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Haldenstein

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Haldenstein
Datei:Haldenstein wappen.svg
Wappen von Haldenstein
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton GraubündenDatei:CHE Graubünden COA.svg Graubünden (GR)
Region: Plessurw
Politische Gemeinde: Churi2
Postleitzahl: 7023
frühere BFS-Nr.: 3941
Koordinaten: 759170 / 194092Koordinaten: 46° 52′ 44″ N, 9° 31′ 37″ O; CH1903: 759170 / 194092
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  }}
Höhe: 566 m ü. M.
Fläche: 18,56 km²
Einwohner: 1163 (31. Dezember 2022)
Einwohnerdichte: 63 Einw. pro km²
Website: www.haldenstein.ch
Datei:Haldenstein Dorf.jpg
Haldenstein
Haldenstein
Karte
w{w

Haldenstein (in der Ortsmundart Haaldeschtai [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈhaːldəˌʃtɑj], {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="ks">Andres Kristol: Haldenstein GR (Landquart). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Hrsg. vom Centre de dialectologie an der Universität Neuchâtel. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5, und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 427.</ref>) ist eine Ortschaft, die zum Bündner Hauptort Chur gehört. Das 960 erstmals bezeugte Dorf, im Mittelalter Zentrum einer Herrschaft und in der jüngeren Neuzeit eine eigenständige politische Gemeinde, liegt am linken Ufer des Rheins. Am 1. Januar 2021 fusionierte die damalige Gemeinde Haldenstein mit Chur.

Geographie

Datei:Haldenstein Schloss2.JPG
Blick vom Schloss Richtung Chur

Haldenstein liegt 3 km nördlich von Chur auf der linken Rheinseite. Der Gemeindebann erstreckte sich vom Fluss, der auf rund 6 km Länge die Südostgrenze bildet und den mit 540 m ü. M. tiefsten Punkt markiert, bis hinauf zum Grat des Calandamassivs, wo am Haldensteiner Calanda mit 2804 m ü. M. die grösste Höhe erreicht wird. Weder die Spitze des Haldensteiner noch des Felsberger Calandas gehören zum Territorium. Neben dem Haufendorf Haldenstein umfasste die ehemalige Gemeinde eine Reihe von Maiensässen am Calandahang, so auch den bis 1868 ganzjährig bewohnten Weiler Batänja (1400 m).

18 % des Gemeindegebietes waren unproduktiv, 54 % bewaldet, und 26 % wurden landwirtschaftlich genutzt, wobei nur 5 % Wies- und Ackerbauland im Talgrund, der Rest Alpweide darstellen. Nachbargemeinden waren die Stadt Chur, Felsberg, Untervaz, Trimmis (alle Kanton Graubünden) sowie Pfäfers im Kanton St. Gallen.

Geologie

Datei:Haldenstein4.jpg
Ruine Grottenstein
Datei:Karte Gemeinde Haldenstein 2020.png
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2021

Der Calanda wird zu einem grossen Teil von Kalkgesteinen aufgebaut, die dem helvetischen Ablagerungsraum zugeordnet werden. Es kommen mehrere übereinander liegende Gesteinsschuppen vor. Malmkalke bilden die Gesteinsplatten westlich von Haldenstein. Kreidekalke formen unter anderem die markante Felsrippe, die vom Klettergarten über die Ruine Lichtenstein zur Ruine Grottenstein zieht. Daneben kommen in den Kreideschuppen gegen den Calanda hinauf auch Mergellagen vor. Der Calanda ist geringmächtig von Moränenablagerungen bedeckt. Im nördlichen Teil von Haldenstein wird der Untergrund von Felssturzblöcken aufgebaut.

Geschichte

Datei:Haldenstein Schloss.jpg
Schloss Haldenstein
Datei:Mauern Schlossanlage Haldenstein.jpg
Mauern der Schlossanlage Haldenstein
Datei:ETH-BIB-Haldenstein-LBS H1-019721.tif
Luftbild von Werner Friedli von 1957
Datei:Ref.Kirche Haldenstein.JPG
Reformierte Kirche

Die frühesten archäologischen Funde in Haldenstein stammen aus der Jungsteinzeit und wurden bei der Ruine Lichtenstein gemacht. Im Dorfgebiet konnte eine spätbronzezeitliche Besiedlung nachgewiesen werden (um 800 v. Chr.). Im Schloss Haldenstein fand man römische Siedlungsreste. Urkundlich erwähnt wurde das Dorf wahrscheinlich erstmals 1149 als Herkunftsbezeichnung zum Personennamen Iohannes de Lanze. 1375 erscheint der Ortsname als Lentz inferior («Unterlenz»); die Entsprechung des zur Unterscheidung von Oberlenz benutzten Zusatzes lebt im heutigen romanischen Namen Lantsch sut fort. Mit dem Übergang zur deutschen Sprache ersetzte ab dem 14. Jahrhundert der Name der oberhalb des Dorfs gelegenen Burg Haldenstein die ältere Siedlungsbezeichnung, deren Herkunft nicht geklärt ist.<ref name="ks" />

Im 13. und 14. Jahrhundert besassen die Ritter von Haldenstein Burg und Dorf als Lehen des Bistums Chur. 1424 erwarb Peter von Grifensee alle Hoheitsrechte, so dass Haldenstein von nun an (bis 1803) eine autonome Freiherrschaft war, unabhängig von den Drei Bünden. Nach mehreren Eigentümerwechseln gelangte 1542 der französische Gesandte Jean Jacques de Castion durch Heirat der Witwe Hilaria von Rudolf von Marmels in den Besitz des Zwergstaats. 1544–1548 entstand das neue Schloss, welches die Burg als Herrschaftsmittelpunkt allmählich ablöste. 1558 entschieden die eidgenössischen Orte, dass die Schirmherrschaft über Haldenstein den Drei Bünden zukomme, was allerdings erst 1568 durch Gregor Carl von Hohenbalken als Herrn von Haldenstein anerkannt wurde.<ref>Rudolf Jenny (Hrsg.): Urkunden-Sammlungen im Staatsarchiv Graubünden. 2. Teil: Regesten in chronologischer Folge 9. Jh.–1877 zum Urkunden-Zuwachs 1967–1970 und Inventar zu den Urkunden-Sammlungen (= Quellen zur Kultur- und Landesgeschichte Graubündens. Band IV). Chur 1977, S. 115 f., 117.</ref>

Auch in den folgenden Jahrhunderten mussten sich die Haldensteiner mit häufig wechselnden Herren arrangieren. Thomas von Schauenstein erhielt 1612 vom Kaiser das Münzrecht, was zum Prägen von Gold- und Silbermünzen ausgenützt wurde. Er führte 1613 bis 1616 die Reformation ein, worin er von den evangelischen Churer Pfarrern Georg Saluz und Johann Pontisella kirchlich unterstützt wurde.<ref>Website Evangelisch-reformierte Kirche Haldenstein. In: haldenstein-ref.ch, abgerufen am 22. September 2021.</ref> 1701 ging die Herrschaft an die Herren von Salis. Johann Luzius von Salis hob im selben Jahr die Leibeigenschaft auf.<ref>Silvio Margadant: Haldenstein. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 16. Dezember 2019.</ref> Die Herrschaft war aber weiterhin nicht Teil der Drei Bünde.

1803 kam Haldenstein zu Graubünden. 1825 brannte ein grosser Teil des Dorfes ab.

1943 erfasste ein vom Zielgebiet des Churer Schiessplatzes ausgehender Waldbrand den ganzen Calandahang, verschonte aber das Dorf. (siehe auch Waldbrand am Calanda)<ref>Daniel Steffen: Flug durch die Hölle. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. August 2018, abgerufen am 22. September 2021.</ref><ref>Peter de Jong: Vor 70 Jahren wütete am Calanda ein verheerender Grossbrand. In: Churermagazin. 29. Juli 2013 (?), S. 9 (churermagazin.ch [PDF; 608 kB]).</ref><ref>H. Hemmi: 1943. Der Waldbrand am Felsberger Calanda. Referat anlässlich der Delegiertenversammlung des kantonalen Feuerwehrverbandes Graubünden. In: Schweizerische Feuerwehr-Zeitung. Bern, August 1953, S. 241–250 (burgenverein-untervaz.ch [PDF; 3,3 MB]).</ref>

Im November 2019 stimmten die Bürger über eine Fusion mit der Stadt Chur ab. Das Ergebnis war äusserst knapp. 253 Personen stimmten mit Ja, 251 stimmten mit Nein. Im Februar 2020 stimmten die Churer Bürger über die Fusion ab. Wie erwartet stimmten 80 % für eine Fusion mit Haldenstein.<ref>(can): Knapper Entscheid: Zwei Stimmen machen in Haldenstein den Unterschied. In: suedostschweiz.de, 22. November 2019, abgerufen am 22. September 2021.</ref><ref>Bettina Cadotsch: Die Churer Stimmbevölkerung hat zur Hochzeit mit Haldenstein «Ja» gesagt. Mit knapp 80 Prozent hat Chur ein deutliches Zeichen gegeben. In: suedostschweiz.de, 9. Februar 2020, abgerufen am 22. September 2021.</ref>

Wappen

Wappen von Haldenstein
Wappen von Haldenstein
Blasonierung: „In Silber ein pfahlgestelltes schwarzes Steinbockhorn mit Hornwurzel.“
Wappenbegründung: Wappen der Herren von Haldenstein

Bevölkerung

Die Bevölkerungszahl von Haldenstein nahm in den letzten 200 Jahren im Ganzen und im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, nach einem zwischenzeitlichen Einbruch, deutlich zu.

Bevölkerungsentwicklung<ref>Quellen: 1803: HLS, danach: Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. Bundesamt für Statistik. 29. November 2019.</ref>
Jahr 1803 1850 1900 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2005 2010 2020
Einwohnerzahl 349 492 464 521 504 478 671 677 808 894 1003 1087

Wirtschaft

Datei:SBB Historic - F 116 00001 219 - Haldenstein.tif
Bahnhof Haldenstein 1958

In Haldenstein finden 274 Personen Beschäftigung, wovon immerhin noch 13 % im primären Sektor (Landwirtschaft), 44 % im sekundären (Industrie/Gewerbe) und 43 % im Dienstleistungssektor arbeiten (Stand 2002). Rund zwei Drittel der Bewohner von Haldenstein finden ausserhalb Arbeit, zum Beispiel in Chur. Neben Landwirtschaftsbetrieben gibt es in Haldenstein Gewerbe- und Industriebetriebe – Bäckerei, Schreinerei, Metallbau, Verpackungsmaschinenbau, Kieswerk. Seit Frühjahr 2013 steht mit der Windenergieanlage Calandawind in Haldenstein die erste grosse Windenergieanlage des Kantons Graubünden.<ref>Daten. In: wind-data.ch, abgerufen am 22. September 2021.</ref> Diese soll so viel Elektrizität produzieren, wie in Haldenstein verbraucht wird.<ref>Calandawind – Windkraftwerk Haldenstein. In: calandawind.ch, abgerufen am 22. September 2021.</ref>

Verkehr

Datei:Haldenstein2.jpg
Burg Haldenstein

Haldenstein liegt nahe dem Autobahnanschluss Chur-Nord an der A13. Ans Netz des öffentlichen Verkehrs ist sie mit der (jenseits des Rheins gelegenen) Station Haldenstein der Rhätischen Bahn sowie der Churer Stadtbuslinie 3 angeschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Lichtenstein Lage.jpg
Burg Lichtenstein

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Persönlichkeiten

  • Peter Zumthor (* 1943), Architekt, lebt und arbeitet in Haldenstein
  • Peter Conradin Zumthor (* 1979), Musiker (Schlagzeug u. a.), geboren und aufgewachsen in Haldenstein
  • Josias Gasser (1952–2025), Unternehmer, Politiker, lebte und war heimatberechtigt in Haldenstein
  • Gimma (* 1980), Rapper, lebt in Haldenstein
  • Philipp Gurt (* 1968), Schriftsteller, lebt in Haldenstein

Literatur

Weblinks

Commons: Haldenstein – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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