Berlin-Nikolassee
| Nikolassee Ortsteil von Berlin | ||||||
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Bild:Berlin_Steglitz-Zehlendorf_Nikolassee.svg|300px|Nikolassee auf der Karte von Steglitz-Zehlendorf rect 1 7 131 107 Berlin poly 0 113 45 111 35 131 69 167 3 239 7 261 37 281 75 309 69 329 87 341 111 319 161 315 165 277 217 247 275 233 307 233 317 287 375 291 407 255 441 305 497 265 555 317 557 335 557 361 1 359 Brandenburg poly 11 261 5 235 77 167 141 139 173 209 191 207 193 233 181 251 189 263 141 287 141 309 159 307 159 315 111 311 91 337 75 329 83 321 99 307 91 307 75 313 39 269 15 261 Wannsee poly 147 134 171 212 195 209 201 224 186 237 187 243 179 243 174 244 190 264 210 249 221 248 239 245 254 237 300 219 280 210 281 198 250 208 248 187 222 190 218 180 298 78 285 73 274 73 257 72 250 76 231 72 220 78 216 70 199 70 195 99 Nikolassee poly 259 128 217 175 221 188 248 188 251 207 304 191 286 179 281 158 285 147 Schlachtensee poly 300 76 260 129 285 146 280 156 284 163 286 177 302 192 282 200 282 209 299 219 276 232 315 232 318 256 321 282 329 278 338 277 356 285 357 273 371 270 368 261 389 165 360 162 348 146 347 140 333 118 324 120 319 108 317 80 Zehlendorf poly 319 82 317 116 343 128 361 162 393 164 405 144 419 108 437 80 397 70 341 88 Dahlem poly 423 106 463 162 493 154 541 160 527 112 483 86 435 80 Steglitz poly 471 160 499 254 559 206 535 156 517 160 481 150 Lankwitz poly 357 286 389 162 401 156 421 112 447 132 461 152 473 182 503 262 449 298 411 252 Lichterfelde desc bottom-left </imagemap> | ||||||
| Koordinaten | 52° 26′ 0″ N, 13° 12′ 0″ O
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| Fläche | 19,61 km² | |||||
| Einwohner | 11.641 (31. Dez. 2024) | |||||
| Bevölkerungsdichte | 594 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 | |||||
| Postleitzahlen | 14109, 14129, 14163, 14193 | |||||
| Ortsteilnummer | 0606 | |||||
| Bezirk | Steglitz-Zehlendorf | |||||
Nikolassee ist ein Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf in Berlin.
Geographie
Nikolassee liegt im Südwesten Berlins zwischen den Ortsteilen Wannsee, Grunewald, Zehlendorf und Schlachtensee. Im Westen grenzt Nikolassee an die Havel mit dem Großen Wannsee.
Gewässer
- Havel und Havelseen (von Nord nach Süd)
- Lieper Bucht (Lage{{#coordinates:52.46956|13.19175||dim=|name=Lieper Bucht|region=DE-BE|type=landmark}})
- Kleine Steinlanke (Lage{{#coordinates:52.46597|13.19133||dim=|name=Kleine Steinlanke|region=DE-BE|type=landmark}})
- Große Steinlanke (Lage{{#coordinates:52.45078|13.18527||dim=|name=Große Steinlanke|region=DE-BE|type=landmark}})
- Klare Lanke (Lage{{#coordinates:52.44831|13.17397||dim=|name=Klare Lanke|region=DE-BE|type=landmark}})
- Großer Wannsee (Nikolasseer Teil) (Lage{{#coordinates:52.43391|13.17376||dim=|name=Großer Wannsee|region=DE-BE|type=landmark}})
- Inseln
- Lindwerder (Lage{{#coordinates:52.46771|13.19009||dim=|name=Lindwerder|region=DE-BE|type=landmark}})
- Schwanenwerder (Lage{{#coordinates:52.44766|13.16724||dim=|name=Schwanenwerder|region=DE-BE|type=landmark}})
- Nikolassee (Lage{{#coordinates:52.42413|13.19005||dim=|name=Nikolassee|region=DE-BE|type=landmark}})
- Nikolasgraben (Lage{{#coordinates:52.42845|13.18514||dim=|name=Nikolasgraben|region=DE-BE|type=landmark}})
Gliederung des Ortsteils
- Gartenstadt Düppel (auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts Düppel)
- Germanenviertel (mit Straßennamen überwiegend nach germanischen Volksstämmen), mittlerer Teil der von der HAG geplanten Villenkolonie
- Hubertshäuser / Kolonie Neu-Zehlendorf: Der königliche Kammerrat Hubert erhielt 1772 von König Friedrich II. den Auftrag, südwestlich von Zehlendorf eine Kolonie für ausgediente Söldner zu gründen. Dafür wurden 240 Morgen mageren Bodens von den Zehlendorfer Bauern für 1000 Taler erworben. Die Besiedelung begann auf dem kontributionsfreien Gebiet nach 1775 und das besiedelte und landwirtschaftlich erschlossene Gelände – als Hubertshäuser ausgewiesen – wurde der Gemeinde vom König vor 1780 übereignet. Später wurde diese Siedlung als Kolonie Neu-Zehlendorf geführt.<ref>An den Hubertshaeusern. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref>
- Kleistviertel,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Südliche Potsdamer Chaussee – Königsweg, Kleist- oder auch Zickenviertel ( vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) schroederniko.de</ref> zwischen Waldfriedhof Zehlendorf, Königsweg, Bundesautobahn 115 und Potsdamer Chaussee
- Wagnerviertel<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wannsee-Dreieck – das Wagnerviertel: Tristan- und Isoldestraße ( vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) schroederniko.de</ref> oder Nibelungenviertel (mit Straßennamen nach Figuren aus Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen), westlicher Teil der von der HAG geplanten Villenkolonie Nikolassee, zwischen dem Nikolassee, der Bundesstraße 1 und der Eisenbahntrasse
- Waldhaus-Viertel
- Wonnegauviertel (mit Straßennamen nach Orten im rheinhessischen Wonnegau), nördlich vom Waldfriedhof Zehlendorf
Geschichte
Die Villenkolonie Nikolassee wurde 1901 gegründet und am 1. April 1910 unter Abtrennung vom Gutsbezirk Düppel zu einer selbstständigen preußischen Landgemeinde im Landkreis Teltow.<ref>Gemäß Allerhöchstem Erlaß vom 4. März 1910 (Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Stück 12/1910, 300., S. 152)</ref> 1902 wurde der Bahnhof Nikolassee eingeweiht, der sich damals noch auf freiem Feld befand. Im Jahr 1906 entstand die Anlage des späteren evangelischen Kirchhofs Nikolassee, auf dem 1912–1913 eine Kapelle errichtet wurde. Gegenüber dem Friedhof wurde ab 1909 die evangelische Kirche Nikolassee erbaut. 1913 wurde das Rathaus Nikolassee gegenüber vom Bahnhof eingeweiht.
Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 wurde Nikolassee ein Ortsteil des neu gegründeten Bezirks Zehlendorf.<ref>Übersichtskarte Nikolassee. In: Berliner Adreßbuch, 1920, Teil 5, Nikolassee, S. 841.</ref> Südliche Grenze war die Dreilindenstraße, über die damals der Fernverkehr geführt wurde, angrenzende Gebiete kamen erst 1928 mit der Auflösung des Gutsbezirks Düppel zu Nikolassee und damit zu Berlin. In den 1930er Jahren kam am Ostrand von Nikolassee die Siedlung Wonnegauviertel hinzu.
Seit 2001 ist Nikolassee Ortsteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Im Dezember 2020 gab Nikolassee einen größeren Gebietsteil an den neugebildeten Ortsteil Schlachtensee ab.<ref>Erklärung und Benennung von Schlachtensee zum Ortsteil Steglitz-Zehlendorfs. (PDF) In: Amtsblatt für Berlin. 11. Dezember 2020, S. 5879, abgerufen am 14. Dezember 2020.</ref>
Bevölkerung
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Der Rückgang der Einwohnerzahl im Jahr 2020 ist darauf zurückzuführen, dass Teile von Nikolassee dem neu entstandenen Ortsteil Schlachtensee zugeordnet wurden.
Sehenswürdigkeiten
- Bauten
-
Evangelische Kirche Nikolassee
-
Villa auf Schwanenwerder
-
Ausflugsgaststätte Schloss Wannsee
- Villenkolonie Nikolassee
-
An der Rehwiese 12, Villa Henneberg,
erbaut 1903 -
An der Rehwiese 31, Landhaus Stabe,
erbaut 1909 -
Burgunder Straße 8, Haus Blunck,
erbaut 1905 -
Inselstraße 37, Schwanenhof,
erbaut 1901 -
Libellenstraße 7, Pförtnerhaus,
erbaut 1903 -
Libellenstraße 17, Villa Rosenburg, erbaut 1902
-
Prinz-Friedrich-Leopoldstraße 18,
erbaut 1903 -
Spanische Allee 88, erbaut 1916
-
Teutonenstraße 24, erbaut 1906
-
Tristanstraße 8,
erbaut 1906
-
Große Feierhalle
-
Grab Willy Brandt
-
Grab Hildegard Knef
-
Grab Erwin Piscator
-
Grab Ernst Reuter
-
Grab Walter Scheel
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Ehemalige Überhorizont-Richtfunkanlage
Rund 500 Meter östlich des Strandbades Wannsee errichtete die Abteilung für Post- und Fernmeldewesen des Magistrats von Berlin bzw. ab Januar 1951 Senatsverwaltung für Post- und Fernmeldewesen für die über das Fernamt Berlin in der Winterfeldtstraße laufenden Telefonverbindungen nach Westdeutschland die Richtfunkstelle Berlin 2,<ref>Richtfunkstelle Berlin 2 forst-grunewald.de; abgerufen am 12. Juli 2019.</ref> die im Mai 1951 den Betrieb aufnahm. Mit Richtantennen und hohen Sendeleistungen wurde der (wetterabhängige) Beugungseffekt der Radiowellen ausgenutzt.
Ab dem 20. Oktober 1952<ref>Die große Richtfunkverbindungsstrecke vom Norden zum Süden auf fernsehmuseum.info (Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden), abgerufen am 12. Juli 2019.</ref> konnte von dort auch eine Fernsehverbindung zum Hamburger Studio des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) geschaltet werden. Als Antennenträger der Überhorizont-Richtfunkanlage (Lage{{#coordinates:52.437850|13.186174||dim=|name=ehemalige Überhorizont-Richtfunkanlage Berlin 2 (Nikolassee)|region=DE-BE|type=landmark}}) dienten drei 150 Meter hohe abgespannte Stahlgittermaste.<ref>Günter Nitsche: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Richtfunk zwischen Westberlin und Westdeutschland – Eine Brücke zur freien Welt von 1948 bis zur Wende. ( vom 14. Juli 2019 im Internet Archive; PDF; 340 kB) ifkom.de, August 2002. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anhang mit Bildern. ( vom 16. Juli 2019 im Internet Archive; PDF; 4,9 MB) ifkom.de; abgerufen am 16. Juli 2019.</ref> Davon waren zwei in 25 Metern Abstand aufgestellt und bildeten die Form eines ‚H‘, da sie in 120 Metern Höhe über eine Stahlfachwerkbrücke verbunden waren. Gegenstation war die ca. 135 Kilometer entfernte Funkstelle Höhbeck (späterer Name: Richtfunkstelle Gartow).
Im Briefmarken-Jahrgang 1956 der Deutschen Bundespost Berlin gab es anlässlich der Deutschen Industrieausstellung eine 25-Pf-Sondermarke (Michel-Nr. 157), auf der die drei Masten der Überhorizont-Richtfunkanlage Berlin-Nikolassee abgebildet sind.
Die im Berliner Volksmund kurz „Niko“ genannte Anlage verlor nach der Inbetriebnahme des Fernmeldeturms Schäferberg im Juli 1964 und dem 1970 begonnenen Aufbau der Richtfunkanlage Berlin-Frohnau an Bedeutung. Von 1969 bis 1973 liefen über die „Niko“-Antennen nur noch Fernseh-Übertragungsstrecken. Nach Demontage der Masten im Oktober 1974 und dem Abbau der technischen Geräte wurde das Gelände am 26. Mai 1975 an die Landesforstverwaltung übergeben.
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Verkehr
Nikolassee wird in Nord-Süd-Richtung von der Bundesautobahn 115 mit mehreren Anschlussstellen durchzogen. Die in Ost-West-Richtung verlaufende Bundesstraße 1 kreuzt die A 115 am Kreuz Zehlendorf.
In Nikolassee liegt der gleichnamige Bahnhof der S-Bahn-Linien S1 und S7 – zum einen Berlin-Nikolassee (Stadtbahn) an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim sowie andererseits Berlin-Nikolassee (Wannseebahn) an der Wannseebahn.
Bildung
Im Ortsteil Nikolassee gibt es zwei Grundschulen, eine Sonderschule sowie das Dreilinden-Gymnasium und das Werner-von-Siemens-Gymnasium.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortsteils
- Wilhelm von Blume (1835–1919), preußischer General
- Georg Eppenstein (1867–1933), Opfer der Köpenicker Blutwoche
- Karl-Heinz Hagen (1919–1994), Journalist
- Hans Oliva-Hagen (1922–1992), Schriftsteller und Drehbuchautor
- Peter Ellgaard (* 1940), Fernsehjournalist
- Alexander Markschies (* 1969), Kunsthistoriker
Mit Nikolassee verbundene Persönlichkeiten
- Oskar Cordel (1843–1913), Schachspieler und -autor, lebte An der Rehwiese 15
- Friedrich Trendelenburg (1844–1924), Chirurg, lebte in der Libellenstraße 4
- Hermann Muthesius (1861–1927), Architekt, lebte in Nikolassee
- Helene Stöcker (1869–1943), Frauenrechtlerin, lebte in der Münchowstraße 1
- Oskar Fried (1871–1941), Dirigent und Komponist, lebte in der Teutonenstraße 19
- Ferdinand Friedensburg (1886–1972), Politiker (CDU), lebte in der Hoiruper Straße 14a
- Kurt Kluge (1886–1940), Erzgießer und Schriftsteller, lebte in der Krottnaurerstraße 64
- Richard Friedenthal (1896–1979), Schriftsteller, wuchs in Nikolassee auf
- Josef Vassillière (1897–1967), Architekt, lebte in der Münchowstraße 3
- Hans Stübner (1900–1973), Maler, lebte in der Teutonenstraße 11a<ref>Stübner, Hans. In: Amtliches Fernsprechbuch Berlin (West), 1971, S. 815.</ref>
- Jochen Klepper (1903–1942), Theologe, lebte in der Teutonenstraße 23
- Eckart Muthesius (1904–1989), Architekt, lebte in Nikolassee
- Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (1905–1944), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Tristanstraße 8–10
- Peter Poelzig (1906–1981), Architekt, lebte in Nikolassee
- Wolfgang Rademann (1934–2016), Fernsehproduzent, lebte in Nikolassee
- Brigitte Grothum (* 1935), Schauspielerin, lebt in Nikolassee
- Martin Buchholz (* 1942), Kabarettist, lebt in Nikolassee
- Thomas Danneberg (1942–2023), Schauspieler, Synchronsprecher, Synchronregisseur, Dialogbuchautor
- Christian Lindner (* 1979), Politiker, lebt in Nikolassee<ref>Jan Fleischhauer: Amtsmissbrauch? Wenn Sie in der FDP sind, ist das in Berlin Beweis genug. In: Focus Online. 14. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref>
Siehe auch
- Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Nikolassee
- Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Nikolassee
- Liste der Gedenktafeln in Berlin-Nikolassee
- Liste der Stolpersteine in Berlin-Nikolassee
Literatur
- Henning Schröder, Hans H. Lembke: Nikolassee – Häuser und Bewohner der Villenkolonie. (mit Unterstützung der BVV Steglitz-Zehlendorf).
Weblinks
- Literatur von und über Berlin-Nikolassee im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Nikolassee auf der Website des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf von Berlin
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nikolassee – die jüngste der drei HAG-Villenkolonien im Südwesten Berlins. ( vom 9. Mai 2017 im Internet Archive) schroederniko.de
Einzelnachweise
<references />
Dahlem | Lankwitz | Lichterfelde | Nikolassee | Schlachtensee | Steglitz | Wannsee | Zehlendorf Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.