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Busenborn

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Busenborn
Stadt Schotten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(222)&title=Busenborn 50° 30′ N, 9° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(222) 50° 30′ 4″ N, 9° 10′ 58″ O
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Höhe: 499 (459–509) m ü. NHN
Fläche: 4,51 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 222 (31. Dez. 2022)<ref name="EW2022">Haushalt 2024-2025. Vorbericht: Entwicklung der Einwohnerzahlen. Abgerufen im Mai 2024.

</ref>

Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63679
Vorwahl: 06044
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Busenborn ist ein Stadtteil von Schotten im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Das Haufendorf liegt am südwestlichen Rand des Vogelsberges, östlich von Schotten am Eichelbach. Hausberg von Busenborn ist der 665,5 Meter hohe Bilstein mit seiner markanten Felsformation. Am nördlichen Ortsrand verläuft die Deutsche Ferienstraße.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Busenborn erfolgte im Jahre 1523 als Wüstung.<ref>Landau, Wettereiba, S. 224: „Busenborn, erst 1523 wieder angebaut“ mit Quellenangaben A(rchiv) zu Kassel.</ref> Damals war der Ortsname Busseborn. Die auf -born endende Orte weisen auf einen Brunnen hin. Ab 1630 wurde die evangelische Kirche erbaut.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Busenborn:

„Busenborn (L. Bez. Schotten) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg, 2 St, von Schotten, hat 65 Häuser und 338 evangel. Einwohner. – Dieser Ort lag früher südlicher, und nachdem derselbe ganz in Feuer aufgegangen war, wurde er an die jetzige Stelle gebaut. Jener unglückliche Tag wird noch jährlich, den 27. April, als „Börntag“ gefeiert. Der Brandstifter, ein reicher Einwohner, den nur Schadenfreude zu dieser That veranlaßte, klagte sich selbst an, und starb durch eigene Hand. Es soll dieß zwischen den Jahren 1667 und 1670 geschehen seyn. Bis zum Jahr 1631 war Busenborn nach Wingertshausen und dann, bis 1769, wo es einen eigenen Pfarrer erhielt, nach Breungeshain eingepfarrt. Den 3. Juni 1826 fiel hier ein Wolkenbruch, der 27 Menschen das Leben raubte, mehrere Wohn- und Oekonomiegebäude fortriß, und viele mehr oder minder beschädigte.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Busenborn im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Schotten eingegliedert.<ref>Eingliederung der Gemeinden Breungeshain, Busenborn, Eichelsachsen, Eschenrod, Götzen, Michelbach, Rainrod und Rudingshain in die Stadt Schotten, Landkreis Büdingen vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2282 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Busenborn wurde ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 1,67 MB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Busenborn angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Busenborn das Amt Lißberg zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. Busenborn fiel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Schotten“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Busenborn kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Nidda.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 f) und Artikel 2, Abs. 4 d) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst<ref>Gesetz zur Änderung gerichtsorganisatorischer Regelungen vom 16. September 2011. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2011 Nr. 17, S. 409, Artikel 1.1, $ 3 c) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 574 kB]). Bezieht sich auf das Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften (Gerichtlichesorganisationsgesetz) (GVBl. I S. 98) vom 1. Februar 2005. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2005 Nr. 5, S. 98 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 235 kB]).</ref> und Busenborn dem Amtsgericht Büdingen zugeteilt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Busenborn 225 Einwohner. Darunter waren 3 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 93 zwischen 18 und 49, 54 zwischen 50 und 64 und 48 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 93 Haushalten. Davon waren 18 Singlehaushalte, 36 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 60 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 358 Einwohner, 68 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 338 Einwohner, 65 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 298 Einwohner, 59 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 241 Einwohner, 54 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Busenborn: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
321
1800
  
314
1806
  
358
1829
  
338
1834
  
353
1840
  
358
1846
  
348
1852
  
334
1858
  
310
1864
  
312
1871
  
243
1875
  
241
1885
  
249
1895
  
223
1905
  
217
1910
  
221
1925
  
240
1939
  
230
1946
  
279
1950
  
277
1956
  
255
1961
  
239
1967
  
237
1970
  
247
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2004
  
251
2010
  
237
2011
  
225
2015
  
226
2020
  
207
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: 1791<ref name="Adr-LG-HD"/>; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; LAGIS<ref name="lagis" />; Einwohnerzahlen nach 2000:<ref name="EW2014" /><ref name="DF" /><ref name="EW2020" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 338 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 227 evangelische (= 94,98 %), 12 katholische (= 5,02 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Busenborn besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Busenborn) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung 64,97 %. Alle Kandidaten gehören der „Bürgerliste Busenborn“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Busenborn. In: Votemanager. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Nicole Gebhard zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Busenborn. In: Ratsinformationssystem. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref>

Wirtschaft und Infrastukur

Im Ort gibt es

In der Liste der Kulturdenkmäler in Schotten sind für Busenborn acht einzelne unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler aufgeführt.

Persönlichkeiten

  • Johann Ernst Christian Schmidt (1772–1831) in Busenborn geborener evangelischer Theologe, Hochschullehrer und Abgeordneter
  • Friedrich Bindewald (1862–1940) in Busenborn geborener Kunstmaler der Düsseldorfer Schule und Mitglied des Deutschen Reichstags

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Busenborn, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW2014"> Zahlen - Daten - Fakten - Wissenswertes. In: Webauftritt. Stadt Schotten, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. April 2016; abgerufen im April 2016. </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 75, 115. </ref> <ref name="Amt Nidda"> Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800">Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 222 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 272 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 420 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 262 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="DF"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Internetauftritt der Stadt Schotten. Abgerufen im April 2020. </ref> <ref name="EW2020">Haushalt 2022-2023. Vorbericht: Entwicklung der Einwohnerzahlen. Abgerufen im Mai 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Busenborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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