Carolin Widmann
Carolin Widmann (* 1976 in München) ist eine deutsche Violinistin. Sie spielt eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1782.
Leben
Carolin Widmann stammt aus einer musikalischen Familie.<ref>Irem Çatı: Lebenswege Carolin Widmann. In: concerti.de. 9. Januar 2021, abgerufen am 9. Dezember 2023.</ref> Während ihrer Schulzeit in München<ref name=":0">Bayerischer Rundfunk, BR Klassik: Meine Musik: Carolin Widmann – Geigerin, Interview. Abgerufen am 9. Dezember 2023 (ab Minute 16).</ref> begann sie ihr Studium bei Igor Ozim an der Musikhochschule Köln,<ref name=":1" /> wobei sie zwischen München und Köln pendelte.<ref name=":0" /> Es folgten Studien bei Michèle Auclair am New England Conservatory in Boston und bei David Takeno an der Londoner Guildhall School.<ref name=":1">Carolin Widmann. In: Sächsische Akademie der Künste. Abgerufen am 9. Dezember 2023.</ref>
Als Solistin arbeitete sie mit den Dirigenten Sir Roger Norrington, Sylvain Cambreling, Heinz Holliger, Riccardo Chailly, Simon Rattle, Wladimir Jurowski, Daniel Harding und Esa-Pekka Salonen sowie mit den Komponisten Pierre Boulez, Péter Eötvös, Erkki-Sven Tüür, Wolfgang Rihm, Salvatore Sciarrino, Enno Poppe und Rebecca Saunders zusammen, von denen viele Werke eigens für sie geschrieben wurden.<ref name="Homepage">Biografie auf carolinwidmann.com</ref> Dabei spielte sie mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, London Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra oder Los Angeles Philharmonic Orchestra zusammen.
Widmann war an der Uraufführung von gefaltet, einem „Choreografischen Konzert“ von Sasha Waltz und Mark Andre beteiligt, mit der die Internationale Stiftung Mozarteum ihre „Mozartwoche 2012“ eröffnete.<ref>Frauen in Flügeln in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 29. Januar 2012, S. 22</ref>
Seit 2006 ist Widmann Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.<ref name="Agentur">Biografie bei der Künstleragentur Askonas Holt (englisch)</ref>
Von 2012 bis 2015 leitete sie die Sommerlichen Musiktage Hitzacker, das älteste Kammermusikfestival Deutschlands. Von 2017 bis 2023 gehörte sie dem Kuratorium der Ernst von Siemens Musikstiftung an.
Widrigkeiten um das Mitführen ihrer Geige als Handgepäck bei einem Lufthansa-Flug und ihr anschließender Protest führten zu einer Änderung der Handgepäckregel für Musikinstrumente ab 1. März 2026.<ref>Nach Aufruhr um wertvolle Geige: Lufthansa ändert Handgepäckregeln. 19. Februar 2026, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Juliane Bergmann: Drama um 300 Jahre alte Geige im Flugzeug: Happy End für Star-Violonistin Widmann. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>
Carolin Widmann ist die Schwester des Komponisten und Klarinettisten Jörg Widmann.<ref name="Bayerischer Rundfunk">Musik-Geschwister. In: BR Klassik, Sendung "Allegro" am 11. März 2025. Abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref>
Auszeichnungen
- 1998: Prix du President des „Concours International Yehudi Menuhin“, Boulogne-sur-Mer
- 1999: Internationaler Violinwettbewerb „Georg Kulenkampff“, Köln
- 2001: Internationaler Jeunesses Musicales-Wettbewerb, Belgrad
- 2004: Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung für Bemühungen um die zeitgenössische Musik
- 2006: Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik (für das Debütalbum „Reflections“)
- 2009: Praxisstipendiatin in der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo<ref>Villa Massimo | Carolin Widmann. Abgerufen am 21. August 2019.</ref>
- 2010: Diapason d’or (für „Phantasy of Spring“), Preis der deutschen Schallplattenkritik (Kategorie Kammermusik, für „Phantasy of Spring“)
- 2013: Artist of the Year bei den International Classical Music Awards
- 2014: Schneider-Schott-Musikpreis Mainz<ref>Carolin Widmann erhält Schneider-Schott-Musikpreis musik-heute.de, 26. Juni 2014.</ref>
- 2017: Bayerischer Staatspreis für Musik (Kategorie Professionelles Musizieren)
- 2020: Musikpreis der Stadt Duisburg<ref>NMZ.de Personalia 202006. Abgerufen am 30. September 2020.</ref>
Diskografie
- Reflections I, Werke für Violine solo von Pierre Boulez, Salvatore Sciarrino, Jörg Widmann und Eugène Ysaÿe; Debütalbum (Telos MR; 2006)
- Robert Schumann: Violin Sonatas, Nr.1, 2, 3. Mit Dénes Várjon, Klavier (ECM Records; 2008)
- Phantasy of Spring. Mit Simon Lepper, Klavier (ECM Records; 2009)
- Erkki-Sven Tüür: Strata. Nordic Symphony Orchestra, Leitung Anu Tali, Solisten Carolin Widmann und Jörg Widmann (ECM Records; 2009)
- Franz Schubert: Fantasie C-Dur, Rondo h-moll, Sonate A-Dur. Mit Alexander Lonquich, Klavier (ECM Records; 2012)
- Wolfgang Rihm: Coll’Arco. Mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Dirigent: Eivind Gullberg Jensen (2012)
- Morton Feldman: Violin and Orchestra. Mit dem Frankfurter Rundfunk-Symphonie-Orchester, Dirigent: Emilio Pomàrico (ECM Records; 2013)
- Julian Anderson: In lieblicher Bläue. Mit dem London Philharmonic Orchestra, Dirigent: Vladimir Jurowski (2015)
- Mendelssohn, Schumann: Violinkonzerte. Mit dem Chamber Orchestra of Europe (ECM Records; 2016)
- Elgar: Cello Concerto, Pianoquintett. U. a. Klavierquintett a-Moll op. 84. Mit u. a. Martin Helmchen, David McCarroll, Pauline Sachse, Marie-Elisabeth Hecker (Alpha Classics; 2016)
- Pascal Dusapin: Violinkonzert „Aufgang“; mit Carolin Widmann und Orchestre National des Pays de la Loire, Leitung Pascal Rophe (BIS; 2017)
- Peter Ruzicka: ... Inseln, Randlos... für Violine, Kammerchor & Orchester; mit Carolin Widmann, Sergei Nakariakov, Giuliano Sommerhalder, Vocalconsort Berlin, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Neos; 2019)
- Rebecca Saunders: Still/Aether/Alba; mit Carolin Widmann und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung Ilan Volkov (BRmedia; 2020)
- Pierre Boulez: Anthèmes 1&2; mit Carolin Widmann, Jörg Widmann, Pierre Boulez, SWR Experimentalstudio (NEOS; 2020)
- George Enescu: Violinkonzert; mit Carolin Widmann und NDR Radiophilharmonie, Leitung Peter Ruzicka (CPO; 2021)
- L'Aurore. Werke für Violine solo von Eugène Ysaÿe, George Benjamin, Hildegard von Bingen, George Enescu und Johann Sebastian Bach (ECM Records; 2022)
Weblinks
- Werke von und über Carolin Widmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Carolin Widmann bei Discogs
- Die Geigerin Carolin Widmann. Musik und Fragen zur Person auf Deutschlandfunk Zwischentöne vom 22. März 2020
- Website von Carolin Widmann
Einzelnachweise
<references/>
Vorlage:Klappleiste/Anfang Detlev Müller-Siemens und Wolfgang von Schweinitz (1986) | Ensemble Modern (1987) | Hans-Jürgen von Bose (1988) | Herbert Henck und Walter Zimmermann (1989) | Adriana Hölszky (1990) | Gruppe Neue Musik Hanns Eisler (1991) | Ulrich Stranz (1992) | Steffen Schleiermacher und Ensemble Avantgarde (1993) | Jörg Birkenkötter und Hanspeter Kyburz (1994) | ensemble recherche (1995) | Isabel Mundry und Moritz Eggert (1996) | Nomos-Quartett (1997) | Helmut Oehring (1998) | Ensemble 13 (1999) | Michael Riessler und Mike Svoboda (2000) | Babette Koblenz (2001) | Jörg Widmann (2002) | Salome Kammer und Thomas E. Bauer (2003) | Neue Vocalsolisten Stuttgart (2004) | Enno Poppe (2005) | Peter Schöne (2006) | Márton Illés (2008) | Anna Prohaska (2010) | Birke J. Bertelsmeier (2012) | Carolin Widmann (2014) | Gordon Kampe (2016) | Dominik Susteck (2018) | Benjamin Scheuer (2020) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Widmann, Carolin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Violinistin |
| GEBURTSDATUM | 1976 |
| GEBURTSORT | München |