Plant-for-the-Planet
| Plant-for-the-Planet Foundation | |
|---|---|
| Logo von Plant-for-the-Planet | |
| Rechtsform | rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts |
| Bestehen | seit 2011 |
| Stifter | Frithjof Finkbeiner und Felix Finkbeiner |
| Sitz | Uffing am Staffelsee, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Zweck | Klimaschutz und Klimabildung |
| Vorsitz | Bonnie Waring (Vorsitzende des Stiftungsrats) Jens Waltermann (Vorsitzender des Vorstands) |
| Stiftungskapital | 1.723.740 € (2024) |
| Bilanzsumme | 12.166.382 € (2024) |
| Website | plant-for-the-planet.org |
Plant-for-the-Planet (deutsch: „Für den Planeten pflanzen“) ist eine international tätige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Uffing am Staffelsee. Sie engagiert sich in den Bereichen Klimaschutz und Klimabildung.
Die Stiftung wurde 2011 gegründet und geht auf eine Initiative von Felix Finkbeiner zurück. Auf der UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn übernahm die Organisation die Verantwortung für das weltweite Baumprogramm der Vereinten Nationen. Ein operativer Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, wo die Organisation auf eigenen Flächen großflächige Renaturierungsprojekte durchführt.
Plant-for-the-Planet wurde mehrfach ausgezeichnet, es gibt aber Kritik an der Effektivität der Aktivitäten. Nach Recherchen der Magazine Zeit und Stern wurden dem Projekt in den Jahren 2020 und 2021 beträchtliche Intransparenz und undurchsichtige Verbindungen zu einer Firma in Mexiko vorgeworfen. Demnach seien weder die versprochenen Bäume gepflanzt noch Gebiete bewaldet worden, für die Plant-for-the-Planet Genehmigungen besaß oder die überhaupt einer Pflanzung bedurften.<ref>Hannah Knuth und Tin Fischer: Plant for the Planet - Der Märchenwald. In: Die Zeit. Zeit-Verlag, 16. Dezember 2020, abgerufen am 11. März 2022.</ref><ref name="Stern3">Joachim Rienhardt: Kritik an Plant for the Planet: Vertrauen Versenkt. In: Stern.de. G+J Medien GmbH, 28. April 2021, abgerufen am 13. Mai 2021.</ref>
Geschichte
Hintergrund der UNEP-Kampagne
Die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai machte sich in ihrer Heimat Kenia einen Namen, als sie das sogenannte „Green Belt Movement“ anstieß. Sie rief 2006 zur „Billion Tree Campaign“ („Die Milliarden Bäume Kampagne“) auf, um Menschen in aller Welt dazu zu bewegen, die kenianischen Pflanzaktionen nachzuahmen. Infolgedessen startete im Januar 2007 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die Kampagne Plant for the Planet: Billion Tree Campaign.<ref>Hans-Joachim Schellnhuber, Interdisciplinary Nobel Laureate Symposium on Global Sustainability: Global sustainability: a Nobel cause. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-76934-1.</ref> Als Schirmherr der Kampagne trat Fürst Albert II. von Monaco auf.<ref>UNEP.org: Plant for the Planet: The billion tree campaign. An Album. Veröffentlichung vom 10. August 2008, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref><ref>UN steps up campaign to plant billion trees in 2007 to mitigate climate change | UN News. 18. Januar 2007, abgerufen am 5. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Frithjof Finkbeiner stellte mit der von ihm gegründeten Global Marshall Plan Foundation zur Unterstützung dieser Aktion im März 2007 eine Webseite und nach eigenen Angaben 1 Million Flyer zur Verfügung; am 22. März 2007 begann an der Munich International School in Starnberg-Buchhof eine Aktion, bei der die Schüler diese Flyer verpackten und an 7000 Schulen verschickten, um die UNEP-Kampagne bekannt zu machen. Dabei aktiv war auch der damals neunjährige Felix Finkbeiner, der sich wie sein Vater gegen die Globale Erwärmung engagieren wollte. Am 28. März 2007 wurde ein Baum an Felix Schule gepflanzt und die Aktion beworben. Ein Online-Tool der Webseite diente zur Verwaltung von Spenden, Baumpatenschaften und Meldung von Pflanzaktionen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hands-On-Packing Session ( vom 22. März 2007 im Internet Archive)</ref>
Am 21. September 2009 trafen sich Maathai und Felix Finkbeiner in New York auf Einladung der UNEP im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung des Internationalen Jahrs des Waldes. Dabei stellte der elfjährige Finkbeiner seine Kampagne „Stop talking. Start planting“ vor. Sie sollte bei Kindern wie Erwachsenen ein Bewusstsein für die Klimakrise schaffen.
Unterdessen gab UNEP-Direktor Achim Steiner an, dass das selbstgesteckte Ziel, eine Milliarde Bäume zu pflanzen, bereits längst übertroffen sei, und man sich neue Ziele stecken müsse. Ausschlaggebend zur Zielerreichung sei das Engagement Chinas gewesen, wo staatlicherseits 2,6 Milliarden Bäume angepflanzt worden seien.<ref>FOCUS Online: UN-Klimakonferenz – Neue Bäume braucht die Welt. Abgerufen am 25. August 2021., veröffentlicht am 22. September 2009.</ref>
Am 8. Oktober 2010 erhielt die UNEP-Kampagne den EFFIE in der Kategorie Social National/International. Der Preis wird jährlich in 15 Kategorien verliehen, um gemeinnützige Vereine und Initiativen und deren effiziente Social Marketing-Kommunikation zu honorieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />EFFIE-Preisträger 2010 ( des Vorlage:IconExternal vom 21. März 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Gründung der Stiftung
Felix Finkbeiner setzte sich anschließend weiter für Umweltschutz und Baumpflanzungen ein. Die Plant-for-the-Planet Foundation wurde 2011 in Bayern gegründet,<ref name="stat-by">Stiftungsverzeichnis des Bay. Landesamtes für Statistik – PLANT-FOR-THE-PLANET FOUNDATION. Abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref> und bekam im selben Jahr von der UNEP offiziell die Verantwortung zur Fortführung der Billion Tree Campaign übertragen.<ref>Michael Heinrich: Bub der Billionen Bäume. In: Abendzeitung, 9. Dezember 2011.</ref> Die Organisation erhielt dabei auch den Baumzähler von der UNEP, der damals laut Medienberichten bereits zwölf Milliarden Bäume registriert hatte.<ref>Felix lässt viele Bäume wachsen. In: Thüringische Landeszeitung, 9. Dezember 2011.</ref> Da Eintragungen von mehr als 10.000 Bäumen nicht verifiziert werden konnten und es daher zu Falschmeldungen von unbekannten Ausmaßen kam, gibt die Stiftung mittlerweile an, diesen Baumzähler nicht mehr zu bewerben und sich von der Zahl „12 Milliarden Bäume“ distanziert zu haben.<ref>FAQs. Abgerufen am 5. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 28. September 2019 veröffentlichte die Stiftung beim „Global Landscape Forum“ in New York City eine App, die allen offen steht, die sich für das Pflanzen von Bäumen und den Waldschutz engagieren.<ref>The Planetary Press: Plant for the Planet: New Tree Planting App Targets 1 Trillion Trees. 30. September 2019, abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Jakob Blasel gab im April 2019 in einem Interview mit dem Spiegel bekannt, dass die finanzielle Abwicklung des deutschen Zweiges der „Fridays for Future“-Bewegung (FFFD) durch die Stiftung Plant-for-the-Planet erfolgt, welche die Kontoführung und Abwicklung von Geldgeschäften für FFFD übernimmt. FFFD wolle keine riesigen bürokratischen Strukturen aufbauen.<ref>Claus Hecking: Fridays For Future: Schülerproteste im Visier rechter Blogs. In: Der Spiegel. 17. April 2019, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 5. März 2023]).</ref> Infolge der negativen Berichterstattung im Dezember 2020 nahm FFFD den Namen der Organisation von ihrer Website und ersetzte ihn durch „eine bekannte NGO“, welche die Finanzmittel verwalte.<ref name="Zeit2">Tin Fischer, Hannah Knuth: Plant for the Planet: Aus der Traum vom Billigbaum. In: Zeit Online. Die Zeit, 8. Mai 2021, abgerufen am 24. März 2022.</ref> Bereits mit der Übernahme des vorübergehenden Treuhandkonto-Services im Jahr 2019 hatte Plant-for-the-Planet FFFD dabei beraten, eine eigene gemeinnützige Organisation zu errichten. Plant-for-the-Planet bat FFFD 2020 um die Schließung des Treuhand-Kontos.<ref>Plant-for-the-Planet: FAQ-Abschnitt: In welcher Form kooperieren Plant-for-the-Planet und Fridays for Future (FFF)? Abgerufen am 16. Juni 2022.</ref>
In den Jahren nach der Gründung begann die Stiftung bis 2014 ausschließlich bei externen Renaturierungsorganisationen Baumpflanzungen zu beauftragen. Ab 2015 begann das stiftungseigene Engagement in Mexiko,<ref>Petra Apfel: Felix Finkbeiner will die Welt mit Bäumen pflastern – und so das Klima retten. In: Focus Online. 2. März 2019, abgerufen am 13. Februar 2023.</ref> wo 2007 zu Pflanzungszwecken der Verein Plant-for-the-Planet AC, Mexiko gegründet worden war.<ref>Campeche tendrá un parque para la investigación. In: Diario de Yucatán. 22. Februar 2022, abgerufen am 13. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Aufforstung in dem stiftungseigenen Gebiet auf der Halbinsel Yucatán ist das bislang einzige von der Stiftung selbst betreute Renaturierungsprojekt, dort wurden bis Mai 2021 6,3 Millionen Bäume gepflanzt.<ref name="ThR">Theresa Rauffmann: Mit Algorithmen und Drohnen gegen Greenwashing. In: Handelsblatt, 28. Mai 2021.</ref>
Außerhalb von Mexiko gab es in einer Reihe von Ländern Baumpflanzungen, die von Plant-for-the-Planet initiiert und von externen Baumpflanzern umgesetzt wurden, so beispielsweise in Malaysia,<ref>Walter Dennstedt: Ein Bonus für Kunden und Umwelt. In: Mittelbayerische Zeitung, 18. März 2017.</ref> auf den Philippinen,<ref>Bäume geben Hoffnung. In: Fränkischer Tag, 13. November 2014.</ref> Namibia und Costa Rica.<ref>Steffan Maurhoff: Wenn kleine Tropfen Kreise ziehen. In: Heilbronner Stimme, 28. April 2011.</ref> Bis Anfang 2023 hatte Plant-for-the-Planet weltweit für mehr als 15 Millionen Baumpflanzungen gesorgt.<ref>Visionen für mehr Nachhaltigkeit entwickeln. In: Westfalenpost, 13. Februar 2022.</ref>
Organisationsstruktur
Rechtsform und Zweck
Die Plant-for-the-Planet Foundation ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Uffing am Staffelsee.<ref>Plant-for-the-Planet Foundation. In: Stiftungsverzeichnis. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 28. April 2026.</ref> Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, insbesondere auf dem Gebiet der Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit dem Ziel des Klimaschutzes. Die Stiftung realisiert ihren Stiftungszweck vorwiegend durch die Unterstützung von „Baumpflanzaktionen“, Bildungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche, politische Arbeit und die Bereitstellung einer Spendenplattform und von Softwareanwendungen zu Waldrenaturierung und Baumschutz.
Führungsgremien
Wesentliche Organe der Plant-for-the-Planet Foundation sind der Stiftungsrat und der Stiftungsvorstand. Der Stiftungsrat bestimmt die Strategie der Stiftung, überwacht den Haushalt und ernennt den Vorstand. Der Stiftungsvorstand vertritt die Plant-for-the-Planet Foundation rechtlich und trägt die Gesamtverantwortung für ihre operative Arbeit und Ausrichtung.<ref>Plant-for-the-Planet Foundation. In: Lobbyregister. Deutscher Bundestag, 21. Januar 2026, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Einnahmen und Ausgaben
Die Plant-for-the-Planet Foundation finanziert sich im Wesentlichen aus Spenden von Unternehmen, mit denen eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart wurde, und Privatpersonen. Im Jahr 2024 flossen der Stiftung Mittel in Höhe von 5,08 Millionen Euro zu. Die Ausgaben beliefen sich auf 4,33 Millionen Euro. Der größte Teil (73 %) wurde für die Projekt-, Bildungs- und Kampagnenarbeit verwendet.<ref>Planet-for-the-Planet Foundation: Transparenzbericht 2025. 17. Februar 2026 (plant-for-the-planet.org [abgerufen am 28. April 2026]).</ref>
Eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stiftung ist die Plant-for-the-Planet Service GmbH. Sie vertreibt unter anderem „Die Gute Schokolade“ über den Einzelhandel.<ref>Die beste Schokolade stammt aus Tutzing. In: Münchner Merkur. 13. November 2018, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Durch den Verkauf des Produkts konnten bis 2025 über 11 Millionen Bäume gepflanzt werden.
Die Stiftung richtet sich nach den Vorgaben der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.
Stiftungsarbeit
Kampagnen und Aktionen
Deutschlandweite Anzeigenkampagne
Im Frühjahr 2021 startete Plant-for-the-Planet eine deutschlandweite Printkampagne mit prominenten Gesichtern der TV-Branche, wie Willi Weitzel, Inka Schneider und Hannes Jaenicke.<ref>Stop talking. Start planting. Abgerufen am 14. Mai 2021.</ref> Die Kampagne wurde von der Kritik durch die Zeit und den Stern, im Mai 2021, überlagert.
Wiederbewaldungsprojekt in Mexiko
Für einen Euro garantiert Plant-for-the-Planet die Pflanzung eines Baumes im eigenen Projekt auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Die Aufforstungen werden nach eigenen Angaben durch Wirtschaftsprüfer testiert und sind auf der Homepage für alle einsehbar. Dieses Projekt dient auch in Verbindung mit wissenschaftlichen Forschungen als Blaupause für die von Plant-for-the-Planet registrierten Partner-Projekte wie etwa Plant-for-the-Planet Ghana sowie Plant-for-the-Planet Äthiopien.
Nach Angaben der Organisation wurden auf ihrer Fläche von 20.000 Hektar im Zeitraum 2015 bis 2020 6,3 Millionen Bäume gepflanzt. An der Aufforstung sind 124 Mitarbeiter beteiligt, darunter u. a. Pflanzpersonal, Baumschultechniker, Ökologen, Forst-Ingenieure und Mechaniker.<ref>Yucatán Renaturierung. Abgerufen am 25. August 2021.</ref>
Seit Januar 2020 wird in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Imperial College London eine 90 Hektar große Forschungsfläche betrieben.<ref>Imperial College London (UK). Abgerufen am 5. März 2023.</ref>
Plant-for-the-Planet-Akademien
In eigenen Akademien bilden Kinder andere Kinder zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit aus. Dort sollen sie entsprechende Fakten und Darstellungsmöglichkeiten erlernen. Als Botschafter für Klimagerechtigkeit sollen sie dann die Idee des Bäumepflanzens und das Ziel Klimagerechtigkeit in ihre Schulen und zu ihren Freunden und Bekannten tragen.<ref>Akademien. Plant-for-the-Planet, abgerufen am 18. Januar 2019.</ref>
Im Februar 2010 wurde die Plant-for-the-Planet Foundation als Treuhandstiftung gegründet und 2011 in eine rechtsfähige Stiftung umgewandelt. Die Stiftung soll in weiterer Zusammenarbeit mit den Partnern die Arbeit und Aktivitäten der Kinder koordinieren und somit die Global Marshall Plan Foundation, die bisher das Sekretariat übernahm, ablösen.
Kooperationen
Zusammenarbeit mit Crowther Lab
2013 bat Plant-for-the-Planet Tom Crowther, zu dieser Zeit Postdoc in Ökologie an der Yale-Universität, eine Studie über den Baumbestand der Erde anzufertigen. Ziel war, zu überprüfen, wie viele Bäume es auf der Erde bereits gab und wie viele zusätzlich noch Platz hätten. Am 2. September 2015 publizierte Crowther die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Nature“.<ref>T. W. Crowther, H. B. Glick, K. R. Covey, C. Bettigole, D. S. Maynard, S. M. Thomas, J. R. Smith, G. Hintler, M. C. Duguid, G. Amatulli, M.-N. Tuanmu, W. Jetz, C. Salas, C. Stam, D. Piotto, R. Tavani, S. Green, G. Bruce, S. J. Williams, S. K. Wiser, M. O. Huber, G. M. Hengeveld, G.-J. Nabuurs, E. Tikhonova, P. Borchardt, C.-F. Li, L. W. Powrie, M. Fischer, A. Hemp, J. Homeier, P. Cho, Alexander C. Vibrans, P. M. Umunay, S. L. Piao, C. W. Rowe, M. S. Ashton, P. R. Crane, M. A. Bradford: Mapping tree density at a global scale. In: Nature. Band 525, Nr. 7568, September 2015, ISSN 1476-4687, S. 201–205, doi:10.1038/nature14967 (nature.com [abgerufen am 5. März 2023]).</ref>
Die Studie zeigte, dass es auf der Erde einmal rund sechs Billionen Bäume gab, von denen noch rund drei Billionen übrig sind. Nach seinen Schätzungen wäre noch Platz für rund 1,2 Billionen (englisch: 1.2 trillion) Bäume. Damit sah Felix Finkbeiner das Ziel der „Trillion Tree Campaign“, welches er in seiner UN-Rede ausgerufen hatte, auch wissenschaftlich bestätigt. Plant-for-the-Planet beantragte daraufhin 2016 Forschungsgelder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die zur Einrichtung eines unabhängigen Lehrstuhls unter Leitung von Tom Crowther verwendet werden sollten, um die begonnenen Studien fortsetzen zu können. Das BMZ genehmigte den 2016 gestellten Förderantrag für eine „Globale Forschungsgruppe für Klimagerechtigkeit“ mit einer Laufzeit von drei Jahren, die 2017 in der Gründung des Crowther Lab mündete.<ref> https://dserver.bundestag.de/btd/19/193/1919327.pdf</ref> 2019 zeigten Tom Crowther und sein Team in einer Folgestudie auf, wo auf der Welt Wälder wiederhergestellt werden könnten und welchen Wirkungsgrad dies auf die Klimakrise haben könnte. Die Studie wurde bei der Bundespressekonferenz unter Anwesenheit des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, vorgestellt.<ref>Thorsten Dambeck: Wälder könnten zwei Drittel der menschengemachten CO2-Belastung ausgleichen. Der Spiegel, abgerufen am 25. August 2021.</ref>
UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen
Plant-for-the-Planet ist Supporting Partner der „UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen“ (UN Decade On Ecosystem Restoration 2021–2030), die am 5. Juni 2021 mit dem Ziel, die Gesellschaft für Umweltthemen stärker zu sensibilisieren, startete.<ref>Partners. Abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Tree planting and ecosystem restoration: a crash course. Abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weitere Partner
Beim Erreichen ihrer Ziele wurden die Kinder von Erwachsenen unterstützt: Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer war Schirmherr,<ref>Junge Retter braucht die Welt! In: Saarbrücker Zeitung, 8. Februar 2016.</ref> ebenso Albert von Monaco.<ref name="Stern3" /><ref>Die Baumpflanzer. In: Hamburger Morgenpost, 28. September 2018.</ref> Unternehmen und Organisationen konnten als Förderer gewonnen werden, für 2011 beispielsweise der Club of Rome, Toyota, Hess Natur und die Deutsche Post DHL;<ref>Michael Heinrich: Bub der Billionen Bäume. In: Abendzeitung, 9. Dezember 2011.</ref> Das Handelsblatt listete 2021 rückblickend SAP, Procter & Gamble, Hochland, die Bitburger und Develey auf.<ref name="ThR" />
Auszeichnungen
- 2011: Success for Future Award 2011<ref>Verleihung Success for Future Award 2011 – Leben mit Weitsicht. Glanzvoller Gala-Abend für den blauen Planeten am 14.04.2011 im Bayerischen Hof. Abgerufen am 5. März 2023.</ref>
- 2012: Winspiration Award 2012<ref>Winspiration Day. 1. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Februar 2013; abgerufen am 6. August 2021.</ref>
- 2013: Hamburger Sozial-Oskar 2012 Silber<ref>Alstermagazin Silber für Plant-for-the-Planet</ref>
- 2016: Deutscher Nachhaltigkeitspreis für die „Gute Schokolade“, Kategorie TOP 3 Deutschlands nachhaltigste Produkte<ref>Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Startseite. Abgerufen am 29. März 2021.</ref>
- 2017: Billion Acts Hero Award, Nominierung in der Kategorie Best Youth Act<ref>2017 Hero Awards | Billion Acts. 14. Juli 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2017; abgerufen am 29. März 2021.</ref>
- 2020: Jugendpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens, Verleihung coronabedingt im August 2021<ref>Friedenspreis 2020. Abgerufen am 5. März 2023.</ref>
- 2024: United Nations SDG Action Award 2024 in der Kategorie „Impact“<ref>Yinuo: Press Release | Global Sustainability Changemakers Take Top Prize at United Nations SDG Action Awards. In: United Nations Sustainable Development. 29. Oktober 2024, abgerufen am 10. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kritik
Intransparenz bei Pflanzzahlen
Anfang 2019 veröffentlichte Die Zeit einen Artikel, in dem die veröffentlichten Pflanzzahlen – angeblich 15 Milliarden Bäume – und die Methoden zu deren Ermittlung hinterfragt wurden. Bemängelt wurde, dass die Bäume aus der offiziellen UNEP-„Billion Tree Campaign“ automatisch erfasst und nicht rückwirkend überprüft wurden. An den von der UNEP gelaunchten „Baumzähler“ konnten selbst Privatpersonen beliebig viele gepflanzte Bäume melden.<ref>Tin Fischer: Plant for the Planet: Wir haben 15 Milliarden Bäume gepflanzt ... äh, doch nicht. In: Die Zeit. 13. März 2019, abgerufen am 6. August 2021.</ref>
2020 erneuerte die Zeit ihre Kritik. Sowohl die von Plant-for-the-Planet für ihr Projekt auf der Yucatán-Halbinsel angegebenen Baumpflanzungen als auch deren Überlebensrate seien „unwahrscheinlich“ hoch angegeben worden. Auch wurde der gewählte Ort der Baumpflanzungen kritisiert, da an diesem weitere Anpflanzungen ökologisch wenig sinnvoll erscheinen würden. Auch wurde das Konzept der Klimakompensation insgesamt in Frage gestellt. Eine Abschaltung eines Kohlekraftwerkes sei sinnvoller, als Bäume zu pflanzen. Auch seien Feuer auf der Fläche der Stiftung ausgebrochen.<ref>Hannah Knuth, Tin Fischer: Plant for the Planet: Der Märchenwald. In: Zeit.de. 16. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.</ref>
Mangelnde Wirksamkeit
2021 wurde in den Magazinen Zeit und Stern erneut kritisch berichtet.<ref name="Zeit2" /><ref name="Stern2">Stiftung „Plant for the Planet“: Partner aus Wissenschaft und Industrie wenden sich ab. In: Stern.de. G+J Medien GmbH, abgerufen am 8. Mai 2021.</ref>
„So hatte ihr Gründer Felix Finkbeiner behauptet, man pflanze die Bäume in Mexiko auf "22.500 Hektar zerstörter Regenwaldfläche", dabei ergaben Recherchen, dass knapp die Hälfte der angegebenen Hektar in einem geschützten Biosphärenreservat liegt, für das die Organisation nicht einmal eine Pflanzgenehmigung hatte. Ein Großteil der Pflanzflächen ist zudem längst bewaldet. Eine andere Fläche stand monatelang unter Wasser. Auch hatte die Organisation den Eindruck erweckt, ihre Pflanzungen würden von der staatlichen Forstbehörde in Mexiko überprüft, was nicht der Fall war. Zudem warb sie gegenüber ihren Spendern damit, dass 94 Prozent der von ihnen gestifteten Setzlinge das schwierige erste Jahr überleben würden – was nicht belegt war (...) Mittlerweile hat Felix Finkbeiner zugegeben, dass das Überleben der Pflanzen gar nicht überprüft wurde, da man Geld sparen wollte.“
Aufgrund bisheriger Veröffentlichungen führte der Stern eigene Recherchen durch.<ref name="Stern3" /> Die Versprechen von Plant-for-the-Planet seien „zu schön um wahr zu sein“. Es wurden begründete Zweifel an der Überlebensrate der Bäume und der Wahl der Wiederaufforstungsflächen aufgestellt. Auch wurde der Vorwurf erhoben, dass die Organisationsstruktur des mexikanischen Tochtervereins, an den die Spenden aus Deutschland überwiesen werden, „nicht mit deutschen Gesetzen vereinbar“ sei. Kritisiert wurde, dass die Stiftung nur aus den beiden Gründern Vater und Sohn Finkbeiner sowie einem mexikanischen Unternehmer bestehe. Es gebe keine Gremien, keine Kontrollinstanzen, aber die Möglichkeit, die Spendengelder an andere gemeinnützige Organisationen weiterzureichen. Die Stiftung berief laut eigenen Angaben daraufhin eine unabhängige Gruppe von Aufforstungsexperten ein, um die Arbeiten des eigenen Teams aus Wissenschaftlern im Renaturierungsgebiet zu begleiten und beauftragte u. a. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF mit dem Testat der mexikanischen Jahresabschlüsse und der Baumbuchhaltung.<ref>Plant-for-the-Planet Kritik: Nächste Schritte. 29. April 2021, abgerufen am 1. Juli 2021.</ref>
Im Zuge der Berichterstattung entschieden sich zahlreiche Partner, die Kooperation mit Plant-for-the-Planet ruhen zu lassen oder die Unterstützung ganz zu beenden.<ref name="Zeit2" /><ref name="Stern2" /> Im August 2021 wurde ein „Transparenz-Bericht“ auf der Plant-for-the-Planet-Webpräsenz verlinkt. Laut diesem Bericht haben alle beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk hinsichtlich der Bilanzen erteilt, beratende Anwaltskanzleien sähen jedoch aufgrund der dynamischen Entwicklung Optimierungsbedarf hinsichtlich von Satzung und Gremienbesetzungen.<ref>Annual Reports. Abgerufen am 25. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Satzungen der Stiftung in Deutschland und Mexiko wurden laut eigenen Angaben durch zwei Anwaltskanzleien überprüft.<ref>Plant-for-the-Planet: Transparenzbericht 2020. 23. August 2021, abgerufen am 26. September 2022.</ref> In einem Interview gegenüber dem Merkur erklärte Felix Finkbeiner im November 2021, dass das Ökologen-Team und das Kommunikationsteam ausgebaut wurde, ein aus drei Ökologieprofessoren aus den USA, Deutschland und Mexiko und einem Ökonomen bestehendes externes Überwachungsgremium installiert wurde und Satzungen überarbeitet werden.<ref>Nach kritischen Berichten: Transparenz heißt das Zauberwort bei Uffinger Baumpflanz-Organisation. Abgerufen am 5. März 2023.</ref> Im August 2022 wurde in Deutschland eine neue Satzung erlassen, bei der unter anderem eine Ämtertrennung zwischen den Organen Stiftungsvorstand und Stiftungsrat festgeschrieben wurde.<ref>Satzungstext, veröffentlicht auf der Homepage der Stiftung, abgerufen am 27. August 2022</ref><ref name="stat-by" /> Seit 2021 müssen alle projekteigenen Pflanzungen mit Geodaten versehen werden.<ref>https://www1.plant-for-the-planet.org/. Abgerufen am 6. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>TreeMapper App. Abgerufen am 6. August 2021.</ref>
Mehrere der zwischenzeitlich in Frage gestellten Kooperationen wurden bis Januar 2023 wieder aufgenommen.<ref>Fragen rund um ZNU goes Zero, Nr. 18. Website des ZNU, Abruf am 13. Februar 2023.
Unser Engagement seit 2008 (Website von Develey), abgerufen am 13. Oktober 2022.
Bitburger Braugruppe GmbH: Bitburger Braugruppe braut klimaneutral - Update März 2022. In: nachhaltigkeit.bitburger-braugruppe.de. Abgerufen am 26. September 2022.
Engel&Zimmermann: Aussage des Stern über die Aussetzung der Zusammenarbeit; Stand der Website der Agentur am 25. Oktober 2021 ohne Nennung von Plant-for-the-Planet; Stand der Website der Agentur am 31. Januar 2023 mit Nennung von Plant-for-the-Planet.
Im September 2022 setzte LukyBike seine Zusammenarbeit auf „konzeptioneller Ebene“ fort.</ref>
Weblinks
- Website von Plant-for-the-Planet
Einzelnachweise
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