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Iodtrichlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von Iodtrichlorid
Allgemeines
Name Iodtrichlorid
Andere Namen

Vorlage:INCI

Summenformel
  • ICl3 (Monomer)
  • (ICl3)2 (Dimer)
Kurzbeschreibung

rotbraune Kristalle mit stechendem Geruch<ref name="Merck" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 212-739-8
ECHA-InfoCard 100.011.582
PubChem 70076
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 233,26 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,12 g·cm−3 <ref name="Merck" />

Schmelzpunkt

33 °C<ref name="Merck" />

Siedepunkt

77 °C (Zersetzung)<ref name="Römpp" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​314​‐​335
P: 280​‐​301+330+331​‐​304+340​‐​305+351+338<ref name="Merck" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Iodtrichlorid ist eine ätzende Interhalogenverbindung, die aus Iod und Chlor besteht. Diese wurde zuerst 1814 von Humphry Davy dargestellt.<ref name="Holle" />

Geschichte

Emil von Behring experimentierte mit zahlreichen Chemikalien, um ein Mittel gegen die Diphtherie zu finden. Bei einigen seiner Versuchstiere gelang ihm eine Heilung der Diphtherie mit Iodtrichlorid – wenn auch unter gravierenden Nebenwirkungen. Im Blut dieser geheilten Tiere fand von Behring anschließend das Antitoxin gegen das Diphtherietoxin, mit dem zum ersten Mal eine Behandlung des echten Krupps mit einem akzeptablen Nebenwirkungsspektrum möglich wurde. Er legte hiermit den Grundstein für die passive Immunisierung.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Behring, Emil: Untersuchungen über das Zustandekommen der Diphtherie-Immunität bei Thieren, in: Deutsche Medicinische Wochenschrift 50, 1890, S. 11. </ref>

Gewinnung und Darstellung

Iodtrichlorid entsteht, wenn man Chlor auf Iodchlorid einwirken lässt.<ref name="Römpp">Bernd Dill, Fred Robert Heiker, Andreas Kirschning (Hrsg.): Römpp Chemie Lexikon. 9. Auflage, Band 3, Georg Thieme Verlag, 1992, ISBN 978-3-13-734809-2, S. 2019.</ref>

<math>\mathrm{Cl_2\ +\ ICl\ \longrightarrow\ ICl_3}</math>

Eigenschaften

Iodtrichlorid bildet im Unterschied zu anderen Interhalogenen ein Dimer, (ICl3)2. Dabei sind die Bindungswinkel sowie die Bindungslängen nicht identisch (vgl. obere Abbildung).<ref name="Holle">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 459.</ref> Iodtrichlorid riecht stechend und bildet gelbe Nadeln, die an der Luft zerfließen. Es löst sich gut in Alkohol, Ether und Benzol.<ref name="Römpp"/>

Mit Wasser reagiert Iodtrichlorid zu Iodchlorid, Salzsäure und Iodsäure.<ref name="Holle" />

<math>\mathrm{2\ ICl_3 + 3\ H_2O \longrightarrow\ 5\ HCl + ICl + HIO_3}</math>

Verwendung

Iodtrichlorid kann man in der präparativen organischen Chemie sowohl zur Iodierung als auch zur Chlorierung, beispielsweise für Aromaten, einsetzen.<ref name="Römpp"/>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Chlorfluoride: Chlorfluorid | Chlortrifluorid | Chlorpentafluorid

Bromfluoride: Bromfluorid | Bromtrifluorid | Brompentafluorid

Iodfluoride: Iodfluorid | Iodtrifluorid | Iodpentafluorid | Iodheptafluorid

andere: Bromchlorid | Iodchlorid | Iodtrichlorid | Iodbromid | Iodtribromid Vorlage:Klappleiste/Ende