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Katzenfleisch

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Datei:Viande-chat.jpg
Gericht aus Katzenfleisch, gekocht in der Zentralafrikanischen Republik

Katzenfleisch dient, in jeweils mehr oder weniger geringem Umfang, unter anderem in Südchina, Nordvietnam, Korea und Peru zu Nahrungszwecken.

In Notzeiten wurde Katzenfleisch auch in Europa anstelle von Kaninchen- oder Hasenfleisch verwendet. Daher werden Hauskatzen im deutschen Sprachraum auch Dachhasen, in Großbritannien „Roof-Rabbits“ genannt.

Konsum von Katzenfleisch

Datei:Cats before slaughter 01.JPG
Verkauf von Katzen als Fleischlieferant auf einem ostasiatischen Markt

Im Süden Chinas und im Norden Vietnams wird Katzenfleisch als „wärmend im Winter“ beschrieben. Sowohl der Magen als auch die Eingeweide der Katze werden gegessen und aus dem Fleisch werden gerne Fleischbällchen gedreht, während der Kopf weggeworfen wird.<ref>The Shenzhen Cat Meatball Restaurant. In: EastSouthWestNorth Blog. 20. Juni 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Januar 2015; abgerufen am 23. März 2014.</ref> Einer im Februar 2020 veröffentlichten Marktanalyse zufolge haben 8 % der in Hanoi lebenden Menschen in ihrem Leben Katzenfleisch konsumiert.<ref>The Dog and Cat Meat Trade in Southeast Asia: A Threat to Animals and People Harvard Kennedy School, Februar 2020 (PDF; Seite 16)</ref> In der chinesischen Stadt Pukuo (Nanjing) gibt es professionelle Katzenfänger, die regelmäßig Katzen zur südlichen Provinz von Guangdong transportieren, wo diese knapp geworden sind, seit sie als Nahrung verwendet werden.<ref>Malcolm Moore: Cat-nappers feed Cantonese taste for pet delicacy. In: The Daily Telegraph. 1. Januar 2009.</ref>

In Korea wird Katzenfleisch manchmal gekocht zu einem Tonikum gegen Nervenschmerz und Gelenkentzündung zubereitet, allerdings ist das Fleisch selbst als Nahrungsmittel nicht sehr üblich.<ref>RSPCA: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Campaigns – Dog and cat meat (Memento vom 3. Januar 2008 im Internet Archive) (Internet Archive)</ref>

Beim peruanischen Santa-Efigenia-Festival in einer Stadt in La Quebrada im September werden Katzenkochtechniken demonstriert.<ref>Missy Ryan: „Cat-eaters“ take note – feline feast at Peru festival. In: Reuters. 28. September 2001, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. September 2004; abgerufen am 23. März 2014.</ref>

Historisch wurden Katzen auch in Europa gegessen. Im Zweiten Weltkrieg wurde infolge der Nahrungsknappheit mehr Katzenfleisch gegessen.

Die Schweiz ist das einzige europäische Land, das den Konsum von Haustieren wie Katzen und Hunden zum Eigenbedarf nicht verbietet. Einschränkungen gelten lediglich für den Verkauf, Handel oder Verzehr von Haustieren in Restaurants. Im privaten Haushalt ist es vorgeschrieben, die Tiere gemäß den Richtlinien des Tierschutzes zu töten.<ref>Robert Klages: "Der Katzenfresser": Warum ein Schweizer Bauer lieber Katzen als Sushi isst. In: tagesspiegel.de. 5. November 2015, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref><ref>Charlotte Theile: Schweiz: Katzenjunges mit Rosmarin und Thymian. In: www.sueddeutsche.de. 27. November 2014, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref>

Bewohner der italienischen Stadt Vicenza werden noch immer „mangiagatti“ („Katzenfresser“) genannt, ein Spottname der venezianischen Sprache. 2010 verursachte der TV-Koch Beppe Bigazzi einen landesweiten Skandal, als er in einer Fernsehsendung Ratschläge zur Zubereitung von Katzenfleisch gab und darauf verwies, dass das Katzenkochen in der Toskana, vornehmlich im Gebiet Valdarno, Tradition habe.<ref>Annette Langer: Skandal in Italien: TV-Koch empfiehlt gebratene Katze. In: Spiegel Online. 17. Februar 2010.</ref>

Australische Aborigines in der Gegend von Alice Springs haben die Sitte entwickelt, Katzen zu essen, die europäische Siedler in die Region eingeführt haben, einige mit der Begründung, Katzen seien „eine ernst zu nehmende Bedrohung der australischen Fauna.“ Diese Sitte ist sehr umstritten, da das Essen von verwilderten Katzen zu schweren Krankheiten führen kann.<ref>Phil Mercer: Australians cook up wild cat stew. In: BBC News. 2. September 2007.</ref>

Der Konsum von Katzenfleisch ist nach jüdischen und islamischen Speisegesetzen nicht erlaubt.

Gegner von Katzenfleischkonsum

Da der Besitz von Katzen als Haustier in China immer populärer wurde, wuchs auch die Zahl der Gegner von Katzenfleischkonsum. Im Juni 2006 stürmte eine Gruppe von 40 Tierschützern das Restaurant Fangji in Shenzhen, ein Restaurant, das sich auf Katzenfleisch spezialisiert hatte, und schaffte es, das Restaurant zum Abbruch des Verkaufs von Katzenfleisch zu zwingen.<ref>Activists protest against cat eating in Shenzhen. In: Xinhua. 18. Juni 2006.</ref>

Das geschah etwa zwei Jahre nach der Gründung des Chinese Animal Protection Network,<ref>Website des Chinese Animal Protection Network (CAPN) (englische Version)</ref> das im Januar 2006 begann, gut publizierte Proteste gegen den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch zu organisieren, zuerst in Guangzhou, dann auch in mehr als zehn anderen Städten.<ref>Zheng Caixiong: City bans popular Cantonese dish of snake and cat. In: China Daily. 6. November 2007.</ref><ref>Merritt Clifton: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Guangzhou bans eating snakes--ban helps cats (Memento vom 4. März 2008 im Internet Archive). In: Animal People. November 2007.</ref>

Vier Pfoten hat im Februar 2020 die Marktanalyse „The Dog and Cat Meat Trade in Southeast Asia: A Threat to Animals and People“ veröffentlicht<ref>A FOUR PAWS report on the dog and cat meat trade in the Southeast Asia vom 11. Februar 2020 in Dogcatmeat.four-paws.org</ref> und fordert gemeinsam mit Change For Animals Foundation die vietnamesische Regierung auf, zuvor geltende Gesetze, die den Handel mit Katzenfleisch ausdrücklich verboten haben, wieder in Kraft zu setzen.<ref>Spezialgericht "Little Tiger": Handel mit Katzenfleisch in Vietnam boomt vom 12. August 2020 in Tt.com</ref>

Rechtliches

Vorlage:Hinweisbaustein Das Verbot, Katzenfleisch zu gewinnen und anzubieten, ergibt sich

Literarische Verarbeitung

Karneval 1912 besingt Willi Ostermann im „Kölsch Katze Leed“ (Kölnisches Katzenlied) anspielend an den umgangssprachlich „falschen Hasen“ oder „Dachhahn“ für Katzenbraten, wie sich die Nachbarschaft amüsiert:

„De Wienanz han_nen Haas em Pott! Miau, miau, miau. De Höövelmanns ihr Katz es fott! Miau, miau, miau. Dat Dier dat sohs noch jester_Naach, miau, miau, miau, met sengem Breutijam om Daach, miau, miau, miau“, (sinngemäß: Familie Wienand hat einen Hasen im Topf! Miau... Familie Hövelmanns Katze ist fort! Miau....Das Tier saß noch gestern Nacht -miau miau- mit seinem Bräutigam auf dem Dach....)<ref>Willi Ostermann Gesellschaft 1967 e. V. mit weiterem Text und Deckblatt der Veröffentlichung, wobei "Falscher Hase" gewiss gebräuchlicher für Hackbraten steht.</ref>.

Im Theaterstück Der Etappenhase von Karl Bunje wird einem Offizier im Krieg ein Katzenbraten serviert, während die Soldaten den für ihn bestimmten Hasenbraten selbst essen.

Im Kriminalroman Im Namen des Katers des haitianischen Autors Gary Victor (Litradukt, Trier 2019) bildet die Angewohnheit mancher Haitianer, bei Trinkgelagen Katzenfleisch zu konsumieren, da es angeblich besonders gut zu clairin (klarer Zuckerrohrschnaps) passt, ein wesentliches Element der Handlung.

Weblinks

Commons: Katzenfleisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />