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Andreas Wecker

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Andreas Wecker Vorlage:SportPicto
Datei:Bundesarchiv Bild 183-1989-0401-017, Andreas Wecker.jpg

Andreas Wecker am 1. April 1989 in Potsdam

Persönliche Informationen
Nationalität: DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik
Disziplin Gerätturnen
Spezialgerät/e: Reck
Verein: SC Dynamo Berlin, SC Berlin
Geburtstag: 2. Januar 1970 (56 Jahre)
Geburtsort: Staßfurt
Größe: 160 cm
Gewicht: 62 kg
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Medaillen
Olympische Sommerspiele
Teilnehmer für Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik
Silber 1988 Seoul Mannschaftsmehrkampf
Teilnehmer für DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Silber 1992 Barcelona Reck
Bronze 1992 Barcelona Pauschenpferd
Bronze 1992 Barcelona Ringe
Gold 1996 Atlanta Reck
Turn-Weltmeisterschaften
Gold 1995 Sabae Reck
Turn-Europameisterschaften
Gold 1989 Stockholm Reck
Gold 1992 Budapest Reck

Andreas Wecker (* 2. Januar 1970 in Staßfurt) ist ein ehemaliger deutscher Kunstturner. Sein Spezialgerät war das Reck.

Bereits bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang Wecker mit der DDR-Riege die Silbermedaille im Mannschafts-Mehrkampf, wofür er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet wurde.<ref>Neues Deutschland, 12./13. November 1988, S. 4</ref> Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewann er Silber am Reck und jeweils Bronze am Seitpferd und den Ringen. Sein größter sportlicher Erfolg war die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta am Reck.

Für seine sportlichen Erfolge wurde er bereits am 23. Juni 1993 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.<ref>Landessportbund Niedersachsen e. V., VIBSS: Der Bundespräsident und seine Aufgaben im Bereich des Sportes: ... am 23. Juni 1993 zeichnete Bundespräsident von Weizsäcker ... behinderte und nicht behinderte Sportler, und zwar die Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Spiele 1992, mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus ...</ref>

Wecker, der für seine Temperamentsausbrüche bekannt war,<ref name=":0" /> wurde am Reck Weltmeister 1995, Europameister 1989 und 1992 sowie Jugendeuropameister 1988. Er gewann zwischen 1989 und 1995 insgesamt 14 weitere Medaillen an verschiedenen Geräten und mit der Mannschaft.

Bei deutschen Meisterschaften des DTB und des DTV errang er mehr als 40 Titel im Mehrkampf und an den verschiedenen Geräten. 1989 war Wecker der letzte DDR-Sportler des Jahres. Bis 1999 wurde er von Lutz Landgraf als Trainer betreut,<ref>Der Berliner Turner trennt sich von seinem Heimtrainer Landgraf. In: Tagesspiegel. Abgerufen am 23. August 2020.</ref> unter dem er seine größten Erfolge feierte,<ref>Lutz Landgraf: Berlins Ex-Turntrainer mit Olympiagold wird 70 | GYMmedia.de. Abgerufen am 23. August 2020.</ref> mit dem er aber auch immer wieder in Streit geriet.<ref name=":0">Michaela Schießl: Marsmensch mit Hammer und Sichel. In: Die Tageszeitung: taz. 4. August 1992, ISSN 0931-9085, S. 14 (taz.de [abgerufen am 23. August 2020]).</ref>

Lange nach dem Ende seiner aktiven Sportkarriere gab Wecker im Jahr 2020 an, dass er in der DDR das Dopingmittel Turinabol erhalten hatte. Allerdings habe er es nicht eingenommen, sondern weiterverkauft.<ref>Olympiasieger mit kurioser Beichte</ref>

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahr 2000 gründete Wecker ein Unternehmen, das turnerische Events veranstaltet. Durch einen Scheidungskrieg, Unterhaltsstreitigkeiten für seine erste Tochter, Überschuldung, Umgang mit dubiosen Esoterikern und Selbstmordgedanken<ref>Goldmedaille versteigert - bei Sekte gelandet. 17. Januar 2006, abgerufen am 23. August 2020.</ref> geriet Wecker in den Folgejahren wiederholt in die Schlagzeilen.

2006 erkrankte Wecker an Morbus Crohn, wovon er nach eigenen Angaben seit 2013 vollständig genesen ist. Seit 2008 leitet er in Bend im US-Bundesstaat Oregon ein Unternehmen, das Pflanzenkeimöle herstellt.<ref>Andreas Wecker: Why Andreas? How I fought a dreaded disease and won. www.andreasseedoils.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Januar 2020; abgerufen am 3. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Um Geld für sein Unternehmen aufzutreiben, verkaufte er unter anderem seine Medaillen.

Wecker ist Christ, in zweiter Ehe verheiratet und hat je eine Tochter aus erster und aus zweiter Ehe.<ref>Andreas Frank: Aus Gold wurde Pflanzenkeimöl. In: Sächsische Zeitung. 3. Januar 2020.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Andreas Wecker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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1896: Deutsches ReichDatei:Flag of Germany (1867–1919).svg Hermann Weingärtner | 1904: Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Anton Heida und Vereinigte Staaten 45Datei:Flag of the United States (1896-1908).svg Edward Hennig | 1924: Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Leon Štukelj | 1928: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Georges Miez | 1932: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg Dallas Bixler | 1936: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Aleksanteri Saarvala | 1948: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Josef Stalder | 1952: SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Jack Günthard | 1956: Japan 1870Japan Takashi Ono | 1960: Japan 1870Japan Takashi Ono | 1964: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Boris Schachlin | 1968: Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Michail Woronin und Japan 1870Japan Akinori Nakayama | 1972: Japan 1870Japan Mitsuo Tsukahara | 1976: Japan 1870Japan Mitsuo Tsukahara | 1980: Bulgarien 1971Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Stojan Deltschew | 1984: Japan 1870Japan Shinji Morisue | 1988: SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Wladimir Artjomow und SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Waleri Ljukin | 1992: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Trent Dimas | 1996: DeutschlandDeutschland Andreas Wecker | 2000: RusslandRussland Alexei Nemow | 2004: ItalienItalien Igor Cassina | 2008: China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Zou Kai | 2012: NiederlandeNiederlande Epke Zonderland | 2016: DeutschlandDeutschland Fabian Hambüchen | 2020: JapanJapan Daiki Hashimoto | 2024: JapanJapan Shinnosuke Oka

Liste der Olympiasieger im Turnen

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1953–61: Täve Schur | 1962: Helmut Recknagel | 1963: Klaus Ampler | 1964: Klaus Urbanczyk | 1965: Jürgen May | 1966: Frank Wiegand | 1967–71: Roland Matthes | 1972: Wolfgang Nordwig | 1973: Roland Matthes | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1975: Roland Matthes | 1976: Waldemar Cierpinski | 1977: Rolf Beilschmidt | 1978: Udo Beyer | 1979: Bernd Drogan | 1980: Waldemar Cierpinski | 1981: Lothar Thoms | 1982: Bernd Drogan | 1983: Uwe Raab | 1984: Uwe Hohn | 1985: Jens Weißflog | 1986: Olaf Ludwig | 1987: Torsten Voss | 1988: Olaf Ludwig | 1989: Andreas Wecker

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