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Stefan Weber (Kommunikationswissenschaftler)

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Stefan Weber (2025)

Stefan Weber (* 14. Juni 1970 in Salzburg) ist ein österreichischer Kommunikationswissenschaftler und Publizist, der sich mit der Aufdeckung von Plagiaten befasst. In den Medien wird er aufgrund seiner Gutachter- und Recherchetätigkeit und der von ihm infolgedessen öffentlich erhobenen Plagiatsvorwürfe häufig als „Plagiatsjäger“<ref>Hermann Horstkotte: Der einsame Plagiatsjäger. In: Zeit Online. 13. September 2011, abgerufen am 21. Juni 2020.</ref> bezeichnet. Einige von Weber erhobene Vorwürfe führten zur Aberkennung akademischer Grade und zu Rücktritten von Politikern, andere wurden als unbegründet abgewiesen.

Leben

Weber studierte von 1989 bis 1996 Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg, wo er 1996 mit einer von Peter A. Bruck betreuten Dissertation mit dem Titel Konstruktivismus, Neurophilosophie und Medientheorie – zur Ent-Dualisierung des Erkennens zum Dr. phil. promoviert wurde.<ref name="Curriculum">Curriculum Vitae. In: Academia.edu. Mai 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2021; abgerufen am 19. Juli 2019.</ref><ref name="Privatdozent">Privatdozent Mag. Dr. Stefan Weber. Externer Lehrbeauftragter. In: Universität Wien, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Juni 2023; abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref><ref>Konstruktivismus, Neurophilosophie und Medientheorie: zur Ent-Dualisierung des Erkennens. In: Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbundes. Österreichischer Bibliothekenverbund, abgerufen am 12. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In Salzburg arbeitete er als Journalist und Universitätslektor. 2002 war er Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt.<ref name=":3" /> 2005 habilitierte er sich am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien zu Medien- und Kommunikationstheorien.<ref name="Curriculum" /><ref name="Privatdozent" />

Weber war externer Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Wien.<ref>Fokus: Raumrelevantes Recht – Grundlagen der guten wissenschaftlichen Praxis. In: tiss.tuwien.ac.at. 2019, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref> Bei der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft war er Senior Researcher für den Bereich Smart Media for Science.<ref>Priv. Doz. Mag. Dr. Stefan Weber. Research Studios Austria Forschungsgesellschaft, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref> Er versuchte mehrfach, österreichische Universitäten davon zu überzeugen, ihm eine Professur für „gute wissenschaftliche Praxis“ einzurichten.<ref name=":2">Alexander Kühn: (S+) Umstrittener Plagiatsprüfer: Die Rache des Stefan Weber. In: Der Spiegel. 23. Februar 2024, abgerufen am 16. März 2024.</ref>

Nach einer Abmahnung der Wirtschaftskammer Österreich wegen des unerlaubten Anbietens von Dienstleistungen, die Nachforschungen zum Aufspüren von anonymen oder verdeckten Urhebern umfassten, umgangssprachlich wird dies als Ghostwriting bezeichnet, hat Weber 2021 die Berechtigung zur Ausübung des Sicherheitsgewerbes als Berufsdetektiv mit der Einschränkung auf die Durchführung von Plagiatsprüfungen, Prüfungen von Ghostwriting und Titelprüfungen erlangt. Er darf damit auch zu Hochschulkorruption ermitteln, darunter missbräuchliche Verwendung von Fördermitteln und fingierte Ausschreibungen oder Berufungsverfahren.<ref>„Plagiatsjäger“ Stefan Weber darf jetzt als Detektiv tätig sein. science.apa.at, 17. März 2021, abgerufen am 7. April 2026</ref>

Im September 2023 erschien Webers Buch Auf „Plagiatsjagd“.<ref>Stefan Weber: Auf „Plagiatsjagd“. Eine Streitschrift. (editionatelier.at [abgerufen am 11. September 2023]).</ref> Im Buch argumentiert Weber, im Wissenschaftssystem gehe es nicht mehr um Qualifikationen, sondern um Zufälle, Kontakte und Geschlecht.<ref name=":5">Moritz Ablinger: „Plagiatsjäger“ Weber: Der Gekränkte. In: Profil. 17. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Außerdem wirft Weber drei Hochschullehrern vor, seine eigene weitere akademische Karriere verhindert zu haben.<ref name=":0">Uwe Ebbinghaus: Stefan Webers Buch „Auf ‚Plagiatsjagd‘“. In: FAZ.NET. 2. Oktober 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 2. Oktober 2023]).</ref> Darunter nennt er Wolfgang Donsbach, der eine Stiftungsprofessur verhindert habe, für die Weber nach eigenen Angaben 500.000 Euro bei einem privaten Mäzen eingeworben habe.<ref>Weber 2023.</ref>

Wirken als Plagiatsexperte und politischer Blogger

2005 entdeckte Weber, dass ein deutscher Lehrer 2004 knapp die Hälfte seiner Dissertation an der Universität Tübingen weitgehend wörtlich aus Webers eigener Dissertation aus dem Jahr 1996 übernommen hatte, nachdem dieser ihn selbst auf Übernahmen aufmerksam gemacht hatte. Weber wurde daraufhin publizistisch aktiv, um auf Plagiatsprobleme an Universitäten aufmerksam zu machen. Dem Plagiator wurde im Juli 2005 der Doktorgrad aberkannt,<ref name="SPON-382779">Der Plagiator. In: Spiegel Online. 2. November 2005, abgerufen am 1. Dezember 2014.</ref> 2007 erfolgte seine strafrechtliche Verurteilung.<ref>Deutscher wegen Plagiats strafrechtlich verurteilt. In: sciencev1.ORF.at. 8. August 2007, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref>

Seit Juni 2010 publiziert Weber in seinem Blog für wissenschaftliche Redlichkeit (ISSN 2197-6449), in dem er unter anderem Plagiatsfälle kommentiert, aber auch selbst Plagiatsvorwürfe erhebt.<ref>plagiatsgutachten.de</ref> Ende August 2025 benannte er den Blog in Blog für Ehrlichkeit um und schreibt seither auch regelmäßig rechtsgerichtete politische Beiträge.<ref>Stefan Weber: Die Tragödie Deutschlands (und Österreichs): Warum die Konservativen dem Niederwirtschaften durch Linksgrün tatenlos zusehen. In: Blog für Ehrlichkeit. 27. August 2025, abgerufen am 4. Februar 2026. „Ich habe meinen Blog nach 15 Jahren umbenannt. Aus dem »Blog für wissenschaftliche Redlichkeit«, der seit 2010 existiert, wurde heute der »Blog für Ehrlichkeit«, da ich zuletzt immer wieder gesamtgesellschaftliche Themen aufgegriffen habe und das auch so beibehalten möchte.“</ref>

Auf seiner Website bietet er zudem neben „Lebenslauf-Screenings“ und „Plagiat-Checks“ auch dazugehörige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an, wobei die Auftraggeber anonym bleiben können.<ref>Philip Oltermann: German Greens say plagiarism claims are ‘character assassination’. In: The Guardian. 30. Juni 2021, abgerufen am 3. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Plagiatsprüfung einer fremden oder eigenen schriftlichen Arbeit auf plagiatsgutachten.com, abgerufen am 1. Juli 2021.</ref> Laut Recherchen des Falter kam 2011 ungefähr ein Drittel der Anfragen von Anwaltskanzleien.<ref name=":2" /> Laut einem Bericht von Zeit Campus sind die meisten Fälle, die Weber begutachtet, keine Prominenten, „sondern Unbekannte, denen Neider, Konkurrenten oder sonstige Feinde einen Imageschaden zufügen wollen.“ Für eine Plagiatsprüfung erhalte er durchschnittlich 3000 Euro.<ref name=":6">Martin Spiewak: Stefan Weber: Selbstbezeichnung: "Kein Sympath". In: Die Zeit. 13. März 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 16. Oktober 2025]): „Um alle Anfragen zu erledigen, beschäftigt er mittlerweile fünf Honorarkräfte. Schwierige Fälle schickt er an einen Informatiker aus München. [..] Rund 3.000 Euro bekommt Weber im Schnitt pro Plagiatsprüfung, sagt er, sein höchstes Honorar seien 24.000 Euro gewesen.“</ref> Zur Plagiatsprüfung verwendet Weber unter anderem die Software Turnitin.<ref name=":4">Beinschab: „Ich bin nunmehr bereit“. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

2022 wurde bekannt, dass ein von Weber an der TU Wien für einen Zeitraum von sieben Jahren geplantes und vom österreichischen Bildungsministerium bewilligtes Forschungsprojekt namens Forschungsschwerpunkt Gute Wissenschaftliche Praxis nicht zustande kam.<ref>Plagiatsvorwürfe gegen Innenminister Karner bringen Clinch um Millionenprojekt. Abgerufen am 22. November 2022.</ref> 2021 gründete Weber mit Markus Haslinger die Arbeitsgemeinschaft „Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel“ (ARGE GWP) der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG). Ende 2022 wurde bekannt, dass Weber ihr nicht weiter angehören wird. Der Kurier und der Standard deuteten die Entscheidungen in Zusammenhang mit Webers Plagiatsvorwürfen<ref>Johanna Hager, Martin Gebhart: Plagiatsvorwürfe gegen ÖVP-Innenminister Gerhard Karner. 4. Oktober 2022, abgerufen am 4. Dezember 2022.</ref> gegen Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).<ref>Johanna Hager: "Rache für Karner": Plagiatsforscher Weber von Ehrenamt „entbunden“. 1. Dezember 2022, abgerufen am 4. Dezember 2022.</ref>

Weber arbeitete an der 2023 veröffentlichten „IHS-Plagiatsstudie“ mit, distanzierte sich jedoch davon, da sie die Diskussion in Österreich um 15 Jahre zurückfallen lasse und das Plagiat für die Studie kein Bildungsproblem, sondern ein Imageproblem der Hochschulen zu sein scheine.<ref>Jochen Zenthöfer: Studentische Arbeiten: Kritik an österreichischer Plagiatsstudie. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 23. Januar 2023]).</ref>

Seinen Angaben zufolge wurden nach von Weber öffentlich gemachten Vorwürfen 16 Personen akademische Grade entzogen.<ref name=":1" /><ref>Der Plagiatsprüfer und sein Team. In: plagiatsgutachten.com. Stefan Weber, abgerufen am 13. Oktober 2025.</ref> Weber hat nach eigenen Angaben etwa 500 Arbeiten überprüft (Stand: 2024). Er wird von Honorarkräften unterstützt, darunter Detektive, Informatiker und Wissenschaftler.<ref name=":6" />

Plagiatsvorwürfe (Auswahl)

Stefan Weber erhob Plagiatsvorwürfe oder Vorwürfe sonstigen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gegen mehrere in der Öffentlichkeit stehende Personen und Institutionen (chronologisch geordnet):

Neben diversen Plagiatsvorwürfen führt Weber eine sogenannte „Whitelist“ mit Politikern, deren Arbeiten nach Prüfung keine Plagiate zu Tage gebracht haben, darunter Werner Kogler, Sigrid Maurer, Margarete Schramböck, Karl Nehammer und Gernot Blümel.<ref>Interview mit Plagiatsjäger Stefan Weber. 5. Januar 2024, abgerufen am 5. Januar 2024.</ref>

Kritik

Webers Doktorvater Peter Bruck schrieb 2007 im Standard, Weber habe zwar Missbräuche an österreichischen Universitäten mit Intelligenz und Beharrlichkeit aufgedeckt, sich jedoch in einigen Fällen durch Erzeugung eines „Medien-Halali“ vom Spürhund zum Jäger und vom Jäger zum Richter gewandelt. Das sei illegitim. Hermann Horstkotte hielt diese Kritik in der Zeit für zu weitgehend, da letztlich Hochschulen und Gerichte und nicht Privatpersonen über eine Titelaberkennung entscheiden würden.<ref>Ein Spürhund auf der Richterbank. Abgerufen am 13. März 2024.</ref><ref>Hermann Horstkotte: Der einsame Plagiatsjäger. In: Die Zeit. 13. September 2011, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref> Der VroniPlag-Mitarbeiter Gerhard Dannemann attestiert Weber gründliche Arbeit, auch wenn er an einigen Stellen zu penibel arbeite. Einige andere Mitarbeiter von VroniPlag kritisierten Webers Art, Funde früh und unter möglichst großer medialer Aufmerksamkeit zu veröffentlichen. Weber selbst bezeichnet sich als „cholerisch“ und „in der Sache ein Getriebener“.<ref name=":6" />

Im Jahr 2021 wurde Weber von Florian Klenk, Chefredakteur des Falter, kritisiert, weil Weber laut Klenk von diesem vertrauliche Dokumente unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und unter Zusicherung von Vertraulichkeit erhalten habe, die dann auf der weit rechten Plattform Exxpress publiziert wurden.<ref name=":4" />

Infolge der Affäre um Alexandra Föderl-Schmid erschienen im Februar 2024 zahlreiche Kommentare und ausführliche Reportagen zu Weber, etwa im Profil und im Spiegel, die sich kritisch mit Verhaltensweisen Webers, die Rede ist unter anderem von persönlichen Beschimpfungen, sowie den Motiven seiner Arbeit auseinandersetzen.<ref>Moritz Ablinger: „Plagiatsjäger“ Weber: Der Gekränkte. In: Profil. 17. Februar 2024, abgerufen am 7. März 2024.</ref><ref name=":2" /><ref name="Rohrer">Anneliese Rohrer: Auftragsrufmord. In: Datum. 1. März 2024, abgerufen am 9. März 2024.</ref><ref name="ö1">Krisenmanagement für Redaktionen. In: Ö1. 7. März 2024, abgerufen am 9. März 2024.</ref>

Silvia Ettl-Huber, frühere Kommilitonin von Weber und Föderl-Schmid und Professorin am Department für Wirtschaftsstudiengänge an der FH Burgenland, schrieb im Standard, man habe sich an den Universitäten „zu lange unkollegial gegenüber den Betreuenden der geschmähten Arbeiten weggeduckt, um nicht ins Visier des sogenannten Plagiatsjägers zu geraten.“ Sie forderte eine offiziell ernannte mehrköpfige Plagiatskommission einzurichten, die Vorwürfe im Mehraugenprinzip prüft, bevor Medien involviert werden.<ref>Silvia Ettl-Huber: "Plagiatsjagd": Genug ist genug. 13. Februar 2024, abgerufen am 9. März 2024.</ref>

Angezweifelt wird auch Webers politische Neutralität: Anfang 2026 schrieb Die Presse aufgrund dessen aktiver Teilnahme an einer Pressekonferenz von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker von „Schützenhilfe“ für die als rechtspopulistisch und rechtsextrem eingestufte Partei und von einer „ungewöhnlichen Allianz“.<ref>Klaus Knittelfelder: Kickl-FPÖ holt sich Schützenhilfe von „Plagiatsjäger“ Weber. In: Die Presse. 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026. „Am Mittwochvormittag kam es zu einer ungewöhnlichen Allianz: Die FPÖ trat mit dem oft kritisierten Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber auf, um den aktuellen Rechtsextremismusbericht zu zerpflücken. Im Bericht kommt die FPÖ breit vor.“</ref> Weber hatte im Auftrag des Freiheitlichen Bildungsinstituts den vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes erstellten Rechtsextremismusbericht des Innen- und Justizministeriums, in dem die FPÖ prominent vorkommt, heftig kritisiert.<ref>Muzayen Al-Youssef, Elisa Tomaselli: Rechtsextremismusbericht: FPÖ attackiert wieder das DÖW. In: Der Standard. 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref><ref>FPÖ ortet „statistischen Skandal“ wegen Rechtsextremismusbericht. In: Kurier. 28. Januar 2026, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref>

Webers Geschäftsmodell sah sich wiederholt Kritik ausgesetzt. Laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung sagt er selbst, dass sein Geschäft auf Grund der Annahme zumeist anonymer Prüfungsaufträge manchmal nicht nur sauber sei, er selbst spreche von „bezahltem Anpinkeln“.<ref>Linus Walpen: Plagiatsjäger Stefan Weber wirft den deutschen Kanzlerkandidaten vor, sie hätten abgeschrieben – das nützt auch seinem Geschäft. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. August 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2024; abgerufen am 15. März 2024: „Die meisten Aufträge treffen anonym bei Weber ein. Dass sein Geschäft deshalb manchmal nicht nur sauber ist, räumt er selbst ein – er spricht oft von «bezahltem Anpinkeln». Aber es scheint sich zu lohnen. Er werde von Anfragen überrollt, sagt er gern in den Medien. Die Analyse von Baerbocks und Laschets Büchern habe er aber als Hobby und damit unbezahlt vorgenommen. Nicht alle glauben das.“</ref> Als der Kurier in diesem Zusammenhang den Begriff „Pinscher“ verwendete, legte Weber erfolglos Beschwerde beim Presserat ein.<ref>Gleichsetzung von Plagiatsgutachter mit "Pinscher" für Presserat zulässig. Abgerufen am 14. März 2024.</ref> Einige Medien bezeichneten Weber als „Kopfgeldjäger“.<ref>Martin Spiewak: Selbstbezeichnung: "Kein Sympath". In: Zeit Online. 16. März 2024, abgerufen am 17. Februar 2025.</ref><ref>Christof Paulus: Von Rechten geliebt und ständig im Streit: Plagiatsjäger Stefan Weber. In: Augsburger Allgemeine. 5. April 2024, abgerufen am 17. Februar 2025.</ref>

Verurteilung wegen übler Nachrede

Im Mai und Juni 2024 fand eine Verhandlung am Landesgericht Salzburg in der Causa Oliver Vitouch gegen Weber statt.<ref name=":7">Wolfgang Fercher: Wegen Vorwürfen im Blog: Klagenfurter Rektor klagt „Plagiatsjäger“ Stefan Weber. In: kleinezeitung.at. 23. Mai 2024, abgerufen am 26. Juni 2024.</ref> Der Strafprozess wegen übler Nachrede nach § 6 des Österreichischen Mediengesetzes führte zu einer erstinstanzlichen Verurteilung Webers.<ref>„Plagiatsjäger“ Stefan Weber wegen übler Nachrede verurteilt. In: derstandard.at. 26. Juni 2024, abgerufen am 27. Juni 2024.</ref> Im Februar 2025 wurde Stefan Weber in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Linz wegen übler Nachrede zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 4.000 Euro, zur Urteilsveröffentlichung und zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt. Das Gericht bestätigte damit die Entscheidung des Landesgerichts Salzburg. Das Urteil ist rechtskräftig.<ref>Üble Nachrede: „Plagiatsjäger“ verurteilt. In: kaernten.ORF.at. 5. Februar 2025, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref><ref>„Plagiatsjäger“ Stefan Weber wegen übler Nachrede rechtskräftig verurteilt. In: derstandard.at. 5. Februar 2025, abgerufen am 5. Februar 2025.</ref><ref>Üble Nachrede: „Plagiatsjäger“ Stefan Weber verurteilt. In: krone.at. 5. Februar 2025, abgerufen am 5. Februar 2025. „Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Weber den damaligen Rektor der Universität Klagenfurt im Jänner 2024 mit falschen Vorwürfen diffamiert hat.“</ref>

Anlass des Verfahrens waren Aussagen Webers über den damaligen Rektor der Universität Klagenfurt, Oliver Vitouch. In einem Blog-Beitrag im Januar 2024 hatte Weber die Entlassung zweier Universitätsprofessorinnen in den Jahren 2015 und 2017 thematisiert und dabei den Vorwurf erhoben, die Maßnahmen könnten eine „Machtdemonstration“ des Rektors gewesen sein. Die Aussagen wurden vom Gericht als ehrverletzend eingestuft. Webers Behauptungen, die Entlassenen seien aus niedrigen Motiven „finanziell, reputatorisch, geistig und körperlich von Vitouch ein Leben lang ruiniert worden“ und Vitouch hätte sie über Jahre hindurch „beharrlich verfolgt“, wurden von Vitouch und seiner Anwältin Maria Windhager als diffamierend bzw. unwahr zurückgewiesen. Vitouch bezeichnete die Vorwürfe als „unzumutbare Salve von Unwahrheiten und Anschuldigungen“.

Veröffentlichungen

Datei:Stefan Weber Plagiatsjagd 2023 Einband.jpg
Auf „Plagiatsjagd“ (2023)

Monographien:

  • Nachrichtenkonstruktion im Boulevardmedium. Die Wirklichkeit der „Kronen Zeitung“. Passagen Verlag, Wien, 1995, ISBN 3-85165-163-4.
  • Die Dualisierung des Erkennens. Zu Konstruktivismus, Neurophilosophie und Medientheorie. Passagen Verlag, Wien 1996, ISBN 3-85165-245-2.
  • Wie journalistische Wirklichkeiten entstehen (= Schriftenreihe des Kuratoriums für Journalistenausbildung. Band 15). Salzburg 1999.
  • Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. UVK Medien Verlag, Konstanz 2000, ISBN 3-89669-293-3.
  • Medien – Systeme – Netze. Elemente einer Theorie der Cyber-Netzwerke. Transcript Verlag, Bielefeld 2001, ISBN 3-933127-77-7.
  • Non-dualistische Medientheorie. Eine philosophische Grundlegung. UVK Verlag, Konstanz 2005, ISBN 3-89669-474-X.
  • So arbeiten Österreichs Journalisten für Zeitungen und Zeitschriften (= Schriftenreihe des Kuratoriums für Journalistenausbildung. Band 18). Salzburg 2006 (Onlinefassung [PDF; 1,8 MB]).
  • Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden. Heise (Reihe „Telepolis“) bei dpunkt Verlag, Hannover/Heidelberg 2007; 2., überarbeitete Auflage ebenda 2009, ISBN 3-936931-37-2.
  • Die Medialisierungsfalle. Kritik des digitalen Zeitgeists. Edition Va Bene (Reihe „Eine Analyse“), Wien/Klosterneuburg 2008, ISBN 3-85167-209-7.
  • Roboterjournalismus, Chatbots & Co.: Wie Algorithmen Inhalte produzieren und unser Denken beeinflussen. Heise Medien (Reihe „Telepolis“) bei dpunkt Verlag, Hannover 2018, ISBN 978-3-95788-104-5.
  • Radikaler Lingualismus. Von Wittgenstein zu Mitterer und einer neuen Philosophie. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2022, ISBN 978-3-95832-315-5.
  • Auf „Plagiatsjagd“. Eine Streitschrift. Vorwort Peter Hilpold. Edition Atelier, Wien 2023, ISBN 978-3-99065-102-5.
  • Wissenschaftlichen Textbetrug erkennen. Plagiate | Ghostwriting | KI. Vorwort Roland Schimmel. Edition Tandem, Salzburg 2024, ISBN 978-3-903516-13-7.
  • Sprache, Mensch, Universum. Radikaler Lingualismus 2. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2025, ISBN 978-3-95832-406-0.

Herausgeberschaften:

  • Was konstruiert Kunst? Kunst an der Schnittstelle von Konstruktivismus, Systemtheorie und Distinktionstheorie (Passagen Verlag, Wien, 1999), ISBN 3-85165-357-2
  • Theorien der Medien. Von der Kulturkritik bis zum Konstruktivismus (UVK Verlag bei UTB, Konstanz, 2003; 2., überarbeitete Auflage 2010), ISBN 3-8252-2424-4
  • gemeinsam mit Alexander Riegler (Hrsg.): The Non-dualizing Philosophy of Josef Mitterer. 2008, ISSN 1782-348X (Übersicht über die Onlinefassung, zugänglich nach Anmeldung).
  • Die Dritte Philosophie. Kritische Beiträge zu Josef Mitterers Non-Dualismus (Velbrück Wissenschaft, Weilerswist, 2010, gemeinsam mit Alexander Riegler; 2., unveränderte Auflage 2011), ISBN 3-938808-88-8
  • gemeinsam mit Alexander Riegler (Hrsg.): Non-dualism: A Conceptual Revision? 2013, ISSN 1782-348X (Übersicht über die Onlinefassung, zugänglich nach Anmeldung).

Weblinks

Commons: Stefan Weber (media researcher) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name=":3"> David Pesendorfer: „Bärli, das ist eine Geschichte, ich spür’s“. In: News.at. 25. Januar 2021, abgerufen am 24. Februar 2024. </ref> </references>

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