DB-Baureihe 430
| DB-Baureihe 430 | |
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Präsentation der Baureihe 430 auf der InnoTrans 2012
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| Nummerierung: | 430 001–097/501–597 430 200–257/700–757 (Stuttgart)<ref>Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens startet in Hennigsdorf. Abgerufen am 22. März 2022.</ref> 430 100–190/600–690 |
| Anzahl: | 253 |
| Hersteller: | Alstom, Bombardier |
| Baujahr(e): | 2011–2024 |
| Achsfolge: | Bo’(Bo’)(2’)(Bo’)Bo’ |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Kupplung: | 68.300 mm<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Breite: | 3.020 mm<ref name="ek-2012-02-54" /> |
| Höhe: | 4.273 mm<ref name="ek-2012-02-54" /> |
| Drehzapfenabstand: | 15.140 mm (Endwagen) 14.894 mm (Mittelwagen) |
| Drehgestellachsstand: | 2.200 mm (End-DG) 2.700 mm (Jakobs-DG)<ref name="ek-2012-02-54" /> |
| Raddurchmesser: | 850 mm |
| Leermasse: | 118,8 t<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Dienstmasse: | 139,1 t<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Höchstgeschwindigkeit: | 140 km/h<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Stundenleistung: | 2.350 kW<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Stundenzugkraft: | 145 kN |
| Beschleunigung: | 1,0 m/s²<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Motorbauart: | Drehstrom-Asynchronmotor |
| Stromsystem: | 15 kV 16,7 Hz ~ |
| Stromübertragung: | Oberleitung |
| Fahrmotoren: | 8<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign" /> |
| Bremse: | KB C-el-R-A-E-Mg |
| Kupplungstyp: | Scharfenbergkupplung |
| Zugbeeinflussung: | Bombardier EBI Cab 500<ref name="ek-2012-02-54" /> |
| Sitzplätze: | 184<ref name="SS-Tabelle-Vergleich-423-Redesign">Deutschlands modernste S-Bahn-Flotte: die Baureihen 430 und 423 Redesign. (PDF; 186 kB) DB Regio AG, Regio Baden-Württemberg, S-Bahn Stuttgart, 14. Juni 2013, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Februar 2015. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>, davon 16 Klappsitze und 16 1. Kl. (Stuttgart) 170, davon 42 Klappsitze und 16 1. Kl. (Stuttgart Redesign) |
| Stehplätze: | 296 |
| Fußbodenhöhe: | 1.030 mm |
Die Triebwagen der Baureihe 430/431 sind S-Bahn-Triebwagen, die zwischen April 2013 und November 2016 die Züge der Baureihe 420 im Stuttgarter S-Bahn-Netz sowie im Jahr 2014 auch bei der S-Bahn Rhein-Main abgelöst haben. Ursprünglich sollten sie auch bei der S-Bahn Rhein-Ruhr eingesetzt werden.
Allgemein
Die Baureihe 430 wurde als Nachfolger der Baureihe 422/423 für Stuttgart konzipiert und ersetzte die im dortigen Netz noch eingesetzten Fahrzeuge der Baureihe 420. Die Ausschreibung erfolgte im Januar 2007.<ref>Ausschreibung zum Bau der Fahrzeuge. In: Tenders Electronic Daily (TED). Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Juli 2012; abgerufen am 1. August 2013.</ref> Später wurde mitgeteilt, dass die bei der S-Bahn Rhein-Ruhr eingesetzte Baureihe 422 nicht weitergebaut würde, sondern dass dorthin ebenfalls Fahrzeuge der Baureihe 430 geliefert werden sollten, wobei sich im April 2011 herausstellte, dass vermutlich keine weiteren Fahrzeuge an Rhein und Ruhr benötigt würden. Im Mai 2009 erteilte die Deutsche Bahn den Auftrag zum Bau von 83 Fahrzeugen an die Firmen Bombardier und Alstom. Dieser Auftrag hatte einen Wert von 452 Mio. Euro. Zusätzlich wurde eine Option für den Bau von 83 weiteren Fahrzeugen vereinbart.<ref name="Auftrag">Bombardier und Alstom erhalten Auftrag der Deutschen Bahn zur Lieferung von 83 elektrischen Triebzügen für die S-Bahn Stuttgart. Bombardier, 5. Mai 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. August 2013; abgerufen am 1. August 2013 (Presseinformation).</ref> Im Dezember 2010 stockte die Deutsche Bahn die Option von 83 auf 166 auf.<ref>BEKANNTMACHUNG ÜBER VERGEBENE AUFTRÄGE – SEKTOREN. In: Tenders Electronic Daily (TED). 24. Dezember 2010, abgerufen am 1. August 2013.</ref> Diese Aufstockung stand im Zusammenhang mit der Ausschreibung der S-Bahn Rhein-Main.
Etwa 70 Konstrukteure waren bei Bombardier und Alstom mit der Entwicklung der Fahrzeuge betraut. Die Endmontage begann im November 2010 in Salzgitter und im Mai 2011 in Aachen.<ref name="ek-2012-02-54" />
Nach ursprünglichen Planungen der Hersteller sollte die Baureihe 430 bis Juni 2012 eine Zulassung erhalten haben. Dieser Zeitplan konnte jedoch nicht eingehalten werden.<ref name="Zulassung">Wolfgang Schulz-Braunschmidt: Die neue S-Bahn ist noch ohne Fahrschein. Stuttgarter Zeitung, 24. November 2012, abgerufen am 1. August 2013.</ref> Die Fahrzeuge der Baureihe 430 erhielten am 21. Februar 2013 vom Eisenbahn-Bundesamt wegen Problemen mit der Mehrfachsteuerung zunächst nur eine Zulassung für den Kurzzugbetrieb. Die Zulassung für Voll- und Langzüge erfolgte am 25. März 2013. Seit dem 8. April 2013 erfolgt die Abnahme durch DB Regio vom Hersteller Bombardier.
Einsatz
S-Bahn Stuttgart
1. Bauserie
Bestellungen 2009 und 2011
Am 3. April 2009 unterzeichneten der Verband Region Stuttgart und DB Regio einen neuen, von 1. Juli 2013 bis 30. Juni 2028 laufenden Verkehrsvertrag. Darin war auch die Beschaffung von 83 neuen Triebzügen der Baureihe 430 enthalten. Im Mai 2009 erging der Auftrag zur Entwicklung und Herstellung der Fahrzeuge.<ref name="ek-2012-02-54">Markus O. Robold: Fertigung der Baureihe 430. In: Eisenbahn-Kurier. Nr. 473. EK-Verlag, Freiburg, 2/2012, S. 54–57. ISSN 0170-5288.</ref> Diese wurden später als Baureihe 430.0 klassifiziert.
Die 90 verbliebenen Triebwagen der Baureihe 420 der S-Bahn Stuttgart sollten im Jahr 2013 durch 83 Züge des speziell für die S-Bahn Stuttgart neuentwickelten Triebzuges der Baureihe 430 ersetzt werden.<ref>Presseinformation Region Stuttgart, 16. Februar 2009: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Region sichert S-Bahn-Verkehr ( vom 21. Juli 2009 im Internet Archive)</ref> Der im Verkehrsvertrag der S-Bahn Stuttgart vorgesehene Fahrzeugpreis betrug 5,6 Millionen Euro.<ref name="vrs-2014-236">Verband Region Stuttgart (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sitzungsvorlage Nr. 236/2014. Verkehrsausschuss am 19.03.2014. ( vom 29. Oktober 2020 im Internet Archive) Dokument vom 28. Februar 2014, Punkt 2, S. 4–5.</ref>
Im Oktober 2011 beschloss der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart, vier weitere Fahrzeuge der Baureihe 430 für die S-Bahn Stuttgart zu bestellen, um Mehrleistungen abdecken zu können. Die hierfür fälligen Zusatzkosten in Höhe von 23 Mio. Euro wurden über die Strafzahlung finanziert, die durch die nicht fristgerechte Bereitstellung der Fahrzeuge fällig wurden.<ref name="Zulassung" /> Die 87 Fahrzeuge kosteten insgesamt rund 500 Mio. Euro.<ref>Oliver Schumacher: Mit Pionierarbeit zum Innovationsmotor. DB Mobility Logistics, 1. Juli 2013, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. Juli 2013: „Annähernd 500 Millionen Euro sind in die 87 neuen S-Bahn-Fahrzeuge der Baureihe 430 geflossen“</ref><ref>Alexander Ikra: Die neuen S-Bahn-Züge kommen mit Verspätung. Stuttgarter Nachrichten, 28. Januar 2013, abgerufen am 1. August 2013.</ref>
Der Einsatz der Baureihe 430 in Stuttgart sollte ursprünglich Ende 2012 beginnen und bundesweit der erste sein.<ref name="vrs-salzgitter" /> Zum Beginn des Verkehrsvertrags am 1. Juni 2013 sollten dann alle 87 bestellten Fahrzeuge zur Verfügung stehen; letztlich war dies erst im Januar 2015 der Fall.<ref name="stn-2015-12-28" />
Inbetriebnahme mit aktivierten Schiebetritten
Am 4. April 2013 wurden die Züge zugelassen.<ref name="eri-2014-286">Sorgen bei der Fahrzeugbeschaffung der DB AG. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 6, 2014, ISSN 1421-2811, S. 286 f.</ref> Am 25. April 2013 verkehrten die ersten Züge der Baureihe 430 auf der Linie S1 von Plochingen nach Böblingen.<ref name="Zulassung" /><ref name="stz-2013-97-24">Thomas Faltin: Klimaanlagen und Kameras in allen Waggons. In: Stuttgarter Zeitung. Nr. 97, 26. April 2013 (stuttgarter-zeitung.de).</ref> Zu diesem Zeitpunkt standen zwölf Fahrzeuge zur Verfügung. Die Auslieferung der restlichen Züge erfolgte bis Ende 2014.<ref>Thomas Durchdenwald: Neue S-Bahn muss verbessert werden. Stuttgarter Zeitung, 1. Juli 2013, abgerufen am 31. Juli 2013.</ref>
Einsatzabbruch und Abnahmestopp
Im Juni 2013 blieben mehrere Triebzüge aufgrund von Problemen mit der Tür- und Trittbrettsteuerung stehen. Daraufhin wurden zunächst nur noch drei der bis dahin gelieferten zwölf Triebzüge eingesetzt und zusätzlich von Technikern begleitet. Nachdem am 2. Juli 2013 ein Triebzug 26 Minuten mit geöffneten Türen am Bahnsteig stehengeblieben war, beschloss die Deutsche Bahn, den Einsatz abzubrechen und alle Triebzüge an den Hersteller zur Reparatur zurückzugeben.<ref name="stz-2013-07-04">Thomas Durchdenwald: Neuer S-Bahn-Zug bleibt mit offenen Türen liegen. In: Stuttgarter Zeitung. 4. Juli 2013, S. 19 (stuttgarter-zeitung.de).</ref> Die Abnahme weiterer Fahrzeuge wurde zunächst gestoppt.<ref name="eri-2014-286" /> Nach damaligen Herstellerangaben waren zur Problembehebung mechanische und elektronische Anpassungen notwendig, die teilweise eine neue Zulassung erforderlich machten.
Inbetriebnahme mit deaktivierten Schiebetritten
Bis auf Weiteres wurden die ausfahrbaren Trittstufen abgeschaltet, sodass ab dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2013 die Triebzüge wieder planmäßig auf der Linie S1 verkehren konnten.<ref>Typ 430 rollt wieder. Stuttgarter Nachrichten online, 19. November 2013.</ref> Ab 16. Januar 2014 fuhren die Triebzüge probeweise auch auf der Linie S2 (Remsbahn).<ref>Peter Schwarz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />S-Bahn-Inspektion mit Sebastian. ( vom 21. Januar 2014 im Internet Archive) Waiblinger Kreiszeitung, 17. Januar 2014.</ref> Zum 4. April 2014 wurde die S1 komplett auf die Baureihe 430 umgestellt (ausgenommen einzelne Kurzläufer zwischen Schwabstraße und Esslingen/Plochingen). Seit dem 18. August 2014 verkehren auf der S3 nur noch Züge der Baureihe 430. Mit der Lieferung der restlichen Züge wurde auch der Betrieb auf der S2 umgestellt.<ref name="stn-2015-12-28" /> Bis Ende April 2014 wurden 36 Züge abgenommen. Ein Teil des Kaufpreises wurde aufgrund der technischen Probleme zunächst einbehalten.<ref name="eri-2014-286" /> Anfang 2015 waren alle 87 bestellten Züge im Betrieb – mit ausgeschaltetem Schiebetritt.
Nachbestellung 2014
Für geplante Angebotsverbesserungen bot Bombardier der Deutschen Bahn nach Abschluss des neuen Verkehrsvertrags der S-Bahn Stuttgart weitere Triebzüge der Baureihe 430 an. Die Bestellung der Fahrzeuge hätte demnach zum 31. Juli 2014 erfolgen müssen, die Lieferung war bis 30. April 2017 vorgesehen. Bei der Mindestabnahmemenge von zehn Fahrzeugen wurde der Preis mit 8,15 Millionen Euro je Fahrzeug beziffert. Der Stückpreis solle bei 24 Fahrzeugen auf 6,9 Millionen Euro sinken. Der Verband Region Stuttgart lehnte diesen Preis ab.<ref name="vrs-2014-236" /> Ende Oktober 2014 machte Bombardier der Deutschen Bahn ein neues Angebot.<ref name="stn-2014-10-25">Alexander Ikrat: Zughersteller macht ein neues Angebot. In: Stuttgarter Nachrichten. 6. Dezember 2014, S. 22 (stuttgarter-nachrichten.de).</ref> Am 3. Dezember 2014 beschloss die Region Stuttgart die Anschaffung.<ref>eisenbahn-magazin. Nr. 2, 2015, ISSN 0342-1902, S. 23.</ref> Damit sollen auch überschlagene Wenden an vier Endhaltestellen ermöglicht, einige Vollzüge zu Langzügen aufgewertet sowie der Fahrzeugbedarf für die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen abgedeckt werden.<ref name="stn-2015-10-01">Alexander Ikrat: Pakt für einen besseren ÖPNV kostet jetzt was. In: Stuttgarter Nachrichten. Nr. 227, 1. Oktober 2015, S. 18.</ref> Die zehn neubeschafften Triebzüge sollen von Juli bis Dezember 2016 ausgeliefert werden.<ref>Neue S-Bahnen treffen bald ein. Stuttgarter Zeitung.de, 22. Juni 2016, abgerufen am 19. August 2016.</ref> Am 12. August 2016 wurde mit 430 088 der erste nachbestellte Triebwagen ausgeliefert.<ref>Erster nachbestelller 430 eingetroffen. In: eisenbahn-magazin. Nr. 10, 2016, ISSN 0342-1902, S. 25.</ref> Am 1. Februar 2017 wurde der letzte Triebzug ausgeliefert.<ref name="db-2017-02-01">Letztes Zusatzfahrzeug der Baureihe 430 ist auf dem Stuttgarter S-Bahnnetz angekommen. Deutsche Bahn, Verband Region Stuttgart, 1. Februar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2017; abgerufen am 1. Februar 2017.</ref>
Verbesserte Schiebetritte und Software
Eine neue Lösung für die Schiebetritte wurde ab Januar 2016 im Betrieb getestet und sollte bis Mitte 2017 in allen Zügen eingebaut werden.<ref name="stn-2015-12-28">Alexander Ikrat: Schiebetritt wird wieder ausgefahren. In: Stuttgarter Nachrichten. 28. Dezember 2015.</ref> Nach verlängerten Testphasen wurde zwischen 2017 und 2019 eine Hälfte der Triebzüge umgebaut, die andere folgte coronabedingt erst im ersten Halbjahr 2022.
Mit Softwareupdates wurden eine selektive Abschaltung von Aggregaten zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Lärmbelästigung in der Abstellung nachgerüstet sowie eine weitere Reduzierung der Türöffnungszeiten erreicht.<ref name="db-2017-02-06">S-Bahn Stuttgart: Nach Softwareupdate sind abgestellte Züge leiser und brauchen weniger Energie. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 6. Februar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2017; abgerufen am 11. Februar 2017.</ref><ref>Dirk Rothenstein: S-Bahn Stuttgart: Modern. Mobil. Für die Region. (PDF) In: gecms.region-stuttgart.org. DB Regio AG, 24. Mai 2019, S. 21, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2021; abgerufen am 10. Juni 2019.</ref> Das Ausfahren der Schiebetritte vor dem Öffnen der Türen benötigt nun 4 Sekunden, sodass der vollständige Türöffnungs- und -Schließvorgang auf 14 Sekunden reduziert wurde. Die Dauer des Öffnens und Schließens der Türen selbst ist gegenüber der Baureihe 423 unverändert.<ref name="bt-19-10451">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar, Stephan Kühn (Dresden), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. -Bahnen in Deutschland – Türsteuerung optimieren. Band 19, Nr. 10451, 24. Mai 2019, ISSN 0722-8333, S. 2, 4 f. BT-Drs. 19/10451</ref>
2. Bauserie
Bestellung 2019
Am 30. Januar 2019 beschloss die Regionalversammlung in Stuttgart, 56 weitere Triebzüge der Baureihe 430 zu beschaffen. Zwei weitere Triebzüge wurden parallel von DB Regio beschafft.<ref>Großer Wurf für Schienenknoten Stuttgart. Verband Region Stuttgart, 30. Januar 2019, abgerufen am 13. März 2025.</ref> Die S-Bahn-Flotte in Stuttgart umfasst damit zukünftig insgesamt 215 Triebzüge. Diese Züge erhalten, ebenso wie später die übrige Flotte, ein neues Design.<ref name="vrs-2020-12-18">Erste S-Bahn im neuen Außendesign. (PDF) In: region-stuttgart.org. Verband Region Stuttgart, 18. Dezember 2020, abgerufen am 24. April 2023.</ref> Mitte 2021 waren die ersten Rohbauten der neuen Triebzüge fertig.<ref name="ds-312-16">430. In: Drehscheibe. Nr. 312, Juni 2021, ISSN 0934-2230, ZDB-ID 1283841-X, S. 16.</ref> Ende 2021 sollten die ersten Triebzüge ausgeliefert werden, 2022 weitere 48 im neuen VRS-Design.<ref name="db-vrs-2021-07-23">Begeisterung für das neue Außendesign der S-Bahn. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, Verband Region Stuttgart, 23. Juli 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. August 2021; abgerufen am 17. August 2021.</ref> Die Auslieferung der als Baureihe 430.2 klassifizierten Züge begann letztlich, nach dem Umbau aller Trittstufen der älteren Triebzüge, Mitte Juli 2022.
Der VRS wird jene 56 Triebzüge erwerben und für einen ab voraussichtlich 2032 laufenden, neuen Verkehrsvertrag zur Verfügung stellen.<ref name="vrs-2025-06-02">Jürgen Wurmthaler: Rahmenbedingungen für das S-Bahn-Vergabeverfahren. (PDF) In: region-stuttgart.ratsinfomanagement.net. Verband Region Stuttgart, 2. Juni 2025, S. 4, abgerufen am 2. Juni 2025.</ref><ref>Deutschland: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung. Dokument 484327-2025. In: Tenders Electronic Daily. 24. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.</ref>
Inbetriebnahme und Abnahmestopp
Nach der Auslieferung der Hälfte der Triebzüge startete am 11. September 2022 der Fahrgasteinsatz. Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 wurde die Baureihe 430 mit den zusätzlichen Zügen auf den Linien S4, S5 und S62 statt der S3 eingesetzt, bis die Baureihen nicht mehr miteinander gekuppelt werden durften.<ref>Jahresfahrplan 2023. Abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="vrs-2024-03-11" />
Bei den Neufahrzeugen gab es aus Sicht des VRS „Qualitätsdefizite (…), die im laufenden Betrieb zu gravierenden Beeinträchtigungen führten und für die der Fahrzeughersteller die Verantwortung trägt“.<ref name="vrs-2024-03-11" /> Aufgrund der Störanfälligkeit der neuen Fahrzeuge, die zu monatelangen Ausfällen im S-Bahn-Verkehr beitrugen,<ref>Acht Fahrzeuge defekt: Einschränkungen bei S-Bahn Stuttgart. In: Süddeutsche Zeitung. 3. Februar 2023, abgerufen am 5. September 2023.</ref><ref>Baden-Württemberg: Ein Viertel der S-Bahn-Fahrzeuge derzeit nicht einsetzbar. In: Lok-Report. 16. Februar 2023, abgerufen am 5. September 2023.</ref> wurde im Februar 2023 die Abnahme der 2. Bauserie nach 47 von 58 Zügen vorerst gestoppt.<ref>Fiasko bei der S-Bahn Stuttgart – S-Bahn-Chef bittet um Entschuldigung. In: Stuttgarter Zeitung. 16. Februar 2023, abgerufen am 5. September 2023.</ref><ref>Bahn mit neuen Alstom-Zügen in Stuttgart unzufrieden (in: Stuttgarter Lokführer beschwert sich wegen „Schrott“-S-Bahn). In: SWR3. 28. Februar 2023, abgerufen am 5. September 2023.</ref>
Das letzte Fahrzeug wurde statt im August 2022 wie zunächst geplant erst am 21. Februar 2024 abgenommen.<ref name="vrs-2024-03-11">Qualität der S-Bahn 2023, u. a. Antrag der Fraktion DIE LINKE/PIRAT vom 16.05.2023, Antrag der CDU/ÖDP-Fraktion vom 30.09.2023 und Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 18.10.2023 mit Änderungsantrag vom 22.11.2023. (PDF) Sitzungsvorlage Nr. VA-341/2024. In: region-stuttgart.org. Verband Region Stuttgart, 11. März 2024, abgerufen am 17. März 2024.</ref>
Die Kuppelbarkeit der Fahrzeuge der Baureihen 430.0 und 430.2 wurde im Februar 2025 freigegeben, beschränkt auf Fahrzeuge, die das Redesign und die ETCS-Umrüstung durchlaufen haben.
Aufrüstung mit ETCS und ATO, Redesign
Die Stuttgarter Triebzüge der Baureihe 423 und 430 werden bis 2026 mit ETCS, ATO (Automatisierungsgrad 2) und weiterer Technik ausgerüstet und zeitgleich einem Redesign unterzogen. Die prototyphafte Ausrüstung von Zügen begann 2022, die Serienausrüstung Anfang 2024.<ref name="eri-2025-110">Frank Dietrich, Jens Pätzold, Frank Schiller, Christian Schunke-Mau, Peter Reinhart: Die Umrüstung von S-Bahn-Triebzügen für den Digitalen Knoten Stuttgart. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 3, März 2025, ISSN 1421-2811, S. 110–118 (PDF).</ref> Im Rahmen des Redesigns werden unter anderem zwei zusätzliche Mehrzweckbereiche in der Zugmitte eingebaut und die Zahl der festen Sitzplätze reduziert und die der Klappsitze erhöht. Weitere Neuerungen sind das Fahrgastinformationssystem mit Bildschirmen in zwei Deckengondeln pro Wagen, Steckdosen in manchen Vierer-Sitzgruppen und ein Fahrgastzählsystem.<ref name="gecms-2021-07-03">Dirk Rothenstein: Redesign S-Bahn Stuttgart: Aktueller Stand. (PDF) In: gecms.region-stuttgart.org. DB Regio, 20. November 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. November 2020; abgerufen am 24. April 2023.</ref> Die Inneneinrichtung sollte ab 2024 umgebaut werden.<ref name="db-vrs-2021-07-23" /> Daneben erhalten die Züge bis Mitte 2027 eine neue Lackierung.<ref name="db-2025-03-19" />
Der Auftrag zur Ausrüstung der Triebzüge mit ETCS und ATO wurde im Juli 2020 ausgeschrieben und am 23. Juni 2021 an Alstom vergeben.<ref name="ted-330889-2020:TEXT:DE:HTML">Deutschland-Frankfurt am Main: Eisenbahn- und Straßenbahnlokomotiven und rollendes Material sowie zugehörige Teile. In: ted.europa.eu. 14. Juli 2020, abgerufen am 14. Juli 2020.</ref><ref name="ted-2021-S126-334993">Deutschland-Frankfurt am Main: Eisenbahn- und Straßenbahnlokomotiven und rollendes Material sowie zugehörige Teile. Dokument 2021/S 126-334993. In: Tenders Electronic Daily. 2. Juli 2021, abgerufen am 3. Juli 2021.</ref><ref name="alstom-2021-06-24">Alstom digitalisiert Stuttgart 21. Alstom, 24. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2021.</ref> Die Züge sollen u. a. Level-3-fähig, mit einer Zugintegritätsüberwachung ausgerüstet und für FRMCS vorbereitet werden. Das Projekt sollte im Januar 2021 beginnen und bis Dezember 2027 laufen. Die Ausrüstung eines ersten Triebzugs (First in Class) sollte im Oktober 2021 beginnen, der Versuchs- und Vorlaufbetrieb im April 2024 aufgenommen werden. Alle Fahrzeuge sollten bis Januar 2025 mit ETCS Level 2 (nach Baseline 3 Release 2) und ATO (mit statischen Fahrplandaten) ausgerüstet werden. In den Jahren 2026 und 2027 sollte die kontinuierliche Inbetriebnahme und Genehmigung nach TSI ZZS 2022 erfolgen und FRMCS in Betrieb genommen werden.<ref name="db-2020-07-09">Hagen Ssykor: Projektbeschreibung. (PDF) Vergabeeinheit: Ausrüstung Planungsheft der Triebzüge der S-Bahn Stuttgart (Baureihe 423 und 430) mit ETCS und ATO GoA 2 für „First-in-class“ und Serie. DB Regio, 9. Juli 2020, S. 3, 6, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2020; abgerufen am 14. Juli 2020 (Datei 20FEF46179 Projektbeschreibung ETCS ATO SBS.pdf in ZIP-Archiv).</ref><ref name="ei-2021-09-39">Frank Dietrich, Marco Meyer, Rene Neuhäuser, Florian Rohr, Thomas Vogel, Norman Wenkel: Fahrzeugnachrüstung für den Digitalen Knoten Stuttgart. In: Der Eisenbahningenieur. Band 72, Nr. 9, September 2021, ISSN 0013-2810, S. 39–45 (PDF).</ref>
Der Auftragswert für die Ausrüstung und Wiederzulassung von insgesamt sechs Prototyp-Fahrzeugen der Baureihen 423 und 430 sowie die Lieferung der Serienausstattung sowie die Begleitung der Serienausstattung der übrigen 209 Triebzüge beträgt rund 130 Millionen Euro.<ref name="alstom-2021-06-24" /> 2025 wurden die Kosten der First-of-Class-Ausrüstung der Baureihen 423, 430.0 und 430.2 mit jeweils ungefähr 30 Millionen Euro angegeben, jene der Serienausrüstung mit etwa 350.000 Euro je Triebzug.<ref name="eri-2025-159">Frank Dietrich, Jens Pätzold, Frank Schiller, Christian Schunke-Mau, Peter Reinhart: Die Umrüstung von S-Bahn-Triebzügen für den Digitalen Knoten Stuttgart. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 4, April 2025, ISSN 1421-2811, S. 159–164 (bahnprojekt-stuttgart-ulm.de [PDF]).</ref> Der Bund fördert die Nachrüstung mit rund 144 Millionen Euro.<ref name="vm-2026-01-19" />
Die Serienumrüstung sollte durch die DB selbst an drei Standorten der DB Fahrzeuginstandhaltung erbracht werden.<ref name="alstom-2021-06-24" /> Zunächst sollten neben jeweils einem „First of Class“-Triebzug der Baureihen 430.0 und 430.2 je ein weiterer „Prototyp“ ausgerüstet werden.<ref name="ei-2023-04-05">Frank Dietrich, Lynn Molterer, Frank Philippsen, Peter Reinhart, Christian Schunke-Mau, Thomas Vogel, Hubertus Wester-Ebbinghaus: Digitaler Knoten Stuttgart: Förderung der DSD-Fahrzeugausrüstung. In: Der Eisenbahningenieur. Band 74, Nr. 4, April 2023, ISSN 0013-2810, S. 54–58 (online [PDF]).</ref> Der Bund erteilte im Dezember 2022 Förderbescheide, die unter den Erwartungen der DB zurückblieben. Ein Widerspruch wurde eingelegt und ruht (Stand: März 2025).<ref name="db-2025-03-19" />
Im März 2022 begann die Umrüstung des ersten (fabrikneuen) Triebzugs, an dem die geplante ETCS-Ausrüstung getestet, validiert und zugelassen werden sollte.<ref>Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens startet in Hennigsdorf. In: alstom.com. Alstom, 22. März 2022, abgerufen am 22. März 2022.</ref> Ende 2022 war die mechanische Integration der neuen Komponenten abgeschlossen und hatten die Integrationstests begonnen.<ref>Beitrag von Alstom. In: linkedin.com. Alstom, Dezember 2022, abgerufen am 25. Dezember 2022.</ref><ref name="ei-2023-01-08">Martin Beyer, Vincent Blateau, Florian Bitzer, Frank Dietrich, Christian Lammerskitten, Bernd Lück, René Richter, Christopher Rudolph, Thomas Vogel: Der Digitale Knoten Stuttgart wird Realität. In: Der Eisenbahningenieur. Band 74, Nr. 1, Januar 2023, ISSN 0013-2810, S. 8–12 (PDF).</ref> Es wurden auch ETCS-Bremsmodelle für die Züge gebildet.<ref name="ei-2023-06-45">Jonas Förster, Michael Kümmling, Martin Olesch, Peter Reinhart, Kristof Vandoorne, Thomas Vogel: ETCS-Bremskurven im Spiegel der Praxis. In: Der Eisenbahningenieur. Band 74, Nr. 6, Juni 2023, ISSN 0013-2810, S. 45–50 (PDF).</ref>
Anfang 2023 waren insgesamt acht Triebzüge der Baureihen 423 und 430 als Prototypen in Umrüstung begriffen. In Kombination mit der Störanfälligkeit der neuen Fahrzeuge der zweiten Bauserie kam es drei Monate lang zu Angebotseinschränkungen auf zwei Linien.<ref name="db-2023-02-03">Vorrübergehend weniger S-Bahnen in Stuttgart einsatzbereit: DB und Alstom arbeiten an verlässlichem Fahrzeugeinsatz. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 3. Februar 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. März 2023; abgerufen am 4. Februar 2023.</ref>
Ende Februar 2024 lief die Serienausrüstung an 16 Triebzügen der Baureihe 430 an vier Standorten parallel.<ref name="db-2024-02-23">Peter Reinhart: Licht und Schatten: Erfahrungen aus dem DKS. (PDF) Beitrag zur 26. Jahrestagung der Eisenbahn-Sachverständigen. In: bahnprojekt-stuttgart-ulm.de. DB InfraGO AG, 23. Februar 2024, S. 6, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Februar 2024; abgerufen am 24. Februar 2024.</ref> Bis zu der zunächst im Juni 2024 erwarteten ersten Zulassung für die umgebauten Fahrzeuge (zunächst für den konventionellen Betrieb ohne aktives ETCS) sollten voraussichtlich 41 Triebzüge dem Betrieb entzogen werden. Die Zulassung für den Betrieb mit aktivem ETCS wurde für November 2024 erwartet.<ref name="ei-2024-03-40">Florian Bitzer, Vincent Blateau, Frank Dietrich, Christian Lammerskitten, Bernd Lück, Frederik Schmalle, Sandra Schläfke, Thomas Vogel, Max-Leonhard von Schaper, Sven Wanstrath: Der Digitale Knoten Stuttgart zwischen Licht und Schatten. In: Der Eisenbahningenieur. Band 75, Nr. 3, März 2024, ISSN 0013-2810, S. 40–45 (PDF).</ref> Kurz nachdem erste umgebaute Triebzüge in Plochingen eingetroffen waren, begann im Dezember 2024 die Ausbildung von Instandhaltern darn.<ref name="eri-2025-159" /> Mitte Februar 2025 waren rund 30 in Serie umgerüstete Triebzüge fertiggestellt und warteten auf Zulassung (Typkonformitätserklärung).<ref>Peter Reinhart: Neues aus dem Digitalen Knoten Stuttgart. In: bahnprojekt-stuttgart-ulm.de. 14. Februar 2025, S. 7, abgerufen am 6. September 2025.</ref>
Am 17. Januar 2025 wurde ein erster Redesign-Triebzug vorgestellt<ref name="db-2025-01-17" />, und der Fahrgasteinsatz erster Triebzüge (zunächst ohne aktives ETCS<ref name="eri-2025-110" />) begann nach weiteren Verzögerungen<ref name="db-2024-10-23">Dichter Takt: Stuttgarter S-Bahnen fahren samstags wieder im 15-Minuten-Takt. In: deutschebahn.com. 21. Oktober 2024, abgerufen am 23. Oktober 2024.</ref><ref name="db-2025-01-17">Mehr Komfort und Service für Fahrgäste: Neu gestaltete S-Bahnen fahren ab Februar. In: deutschebahn.com. 17. Januar 2025, abgerufen am 1. Februar 2025.</ref> am 3. März 2025.<ref name="db-2025-03-19">S-Bahn Stuttgart: Qualität 2024 und Ausblick 2025 (= Anlage 1 zur Sitzungsvorlage „Qualität der S-Bahn 2024“ in der Verkehrsausschuss-Sitzung am 19. März 2025). Verband Region Stuttgart, S. 15 (ratsinfomanagement.net [PDF; abgerufen am 13. März 2025]).</ref> Am 20. Februar 2025 erhielten jeweils drei Triebzüge der Baureihen 430.0 und 430.2 die Zulassung (Typkonformitätserklärung) für den Fahrgastbetrieb mit PZB.<ref name="eri-2025-159" /> Anfang November 2025 waren 57 Triebzüge in Serie umgerüstet und wieder zugelassen (Typkonformität).<ref name="db-2025-11-09">Peter Reinhart: Licht und Schatten der Digitalisierung am Beispiel des Digitalen Knotens Stuttgart. (PDF) In: epbi.der-fahrgast.de. 9. November 2025, S. 10, abgerufen am 30. November 2025.</ref> Die Zulassung für den Betrieb mit ETCS wurde für Herbst 2025 erwartet.<ref name="db-2025-03-19" /> Bis Anfang April 2026 waren über 80 Triebzüge umgerüstet und wieder in Betrieb (zunächst ohne ETCS) und rund 10.000 km Testfahrten mit ETCS absolviert.<ref>Die Fahrzeugausrüstung für den DKS schreitet voran. (PDF) In: its-projekt.de. 4. April 2026, S. 7, abgerufen am 4. April 2026.</ref> Die ETCS-Nachrüstung soll Ende 2026 abgeschlossen werden.<ref name="vm-2026-01-19">Digitaler Knoten Stuttgart: 340 Millionen Euro für Fahrzeugausrüstung gefördert. In: vm.baden-wuerttemberg.de. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 19. Januar 2026, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>
Das Budget für das Redesign wurde 2021 mit 172 Millionen Euro angegeben<ref name="gecms-2021-07-03" />, die Kosten Anfang 2025 mit „rund 200 Millionen Euro“<ref name="db-2025-01-17" />.
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Im Rahmen des Projekts Automated Train wird der Triebzug 430 236 seit Mai 2025<ref>Beitrag von Digitale Schiene Deutschland. In: linkedin.com. Mai 2025, abgerufen am 30. Mai 2025.</ref> für die Erprobung von Elementen des vollautomatischen Betriebs (ATO GoA 4) mit Sensorik für Hinderniserkennung ausgerüstet. Er sollte damit ab Ende 2025 Fahrten absolvieren. In Esslingen sollen Ab- und Bereitstellung demonstriert werden.<ref>Florian Bitzer, Frank Dietrich, Andy Grell, Christian Lammerskitten, Bernd Lück, Christian Schunke-Mau, Frederik Schmalle, Max-Leonhard von Schaper, Thomas Vogel, Sven Wanstrath: Sachstand Digitaler Knoten Stuttgart. In: Der Eisenbahningenieur. Band 76, Nr. 1, Januar 2025, ISSN 0013-2810, S. 21–29 (PDF).</ref><ref name="eri-2025-159" /> Im Februar 2026 wurde der Triebzug zur Durchführung von Tests und Messfahrten nach Plochingen überführt.
S-Bahn Rhein/Main
1. Bauserie
Bestellung 2011
Im November 2011 gab der Rhein-Main-Verkehrsverbund bekannt, dass die noch im Einsatz befindlichen Fahrzeuge der Baureihe 420 nach der erfolgten Ausschreibung des S-Bahn-Netzes zum Fahrplanwechsel 2014/15 durch Triebwagen der Baureihe 430 ersetzt werden sollten. Dies war Teil des Vertrages zwischen dem RMV und der DB. Demnach sollten 91 Triebwagen beschafft werden, die auf den Linien S1, S7, S8 und S9 zum Einsatz kommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />DB hat RMV-Ausschreibung gewonnen – und die Fahrgäste profitieren davon ( vom 13. Mai 2012 im Internet Archive) Pressemitteilung des RMV. Abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref> Im Dezember 2011 gaben die Deutsche Bahn und Bombardier bekannt, dass die Deutsche Bahn neunzig Triebwagen für die S-Bahn Rhein-Main bestellt hätte.<ref>Deutsche Bahn Presseinformation, 23. Dezember 2011: Deutsche Bahn investiert 500 Millionen Euro in neue S-Bahn-Züge.</ref><ref>Bombardier liefert 90 neue S-Bahnen an die Deutsche Bahn für den Betrieb im Netz des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Internetseite von Bombardier Transportation. Zuletzt abgerufen am 27. Juli 2012.</ref> Letztlich wurden 91 Triebwagen gebaut. Anfang 2014 wurden die Züge zu Test- und Schulungszwecken erstmals im Frankfurter Streckennetz eingesetzt. Die Triebzüge werden der Baureihe 430.1 zugeordnet, die nicht kuppelbar mit der Baureihe 430.0 ist.
Zulassung und Inbetriebnahme
Im März 2014 ließ das Eisenbahn-Bundesamt die Züge zu. Bis Ende April 2014 hat die Deutsche Bahn sechs Züge abgenommen.<ref name="eri-2014-286" /> Am 5. Mai 2014 fand auf den Linien S1 (Wiesbaden Hbf – Rödermark-Ober Roden) und den Verstärkerkursen der S8 zwischen Frankfurt Hbf und Kelsterbach der erste Fahrgasteinsatz im Rhein-Main-Gebiet statt. Knapp drei Wochen später wurde die S7 am 23. Mai 2014 vollständig auf die Baureihe 430.1 umgestellt. Drei Monate später wurde dann auch die S1 (Wiesbaden Hbf – Rödermark-Ober Roden) am 25. August 2014 komplett umgestellt. Seit November 2014 fahren auch auf den S-Bahn-Linien S8 und S9 nur noch die neuen Fahrzeuge. Von 2018 bis 2020 werden auf der S7 nach und nach die Fahrzeuge der Baureihe 430 durch 14 Fahrzeuge der Baureihe 425 ersetzt.<ref>S-Bahnflotte wird größer. RMV, abgerufen am 5. Dezember 2018.</ref> Sie passen besser zu den Bahnsteighöhen entlang dieser Linie. Die freiwerdenden Fahrzeuge sollten zum Verstärken von Verbindungen auf den übrigen Linien genutzt werden. Seit März 2025 wird die Linie S4 ebenfalls typenrein mit der Baureihe 430 befahren.
3. Bauserie – Bestellung 2019
Im November 2019 wurde die Beschaffung sieben weiterer Triebzüge bekannt.<ref name="ted-2019-223-548294">Deutschland-Frankfurt am Main: Schienenfahrzeuge. In: Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union. 19. November 2019, abgerufen am 19. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die sieben Triebzüge BR 430 sollten zwischen Mai und Juni 2023 ausgeliefert werden<ref name="ted-567704-2019">Deutschland-Frankfurt am Main: Schienenfahrzeuge. In: ted.europa.eu. 29. November 2019, abgerufen am 5. Dezember 2019.</ref> und standen Anfang Februar 2024 zur Verfügung.<ref name="db-2024-02-07">Sieben ET430 auf einen Streich: S-Bahn-Flotte um neue Fahrzeuge erweitert. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 7. Februar 2024, abgerufen am 4. Juni 2024.</ref> Die Triebzüge werden als Baureihe 430.3 klassifiziert.
Ursprünglich geplante Einsätze
Im Dezember 2009 gab der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bekannt, dass die Baureihe 430 auch bei der S-Bahn Rhein-Ruhr eingesetzt werden soll. Die Auslieferung der Fahrzeuge sollte bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Insgesamt sollten dann im VRR 116 Fahrzeuge der Baureihen 422 und 430 eingesetzt werden.<ref>Bahn-Nachrichtenarchiv, 4. Dezember 2009: Neues S-Bahn Konzept an Rhein und Ruhr.</ref> Im April 2011 wurde bekannt, dass die Bestellung der zusätzlichen Triebwagen für die S-Bahn Rhein-Ruhr annulliert würde. Als Grund wurde die bevorstehende Ausschreibung der verbundenen S-Bahn-Linien S5 und S8 durch den VRR genannt.<ref>Eisenbahnjournal Zughalt. 7. April 2011: VRR und DB AG haben sich geeinigt.</ref> Da dort seit Fahrplanwechsel im Dezember 2014 dreiteilige Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia Continental der Baureihe 1440 eingesetzt werden, reichte der Bestand an Zügen der Baureihe 422 für den Betrieb auf den übrigen Linien S1, S2, S3, S4, S6 und S9 aus.
Im November 2019 gab der VRR bekannt, dass auf den Linien S 2, S 3, S 9, S 28, RB 32, RB 40 und RE 49 zukünftig neue Züge vom Typ Stadler Flirt 3XL verkehren würden. Hierzu wurden 41 neue Triebzüge erworben. Die Linien S 1 und S 4 werden weiterhin mit Zügen der Baureihe 422 bedient, welche aber generalüberholt wurden.<ref>Die neue S-Bahn Rhein-Ruhr. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. November 2019; abgerufen am 24. April 2023.</ref>
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Baureihe 430 in Frankfurt (Main)
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Ein Zug der DB-Baureihe 430 auf der Linie S 1 der S-Bahn Rhein-Main im Bahnhof Hochheim (Main)
Technik und Ausstattung
Die durchgängig begehbaren und klimatisierten Triebzüge der Baureihe 430 ähneln denen der Baureihe 422,<ref>Baureihe 430. In: Einsatzmerkblatt für Eisenbahnfahrzeuge. Einsatzleiterwiki, November 2012, abgerufen am 8. Dezember 2020.</ref> wobei die Mittelwagen um die Länge einer Sitzreihe kürzer sind.
Die für Stuttgart bestellten Triebzüge sind zur Vermeidung von Ein- und Aussteigeunfällen mit einer Spaltüberbrückung ausgestattet. Außerdem sind sie mit einer Videoüberwachung mit 16 Kameras pro Kurzzug ausgerüstet, besitzen verglaste Ablagen und LED-Beleuchtung. Sie bieten in jedem Zug acht Bildschirme mit Anschlussinformationen zu S-Bahnen, Stadtbahnen, Regional- und Fernverkehrszügen in Echtzeit. Des Weiteren weisen die Züge beim Anfahren geringere Schallemissionen auf als die Züge der ebenfalls in Stuttgart eingesetzten Baureihe 423.<ref>Videokameras in allen S-Bahnen. In: Stuttgarter Nachrichten. (abgerufen am 30. März 2009)</ref><ref name="nachrichten-video" /> Im Vergleich mit den ersetzten Fahrzeugen der Baureihe 420 ist der Energieverbrauch deutlich geringer.<ref name="Auftrag" />
Die Wagenkästen sind aus Stranggussprofilen gefertigt. Die Übergänge zwischen den Wagen haben Wellenbälge. Die Kühl- und Klimaanlagen befinden sich auf den Wagendächern und sind mit einer durchgehenden Verkleidung verblendet. Auf dem zweiten Wagendach befindet sich der Einholmstromabnehmer. Drei Züge können als Langzug von einem Führerstand aus betrieben werden. Ein Mischbetrieb mit Triebzügen anderer Baureihen ist nicht möglich.
Ein Kurzzug hat eine Länge über Kupplung von 68,3 Metern und ist damit 0,9 Meter länger als die Baureihe 423, jedoch auch 1,1 Meter kürzer als die Baureihe 422.<ref name="ek-2012-02-54" /> Der mit glasfaserverstärktem Kunststoff verkleidete Kopf genügt der Norm EN 15227 (Anforderungen an die Kollisionssicherheit von Schienenfahrzeugkästen) und ist daher länger als derjenige der Baureihe 423, entspricht aber dem der Baureihe 422. Die gegenüber der Baureihe 422 geringere Fahrzeuglänge wurde dadurch erreicht, dass in den Mittelwagen eine Sitzgruppe durch eine Einreiher-Sitzreihe mit einem separaten Fenster ersetzt und der Wagenkasten entsprechend verkürzt wurde. Diese Maßnahme war nötig, damit ein Langzug mit 204,9 Metern Länge noch an den Bahnsteigen mit 210 Metern Länge halten darf. Die Fahrzeuge werden über eine elektrodynamische Bremse als Betriebsbremse, eine Druckluftbremse mit Magnetschienenbremse und eine Federspeicherbremse als Feststellbremse verfügen. Die elektrodynamische Bremse speist die Energie ins Netz zurück. Die Züge werden mit 157 Bremshundertsteln<ref name="abschlussbericht-2019-01-30">Untersuchung zur Einführung von ETCS im Kernnetz der S-Bahn Stuttgart. (PDF) Abschlussbericht. WSP Infrastructure Engineering, NEXTRAIL, quattron management consulting, VIA Consulting & Development GmbH, Railistics, 30. Januar 2019, S. 285, abgerufen am 28. April 2019.</ref> gefahren.
Der Antrieb des Zuges ist auf zwei getrennte Anlagen verteilt.
Ebenfalls erhalten sie mehr Klappfenster als die Baureihe 423 und größere LED-Anzeigen an den Wagenübergängen für das Fahrgastinformationssystem (FIS) im Innenraum (analog der Baureihe 425). Die FIS-Anzeigen an den Fahrzeugaußenseiten sind zweizeilig und zeigen neben Linie und Ziel nun auch als Laufband die wichtigsten Via-Halte an. Das FIS im Innern zeigt neben Linie und Station nun auch das aktuelle Datum, die Uhrzeit und die Aussteigsseite mit Pfeilen optisch an. Die Fahrgastbestuhlung entspricht der aktuellen Corporate Identity der Bahn für den Nahverkehr, jedoch mit Kopflehnen aus Leder (bislang aus Stoff). Die Sitze sind im Beckenbereich ergonomisch günstiger geformt und gepolstert. Ursprünglich sollten die Züge von einem Konsortium aus Alstom Transport in Salzgitter und Bombardier Transportation in Hennigsdorf gefertigt werden. 29 der zunächst 83 bestellten Züge wurden in Salzgitter gebaut, 54 weitere bei Bombardier in Aachen.<ref name="vrs-salzgitter">Pressemitteilung Verband Region Stuttgart, 18. Oktober 2010: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />160.000 Teile für ein neues S-Bahn-Fahrzeug. ( vom 2. August 2016 im Internet Archive)</ref> Neun Fahrzeuge sollten intensiven Tests unterzogen werden und dabei 50.000 Kilometer zurücklegen.
Die Zugsicherung erfolgt über ein Bombardier EBICAB 500. Als Fahrzeugleitsystem wird Bombardier Mitrac verwendet.<ref name="ek-2012-02-54" />
Neben dem FIS haben die Fahrzeuge im inneren 15-Zoll-TFT-Monitore für das Reisenden-Informations-System (RIS) der Deutschen Bahn erhalten. Auf diesen RIS-Monitoren werden derzeit folgende Informationen angezeigt: aktueller Fahrtverlauf (Perlenkette) mit Linie, Zugziel, Unterwegsbahnhöfe, nächster Halt, Ausstiegsseite, Soll- und Ist-Daten der Fahrzeiten, Anschlüsse von Bus, Stadtbahn, S-Bahn, Regio- und Fernzügen an Knotenbahnhöfen mit Live-Daten (Ausfall, Gleiswechsel, Verspätung und ob das Verkehrsmittel noch erreicht werden kann). Darüber hinaus können auch für die aktuelle Fahrt auch Umleitungen (u. a. mit zusätzlichen Halten oder Halteausfälle) und vorzeitige Wenden angezeigt werden. Bei Störungen zeigt der RIS-Monitor die „KundeninformationGroßstörung“ (KiG-Meldung) mit gelber Sonderseite im Wechsel mit dem Fahrtverlauf an. Außerdem können „Events“ angezeigt werden, d. h. ein zusätzliches ganzseitiges Info-Bild, welches z. B. über geplante Bauarbeiten informiert („Max Maulwurf“).
Die Triebzüge der ab 2022 gelieferten Reihen 430.2 bzw. 430.3 waren bei Auslieferung aufgrund einer anderen Software (verbesserte Fahrzeugüberwachung, geänderte Steuerung der Sandstreueinrichtung sowie der Fahrgast-Notbremsüberbrückung und eine erweiterte Überwachung der Scharfenbergkupplung) nicht mit denen der Reihe 430.0 und 430.1 kuppelbar. Die Zulassung dafür erfolgte für die Baureihen 430.1 und 430.3 im Jahr 2024 sowie für die Baureihen 430.0 und 430.2 letztlich am 20. Februar 2025. Außerdem erhalten die neuen Triebzüge ein verändertes LED-Signallicht<ref name=":0">Eisenbahn Kurier 9/2022, S. 15</ref> und die Fahrzeuge der Baureihe 430.3 LED-Scheinwerfer.
Literatur
- Das neue Gesicht der S-Bahn Stuttgart. In: eisenbahn-magazin 10/2012, S. 33–35.
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="nachrichten-video">Videokameras in allen S-Bahnen. In: Stuttgarter Nachrichten. (abgerufen am 30. März 2009)</ref> </references>
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