Nadifloxacin
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Datei:(±)-Nadifloxacin Enantiomers Structural Formulae.png | ||||||||||||||||||||||
| (R)-Nadifloxacin (oben) und (S)-Nadifloxacin (unten) | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Nadifloxacin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C19H21FN2O4 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose Prismen (aus Ethanol + Wasser)<ref name="MERCK Index" /> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 360,38 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
245–247 °C (Zersetzung)<ref name="MERCK Index">The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals. 14. Auflage. Merck & Co., Whitehouse Station NJ 2006, ISBN 0-911910-00-X.</ref> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Nadifloxacin ist eine antibiotisch wirksame Substanz aus der Gruppe der Fluorchinolone (Gyrasehemmer).
Chemische Eigenschaften
Nadifloxacin besitzt ein Benzo[ij]chinolizin-Gerüst mit einem Fluor-Atom an Position 9 und einem 4-Hydroxypiperidinrest an der Position 8. Die Substanz hat ein chirales Zentrum und liegt als Racemat vor.
Wirkmechanismus
Nadifloxacin verursacht eine Hemmung der DNA-Faltung durch die DNA-Gyrase. Die Gyrase ist ein Enzym und ermöglicht die geordnete Unterbringung des gesamten DNA-Stranges eines Bakteriums in einer Bakterienzelle. Die Gyrase erledigt dabei die Verdrillung des DNA-Stranges durch Öffnen und Schließen des Stranges, so dass nicht der ganze Strang rotieren muss. Bei einer Gyrasehemmung kann sich der zur Verdrillung geöffnete Strang nicht wieder schließen. Die Replikation der Zelle ist gestört. Das Bakterium stirbt.
In diversen Studien zeigt Nadifloxacin in vitro und in vivo gegen einen breiten Bereich von Grampositiven und Gramnegativen Bakterien einschließlich Anaerobiern (Propionibacterium acnes) seine Wirksamkeit.<ref name="pmid">V Alba, E Urban, M Angeles Dominguez et al.: In vitro activity of nadifloxacin against several Gram-positive bacteria and analysis of the possible evolution of resistance after 2 years of use in Germany. In: Int. J. Antimicrob. Agents. Band 33, Nr. 3, März 2009, S. 272–275, PMID 19095414.</ref> Das genaue Ausmaß der Resorption von Nadifloxacin-Creme nach topischer Applikation auf an Akne erkrankte Haut variiert. Eine Einzeldosis von 10 g einer 1 %-Nadifloxacin-Creme, die auf die Rücken gesunder Probanden aufgetragen wurde, ergab eine mittlere maximale Plasmakonzentration von 0,54 ng/ml. Die mittlere Plasmahalbwertszeit von Nadifloxacin betrug 12,7 Stunden. Nach wiederholter Applikation von zweimal täglich 5 g einer 1 %-Nadifloxacin-Creme an gesunden Probanden über einen Zeitraum von 7 Tagen wurde die steady-state-Plasmakonzentration am 5. Tag erreicht. Die maximale Plasmakonzentration vom 1,34 ng/ml wurde 8 Stunden nach der letzten Applikation erreicht. Über einen Zeitraum von 192 Stunden wurden durchschnittlich 0,013 % der applizierten Dosis von Nadifloxacin im Urin wiedergefunden.
Nach erfolgter Resorption wurden sowohl unverändertes Nadifloxacin als auch Metaboliten in Urin und Faeces gefunden. Der Grad der Absorption ist abhängig vom Zustand des Stratum corneum.
Anwendung
In der Medizin wird Nadifloxacin bei Acne vulgaris,<ref name="pmid17380730"></ref> Follikulitis, Sykosis vulgaris, atopischer Dermatitis und Impetigo<ref name="pmid18809554">H Nakaminami, N Noguchi, M Ikeda et al.: Molecular epidemiology and antimicrobial susceptibilities of 273 exfoliative toxin-encoding-gene-positive Staphylococcus aureus isolates from patients with impetigo in Japan. In: Journal of Medical Microbiology. Band 57, Pt 10, Oktober 2008, S. 1251–1258, doi:10.1099/jmm.0.2008/002824-0, PMID 18809554.</ref> eingesetzt. Nadifloxacin wird ausschließlich topisch angewendet.
Nebenwirkungen
Bekannte Nebenwirkungen von Nadifloxacin sind Juckreiz, Papeln, Kontaktdermatitis, Hautreizung, Wärmegefühl, Flushing (anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl), Erythembildung, Urtikaria, Hypopigmentierung der Haut.
Resistenzen
In verschiedenen Studien zeigte Nadifloxacin nur eine geringe Rate an spontanen Resistenzbildungen im Vergleich mit älteren topischen Antibiotika.
Handelsnamen
Nadixa (D, AT), Acuatim (J)
Literatur
- Hermann J. Roth: Medizinische Chemie: Targets und Arzneistoffe; 157 Tabellen. Dt. Apotheker-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7692-3483-9.
Einzelnachweise
<references />
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- Arzneistoff
- Gyrasehemmer
- Tetrahydropyridin
- Piperidin
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