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Dirk Adams

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Datei:2016-02-25 Dirk Adams by Olaf Kosinsky-1.jpg
Dirk Adams (2016)

Dirk Adams (* 25. Mai 1968 in Groß Schönebeck) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 2009 bis 2020 Mitglied des Thüringer Landtags und dort von 2014 bis 2020 Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Von März 2020 bis Januar 2023 war Dirk Adams im Kabinett Ramelow II Minister des Thüringer Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz.

Leben

Adams schloss 1984 die Polytechnische Oberschule in Eberswalde ab und absolvierte dann von 1984 bis 1985 zunächst eine Lehre zum Ofensetzer, danach bis 1987 eine Lehre zum Gas-Wasser-Installateur, die er als Facharbeiter abschloss. Von 1988 bis 1992 studierte er Versorgungstechnik an der Ingenieurschule für Bauwesen Erfurt (ab 1991 Fachhochschule Erfurt) mit dem Abschluss Diplomingenieur (FH). 1989 war er an der Bildung des ersten freien Studentenrates an der Hochschule beteiligt. Im März 1990 beteiligte er sich an einem Hungerstreik der Erfurter Bürgerwache,<ref>Schicker Fotodesign / efa: Erfurt, Hungerstreik der Bürgerwache, 28. März 1990. In: woerlitz-foto.de. 28. März 1990, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Mai 2022; abgerufen am 27. Mai 2022 (28. März 1990, Hungersteik der Bürgerwache mit Ziel der Untersuchung der Volkskammerabgeordneten auf Stasi-Vergangenheit, v. l. n. r. Sven Braune, Dirk Adams, Klaus Voigt).</ref> die Einsicht in Unterlagen des MfS und die Überprüfung von Volkskammer-Abgeordneten forderte. Nach seinem Studienabschluss war Adams bis 1996 in einem Ingenieurbüro tätig, unterbrochen von der Ableistung des Zivildienstes in Hessen.

Von 1997 bis 1998 war Adams Bildungsreferent der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, 1998/99 kommunalpolitischer Referent von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen, 2000/01 Mitarbeiter der Grünen-Landesgeschäftsstelle und von 2001 bis 2005 Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Katrin Göring-Eckardt. 2005 erwarb er an der Universität Erfurt einen Bachelor-Abschluss in Staatswissenschaften. Von 2005 bis 2009 arbeitete er als Projektleiter bei der Naturstiftung David sowie von 2008 bis 2009 in Elternzeitvertretung als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro der Bundestagsabgeordneten Katrin Göring-Eckardt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebenslauf von Dirk Adams auf den Seiten des Thüringer Landtags (Memento vom 25. Dezember 2013 im Internet Archive).</ref>

Im April 2024 begann Adams eine Tätigkeit als Projektleiter in der Thüringer Solarwirtschaft.<ref>Ex-Minister Dirk Adams wechselt in die Wirtschaft. In: mdr.de. Mitteldeutscher Rundfunk, 27. März 2024, abgerufen am 8. April 2024.</ref>

Adams ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er war Mitglied des Stiftungsbeirats der katholischen Schulstiftung im Bistum Erfurt.<ref>Katholische Schulstiftung im Bistum Erfurt - Stiftungsbeirat. In: www.schulstiftung-bistum-erfurt.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2014; abgerufen am 7. Januar 2014.</ref>

Politik

Von 2004 bis 2009 gehörte Adams dem Erfurter Stadtrat an und war von 2006 bis 2012 Grünen-Kreisvorsitzender in Erfurt.

Bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 gelang den Grünen nach 15 Jahren erstmals wieder der Einzug ins Landesparlament. Adams wurde auf Platz 2 der Landesliste in den Landtag gewählt. In der Fraktion war Adams der fachpolitische Sprecher für die Themen Wirtschaft, Arbeit, Tourismus und Energie sowie Inneres und Kommunales.<ref>Thüringer Landtag - Abgeordnete und Fraktionen > Fraktionen > Fachpolitische Sprecher > BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. In: thueringer-landtag.de. 12. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2013; abgerufen am 11. Mai 2025.</ref> Adams war Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Technologie<ref>Thüringer Landtag - Ausschuss für Wirtschaft, Technologie und Arbeit. In: www.thueringer-landtag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. November 2013; abgerufen am 10. November 2013.</ref> sowie des Innenausschusses.<ref>Innen- und Kommunalausschuss. In: thueringer-landtag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. November 2018; abgerufen am 25. November 2018.</ref> Weiterhin war Adams in der 5. Legislaturperiode Mitglied im Untersuchungsausschuss 5/1 (Rechtsterrorismus und Behördenhandeln)<ref>Thüringer Landtag - Untersuchungsausschuss 5/1. In: thueringer-landtag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juni 2013; abgerufen am 27. Juni 2013.</ref>, stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses 5/2 (Aufklärung über die V-Mann-Tätigkeit des früheren NPD-Funktionärs Kai-Uwe Trinkaus für das Thüringer Landesamt für den Verfassungsschutz)<ref>Thüringer Landtag - Parlamentarischer Ablauf. In: parldok.thueringer-landtag.de. Abgerufen am 11. Mai 2025 (Einsetzung des Untersuchungsausschusses 5/2: Erfolgte Bespitzelung, Herabwürdigung und Infiltration von Parteien, Fraktionen und Vereinen durch einen als V-Mann geführten führenden Neonazi mit Wissen und/oder Zustimmung des Landesamtes für Verfassungsschutz und der Thüringer Landesregierung und deren Umgang mit erlangten Informationen über Aktivitäten und Straftaten der extremen Rechten in Thüringen).</ref> sowie Mitglied der parlamentarischen Kontrollkommission.<ref>Thüringer Landtag - Gremien und Rechtsgrundlagen > Sonstige Gremien > Parlamentarische Kontrollkommission. In: thueringer-landtag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2013; abgerufen am 11. Mai 2025.</ref>

Bei der Wahl der Kandidatenliste zur Landtagswahl in Thüringen 2014 wurde Adams von der Landesdelegiertenkonferenz am 29. November 2013 in Erfurt auf Platz 2 gewählt<ref>Mit einer starken Landesliste in die Landtagswahl! In: gruene-thueringen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Januar 2014; abgerufen am 7. Januar 2014.</ref>. Als Direktkandidat zur Landtagswahl in Thüringen 2014 trat Adams im Wahlkreis 26 (Erfurt III) erfolglos an und erlangte über die Landesliste ein Mandat für den 6. Thüringer Landtag.<ref>Grüne Erfurt wählen Erfurter Direktkandidaten für Landtagswahl. In: www.jenapolis.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. März 2016; abgerufen am 3. März 2016.</ref> Nach der Ernennung von Anja Siegesmund zur Umweltministerin im Kabinett Ramelow I wurde er am 10. Dezember 2014 zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gewählt.

Bei der Landratswahl im Landkreis Nordhausen am 26. April 2015 erreichte Adams 3,9 Prozent.<ref>Vorläufiges Ergebnis der Landratswahl 2015 im Landkreis Nordhausen. (PDF; 102 kB) Thüringer Landesamt für Statistik, 26. April 2015, abgerufen am 4. Mai 2015.</ref>

Bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 trat Adams erneut an der Seite von Anja Siegesmund als Spitzenkandidat an. Die Grünen mussten leichte Einbußen an Stimmen hinnehmen und sind aufgrund des Einzuges der FDP nunmehr nur noch mit fünf Parlamentariern im Landtag vertreten. Adams zog erneut über die Landesliste ein und wurde am 8. November 2019 von seiner Fraktion einstimmig zum Fraktionsvorsitzenden wiedergewählt.<ref>Wahlen in Thüringen. In: wahlen.thueringen.de. Abgerufen am 11. Mai 2025.</ref><ref>2019 – Dirk Adams. In: dirkadams.de. 8. November 2019, abgerufen am 11. Mai 2025 (Bündnisgrüne Fraktion konstituiert - Dirk Adams zum Fraktionsvorsitzenden gewählt).</ref> Am 17. März 2020 legte er sein Landtagsmandat nieder.<ref>Mandatsnachfolge im Thüringer Landtag. In: thueringer-landtag.de. 17. März 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. März 2020; abgerufen am 17. März 2020.</ref> Für ihn rückte Babett Pfefferlein in den Landtag nach. Seine Nachfolgerin im Fraktionsvorsitz wurde Astrid Rothe-Beinlich.<ref>Fraktion. In: gruene-thl.de. Abgerufen am 11. Mai 2025.</ref>

Datei:2020-03-04 Thüringer Landtag, erneute Wahl des Ministerpräsidenten 1DX 3373 by Stepro.jpg
Bodo Ramelow (l.) ernennt Dirk Adams (r.) zum Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz des Freistaates Thüringen am 4. März 2020.

Am 4. März 2020 wurde Dirk Adams im Kabinett Ramelow II zum Minister des Thüringer Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz ernannt.<ref>Wahl in Thüringen: Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten gewählt. In: mdr.de. 4. März 2020, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref> Am 9. Januar 2023 wurde er von Ministerpräsident Ramelow gegen seinen Willen entlassen. Die Parteispitze der Grünen wollte den Rückzug von Umweltministerin Siegesmund für eine personelle Neuaufstellung nutzen. Außerdem wurde Adams vorgeworfen, zu blass und zögerlich agiert zu haben.<ref>Grünen-Minister gedemütigt: Ramelow entlässt Adams gegen seinen Willen. In: mdr.de. 9. Januar 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2025; abgerufen am 6. Januar 2025.</ref> Ihm folgte Doreen Denstädt nach.

Weblinks

Commons: Dirk Adams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Land Thüringen: Arnold Paulssen | Carl Eduard Freiherr von Brandenstein | Roman Rittweger | Karl Korsch | Richard Leutheußer | Karl Riedel | Wilhelm Kästner | Otto Weber | Helmut R. Külz (1946–1948) | Hans Loch (1948–1950) | Ralph Liebler (1950–1952)

Freistaat Thüringen: Hans-Joachim Jentsch (1990–1994) | Otto Kretschmer (1994–1999) | Andreas Birkmann (1999–2002) | Karl Heinz Gasser (2002–2004) | Harald Schliemann (2004–2008) | Marion Walsmann (2008–2009) | Holger Poppenhäger (2009–2014) | Dieter Lauinger (2014–2020) | Dirk Adams (2020–2023) | Doreen Denstädt (2023–2024) | Beate Meißner (seit 2024)

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