Oberrammersdorf
Oberrammersdorf Markt Lichtenau
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(67)&title=Oberrammersdorf 49° 15′ N, 10° 39′ O
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| Höhe: | 460 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 67 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91586 | |||||
| Vorwahl: | 09827 | |||||
Oberrammersdorf (fränkisch: Rammasch-dorf bzw. Ejba-rammaschdorf<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 150. Dort folgendermaßen transkribiert: „raməschdorf“ bzw. „eibəraməschdorf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Oberrammersdorf liegt in der Gemarkung Ratzenwinden.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geographie
0,5 km nordwestlich des Dorfes liegt das Waldgebiet Keferloh. Die Kreisstraße AN 1/ANs 1 führt nach Lichtenau (3,7 km nordöstlich) bzw. nach Winterschneidbach (2,4 km westlich). Die Kreisstraße AN 14 führt nach Unterrottmannsdorf (1,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Steinhof vorbei nach Ratzenwinden (1,7 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1240 als „Rumolsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Rûmolt“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen. Durch willkürliche Angleichung an den Ortsnamen des benachbarten Unterrottmannsdorf kam es 1303 zur Form „Rodmarsdorf“, ab 1504 schließlich zu „Rammerßdorff“. Erst seit 1732 ist die Form „Ober Rammersdorff“ bezeugt.<ref>E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 150.</ref>
1254 verzichteten Ludwig von Wizelsdorf und Rudiger von Hengersbach auf ihr Erbrecht an Gütern zu Oberrammersdorf zugunsten des Gumbertusstiftes in Ansbach. 1403 verkauften Ritter Friedrich von Heideck und sein Sohn Johannes dem Gumbertusstift sieben Güter.<ref>G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 30.</ref>
Laut der Amtsbeschreibung des nürnbergische Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 gab es in Oberrammersdorf 8 Untertansfamilien, von denen eine zur Hauptmannschaft Sachsen gehörte.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 747.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberrammersdorf zwölf Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stiftsamt Ansbach inne. Grundherren waren das Stiftsamt Ansbach (1 Hof, 7 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 1 Gut, 1 Schmiedgut) und der Nürnberger Eigenherr von Stromer (1 Gut).<ref name="J897">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 897.</ref> Es gab zu dieser Zeit elf Untertansfamilien, von denen zehn ansbachisch waren.<ref>Johann Bernhard Fischer: Oberrammersdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 23 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 212.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.<ref name="J1006">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1006.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberrammersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.</ref> Am 10. August 1836 wurde Oberrammersdorf in die neu gebildete Gemeinde Ratzenwinden umgemeindet.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949.</ref> Diese wurde am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Oberrammersdorf wurde in den Markt Lichtenau eingegliedert.<ref name="J1006"/><ref>Lichtenau (Mittelfranken) > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt.<ref name="J897"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannes (Lichtenau) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Heilsbronn. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 14. März 2023.</ref>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Oberrammersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 212 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Rammersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 417 (Digitalisat).
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 150.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Georg Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte. C. Brügel & Sohn, Ansbach 1940, DNB 575937491, OCLC 72078529, S. 29 f., 320 f., 391–395 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Oberrammersdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Oberrammersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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