Sontra
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:DEU Sontra COA.svg |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 4′ N, 9° 56′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|06636011}}
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| Bundesland: | Hessen | |||||
| Regierungsbezirk: | Kassel | |||||
| Landkreis: | Werra-Meißner-Kreis | |||||
| Höhe: | 265 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|06636011}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 36205 | |||||
| Vorwahlen: | 05653, 05658 (Wichmannshausen) | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | ESW, WIZ | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 36 011 | |||||
| LOCODE: | DE SOA | |||||
| Stadtgliederung: | 16 Stadtteile | |||||
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 6 36205 Sontra | |||||
| Website: | www.sontra.de | |||||
| Bürgermeister: | Thomas Eckhardt (SPD) | |||||
| Lage der Stadt Sontra im Werra-Meißner-Kreis | ||||||
| <imagemap>
Bild:Sontra ESW.svg|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte rect 1675 101 1784 235 Werra-Meißner-Kreis rect 1330 27 1810 651 Hessen poly 598 1430 1076 1271 1180 1370 1110 1424 1260 1620 1155 1795 1040 1758 1094 1650 874 1566 717 1552 714 1509 Sontra poly 597 1428 941 1292 991 1211 969 1147 675 992 472 1172 463 1409 Waldkappel poly 469 1169 668 991 700 926 678 813 650 803 628 879 489 822 468 879 350 771 228 762 60 964 92 1000 235 997 247 1065 388 1162 Hessisch Lichtenau poly 112 575 166 503 374 555 471 496 480 443 620 523 558 608 642 616 597 703 471 665 431 702 240 676 Gutsbezirk Kaufunger Wald poly 346 772 473 664 593 708 633 650 717 689 693 838 654 812 629 870 496 828 471 879 Großalmerode poly 690 855 1007 850 1044 817 962 746 892 765 882 736 796 719 752 805 757 833 696 815 Berkatal poly 698 850 666 987 739 1025 861 1079 921 1024 961 1046 1079 957 1052 847 Meißner poly 695 68 859 59 932 191 899 328 851 349 750 235 Neu-Eichenberg poly 273 263 564 179 549 93 666 99 751 240 841 347 899 333 941 485 822 494 712 681 565 599 619 505 486 441 481 366 392 443 Witzenhausen poly 1227 1572 1512 1548 1689 1682 1594 1795 1186 1729 Herleshausen poly 1073 1263 1097 1232 1276 1242 1282 1294 1361 1310 1396 1293 1474 1309 1426 1346 1547 1391 1503 1575 1210 1571 1121 1416 1200 1344 1142 1350 Ringgau poly 848 1077 914 1026 1349 1251 1280 1302 1273 1244 1088 1228 1065 1277 940 1293 1001 1204 976 1147 Wehretal poly 1300 1276 1442 1207 1581 1303 1547 1387 1429 1346 1479 1309 1384 1292 1366 1316 Weißenborn poly 970 1047 1348 1239 1458 1185 1411 1020 1111 898 1136 818 1010 794 990 840 1063 853 1078 965 Eschwege poly 1404 1027 1487 1006 1522 934 1753 1034 1668 1319 1575 1164 1459 1183 Wanfried poly 1095 885 1234 728 1526 924 1480 1017 1404 1019 Meinhard poly 690 908 715 775 716 675 824 493 938 494 1263 654 1237 731 1129 822 800 725 751 825 713 826 Bad Sooden-Allendorf poly 469 380 469 509 349 550 150 492 3 406 6 120 125 47 111 4 1191 5 937 177 863 54 706 63 742 231 697 235 652 100 576 80 546 102 553 183 286 261 379 454 Niedersachsen poly 1813 13 1328 5 1196 11 919 191 962 465 954 536 1033 552 1048 623 1266 652 1302 794 1308 856 1748 1031 1733 1081 1667 1169 1680 1210 1690 1294 1641 1315 1572 1161 1437 1207 1528 1296 1580 1302 1587 1339 1551 1359 1505 1429 1514 1557 1695 1679 1608 1788 1406 1737 1183 1735 1165 1834 1834 1837 Thüringen poly 1166 1836 1144 1795 1045 1760 1094 1659 881 1553 861 1579 715 1552 722 1510 604 1468 587 1413 475 1422 394 1481 252 1431 52 1545 55 1622 1 1648 1 1834 Landkreis Hersfeld-Rotenburg poly 5 1641 60 1627 58 1534 254 1428 398 1488 468 1424 465 1148 361 1167 243 1065 245 1025 227 991 43 1012 15 1055 2 1057 Schwalm-Eder-Kreis poly 4 1044 21 1046 50 1012 77 991 63 957 242 764 406 751 435 692 234 679 115 563 162 501 3 413 Landkreis Kassel desc bottom-left </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Sontra ist eine Kleinstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.
Der Luftkurort ist als „Berg- und Hänselstadt“ bekannt, wobei „Bergstadt“ auf die Zeit der Stadt mit Kupferschiefer-Bergbau und „Hänselstadt“ auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Hanse verweist. In der Stadt, die sich auf 111,29 km² Fläche erstreckt, lebten 7827 Einwohner, Stand 3. Februar 2020, davon 4595 in der Kernstadt.
Geographie
Sontra liegt zwischen Bad Hersfeld (etwa 30 km südwestlich), Kassel (etwa 45 km nordwestlich) und Eisenach (etwa 35 km östlich) östlich des Stölzinger Gebirges, nördlich des Richelsdorfer Gebirges und westlich des Ringgaus. Durchflossen wird es von der Sontra, die bei Wehretal in die Wehre mündet, und der Ulfe, die beim Ortsteil Wichmannshausen in die Sontra mündet. Sontra gehört zum Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.
Nachbargemeinden
Sontra grenzt im Norden an die Stadt Waldkappel und die Gemeinde Wehretal, im Osten an die Gemeinden Ringgau und Herleshausen (alle im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Gerstungen (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Wildeck und Nentershausen, sowie im Südwesten an die Gemeinde Cornberg (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).
Stadtgliederung
Neben der Kernstadt besteht Sontra aus den 15 Ortsteilen Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Hornel, Krauthausen, Lindenau, Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach, Ulfen, Weißenborn, Wichmannshausen und Wölfterode.
Klima
Geschichte
Stadtgeschichte
Im Jahre 775 wurde der Sontraer Stadtteil Ulfen erstmals erwähnt. Im 8. Jahrhundert wird auch Sontra selbst erstmals erwähnt. Der Ort war damals Mittelpunkt der Gesamtverwaltung und der obersten Gerichtsbarkeit für den fränkischen Ringgau (Burg und Thing im Regnumsundern). Von den landgräflichen Vögten von Sontra nennen die vorhandenen Urkunden 1224 Gottfried von Wartburg und 1225 einen Herrn von Boyneburg aber schon als landgräfliche Ministerialen advocatus de Sunthra. Die ersten Gerichtsherren auf der Burg Sontra stammten mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Boyneburgern ab. Nach dem Aussterben dieses Zweiges in Sontra um 1330 und der Veräußerung der Schutzherrschaft nannte sich der älteste Zweig der Boyneburger bis zu seinem Aussterben im 16. Jahrhundert nur noch von Sontra.<ref>Alfred Schulze: Der Ringgau und Sontra. In: Das Werraland. Heft 3, Eschwege 1967, S. 39–41.</ref> Im Jahre 1232 wurde eine Kunigunde de Suntraha genannt, die beim Besuch des Grabes der Heiligen Elisabeth in Marburg Heilung erfahren habe.
Die Stadtrechte erhielt Sontra im Jahre 1368. Mindestens seit 1499 gab es in Sontra Kupferschieferbergbau, der bis in die 1950er Jahre betrieben wurde. 1558 vernichtete ein Großbrand den mittelalterlichen Stadtkern, dabei brannte auch die Kirche aus. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Sontra eine Apotheke, die in der späteren „privilegierten Löwenapotheke“ fortlebte.
Am 2. März 1576 bestellte ein Fürstliches Rescript den Pfarrer Johannes Werner zu Sontra zum regionalen Vertreter des Superintendenten zu Allendorf an der Werra, um die benachbarten Pfarrer und Schullehrer zu visitieren – er war der erste überhaupt, dem in der Landgrafschaft Hessen das neue Amt eines Metropolitan anvertraut wurde. Dem landgräflichen Amt Sontra entsprach kirchlicherseits bis ins 20. Jahrhundert die Klasse Sontra.
Der Dreißigjährige Krieg setzte der Stadt hart zu. „Anno 1623 seindt alhier an der Rothen Ruhr. 137 Persohnen gestorben; anno 1626 seindt an der Pestil. 549 Persohnen gestorben, Syr.7 Was du thust o Mensch so bedenke das Ende.“ So steht es auf dem in der Stadtkirche aufgestellten Grabstein des Ulfener Pfarrers Johannes Bormann, 1626 in Sontra verstorben. In der Christnacht 1634 steckten kroatische Reiter die Stadt in Brand; die Hälfte der Häuser wurde vernichtet und auch das landgräfliche Schloss wurde nachhaltig zerstört. Was übrig blieb, plünderten 1639 die Schweden. Im Jahre 1645 siedelten sich wieder Neubürger an und 1647 plünderten noch einmal kaiserliche Soldaten in der Stadt.
In Sontra waren seit dem 18. Jahrhundert sogenannte Schutzjuden ansässig, sie begründeten eine eigene Gemeinde, erwarben ein Grundstück für ihren Friedhof und durften eine eigene Schule betreiben. Am 13. November 1821 fielen erneut große Teile der Stadt einem Stadtbrand zum Opfer. Die brandgeschädigten Bürger wurden durch eine landesweite Sammlung unterstützt, ein kleiner Restbetrag bildete auf Anregung der kurfürstlichen Schadenskommission nach Ausgleich letzter Schäden 1824 einen Grundstock zur Ausstattung der Schule mit Lehrmitteln.
Der städtische Richtplatz befand sich vermutlich nicht auf dem heute so genannten Galgenberg, sondern vor der Stadt auf der Thingstätte. Die dorthin führende Straße, heute Bäckergasse, hat ihren Namen von den Beckarden, die den armen Sündern auf dem Weg zur Hinrichtung eine letzte Barmherzigkeit reichten.
In der zu Sontra gehörenden Siedlung Donnershag wurde 1919 bis 1924 die sogenannte Siedlungsgesellschaft „Freiland-Freigeld“ vom Ehepaar Margart und Ernst Hunkel begründet, wo zeitweise 350 Siedler lebten.<ref>intaktverein 2011</ref>
In den Jahren von 1936 bis 1938 wurde an die alte Kupferschiefer-Tradition angeknüpft: Im Richelsdorfer Gebirge wurden Bergwerke neu aufgefahren und auf dem Brodberg wurden Flotations- und Hüttenanlagen zur Weiterverarbeitung des Kupfererzes gebaut. Durch die vorwiegend aus dem Mansfelder Land, aus Oberschlesien und aus dem Saargebiet angesiedelten Berg- und Hüttenleute wuchs die Einwohnerzahl von etwa 2200 auf 5500. Durch Flüchtlinge und Vertriebene wuchs sie 1945/46 abermals auf knapp 7000. Infolge eines Wassereinbruchs im Reichenberg-Schacht 1953 wurde der Kupferschieferabbau unrentabel, so dass 1955 die Kurhessische Kupferschiefer-AG liquidiert werden musste und zahlreiche Bergleute in Richtung Ruhrgebiet abwanderten.
Sontra gehörte bis zur Gebietsreform in Hessen 1972 dem Landkreis Rotenburg (Fulda) an. Die beiden Gemeinden Cornberg und Nentershausen verblieben im neu gegründeten Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
Hessische Gebietsreform und Eingemeindungen
Am 1. Februar 1971 wurden im Zuge der hessischen Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Ulfen und Weißenborn auf freiwilliger Basis in die Stadt Sontra eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 40 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref> Am 1. Juli 1971 kamen die Gemeinden Berneburg, Blankenbach, Lindenau und Wölfterode hinzu.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 28. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 5,0 MB]).</ref> Breitau, Diemerode, Heyerode und Krauthausen folgten am 31. Dezember 1971.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 14. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,9 MB]).</ref> Die Reihe der Eingemeindungen wurde kraft Landesgesetz mit der Eingliederung von Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach und Wichmannshausen am 1. August 1972, dem Tag des Wechsels in den Landkreis Eschwege, abgeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hersfeld und Rotenburg (GVBl. II 330-13) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 217, §§ 3 und 17 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Die beiden Landkreise Eschwege und Witzenhausen wurden am 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis vereinigt.<ref></ref> Für alle bei der Gebietsreform nach Sontra eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 26 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Sontra, abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Sontra angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Sontra
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Sontra
- 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Rotenburger Quart, Amt Sontra
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sontra
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Rotenburger Quart, Amt Sontra<ref name="KHK1818" />
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Sontra) und Verwaltung</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Rotenburg
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Sontra 7795 Einwohner. Darunter waren 196 (2,5 %) Ausländer, von denen 62 aus dem EU-Ausland, 125 aus anderen europäischen Ländern und 9 aus anderen Staaten kamen.<ref name="Z2011A" /> Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 10,1 %.<ref name="Hstat" /> Nach dem Lebensalter waren 1269 Einwohner unter 18 Jahren, 2952 zwischen 18 und 49, 1782 zwischen 50 und 64 und 1791 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 3355 Haushalten. Davon waren 1000 Singlehaushalte, 973 Paare ohne Kinder und 1048 Paare mit Kindern, sowie 271 Alleinerziehende und 63 Wohngemeinschaften. In 768 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2064 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1466: 128 Hausgesesse
- 1585: 231 Hausgesesse
- 1602: 402 Haushaltungen mit circa 2000 Menschen
- 1648: nach Ruhr, Pest und Krieg nur noch 200 Menschen
- 1747: 229 Feuerstätten
| Sontra: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 1.856 | |||
| 1840 | 1.785 | |||
| 1846 | 1.998 | |||
| 1852 | 1.942 | |||
| 1858 | 1.813 | |||
| 1864 | 1.491 | |||
| 1871 | 1.805 | |||
| 1875 | 2.005 | |||
| 1885 | 2.117 | |||
| 1895 | 2.106 | |||
| 1905 | 2.226 | |||
| 1910 | 2.253 | |||
| 1925 | 2.420 | |||
| 1939 | 4.162 | |||
| 1946 | 6.376 | |||
| 1950 | 6.141 | |||
| 1956 | 5.206 | |||
| 1961 | 5.247 | |||
| 1967 | 5.761 | |||
| 1970 | 5.765 | |||
| 1973 | 9.890 | |||
| 1975 | 9.515 | |||
| 1980 | 9.098 | |||
| 1985 | 8.583 | |||
| 1990 | 9.239 | |||
| 1995 | 9.418 | |||
| 2000 | 8.958 | |||
| 2005 | 8.568 | |||
| 2010 | 7.955 | |||
| 2011 | 7.795 | |||
| 2015 | 7.629 | |||
| 2020 | 7.693 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Hessisches Statistisches Informationssystem<ref name="Hstat">Hessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011A" /> Nach 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte. | ||||
Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 1811 evangelische (= 83,11 %), 20 katholische (= 1,03 %), 114 jüdische (= 5,86 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 4121 evangelische (= 78,54 %), 1002 katholische (= 19,10 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1987: | 7381 evangelische (= 81,60 %), 1065 katholische (= 11,77 %), 599 sonstige (= 6,62 %) Einwohner<ref name="Z2011S" /> |
| • 2011: | 5862 evangelische (= 75,2 %), 660 katholische (= 8,4 %), 1273 sonstige (= 16,4 %) Einwohner<ref name="Z2011S" /> |
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,<ref>Vorlage:KW21-Hessen</ref> in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:<ref>Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2016.</ref><ref>Vorlage:KW11-Hessen</ref><ref>Vorlage:KW06-Hessen</ref>
| Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2021 | |
|---|---|
| <templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" /> | |
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 59,6 | 19 | 58,1 | 18 | 50,1 | 16 | 45,2 | 14 | 54,6 | 17 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 26,6 | 8 | 28,3 | 9 | 34,0 | 11 | 35,8 | 11 | 29,0 | 9 |
| BfS | Bürger für Sontra<ref>Bürger für Sontra im Internet</ref> | 13,8 | 4 | 10,4 | 3 | – | – | – | – | – | – |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | – | – | 3,2 | 1 | 4,0 | 1 | 2,1 | 1 | 2,9 | 1 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Sontra | – | – | – | – | 7,8 | 2 | 10,9 | 3 | 8,5 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | – | – | – | – | 4,0 | 1 | 6,0 | 2 | 4,9 | 1 |
| Gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | |
| Wahlbeteiligung in % | 49,2 | 53,4 | 57,0 | 55,4 | 58,4 | ||||||
Bürgermeister und Magistrat
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Sontra neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und acht weitere Stadträte angehören.<ref name="mag">Gremien: Magistrat der Stadt. sontra.de</ref> Bürgermeister ist seit dem 1. November 2014 Thomas Eckhardt (SPD).<ref name="te" /> Er wurde als Nachfolger von Karl-Heinz Schäfer (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,<ref name="khs" /> am 25. Mai 2014 im ersten Wahlgang bei 66,9 Prozent Wahlbeteiligung mit 63,3 Prozent der Stimmen gewählt. Eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten folgte, pandemiebedingt verschoben, am 1. November 2020. Durch die verschobene Wahl verschob sich der Beginn der zweiten Amtszeit auf den 8. Dezember 2020, den Tag der Amtseinführung mit Aushändigung der Ernennungsurkunde in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.<ref name="te" /> Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im März 2026.<ref>hessenschau: Bürgermeisterwahl am 15. März 2026 in Sontra </ref>
- Amtszeiten der Bürgermeister<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Sontra, Stadt ( vom 31. Januar 2021 im Internet Archive); Hinweis
- für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Stadt Sontra, seit 2001</ref>
- 2014–2032 Thomas Eckhardt (SPD)<ref name="te">Sontraer Bürgermeister Thomas Eckhardt mit 96,4 Prozent wiedergewählt. Werra-Rundschau, 1. November 2020.</ref><ref>Thomas Eckhardt als Sontras Bürgermeister vereidigt. Werra-Rundschau, 13. Dezember 2020.</ref><ref>TOP 2. Einführung, Verpflichtung, Ernennung und Vereidigung des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Sontra: „Die Amtszeit des Bürgermeisters beginnt mit dem Tage der Aushändigung der Urkunde am 08.12.2020 und endet am 07.12.2026.“ Stadtverordnetenversammlung Sontra am 8. Dezember 2020.</ref>
- 2002–2014 Karl-Heinz Schäfer (SPD)<ref name="khs">Karl-Heinz Schäfer zehn Jahre Bürgermeister. HNA, 1. November 2012.</ref>
- 1984(?)–2002 Gerhard Büchling (wird 1988 als Bürgermeister erwähnt; ob er damals in seiner ersten
Amtszeit oder schon vorher Bürgermeister war, hat sich der Online-Recherche bislang nicht erschlossen.)<ref>SG Sontra und Stadt sanieren Clubhaus – 1988 wurde es unter Bürgermeister Gerhard Büchling eingeweiht. HNA, 28. Februar 2019.</ref>
- Magistrat
Der Magistrat ist als Kollegialorgan die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden, dem Ersten Stadtrat und mindestens einem weiteren Stadtrat; die Zahl der Stadträte wird in der Hauptsatzung festgeschrieben und sie sind, wenn dort nichts anderes bestimmt ist, ehrenamtlich tätig. In den kreisangehörigen Städten Hessens bewegt sich die Zahl der weiteren Stadträte (neben dem Ersten Stadtrat) zwischen vier und zwölf, mit einem Schwerpunkt bei der Spanne zwischen fünf bis neun. Die Zahl hauptamtlicher Stadträte darf die der ehrenamtlichen nicht übersteigen.<ref>Hauptamtliche und ehrenamtliche Verwaltung § 44 Abs. 2. der HGO, hessenrecht.de</ref>
Der Magistrat besorgt die laufende Verwaltung und wird von den Bediensteten der Stadt unterstützt. Diese stellt er ein, befördert und entlässt sie.<ref>Personalangelegenheiten § 73 Abs. 1. der HGO, hessenrecht.de</ref> Er trifft die Entscheidungen zu laufenden Verwaltungsangelegenheiten, bereitet gemeinsam mit der Verwaltung die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vor und führt diese aus. Er wirkt mit bei der Ausführung der Gesetze und Verordnungen innerhalb der Stadt, bei der Verwaltung des Vermögens, bei der Erstellung des Haushaltsplanes sowie bei der Überwachung des Kassen- und Rechnungswesens. Auch die Wahrung der Bürgerinteressen ist seine Aufgabe. Er vertritt die Gemeinde nach außen, führt den Schriftwechsel und vollzieht die Gemeindeurkunden. Er tagt unter Vorsitz des Bürgermeisters in nicht-öffentlichen Sitzungen. An den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung nimmt der Magistrat ohne Stimmrecht teil.<ref>hessenrecht.de: Gemeindevorstand (Magistrat) §§ 65ff. der HGO, hessenrecht.de.</ref><ref>Bezeichnung der Organe § 9. der HGO, hessenrecht.de</ref><ref>Amtsbezeichnung der Beigeordneten § 45 Abs. 2. der HGO, hessenrecht.de.</ref>
Die ehrenamtlichen Stadträte werden von der Stadtverordnetenversammlung in oder bald nach der konstituierenden Sitzung für die fünfjährige Wahlperiode bis zur nächsten Kommunalwahl in den Magistrat gewählt. Für die Dauer ihrer Wahlzeit werden sie zu Ehrenbeamten ernannt und können zwar zurücktreten, aber im Gegensatz zu hauptamtlichen Magistratsmitgliedern nicht abgewählt werden. Die Stärke der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen spiegelt sich grundsätzlich in der Zusammensetzung des ehrenamtlichen Magistrats wider.<ref name="mag" /> Vertreter des Bürgermeisters ist der Erste Stadtrat Marco Haukwitz (CDU).
Stadtsiegel und Wappen
Blasonierung: In Gold eine stilisierte blaue Rose. Auf der Rose ein golden bewehrter, neun Mal von Silber und Rot geteilter Löwe (Hessenlöwe).
Es gibt folgenden überlieferten Wappenspruch:
„Die Stadt Sontra eine Rose hat, darinnen ein bunter Löwe staht’.
Dem Fürsten treu sein wohlgebührt und einer Stadt ihr’ Namen ziert.“
Interkommunale Zusammenarbeit
Zusammen mit den Nachbargemeinden Herleshausen (Werra-Meißner-Kreis) und Nentershausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) wurde am 14. Oktober 2006 der Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit gegründet. Hieraus entwickelt sich eine enge Kooperation dieser drei Gemeinden mit teilweise bereits übergeordneter Erledigung in Eigenverantwortung von gemeinsamen Aufgaben aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur (Bildung), Freizeitgestaltung (Tourismus) und Landwirtschaft.
Städtepartnerschaften
- Vimoutiers (Département Orne in Frankreich, seit 1971)
- Tambach-Dietharz (Thüringen, seit 1990)
- Łącko (Polen, seit 2017)<ref>Sontra besiegelt Partnerschaft mit Łącko. sontra.de, 25. September 2017.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Das Stadtgebiet von Sontra verfügt über einen mittelalterlichen Stadtkern mit zahlreichen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern. Das Sontraer Rathaus stammt aus dem Jahre 1668. Über dem Stadtteil Wichmannshausen befindet sich die Burgruine der Boyneburg, sie gehört noch immer zum Besitz der Familie von Boyneburg.
Evangelische Stadtkirche St. Marien
Die Sontraer Kirche war zunächst nach ihrem ersten Schutzpatron, dem Heiligen Georg benannt, heißt aber heute St.-Marien-Kirche. Sie wurde erstmals 1483 bis 1493 von Grund auf erneuert,<ref>Dorothea Schäfers: Sankt Marien – die Stadtpfarrkirche von Sontra. In: Werratalverein Eschwege e. V. (Hrsg.): Das Werraland. Heft 3. Eschwege 1976, S. 36.</ref> dabei wurde die dem Bautyp einer gotischen Hallenkirche entsprechende Kirche auch im Grundriss verändert, bei diesem Umbau wurde das nördliche Seitenschiff entfernt, somit besitzt die Kirche nun einen asymmetrischen Grundriss. Das Langhaus besteht aus drei Gewölbejochen, der Chor besitzt zwei Joche. Das Äußere der Kirche macht mit dem sorgfältig bearbeiteten roten Sandsteinquaderwerk und dem mächtigen Dach einen sehr gediegenen Eindruck. Bei den Zugängen ist besonders das große Spitzbogenportal der Nordseite beachtenswert. Der Innenraum, in dem die nachmittelalterlichen Einbauten stark zurücktreten, wirkt weit und offen; zugleich auch hell und festlich. Die Ausmalung von 1934 orientiert sich an der Farbfassung der 1568 wiederhergestellten Ausmalung. Haupt- und Nebenschiff werden durch kräftige Rundpfeiler getrennt, auf denen weit gespannte Arkadenbögen ruhen. Der Chor wird durch die sechs großen Spitzbogenfenster mit dem vielgestaltigen Maßwerk erhellt. Seit 2003 schmücken drei Chorfenster mit dem Trinitätsthema des Londoner Künstlers Graham Jones die drei Chorfenster.<ref>Götz J. Pfeiffer: Chorfenster von Graham Jones, in: Mut zum Gestalten. Kunstförderung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel, 2013, S. 42–43.</ref>
Die Kirche wurde 1558 Opfer eines Großbrandes in der Sontraer Altstadt, dabei wurden auch die im Turm aufgehängten Glocken zerstört. Nach dem Wiederaufbau der Kirche wurde der Kirchturm mit einer markanten Turmspitze versehen, diese stürzte aber bei einem Sturm am 27. Juli 1598 in die Tiefe.
Johann Adam Gundermann aus Wommen gilt als der Erbauer der Sontraer Orgel, er war ein talentierter Schüler des Stader Orgelbaumeisters Arp Schnitger. Gundermann stand noch am Anfang seiner Laufbahn, als er am 22. August 1711, erst 33-jährig in Sontra verstarb. Nach einer späteren Erweiterung verfügte die Orgel über 18 Register Gundermanns und fünf Register des Pedals. Sie galt als die klanglich beste Orgel in weitem Umkreis in Kurhessen außerhalb von Kassel.<ref>Dieter Großmann: Die Stadtkirche St. Georg in Sontra. In: Werratalverein Eschwege e. V. (Hrsg.): Das Werraland. Heft 2. Eschwege 1957, S. 22–24.</ref>
Rathaus
Der stattliche Fachwerkbau mit Türmchen und großer Freitreppe wurde in den Jahren von 1668 bis 1670 von Zimmermeister Jakob Schalles auf den Grundmauern des zerstörten früheren Rathauses errichtet. Das Vorgängergebäude war in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1634, bei der zweiten großen Feuersbrunst die Sontra heimsuchte, eingeäschert worden. Dem Brand, der während der Schreckenszeit des Dreißigjährigen Krieges von den Kroaten der kaiserlichen Soldateska gelegt wurde, fiel fast die gesamte Stadt zum Opfer.
Das auf einem hohen, massiven Sockel stehende Rathaus ziert auf der Giebelseite ein dichtes Fachwerkraster mit Mannfiguren an den Eckständern und Andreaskreuzen im Brüstungsbereich. Der seitliche Anbau wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angefügt. Zugang in das Gebäude bietet ein Portal mit reichgeschnitzter Tür. In den 2000er Jahren wurde das geschichtsträchtige Gebäude unter Aufsicht der Denkmalspflege umfassend renoviert und modernisiert. Nach abgeschlossener Sanierung wurde in dem Gewölbekeller ein kleines Bergbaumuseum eingerichtet. Neben einem nachgebildeten Bergwerksstollen werden Exponate des Bergbaus um Sontra vom 14. Jahrhundert bis zu seinem Ende ausgestellt.
Das Rathaus ist der Sitz der Stadtverwaltung. In ihm befinden sich neben den Räumen des Bürgermeisters, des Bürgerbüros und einiger Fachämter ein Rathaussaal für Sitzungen der städtischen Gremien. Zu dem Rathauskomplex gehört auch ein ehemaliges Wohnhaus mit angeschlossenem Nebengebäude in der Kirchgasse, in Ecklage zum Steinweg, das im Kern vermutlich aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts stammt. Wegen seiner künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung ist das Rathaus ein geschütztes Kulturdenkmal.<ref name="Denkmaltopographie">Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand: In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis I. Altkreis Eschwege. S. 348 f.</ref><ref>Georg Dehio. Bearbeitet von Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Hessen. S. 766 f.</ref>
Bergbausiedlungen
Die Wiederaufnahme des Kupferschieferbergbaus im Richelsdorfer Gebirge in den 1930er Jahren führte zu einer rasanten Industrialisierung der bislang kleinbäuerlich geprägten Sontraer Region. Durch den Zuzug der angeworbenen Berg- und Hüttenleute, die mit ihren Familien aus dem Mansfelder Land, Schlesien, dem Saarland und anderen Bergbaurevieren kamen, verdoppelte sich die Bevölkerungszahl Sontras und stieg auf 5274 Einwohner im Jahr 1938 an.<ref>Sontra, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> Um Wohnmöglichkeiten zu schaffen, wurden zwei Neubausiedlungen geplant.
Die Konzeption, die im Dezember 1936 erstellt wurde, sah zwei getrennte Siedlungen am südlichen und nordöstlichen Stadtrand vor. Die Siedlung I mit dem Barbaraplatz als Mittelpunkt sollte über 360, diejenige in der Siedlung II mit dem Glückaufplatz über 216 Wohneinheiten verfügen. Die standardisierte Zeilenbebauung der Straßenzüge wird von unterschiedlichen Haustypen geprägt. Es wurden ein- und zweistöckige Häuser als Einzel-, Doppel und Reihenhäuser errichtet. Fachwerkarchitektur wechselt mit massiven Gebäuden, die jeweils in lockerer Gruppierung einander zugeordnet sind.
Bauträger wurde die neu gegründete Kurhessische Bergbausiedlung, die die Hessische Heimstätte mit der Durchführung beauftragte. Das zentrale Richtfest für die Bergarbeitersiedlungen, verbunden mit einer Grundsteinlegung für ein Gemeinschaftshaus, wurde im Oktober 1937 auf dem Barbaraplatz ausgerichtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Siedlungen in die Hände der halbstaatlichen Kurhessen Wohnungsbaugesellschaft, der heutigen Wohnstadt, die privaten Interessenten den Kauf von Häusern ermöglichte. Durch die Privatisierung kam es zu individuellen Modernisierungen, An- und Umbauten, die die Einheitlichkeit des Ensembles jedoch kaum beeinträchtigen.
Für den Denkmalschutz sind die „Gesamtanlagen Barbaraplatz und Glückaufplatz“ in den beiden Siedlungen aus geschichtlichen Gründen schützenswert.<ref name="Denkmaltopographie" /><ref>Karl-Heinz Kessler und Andreas Rehs: Das Aufleben des Kupferschieferabbaus im Richelsdorfer Gebirge. In: Rund um den Alheimer, Band 39/2018. Herausgegeben vom Geschichtsverein Altkreis Rotenburg. Rotenburg, DruckWerkstatt, ISSN 1439-4022, S. 60 f.</ref>
Jüdische Friedhöfe
Die jüdische Gemeinde Sontras erwarb im Jahr 1710 ein Grundstück an dem steilen Südhang des Quesselsberges, um dort ihre Toten zu bestatten. Vorher wurden die Verstorbenen in Jestädt oder Reichensachsen beigesetzt. Der Friedhof in Sontra diente als Sammelfriedhof auch den jüdischen Gemeinden von Breitzbach, Diemerode, Nentershausen, Nesselröden, Richelsdorf, Solz und Wommen, bis in diesen Orten teilweise eigene Friedhöfe angelegt wurden. Aus Platzmangel wurde die Anlage 1859 erweitert, 1920 wurde der Friedhof geschlossen. In der NS-Zeit blieb die Begräbnisstätte, vermutlich wegen ihrer Abgeschiedenheit, von gewaltsamer Zerstörung verschont. In dem inzwischen mit einem lichten Eichenwald bewachsenen Bereich, oberhalb des „Heinrich-Schneider-Stadions“, stehen von den mehr als zweihundert angelegten Grabstellen noch rund einhundert Grabsteine.<ref name="Ilse Gromes">Ilse Gromes: Spuren einer Minderheit - Juden in Sontra 1367 bis 1942. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Sontra. Heft 7, Sontra, S. 38 f.</ref>
Nachdem der alte Friedhof belegt war, kaufte die jüdische Gemeinde 1921 ein Grundstück an dem flachen Gegenhang des Quesselsberges für die Anlage eines neuen Friedhofs. Von den laut Sterberegister mindestens 26 Gräbern sind nur noch sieben Grabsteine erhalten. Der Friedhof im freien Feld war in der Zeit des Nationalsozialismus der Zerstörung durch Gewalt mehr ausgesetzt als der einsam gelegene, halb vergessene alte Friedhof. Mit den noch vorhandenen Grabsteinen wurde auf der Begräbnisstätte, die heute innerhalb des Geländes der „Adam-von-Trott-Schule“ liegt, ein Ehrenmal gestaltet.<ref name="Ilse Gromes" />
Die jüdischen Friedhöfe werden aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung als Kulturdenkmale geschützt.<ref>Denkmaltopographie Werra-Meißner-Kreis I. S. 358 f.</ref>
Museen
- Museum im alten Boyneburger Schloss im Stadtteil Wichmannshausen
- Bergbau-Museum (Kupferschiefer-Bergbau) im Kellergewölbe des Historischen Rathauses von Sontra
Sport
Breitensport wird in der Stadt vom TV Sontra 1861 in mehreren Abteilungen betrieben. Der ortsansässige Fußballverein ist die SG Sontra 1919. Die 1. Mannschaft spielt 2018, wie auch in den Jahren zuvor, in der Kreisoberliga Werra-Meißner. Weitere Sportarten können im Freizeit- und Erlebnisbad (Freibad) mit Riesenrutsche, einem Minigolfplatz und einem Kegelzentrum betrieben werden.
In der Stadt gibt es zwei Schützenvereine, die Schützengilde Sontra und den Sportschützenverein 1958 Sontra Auf dem Dornberg bei Sontra betreibt der Mittelhessische Verein für Flugsport Sontra/Bebra das Segelfluggelände Dornberg bei Sontra.
Natur
Im Stadtgebiet von (Gesamt-)Sontra sind verschiedene Natura-2000-Gebiete ausgewiesen worden, die als besonders schützenswert gelten. Sie gehören als Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet oder Vogelschutzgebiet zu dem europäischen Schutzgebietsnetz, das die Erhaltung der biologischen Vielfalt zum Ziel hat.<ref>Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie</ref><ref>Steckbriefe zu den Natura-2000-Gebieten in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 7. Januar 2023.</ref>
- Boyneburg und Schickeberg bei Breitau (FFH-Nr. 4926-350): Das Laubwaldgebiet erstreckt sich entlang der Gemeindegrenze zwischen Sontra und Grandenborn am nordwestlichen Rand der Ringgau-Hochfläche. Neben den beiden namengebenden Bergen gehören noch der Erbberg und weitere angrenzende Bereiche zu dem Schutzgebiet. Bergabstürze, Felsabbrüche, Kalkfelsfluren sowie waldnahe Magerrasen und Streuobstbestände prägen den Bereich. Das FFH-Gebiet beinhaltet das gleichnamige Naturschutzgebiet mit dem WDPA-Code 81445 und der nationalen Kennung 1636004.
- Felsklippen im Werra-Meißner-Kreis (EU-Vogelschutzgebiets-Nr. 4726-401): Die Fels- und Waldbereiche an der Boyneburg und am Schickeberg sind eine Teilfläche des dreigeteilten Vogelschutzgebietes. Die Kalkfelsklippen, die aus bewaldeten Berghängen über offene Täler aufragen, sind Brutgebiete der Wanderfalken und Uhus.
- Gipskarst bei Berneburg (FFH-Nr. 4925-302): Das Schutzgebiet umfasst den östlich an Berneburg angrenzenden Wald und die sich anschließende Offenlandfläche. In dem Gipskarstgebiet liegen drei Höhlen, darunter die längste aktive Wasserhöhle Nordhessens. Die Höhlen gelten als bedeutendes Überwinterungsquartier für heimische Fledermäuse.
- Werra- und Wehretal (FFH-Nr. 4825-302): Das FFH-Gebiet besteht aus großen zusammenhängenden Buchenwäldern auf Kalk, Basalt und Buntsandstein mit den angrenzenden Grünlandflächen und Streuobstwiesen. Zu dem Schutzgebiet gehören ausgedehnte Bereiche in der Mittelgebirgslandschaft nordwestlich von Sontra und westlich von Wichmannshausen.
- Wälder und Kalkmagerrasen der Ringgau Südabdachung (FFH-Nr. 4926-305): Das Schutzgebiet erstreckt sich als langgezogenen Band am Südabfall des Ringgaus bis nach Herleshausen. Eingeschlossen sind die Bereiche im Stadtgebiet um den Holstein östlich von Sontra. Stein, Heiligenberg und Iberg in der Gemarkung von Breitau. Der Buchberg westlich von Ulfen sowie Ottilienberg, Sandberg und Hasenkopf in dem südlichen Teil der Gemarkung Ulfens. Vorrangige Schutzziele sind die Sicherung der Waldmeister- und Orchideen-Buchenwälder, Hangschuttwälder, Kalk-Felsfluren und der orchideenreichen Kalkmagerrasen.
- Kalkmagerrasen zwischen Morschen und Sontra (FFH-Nr. 5025-350): Das Schutzgebiet besteht aus einem Netz zahlreicher kleinflächiger und zerstreut liegender Kalkmagerrasenflächen in einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft. Sie sind einer der wichtigen Standorte von Orchideen in Hessen. Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz, zwischen Sontra und Lindenau, sind zwei Flächen, die durch die Kreisstraße 83 getrennt werden, als schutzwürdig ausgewiesen.
Seit 2017 gehört das gesamte Stadtgebiet von Sontra zum erweiterten Geo-Naturpark Frau-Holle-Land.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Autobahnanschluss besteht über die Bundesautobahn 4 an der Anschlussstelle Wommen/Sontra. Durch die Stadt führen die B 27 und die B 7. Durch die Stadtteile Krauthausen, Breitau und Ulfen führt die B 400.
Die A 44, die um die Stadtteile herumführen wird, ist in Planung bzw. im Bau. Im Stadtgebiet von Sontra sind drei Anschlussstellen vorgesehen.
Sontra hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Göttingen–Bebra. Dieser wird von der NVV-Linie RB 87 bedient.
| Linie | Verlauf | Takt |
|---|
Durch seine Lage zwischen drei flachen und waldreichen Mittelgebirgen, dem Stölzinger Gebirge, dem Richelsdorfer Gebirge und dem Ringgau, gibt es ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen. Hier sind insbesondere der Hessische Radfernweg R5, der Barbarossaweg und der Europäische Fernwanderweg E6 zu nennen. Seit 2007 gibt es den Wetterlehrpfad-Nordhessen, einen regionalen Lehrpfad rund um den Ortsteil Wichmannshausen.
Staatliche Einrichtungen
Im Jahre 1962 wurde die Husaren-Kaserne errichtet. Hier waren das Panzeraufklärungsbataillon 5, die Panzeraufklärungskompanie 140 und die Panzerjägerkompanie 130 stationiert. Die Liegenschaft mit – am Ende – 780 Dienstposten wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2008 aufgelöst. Auf dem ehemaligen Gelände der Panzerwaschanlage und des Außenparkplatzes der ehemaligen Kaserne betreibt seit 2011 der MSC Waldkappel-Breitau den Husarenring, eine Motocross-Strecke.<ref>Motorsportstätte feierlich eingeweiht. (PDF) ADAC Hessen-Thüringen, November 2011, abgerufen am 15. Oktober 2017.</ref> Das ehemalige Gelände der Husaren-Kaserne ist als interkommunales Gewerbegebiet Husarenpark erschlossen und wird derzeit vermarktet.
Bildung
In Sontra gibt es die Adam-von-Trott-Schule (Gesamtschule) und zwei Grundschulen (Regenbogenschule, Wiesenschule).
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Fritz Rappe (1907–2003) war von 1937 bis 1974 Stadtpfarrer in Sontra und wurde anlässlich seiner Emeritierung zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.
- Heinz Gebhardt (* 1936) gehörte seit dem Jahr 1972 als sozialdemokratischer Abgeordneter fast 40 Jahre der Stadtverordnetenversammlung an, davon 29 Jahre als Parlamentsvorsteher. Das Ehrenbürgerrecht wurde ihm bei seiner Verabschiedung im Mai 2011 verliehen.
Persönlichkeiten
Diese Übersicht (nach Geburtsdatum sortiert) enthält sowohl bedeutende, in Sontra geborene Persönlichkeiten als auch Personen, die in Sontra wirkten, jedoch nicht hier geboren sind.
- Georg (Gregorius) Faber (* vor 1578 in Sontra, † nach 1633). Der Arzt, Dichter und Zeichner verfasste in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges als Reisebegleiter des Landgrafen Philipp III. von Hessen-Butzbach ein Skizzen- und Reisetagebuch.<ref>Faber, Georg. In: Allgemeines Künstlerlexikon Online. De Gruyter 2009.</ref>
- Paul Stein (1585–1634), in Sontra geboren, war reformierter Geistlicher und Teilnehmer an der Dordrechter Synode.
- Johann Friedrich Waitz von Eschen (1706–1781), Gutsbesitzer zu Sontra und landgräflicher Hofkammerrat und Oberamtmann
- Carl Lorenz Collmann (1788–1866), der in Sontra geborene Theologe und Pädagoge schrieb, nach Lehrtätigkeit in London und bei Johann Heinrich Pestalozzi in Yverdon, die im Jahr 1863 erschienene Geschichte der alten Bergstadt Sontra in Niederhessen.<ref>Collmann, Carl Lorenz. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Ergänzungsband 3: Christener – Fowelin. De Gruyter 1996.</ref>
- Carl Jakob Ziese (1825–1868), im Ortsteil Hübenthal geborener Orgelbaumeister.
- Otto Hartwig (1830–1903), der in Wichmannshausen geborene Bibliothekar leitete die Universitätsbibliothek Halle, die er zu einer wissenschaftlichen Modellbibliothek ausbaute und gründete die Fachzeitschrift Centralblatt für Bibliothekswesen.<ref>Hartwig, Otto (Peter Conrad). In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 4: Görres–Hittorp. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-25034-7, S. Vorlage:VonBis (books.google.de – Leseprobe).</ref>
- Gustav Schneider (1847–1913), Verwaltungsjurist und Kommunalbeamter, Oberbürgermeister von Erfurt und Magdeburg
- Rudolph von Wachs (1850–1916), der preußische General der Infanterie wurde in Sontra geboren.
- Heinrich Deist (1874–1963), der aus Mitterode stammende sozialdemokratische Politiker war Geschäftsführer der Gewerkschaftszeitung Volksblatt für Anhalt und nach dem Ende der Monarchie in den Jahren von 1919 bis 1932 der erste Ministerpräsident des Freistaates Anhalt.<ref>Biografie von Heinrich Deist. In: Gedenkkultur Dessau-Rosslau; abgerufen am 9. Oktober 2020.</ref>
- Heinrich Ruelberg (* 1882) wurde in Sontra geboren, war Regierungsbaumeister und Ministerialbeamter.
- Karl Weyrich (1884–1973) war ab 1934 Sontraer Bürgermeister und nach seiner Pensionierung 1945 noch ehrenamtlich um die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt bemüht.
- William Katz, eigentlich Wilhelm Katz (1895–1988) in Diemerode geborener deutsch-australischer Lehrer, Kantor und Rabbiner.
- Harry Haffner (1900–1969), der NS-Jurist und letzte Präsident des Volksgerichtshofes, lebte ab 1946 weitgehend unbehelligt und unter dem falschen Namen Heinrich Hartmann in Sontra.
- Kurt Reuber (1906–1944) war in Wichmannshausen von 1933 bis 1938 evangelischer Pfarrer. Von ihm stammt die berühmte Stalingradmadonna, die er zu Weihnachten 1942 anfertigte.
- Ernst Henn (1931–2019), der Historiker und ehemalige Gymnasiallehrer schrieb mehrere Bücher zu Themen der Regionalgeschichte.
- Fritz-Wilhelm Krüger (* 1941), der in Sontra geborene Politiker (FDP) war Abgeordneter des Hessischen Landtags.
- Gerhard Bökel (* 1946), ein in Hornel geborener Journalist, Rechtsanwalt, Politiker und Autor. Der Sozialdemokrat war unter anderem Mitglied des Hessischen Landtags, Landrat, Hessischer Minister des Innern sowie Hessischer Minister des Innern und für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz. Bei der Wahl im Jahr 2003 war er Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten.
- Jürgen Weber (1953–2015), Polizeibeamter, wurde als Opfer eines Brandanschlags bei einer Demonstration am 10. Mai 1976 in Frankfurt am Main bekannt.
Literatur
- Vorlage:MerianTopo
- Carl Lorenz Collmann: Geschichte der alten Bergstadt Sontra in Niederhessen. Kassel 1863 (books.google.de).
- Jürgen Raabe: Zwangsarbeit bei der Kurhessischen Kupferschieferbergbau Sontra 1940–1945: Erkundungen, Studien u. Dokumente. Kassel 1986, ISBN 3-88122-340-1.
- Ilse Gromes: Spuren einer Minderheit – Juden in Sontra 1367 bis 1942. Beiträge zur Geschichte der Stadt Sontra, Heft 7, Sontra, 1981 und Ergänzungsheft, 1984.
- Ilse Gromes: Sontra im 30jährigen Krieg. (Beiträge zur Geschichte der Stadt Sontra, Heft 8). Sontra 1989, OCLC 180489467.
- Thomas Schröder: Stadtführer Sontra mit Nentershausen und Cornberg. Verlag der Buchhandlung Oertel, 2013, ISBN 978-3-939464-24-2, S. 89 + Stichwortverzeichnis.
- Lothar und Sieglinde Nitsche, Marcus Schmidt: Naturschutzgebiete in Hessen, Band 3: cognitio Kommunikation & Planung, Verlag, Niedenstein 2005, ISBN 3-932583-13-2.
Weblinks
- Vorlage:HessBib
- Sontra, Stadtgemeinde, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Sontra, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Fußnoten
<references group="Anm." />
<references> <ref name="lagis"> Sontra, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 3. Juni 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 50 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011A"> Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stadt Sontra. In: Zensus 2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Oktober 2020. </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 56 und 112, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="Z2011S"> Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 147, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 31. März 2022. </ref> </references>
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| Städte: |
Bad Sooden-Allendorf | Eschwege | Großalmerode | Hessisch Lichtenau | Sontra | Waldkappel | Wanfried | Witzenhausen |
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| Gemeinden: |
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