junge Union Thüringen wollte gezielt die Auseinandersetzung mit Bodo Ramelow und der Linkspartei aufnehmen sowie gezielte kontrastierende politische Werbung machen. Elemente der Kampagne waren ein Internetblog, eine Plakatkampagne und zahlreiche Drucksachen wie Postkarten, Aufkleber und Ähnliches. Auch das gezielte „Begleiten“ der Wahlkampfauftritte von Ramelow gehörte dazu. Dort wollten die JU-Mitglieder in zivil auftreten, damit die Aktionen nicht mit der CDU oder dem Team Thüringen in Verbindung gebracht wurden. Der JU Thüringen wurden die in der Kampagne gemachten Unterstellungen gerichtlich untersagt, Ramelow habe behauptet, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, er wolle die DDR-Bezirke wieder einführen und die Gymnasien abschaffen.<ref>Berliner Gericht stoppt Anti-Ramelow-Kampagne, Berliner Morgenpost, 5. August 2009</ref> Öffentlich wurden diese Wahlkampfmethoden durch die Publikation eines entsprechenden Rundschreibens auf der Whistleblower-Plattform WikiLeaks.<ref>Netzpolitik: Schmutzkampagne der Jungen Union bei Wikileaks</ref>

Energie- und Umweltpolitik

Voigt saß einige Jahre im Beirat der klimaskeptischen Lobbyorganisation CFACT. Die Thüringer Allgemeine zitierte ihn mit den Worten, er sei „als Student aus alter Freundschaft“ zu Holger Thuß, Gründer von EIKE, eingetreten, habe aber nie eine Beirats-Sitzung erlebt.<ref>Thüringer Allgemeine, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jenaer Zentrum der Klimaskeptiker mit gutem Draht zur CDU (Memento vom 4. Juli 2019 im Internet Archive), 20. Dezember 2010</ref> Das Blog Volksverpetzer berichtete 2021, dass Voigts Pressestelle eine Anfrage, bis wann dieser dort Mitglied gewesen sei, unbeantwortet gelassen habe.<ref>Gastbeitrag: Das Fake-Klimainstitut EIKE & die AfD: Die Klimawandel-Lügen Lobby. In: Volksverpetzer. 24. September 2021, abgerufen am 10. Juli 2022.</ref> 2025 gab Thuß an, immer noch gut mit Voigt befreundet zu sein.<ref name="Akrützel">Isabel Draeger, Lucy Tusche: EIKE führt Irre. In: Akrützel. Hochschulzeitung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 23. Januar 2025. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>

2025 zeigte sich Voigt wiederholt offen für eine Wiederaufnahme der Erdgasimporte aus Russland. Im April 2025 schloss er eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nicht aus, sofern der Krieg gegen die Ukraine ende.<ref>CDU, Russland und die Frage nach dem „Danach“. In: Correctiv, 17. April 2025. Abgerufen am 19. November 2025.</ref> Im November 2025 erklärte er, kurz nachdem Michael Kretschmer zum wiederholten Mal die Rückkehr zu russischem Erdgas gefordert hatte, dass Gas „ein Teil des Lösungsansatzes“ in der Energiepolitik sein müsse und dass er sich „gut vorstellen“ könne, dass Deutschland nach Ende des Ukrainekrieges wieder russisches Gas importiere.<ref>Nach Ukraine-Krieg: Voigt offen für russisches Gas. In: Die Zeit, 18. November 2025. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>

Ermittlungsverfahren im Zuge der Maskenaffäre

Im Frühjahr 2021 wurden gegen den Thüringer CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann gerichtete Vorwürfe der Bestechlichkeit bei der Vergabe von Aufträgen zur Beschaffung von Atemschutzmasken während der Corona-Pandemie öffentlich. Die Staatsanwaltschaft Erfurt leitete nach Auswertung erster Ermittlungsergebnisse, bei denen auch Voigts Name aufgetaucht war, ein weiteres Verfahren des Verdachts auf Abgeordnetenbestechung ein und beantragte die Aufhebung dessen Immunität.<ref>mdr.de: Korruptionsermittlungen gegen CDU-Landeschef Voigt: Was bisher bekannt ist | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref> Im Zuge der Ermittlungen kam es im Sommer 2022 zu Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft und des Thüringer Landeskriminalamtes (LKA) bei Voigt.<ref>mdr.de: Thüringen: Durchsuchungen bei CDU-Chef Voigt - Vorwurf der Bestechlichkeit | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref> 2023 durchsuchten belgische Ermittler und Beamte des LKA ebenso die Zentrale der Europäischen Volkspartei (EVP) in Brüssel.<ref>mdr.de: Ermittlungen gegen Thüringens CDU-Chef Voigt: Razzia in Brüssel | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref> Im November 2023 wurde das Verfahren schließlich eingestellt, ein Tatverdacht habe sich nach umfangreichen Ermittlungen nicht bestätigt. Voigt hatte sämtliche Vorwürfe stets bestritten.<ref>mdr.de: Ermittlungen gegen CDU-Landeschef Mario Voigt eingestellt | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref> Ein Kommentar des Mitteldeutschen Rundfunks hielt fest, von Anfang an sei ein anderer Verfahrensausgang unwahrscheinlich gewesen. An der Vergabe des im Zuge der Korruptionsermittlungen erheblichen Auftrags konnte er gar nicht beteiligt sein, da er keine Prokura der EVP dafür hatte.<ref>mdr.de: Kommentar zu Mario Voigt: Einstellung der Ermittlungen mit Ansage | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.</ref>

Plagiatsvorwürfe zur Dissertation

Der Kommunikationswissenschaftler und konzessionierte Berufsdetektiv<ref name="dpa-th"/> Stefan Weber warf Voigt Mitte August 2024 vor, in seiner Dissertation an der Technischen Universität Chemnitz an 140 Stellen plagiiert zu haben, und führte Belege dafür auf.<ref>Stefan Weber: Plagiatsvorwurf gegen den Professor für Digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule Berlin, Mario Voigt, in: Blog für wissenschaftliche Redlichkeit, 14. August 2024</ref> Weber konkludiert in seinem Gutachten: „Jedenfalls verbietet sich aus meiner gutachterlichen Sicht eine Dissertation, in der u. a. aus Wikipedia plagiiert wurde, selbst das Dankeswort und Gedanken zum Ziel der Untersuchung zum Teil plagiiert wurden und in der immer wieder gegen das Ad-Fontes-Prinzip verstoßen wurde, für einen deutschen Hochschullehrer. Aufgrund der Fülle an Plagiatsfragmenten ist von einem werkprägenden Muster und von einer Täuschungsabsicht von Mario Voigt über die Eigenleistung bei der Literaturrecherche und beim Schreiben auszugehen.“<ref>140 Plagiate in der Dissertation „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“, Philosophische Fakultät, TU Chemnitz, von Prof. Dr. Mario Voigt (veröffentlichte Fassung im polisphere Verlag, 2010). S. 113, abgerufen am 1. Januar 2025 (Hervorhebungen im Original).</ref> Die Universität setzte ein „Verfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten“ in Gang.<ref>Uni prüft Dissertation von CDU-Spitzenkandidat Voigt. In: welt.de. Abgerufen am 16. August 2024.</ref> Laut CDU Thüringen sind die Vorwürfe bekannt und wurden bereits im Frühjahr 2024 vom Plagiatsexperten Jochen Zenthöfer geprüft und verworfen; sie vermutete einen Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung und der am 1. September stattfindenden Landtagswahl in Thüringen 2024.<ref>Thüringen: Plagiatsvorwürfe gegen CDU-Chef Mario Voigt | MDR.DE. In: MDR. 15. August 2024, abgerufen am 16. August 2024.</ref> Am 27. August 2024 veröffentlichte Weber Vorwürfe 60 weiterer Plagiate in verschiedenen Schriften Voigts.<ref>Thomas Pany: Wahl in Thüringen: Neue Plagiatsvorwürfe gegen CDU-Spitzenkandidaten Mario Voigt. In: Telepolis. 29. August 2024, abgerufen am 31. August 2024.</ref>

Im Januar 2026 erkannte die TU Chemnitz Voigt seinen Doktorgrad ab. Er erklärte, gegen die Entscheidung vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Klage zu erheben und vorerst den Doktorgrad nicht zu führen, auch wenn die Aberkennung noch keine Bestandskraft hat.<ref>Mario Voigt: Thüringer Ministerpräsident soll Doktortitel verlieren. In: Spiegel Online. 28. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026.</ref><ref>Thüringens Ministerpräsident: Voigt verliert Doktortitel und kündigt Klage an. In: tagesschau.de. 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026 (mit Video der Stellungnahme Voigts vor Medienvertretern).</ref>

Publikationen

  • Politikberatung als Beruf, mit Florian Busch-Janser und Sandra Gerding, polisphere, Berlin, 2005, ISBN 978-3-938456-01-9.
  • Holger Thuß, Mario Voigt: 50 Jahre RCDS. Fünf Jahrzehnte gelebte Studentenpolitik. Erlangen 2001, ISBN 3-921713-30-7.
  • Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry (Band 9 der Reihe Wissenschaftliche Schriften: Politik), polisphere, Berlin, 2010, ISBN 978-3-938456-28-6 (Dissertation).
  • Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf 2016, mit Andrea Römmele und Ralf Güldenzopf, Sonderheft der Zeitschrift für Politikberatung, Berlin, 2017.

Weblinks

Commons: Mario Voigt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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1920–1933: Arnold Paulssen (1920–1921) | August Frölich (1921–1924) | Richard Leutheußer (1924–1928) | Arnold Paulssen (1928–1930) | Erwin Baum (1930–1932) | Fritz Sauckel (1932/33). 1933–1945: Willy Marschler. 1945–1952: Hermann Brill (1945) | Rudolf Paul (1945–1947) | Werner Eggerath (1947–1952). Seit 1990: Josef Duchač (1990–1992) | Bernhard Vogel (1992–2003) | Dieter Althaus (2003–2009) | Christine Lieberknecht (2009–2014) | Bodo Ramelow (2014–2020) | Thomas Kemmerich (2020) | Bodo Ramelow (2020–2024) | Mario Voigt (seit 2024) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg) | Markus Söder (Bayern) | Kai Wegner (Berlin) | Dietmar Woidke (Brandenburg) | Andreas Bovenschulte (Bremen) | Peter Tschentscher (Hamburg) | Boris Rhein (Hessen) | Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) | Olaf Lies (Niedersachsen) | Hendrik Wüst (Nordrhein-Westfalen) | Alexander Schweitzer (Rheinland-Pfalz) | Anke Rehlinger (Saarland) | Michael Kretschmer (Sachsen) | Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) | Daniel Günther (Schleswig-Holstein) | Mario Voigt (Thüringen)

Präsidium des Bundesrats:
Andreas Bovenschulte (Präsident) | Anke Rehlinger (Erste Vizepräsidentin) | Hendrik Wüst (Zweiter Vizepräsident)

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Jörg Schwäblein (1990–1995) | Christian Köckert (1995–1999) | Dieter Althaus (1999–2003) | Frank-Michael Pietzsch (2003–2004) | Christine Lieberknecht (2004–2008) | Mike Mohring (2008–2020) | Mario Voigt (2020–2024) | Andreas Bühl (seit 2024)

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Max Kolter (1945) | Walter Körner (1946–1947) | Otto Schneider (1947) | Siegfried Trommsdorff (1947–1950) | August Bach (1950–1952) | Uwe Ehrich (1990) | Willibald Böck (1990–1993) | Bernhard Vogel (1993–2000) | Dieter Althaus (2000–2009) | Christine Lieberknecht (2009–2014) | Mike Mohring (2014–2020) | Christian Hirte (2020–2022) | Mario Voigt (seit 2022)

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Baden-Württemberg: Manuel Hagel | Berlin: Kai Wegner | Brandenburg: Jan Redmann | Bremen: Heiko Strohmann | Hamburg: Dennis Thering | Hessen: Boris Rhein | Mecklenburg-Vorpommern: Daniel Peters | Niedersachsen: Sebastian Lechner | Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst | Rheinland-Pfalz: Gordon Schnieder | Saarland: Stephan Toscani | Sachsen: Michael Kretschmer | Sachsen-Anhalt: Sven Schulze | Schleswig-Holstein: Daniel Günther | Thüringen: Mario Voigt

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Vorsitzender: Friedrich Merz. Generalsekretär: Carsten Linnemann. Stellvertretende Generalsekretärin: Christina Stumpp. Stellvertretende Vorsitzende: Silvia Breher | Ines Claus | Andreas Jung | Michael Kretschmer | Karl-Josef Laumann | Karin Prien. Bundesschatzmeisterin: Franziska Hoppermann. Gewählte Mitglieder des Präsidiums: Sebastian Lechner | Ina Scharrenbach | Sven Schulze | Mario Voigt | Nina Warken | Wiebke Winter. Mitglieder des Präsidiums kraft Amtes: Niclas Herbst | Julia Klöckner | Jens Spahn. Beratende Mitglieder des Präsidiums: Daniel Günther | Boris Rhein | Kai Wegner | Hendrik Wüst | Marco Melle Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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