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Rainrod (Schotten)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Rainrod
Stadt Schotten
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1117)&title=Rainrod 50° 28′ N, 9° 5′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1117) 50° 28′ 17″ N, 9° 4′ 37″ O
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Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 11,42 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1117 (31. Dez. 2022)<ref name="EW2022">Haushalt 2024-2025. Vorbericht: Entwicklung der Einwohnerzahlen. Abgerufen im Mai 2024.

</ref>

Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63679
Vorwahl: 06044
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Rainrod ist nach Einwohnerzahl der zweitgrößte Stadtteil von Schotten im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Datei:Schotten Rainrod Nidda Rathausstarsse.png
Fachwerkhäuser im Ortskern Rainrod
Datei:Schotten Rainrod Nidda Rathausstarsse Backhaus f.png
Backhaus, Rathausstrasse

Der Ort liegt am Südwestrand des Vogelsberges südwestlich des Hauptortes Schotten. Durch Rainrod verläuft die Bundesstraße 455. Nordöstlich des Ortes liegt der Niddastausee zum größten Teil auf Rainröder Gemarkung.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Rainrod erfolgte im Jahr 1261 unter dem Namen Reinrod.<ref name="lagis" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Rainrod:

„Rainrod (L. Bez. Schotten) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg an der Nidda, 1 St, von Schotten, hat 111 Häuser und 590 Einwohner, die alle evangelisch sind, so wie 1 Kirche, 1 Rathhaus und 3 Mühlen. Unter den Einwohnern befinden sich 108 Handwerker, und darunter namentlich 74 Nagelschmiede, 8 Maurer, 7 Wagner etc. An der Grenze gegen Eichelsdorf, ist das sogenannte Drachenloch, eine tiefe in einem Basaltfelsen befindliche Höhle mit runder Oeffnung, von welcher die Sage erzählt, daß sie von einem Drachen bewohnt gewesen, der zu Zeiten hervorgekommen, aus der 12 St. entfernten Nidda getrunken, und dem Müller das Wehr verdorben, ohne daß sein Schwanz ganz aus der Höhle gekommen sey etc.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Nach der Zugehörigkeit zum Landkreis Schotten gehörte Rainrod zum Landkreis Büdingen, und zwar bis zur Gebietsreform in Hessen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Dezember 1970 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rainrod im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Schotten eingegliedert.<ref>Eingliederung der Gemeinden Breungeshain, Busenborn, Eichelsachsen, Eschenrod, Götzen, Michelbach, Rainrod und Rudingshain in die Stadt Schotten, Landkreis Büdingen vom 24. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 49, S. 2290, Punkt 2282 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Rainrod wurde ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 1,67 MB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Rainrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten

  • ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Schotten
  • ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
  • ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
  • ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
  • ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen
  • ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Schotten<ref group="Anm.">Am 1. Dezember 1970 wurde Rainrod der neu gebildeten Stadtgemeinde Schotten als Stadtteil eingegliedert.</ref>
  • ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Schotten
  • ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Schotten

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Rainrod das Amt Schotten zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Rainrod fiel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Schotten“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Rainrod kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Nidda.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 f) und Artikel 2, Abs. 4 e) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst<ref>Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 16. September 2011. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2011 Nr. 4, S. 409 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 474 kB]).</ref> und Rainrod dem Amtsgericht Büdingen zugeteilt. Die übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rainrod 1116 Einwohner. Darunter waren 33 (3,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 168 Einwohner unter 18 Jahren, 465 zwischen 18 und 49, 267 zwischen 50 und 64 und 219 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 459 Haushalten. Davon waren 117 Singlehaushalte, 144 Paare ohne Kinder und 153 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 93 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 300 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 468 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 468 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 526 Einwohner, 107 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 590 Einwohner, 111 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 574 Einwohner, 100 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 548 Einwohner, 96 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Rainrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
486
1800
  
468
1806
  
526
1829
  
590
1834
  
584
1840
  
615
1846
  
661
1852
  
651
1858
  
565
1864
  
592
1871
  
541
1875
  
548
1885
  
585
1895
  
604
1905
  
622
1910
  
670
1925
  
667
1939
  
731
1946
  
998
1950
  
1.036
1956
  
945
1961
  
976
1967
  
1.009
1970
  
1.043
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2004
  
1.204
2010
  
1.172
2011
  
1.116
2015
  
1.142
2020
  
1.103
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Einwohnerzahlen nach 2000:<ref name="EW2014" /><ref name="DF" /><ref name="EW2020" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Religion

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 590 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 871 evangelische (= 89,24 %), 97 katholische (= 9,94 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Rainrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rainrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung 54,53 %. Dabei wurden gewählt: sieben Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der „Freien Wähler“.<ref>Ortsbeiratswahl Rainrod. In: Votemanager. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Marcel Bechtold (SPD) zum Ortsvorsteher.<ref>OrtsbeiratRainrod. In: Ratsinformationssystem. Stadt Schotten, abgerufen im Mai 2024.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ort gibt es:

Bauwerke

In Rainrod befinden sich:

In der Liste der Kulturdenkmäler in Schotten sind für Rainrod 44 einzelne unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler aufgeführt.

Literatur

Weblinks

Commons: Rainrod (Schotten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Rainrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW2014"> Zahlen - Daten - Fakten - Wissenswertes. In: Webauftritt. Stadt Schotten, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. April 2016; abgerufen im April 2016. </ref> <ref name="Amt Schotten"> Die Zugehörigkeit des Amtes Schotten anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 208 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 229 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 277 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 345, 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 262 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="DF"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Internetauftritt der Stadt Schotten. Abgerufen im April 2020. </ref> <ref name="EW2020">Haushalt 2022-2023. Vorbericht: Entwicklung der Einwohnerzahlen. Abgerufen im Mai 2024. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 40 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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